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Aus Miethe und Welt

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Pacelli erhält den Annunliatenorden.

Der italienische Botschafter beim Heiligen Stuhl hat dem Kardinalstaatssekretär Pacelli den Orden der heiligen Annunciata überreicht, die höchste ita­lienische Auszeichnung, die den Kardinal zum V e tt e r des Königs macht. Der Könrg hat an Pacelli folgendes Telegramm gerichtet:

„Ich bin sehr froh, Euer Eminenz heute als Beweis meiner besonderen Schätzung den höchsten Orden der heiligen Annunciata zu verleihen. Ihr Ihnen sehr zugetaner Vetter Viktor Emanuel."

Pacelli hat in seiner Antwort den Monarchen gebeten, den Ausdruck seines tiefsten Dankes für die höchste Auszeichnung entgegenzunehmen, und die Hoffnung ausgesprochen, daß die heilige Jungfrau Annunciata ihren himmlischen Schutz der hohen Person des Königs und der königlichen Familie an­gedeihen lassen möge.

Der italienische Botschafter hat ferner das Großkreuz der Heiligen Mauritius und Lazarus überreicht dem obersten Kämmerer des Papstes, Monsignore Eaccia Dominioni, dem Sekretär für außerordentliche kirchliche Angelegenheiten, Titu- f larerzbischof Pizzardo, dem Substitut des Sekreta­riats, Monsignore Ottaviani, dem Marquess Pa­celli, dem Bruder des Kardinalstaatssekretärs, ver seinerzeit als Unterhändler bei dem Zustandekom­men des römischen Friedens eine wichtige Rolle gespielt hat und jetzt den Posten eines Generalrates der Vatikanstadt bekleidet, sowie den Jesuilen- pater Tacchi Venturi, der wegen seiner besonderen Beziehungen zu Mussolini bekannt ist, die ihn ost zum Vermittler zwiscl)en beiden Ufern des Tiber (Vatikan und Quirinal) werden ließen.

Der Apostolische Nuntius beim König von Ita­lien hat am Donnerstag dem Minister des könig­lich-italienischen Hofes dem Ersten Gen-eraladju- tonten des Königs und dem schon über hundert Jahre zählenden Präfekten der königlichen Paläste, Herzog Barea d'Olmo, im Auftrage des Papstes das Großkreuz des Pinsordens überr-r^t.

Don der katholischen Weltmifsion

Papst Pius XI. empfing am 23. Februar P. Paul Schulte, O. M, I., den verdienstvollen Gründer der Miva (Missionsverkehrsarbeitsgemeinschast), und den Direktor der Päpstlichen Missionsbibliothek, P. 3 o = hannes Dindinger, O. M. I., in längerer Pri­vataudienz, in der der Heilige Vater sich über die Miva und die von P. Schulte in Rom veranstalteten Vor­führungen feines Missionsfilms „Das Vermächtnis eines Missionars" aufs beste unterrichtet zeigte. Der Statthalter Christi erklärte es für eine Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit, daß die modernen Verkehrs­mittel, insbesondere auch das Flugzeug, für die Mis­sionen ausgenutzt würden. Er gebe gerne feine Emp­fehlung für die Miva, obwohl dies bei den anerkannten Leistungen derselben eigentlich nicht mehr nötig sei. P. Schulte hat sich nach Neapel begeben, um auf Ersuchen des dortigen Provinzials der Oblaten einen Vortrag über die Miva zu halten.

An dieser Stelle sei noch nachgetragen, daß P. D i n- d i n g e r unlängst dem Pontifex den siebten Band des in der Zentrale des Franzisküs-Taverlus-Missionsver- ein (Aachen) erschienenen Monumentalwerks katholi­scher Wissenschaft Biblio theca Missionum von Streit-Drndinger überreichte. Die Bibliotheca ist von der internationalen wissenschaftlichen Kritik als ein Standardwerk deutschen Forschersteißes gepriesen worden. Die Bibliotheca Missionum ist nicht nur für Missionstheologen eine Fundgrube, sondern auch ein wertvoller Nachweis für Geographen, Ethnologen Re­ligionswissenschaftler, Linguisten und Soziologen. In diesem Sinne ist auch das Lob Pius' XI. an P. Din- dinger zu verstehen, daß von einem solchen Werke wirk­lich nichts verloren oder zu Grunde gehe. In der Ge­genwart wird im Hinblick auf die schweren Verwick­lungen in China und die Bewegung Gandhis in Indien das Wort von P. Streit, der zusammen mit P. Din- oinger fünf Bände der Missionsbibliographie der ge­waltigen asiatischen Missionsliteratur widmete, zeit­gemäß: „Seit Jahrhunderten ist die Kirche mit der Losung ihrer asiatischen Missionsausgabe beschäftigt, und es scheint, als ob in Asien die Kirche ihr letztes, aber auch ihr größtes und kompliziertestes Mifsionspro- blem zu lösen hat. In Asien schlägt die Wcltuhr! Die

asiatische Missionsgeschichte der Kirche ist die älteste und aktuellste." In ehrendem Gedächtnis an P. Robert Streit sei hier erwähnt, daß Pius XI. die hervor­ragende Beteiligung der Oblaten auf besonders schwie­rigen Missionsfeldern, wie z. B. bei den Eskimos, wie­derholt anerkannt hat.

