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Wochenkalender.

Sonntag, 27. Mürz. Hochheiliges Osterfest.

Montag, 28. März. Ostermontag.

Dienstag, 29. März. Osterdienstag.

Mittwoch, 30. März. Von der Osteroktav.

Donnerstag, 31. März. Von der Osteroktao.

Freitag, 1. April. Von der Osteroktav. Herz-

Iefu-Freitag.

Samstag, 2. April. Von der Osteroktav. Franz von Paula, Bek.

Das hochheilige Osterfest.

Epistel. 1. Korinther 5, 78.

Evangelium, Markus 16, 17. Die Auferstehung Christi.

x N jener Zeit kauften Maria Magdalena, Maria die Mutter des Jakobus, und Salome Spezereien, um hinzu­gehen und Jesus zu falben. In aller Frühe am ersten Wochentage, als die Sonne eben aufging, machten sie sich auf zum Grabe. Sie sprachen zueinander:Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes weg- wülzen?" Als sie ausblickten, sahen sie, daß der Stein weggewälzt war; er war in der Tat sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen zur Rechten ei­nen Jüngling sitzen in weißem Gewände. Da erschra­ken sie. Er aber sprach zu ihnen:Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht da die Stätte, wo man ihn hingelegt hat. Geht nur hin und sagt seinen Jüngern, zumal dem Petrus, daß er euch oor- vusgeht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat"

Ein berühmter Osterwetttauk.

wohligen Sonnenstrahlen lacht der Frühling zu meinem Fenster herein. Von den dürren Bäu- ^J®^W wen im Garten, deren schwel- lende Knospen bereits die her­vorbrechende Blüte verkündigt, schmettern die Buchfinken ihre Lenzessreude. Auf dem Tische steht vor meinen Augen in bauschiger Vase ein Strauß Schlüsselblumen und läutet und läutet und läutet Ostern!

Und kommt nun mit mir, daß wir das hehre Ostergeheimms gleichsam an der Quelle aufspüren und erleben. Setzen wir uns zu den Füßen des hl. Johannes und lassen uns von ihm als Augen­zeugen erzählen. Und was er erzählt ist ein ge- . neimnisvoller, berühmter Osterweltlauf.

Am ersten Tage der Woche kam Maria Mag­dalena frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grabe und sah den Stein vom Grabe weggewälzt. Da begab sie sich eilends zu Simon Petrus und zu dem Jünger, den Jesus liebte, und berichtete ihnen: Bian hat den Herrn aus dem Grabe genommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat."

Da machten Petrus und der andere Jünger sich au? und gingen zum Grabe. Beide liefen zusam­

men hin; aber der andere Jünger lies voraus und kam zuerst am Grabe an. Er beugte sich vor und sah die Leinentücher liegen, auch das Schweißtuch, das auf feinem Haupte gelegen hatte; doch lag es. nicht bei den anderen Tüchern, sondern zusammen­gefaltet für sich besonders. Jetzt ging auch der andere Jünger, der zuerst am Grabe angekommen war, hinein. Er sah und glaubte. Denn sie hat­ten die Schrift noch nicht verstanden, daß er von den Toten auferstehen müsse Dann begaben sich die Jünger wieder nach Hause." (Joh. 20).

Zunächst die Zeit unseres Wettlaufes, Tag und Stunde. Der Evangelist sagt es uns mit den Wor­ten:Am ersten Tage der Woche." Bekanntlich endigte die Jüdische Woche mit dem Sabbath, und das ist der Samstag. Welches ist dann der erste Wochentag? Der Tag darauf, also der heutige Sonntag oder wie er in der Kirchensprache heißt: Dies Dominica Tag des Herrn. Und ihr wißt doch, als wohlunterrichtete Katholiken, daß gerade deshalb der Sonntag statt des Samstag gefeiert wird, weil Christus eben an einem Sonntag von den Toten erstanden ist, wie aus Johannes klar hervorgeht. Deswegen wurde die alte Woche gleich­sam auf den Kopf gestellt. Statt des letzten wurde der erste Wochentag als Ruhetag und Gebetstag bestimmt. Von den Zeiten der Apostel an wurde diese Ordnung zur Gewohnheit und zum Gesetz. Mit dem Sabbath liebäugeln bedeutet also einen Rückfall ins Judentum. Mit der Sonntagsfeier bekennen wir Christen, daß Jesus Christus, der Auferstandene, der Herr des neuen Bundes, der Herr der neuen Zeit, der Herr der Ewigkeit ist. Der Grund- und Eckstein, den die Juden verwor­fen haben und heute noch verwerfen, auf den aber Gott seine Kirche und unser aller Heil und Seligkeit gebaut hat. Jeder Sonntag ist ein klei­nes Osterfest. Jeden Sonntag legen wir durch Arbeitsruhe und Gottesdienst ein Bekenntnis ab für das größte Wunder der Weltgeschichte, die Auf­erstehung.

