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Unserm Sberhirten zum silbernen Bifdjofsjubilöum

am 19. Mürz 1932.

Von Domdechant Dr. Leimbach.

A^AAm 17. Juli 1906 war Bischof Adalbert W^WWLM Endert der Diözese Fulda durch den Tod entrissen worden. Nur acht Jahre vWeMW» t»ar es ihm vergönnt gewesen, den Hir- tenstab ui führen. Aber großartig und mannigfaltig sind, wie das Domkapitel in seinem Nachrufe von dem Heimgegangenen Bischof rühmt, die Werke seines wahrhaft apostolischen Einers. , Davon zeugen die zahlreichen Seelsorgsstellen, die er ins Leben rief, die Kirchenbauten, zu denen er Anregung und Anleitung gab, die Lateinschulen, die ihm ihre Gründung verdanken, die sozial-kari- cativen Anstalten, die von ihm tatkräftig unter­stützt wurden.

Als Nachfolger des hochverdienten Kirchenfür­sten wurde am 27. Dezember 1906 vom Domkapi­tel erwählt der bisherige Domkapitular, Regens Prof. Dr. Joseph Damian Schmitt. DerBonifalius- bote" begrüßte die Wahl mit den Worten:Nun­mehr hat die allwaltende Vorsehung den seelen- eisrigen und frommen Priester, den tüchtigen Ge­lehrten und väterlichen Freund des Klerus zur ho­hen Bischöflichen Würde berufen. Gestützt auf die Liebe und Anhänglichkeit der Geistlichkeit und die Hochschätzung der Gläubigen wird es dem neuen Oberhirten mit der Gnade Gottes gelingen, getreu der Tradition seiner edlen Vorgänger auf dem Bi­schofsstuhle durch allumfassende christliche Liebe das hohe Erbe des hl. (Sturmius am Grabe des Apo­stels der Deutschen zu hüten. Möge es ihm, der im besten Mannesalter steht, vergönnt sein, dieses erhabenen Amtes recht lange zu walten."

Dieser Wunlck ist in Erfüllung gegangen. Nur einer seiner Vorgänger seit der Neueinrichtung der Diözese 1829, der Bekennerbischos Christoph Flo­rentius Kött, reicht mit seinen 24 Regierungsjah­ren an die unseres Hochwllrdiqsten Oberhirten her­an. Am kommenden Feste des hl. Joseph werden sich ja 25 Jahre vollenden, seitdem er durch die hl. Bischofsweibe mit der Diözese Fulda vermählt wor­den ist.

Dieses Silberjubiläum bietet uns Anlaß, Gott dem Herrn von Herzen für alle Gnaden zu dan­ken, die er unserem Bischof und burd) ihn amf. seinen Diözesanen geschenkt, für alles Gute, das er ihn zum Besten des Bistums Fulda hat wirken lassen.

Graliae et veritati", für Gnade und Wahrheit, so lautet der Wahlspruch, den sich Bischof Joseph Damian erkoren hat.

Er will in unermüdlichem Eifer der Wahrheit dienen, das Reich der christlichen Wahrheit in den

Herzen der seiner Hirtenforge anvertrauten Seelen zu befestigen suchen. Diese Pflicht ist ihm bei der Bischofsweihe versinnbildet worden, als das Evangeliumbuch während der Salbung auf feinen

Schultern ruhte. Vom Statthalter Christi hat er dazu die Sendung empfangen. Er gibt sie weiter an jene, die in der Diözese die christliche Wahr­heit lehren, seien es Geistliche oder Laien; mag es sich um theologische Wissenschaft handeln ode: Um die Ausübung des Predigtamtes oder um die religiöse Unterweisung der Heranwachsenden Ju­gend

Wenn wir nun auf die verflossenen 25 Jahre zurückblicken, dürfen wir gewiß unserem Oberhir- ten das Zeugiris geben, daß er sich eifrig bemüht

hat, diese heilige Pflicht des Bischofsamtes zu erfül­len. Jede Pfarr- und Kuratiekirche im alten ^An­teil der Diözese hat wiederholt bei den Visitationen die Predigt des Bischofs gehört. Viele Jahre hin­durch hat er in den Wintermonaten Sonntag für Sonntag im Kathedralamt der Domkirche das Wort der Wahrheit verkündet.

Alljährlich hat die Diözese and) die Stimme des Bischofs vernommen in den Hirtenbriefen. Wie mannigfaltig ist doch ihr Inhalt! Darin spricht er von dem katholischen Lehramt, von dem Prie- ftertum der katholischen Kirche, von dem göttlichen Ursprung des Hirtenamtes in ihr. Er bemüht sich gegenüber der Mißachtung und Geringschätzung des st.ebernatürlichen die Notwendigkeit und hohe Be­deutung der Gnade einzuschärfen. In anderen dieser Schreiben empfiehlt er Abtötung und Selbst­verleugnung, handelt von den Segnungen der Got­tesfurcht, von der Bedeutung des inneren religiö­sen Lebens, von der Beobachtung der Gebote, von der christlichen Hoffnung An der Hand der so­zialen Rundschreiben Leos XIII. spricht er von der Erneuerung unseres Gesellschaftslebens. Er ban­delt von Christus als dem Vorbild und dem Kö­nig der Familie und vom Laienapostolat. Mit besonderer Liebe regt er zur Verehrung des hei­ligsten Herzens Jesu an, dessen Bild sein Wappen ziert. Er weist hin auf Maria, die Mutter der göttlichen Gnade, auf den hl. Augustinus als Vor­bild des christlichen Lebens und Handelns in un­serer Zeit, auf den hl. Sturmius, den Gründer des Klosters Fulda und Apostel der Sachsen. Er zeigt an der hl. Elisabeth das Leben der Nächsten­liebe, wie sie unsere notleidende Zeit ersehnt, das Leben der Kreuzesliebe, wie es unserer seelisch kran­ken Zeit nottut, das Leben gläubiger Gottesliebe, die allein zum wahren Glauben führen kann

Jm Dienste der christlichen Wahrheit stehen auch die regelmäßigen Besuche, die der Oberhirt bei seinen Bisitationsreifen den Schulen und zwar allen Abteilungen und Klassen abgestattet hat. Immer wieder hat er im engeren Kreise seiner Mitarbeiter, aber auch in der Öffentlichkeit seiner Anerkennung unb seiner Freude darüber Ausdruck gegeben, daß wir noch einen echt katholischen Leh­rerstand besitzen, der durch Wort und Beispiel die ihm anvertraute Jugend durch das Reich der christlichen Wahrheit führt.

Graliae", der Gnade, heißt das andere Wort des Bischöflichen Wahlspruches. Wie jeder Prie­ster, ist erst recht der Hohepriester nach dein hl.