In der äußeren Mission mag hier eine gewisse Ver­wandtschaft zwischen diesen Oblaten und den Salesia­nern Don Boscos bestehen, die beide die geistliche Pflege der Jugend sowie die innere und äußere Mission zum Programm haben. Dieser Tage wurde am Sitz der Kongregation der Propaganda Fide in Rom ein be­deutsamer Vortrag über die Missionsauffassung von Don Bosco und ihre Verwirklichung durch die Mit­glieder seiner Genossenschaft gehalten, der das kulturell zivilisatorische Schaffen der Salesianer eindrucksvoll illu­strierte. Auch hier verbreitet sich der Rahmen der Wirk­samkeit eines Missionsordens zu zivilisatorischen Grund­aufgaben, die dann Fortschritte machen können, wenn nicht eine engherzige und laizistische Staatsauffassung sie behindert. Die Salesianer-Missionare nehmen sich mit Vorliebe jener Rassen an, die man als inferior be­zeichnet. Hier ist natürlich die seelische Einwirkung in­folge einer von dem europäischen Milieu ganz abwei­chenden sozialen und ethischen Umgebung und eines völlig anderen Klimas sehr schwierig. Die Heranbildung der Jugend durch die Schule ist der Weg, auf dem die Jünger Don Boscos auf den exponiertesten Missions­feldern schöne Erfolge erzielt haben. Die Christianisie­rung von Patagonien und einem großen Teil der In­dianer Südamerikas ist ein Verdienst der Salesianer. Durch ihre Schulen, Waisenhäuser und Seminarien sind ihnen in den letzten Jahrzehnten schon die Bekehrung und die kulturelle Hebung wilder Stämme, so der Ki- waros am Aequator, gelungen, die bis jetzt sogar 14 Alumnen gestellt haben. Bemerkenswert sind auch die Fortschritte in Japan, wo die Salesianer 5 Oratorien für heidnische Kinder unterhalten. In der britischen Kolonie Honkong besuchen 400 junge Heiden das Ora­torium der Salesianer und 300 empfangen Katechismus­unterricht.

Im Vergleich mit dem Entgegenkommen der japani­schen und britischen Behörden gegenüber einem katho­lischen Orden ist die Engherzigkeit französischer Kolonial- behörden und die Benachteiligung der Missions- und Schultätigkeit der Weißen Väter und Weißen Schwe­stern in Almer, Tunis und Marokko beklagenswert.

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Dec Taq des deutschen Volkes.

Nun ist er da: der Tag der Entscheidung! Am 13. März soll der Präsident des Deutschen Reiches auf sieben Jahre gewählt werden. Die Augen der Welt sind heute auf Deutschland gerichtet.

Was wäre es doch etwas Großes und Imponie­rendes gewesen, wenn einmal alle Deutschen in die- sex Zeit der großen Not sich geeinigt und vor den Augen der ganzen Welt einmütig ihren einzigen Feldmarschall von Hindenburg wieder aus den Schild erhoben hätten! Das war es, was Brüning wollte: Der Reichstag sollte mit der verfassungs­mäßigen Mehrheit die Präsidentschaft Hindenburgs verlängern. Das wäre für unsere Außenpolitik von einzigartiger Bedeutung gewesen und hätte die Ar­beit unserer Diplomaten wirkungsvoll unterstützt. Innenpolitisch hätte es uns diesen Wahlkampf mit all seinem Streit samt den hohen Kosten, die in die Millionen gehen, erspart. Der Plan scheiterte an der Engstirnigkeit eines Hugenberg und Hitler.

So mußte es zur heutigen Volkswahl kommen. Hätten jetzt wenigstens alle Richtungen sich zu Hindenburg bekannt! Aber nein! Während die Parteien, die seit 1919 in sorgenvoller Arbeit um den Wiederaufstieg Deutschlands ringen, alle Son­derwünsche zurückstellten und sich für Hindenburg erklärten, lehnten mit den Kommunisten auch die Nationalisten Deutschlands größten Führer rund­weg ab! So stehen denn einem Hindenburg gegen­über die Thälmann, Hitler, Düsterberg! Und sogar noch ein fünfter Kandidat, der im Gefängnis sitzt.