Petrus und der andere Jünger, gemeint ist Iohannes, machen sich also auf den Weg. Mag­dalena hat ihnen ja Wunderdinge verkündigt: der Stein ist weggewälzt, der Leichnam sei nicht mehr im Grabe; es müßte ihn jemand weggenommen haben. Die letztere Vermutung war freilich nur ein Hirngespinst der Magdalena, verzeihlich in der ersten Aufregung und Unklarheit, wo die Gedan­ken verschwommen sind wie eine Gegend im ersten Morgengrauen. Die Apostel halten es nicht länger in ihrer Wohnung aus. Wahrscheinlich hatten sie vor Erwartung und Erregung diese Nacht gar nicht geschlafen Und so machen sie sich beim Morgen­grauen auf, um sich Gewißheit zu verschaffen.

Beide liefen. Sie sind nicht etwa gegangen, sondern gelaufen. Wie bei einem richtigen Wett­lauf, wie bei einem Preisrennen, wo es sich dar­um handelt, einen Rekord aufzustellen. Der an-

! dere Jünger lief indes schneller als Petrus. Wo­her diese größere Geschwindigkeit bei unserm Io­hannes? Wegen seiner größeren Jugend. Es gilt als ausgemacht, daß Johannes der Benjamin unter den Aposteln war. Nun ist es aber das Privileg der Jugend, dem Alter vorauszueilen. Wird aber nicht noch ein anderer Grund den einen beflügelt, den andern gehemmt haben? Wird Jo­hannes an seiner größeren Liebe einen Motor Pe­trus aber an feiner dreimaligen Verleugnung einen Hemmschuh gehabt haben? Mit der Stopp­uhr gemessen, dürfte also Johannes zwei oder drei Minuten Vorsprung gehabt haben. Nun ist er atemlos am Grabe angekommen. Da steht er still. Da beugt er sich vor. Da tut er einen lan­gen, sehnsüchtigen Blick in das Innere der Gra­beshöhle. Und immer noch bleibt er stehen, und wartet und wartet. Und warum gehst du denn nicht hinein, bester Johannes? Weil dem Petrus der Vorrang gebührt, antwortet er; weil er äl­ter ist als ich; weil er vom Herrn selber zumFel­sen gemacht wurde, auf den er seine Kirche baut". So erringt sich Johannes nicht bloß den Primat der Schnelligkeit, sondern auch der Bescheidenheit, während dem hl. Petrus der Primat der Ehre und des Mutes zuteil wird. Als erster geht er in die Grabeshöhle hinein, beschaut alles aufs ge­naueste und kommt wieder ans Tageslicht mit der unerschütterlichen Ueberzeugung von der Auferste­hung seines Meisters. Nach ihm geht auch Johan­nes hinein und fördert- ebenso einen lebendigen Glauben an die Auferstehung Jesu zutage.

Kaum war Petrus wieder zu Hause angelangt, da ist ihm der Herr persönlich erschienen. Denn so riefen die Emmausjünger den versammelten Aposteln zu:Der Herr ist wahrhaft auferstanden und dem Simon erschienen." (Luk. 24, 34). Da­mit erledigt sich das Märlein vom Diebstahl des Leichnams Jesu von selber. Woher hätte auch den Jüngern, die aus Furcht vor den Juden hinter ver­schlossenen Türen hausten, der Mut zu einem sol­chen Wagestück kommen sollen? Und hätten die Diebe nicht den Leichnam mitsamt den Tüchern mitgenommen? Wozu hätten sie auch mit großer Umständlichkeit die Tücher vom Leichnam lösen, sorgfältig zusammenlegen und wohlgeordnet im Grab zurücklassen sollen! Hinweg mit solchen Hirn­gespinsten, solchen Träumereien, solchen Erfindun­gen menschlichen Aberwitzes. Klammere dich heute am frohen Osterfest an Christi Auferstehung und singe sie hinaus in alle Lüfte: Alleluja, auferstan- den ist die Freude dieser Zeit. Alleluja, Jesus lebt! Der Talpfarrer

Zum hl. OsSermahl geladen!

Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und be­laden seid!" Das ist die liebevolle, gütige Ein­ladung, die in der österlichen Zeit vom stillen Ta-