Wir hoffen und wünschen, daß es noch genü­gend vernünftige Deutsche gibt, die an diesem ent­scheidungsvollen Tage Hindenburg ihre Stimme geben und ihm damit schon im ersten Wahlgang zum Siege verhelfen. Wir wünschen das umso­mehr, als der einzige wirkliche Gegenkandidat ein Hitler ist, der es nach unserer Ueberzeugung nicht verdient, Reichspräsident zu werden.

Vor der Genfer Debatte.

Die in den letzten Tagen fortgeführten vertrau­lichen Verhandlungen des Hauptberichterstatters der Abrüstungskonferenz, Benesch, mit den Abord­nungen der Großmächte haben nunmehr Klarheit über die in der nächsten Woche beginnenden gro­ßen politischen Verhandlungen gebracht. Das Prä­sidium der Abrüstungskonferenz tritt am Montag zusammen, um die von Benesch ausgearbeitete Ta­gesordnung für den Hauptausschuß, den politiscben Ausschuß unb das endgültige Arbeitsprogramm der Konferenz anzunehmen, die dann am Dienstag dem Hauptausschuß vorgelegt werden.

Grundsätzliche Uebereinstimmung ist dahinge­hend erzielt' worden, daß die Verhandlungen im Hauptausschuß mit den mit Kapitel 1 des Abkom­menentwurfs zusammenhängenden Grundfragen der Abrüstungsfrage beginnen sollen. Dazu ge­hört die deutsche Forderung auf grundsätzliche Ab­rüstung.

Der deutsche Botschafter Nadolny, der zu kur­zem Besuch in Berlin weilte und der Regierung sowie dem Reichspräsidenten Bericht erstattete, ist am Montag wieder in Genf eingetroffen.

Wer ist Hitler?

Mag es wahr sein, was jetzt in einer Gerichts­verhandlung erwiesen sein soll, daß Hitler 1914 in feinern österreichischen Vaterland nicht mehr mili­tärpflichtig war (er soll im Frühjahr 1914 von der Ausmusterungskommission in Linz oder Salzburg für völlig untauglich in Krieg und Frieden erklärt worden sein), so fällt es immerhin sehr auf, daß er ein Vierteljahr später bei Kriegsausbruch sich als Freiwilliger bei der deutschen Armee meldete und dort als k. v. (kriegsverwendungsfähig) ein­gestellt wurde. Er wurde bald Meldegänger beim Regimentsstab und scheint das geblieben zu sein. Er wurde bis zum Gefreiten befördert. Wenn er der Held gewesen wäre, als den ihn heute feine Nazis schildern, hätte er es wohl weiter gebracht. Angeblich soll er trotzdem schon gleich im Anfang das Eiserne Kreuz erster Klasse (!) bekommen ha­ben. Da stimmt etwas nicht. Die „kölnische Volks- jeitunq" richtet deshalb folgende

Frage an Hitler:

Im „Völkischen Beobachter" vom 3. März schreibt Dr. Goebbels über Hitler: „Er stand von 1914—1918 als unbekannter Soldat in dem Zehn- Millionen-Heer der deutschen Armee, wurde bei Beginn des Krieges wegen Tapferkeit vor dem' Feinde mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse aus­gezeichnet und lag mitten unter seinen Kameraden im Schützengraben, um auch mit seinem Leib die Heimat zu decken."

Wir fragen in aller Öffentlichkeit und in aller Form Herrn Hitler, ob er zu diesen Ausführungen seines Parteifreundes nicht etwas zu erklären hat. Denn Hitler wird als „unbekannter Soldat in dem Zehn-Millionen-Heer der deutschen Armee", d h. als Frontsoldat, nicht dulden können, daß in seinem eigenen Blatte Unrichtigkeiten über sein Frontleben veröffentlicht werden. Um Die Frage zu präzisieren:

Wir fragen Herrn Hitler, wann er das LK. I erhalten Hal?

Nach unseren Kenntnissen ist es nicht richtig, daß Hitler das EK. i „bei Beginn des Krieges schon" erhalten hat, was, wenn es wahr wäre, eine ganz außerordentliche Anerkennung gewesen wäre, die eine ganz außerordentliche Leistung zur Voraussetzung gehabt hatte. Soviel wir wissen, hat Hitler das EK. I erst im Jahre 1918 um die Wende vom Mai zum Juni als Regimentsordonnanz im 16. Bayer. Res. - Inf. - Reg. erhalten. Außerdem mar. wenn wir richtig unterrichtet sind, Hitler nicht etwa die erste Regimentsordonnanz, die diese Aus­zeichnung erhielt, sondern der Dritte im Bunde der Ordonnanzen des Stabs.

Wir fragen deshalb Herrn Hitler, ob diele un­sere Angaben richtig sind oder ob Dr. Goebbels