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«uftei des Katholischen LehrerMdandes.

Reichspräsident von Hindenburg hat sich kn Be- rvußtsem seiner Verantwortung für das Schicksal des Vaterlandes für eine Wiederwahl zur Dsrsii- gung gestellt. Dieser Entschluß fällt wie ein Licht­strahl in unsere, von Irrungen und Wirrnissen erfüllten Tage, indem er einer lähmenden Unge­wißheit. die' seit Wochen das politische Leben in Deutschland belastet, ein Ende bereitete. In die­sem Entschluß tritt uns das Reichsoberhaupt er­neut als ein leuchtendes Vorbild seltener Pflicht­treue und aufopfernder Vaterlandsliebe entgegen. Der Dank der breiten Volksschichten, deren Ruf zu -folgen, sich der Reichspräsident verpflichtet fühlte, ist ihm gewiß.

Der Gesamlvorsland des Kalhol. Lehrerverban­des d. D. TL hat sich in seiner Berliner Tagung am 6. 2. 1932 einstimmig für die Wiederwahl des seit­herigen Reichspräsidenten von Hindenburg ausge­sprochen und dies durch ein Telegramm an den Sahm-Ausschuß öffentlich bekundet; die Verbands­leitung erwartet von der gesamten Mitgliedschaft, daß sie nach Kräften dazu beiträgt, daß das Ergeb­nis der kommenden Reichspräsidentenwahl zu einer wöalichst geschloffenen Aeußerung des deutschen Dolkswillens und zu einer glänzenden Verlrauens- kundaebung für unser bewährtes verantwortungs­bewußtes und in vorbildlicher Treue gegen Volk und Vaterland wirkendes Reichsoberhaupt gestalten möge!

Ansere Parole fei die Boffsparole : Hindenburg!

B o ch u m , den 16. Februar 1932.

Der Kath. Lehrerverband des Deutschen Reiches:

August Weber, Vorsißender.

Auch die Arbeiter wählen Hindenburg!

Der Vorstand des Gesamtverbandes der Christ­lichen Gewerkschaften veröffentlicht einen Aufruf, in dem es u. a. heißt:

Der 13. März ist für das deutsche Volk ein Tag der Entscheidung. Kräfte des Aufruhrs, Kräfte der fozialfeinslichen Reaktion wollen die Beseitigung des Volksstaals, Zerstörung der so­zialen Entwicklung, Vernichtung der Gewerkschaf­ten. Ein deutscher Mann sieht diesem Zerstörungs- willen entgegen. Hindenburg hat sich für das Volk entschieden. Er entschied aus dem Bewußt­sein um das Lebensrecht aller Volksschichten und -Stände Seine Entscheidung ist das moralische Todesurteil für alle Hohlheit der Phrase, für alle Minderwertigkeit der Geste, für allen zerstörenden Willen der radikalen Elemente. Die Christliche Arbeiterschaft ehrt und liebt den Mann echt christ­licher Pflichterfüllung und siegreicher Treue in Hindenburg, der in der Stunde der Gefahr jede parteipolitische Gebundenheit von sich wies, um in schlichter Treue der Rettung des Volkes zu die­nen bis zum letzten Atemzuge. Jeder christliche Arbeiter wird mit allen Gleichgesinnten des deut­schen Volkes am 13. März an der Wahlurne Hin­denburg seinen Dank sagen.

Der âKV. ruft zur Wahl.

In seiner Verbandszeitschrift „Merkuria" vom 1. März 1932 veröffentlicht der Verbandsvorstand des kathol. kaufm. Vereins folgenden Aufruf:

„Wir wählen Hindenburg!"

Am 13. März steht das deutsche Volk vor einer schwerwiegenden Entscheidung. Der aus tiefster nationaler Sorge gemachte Versuch, dem deutschen Volke in dieser furchtbaren Krisenfest den Wahl-- kamps zu erswaren und auf verfassungsmäßig ein­wandfreiem Weg die Wiederwahl Hindenburgs im Reichstag vorzunehmen, ist an kleinlichem Partei- führerftreit gescheitert.

Reichspräsident v. Hindenburg ist dem Rufe des Volkes gefolgt und hat sich trotz seines hohen Alters wieder zur Verfügung gestellt. Nicht als Kandidat irgendeiner Partei oder eines Systems, sondern als Deutscher dem deutschen Volke. Für ihn gibt es nur ein Ziel: Wie im Kriege, so auch im Frieden seinem Vaterlande zu dienen.

Losgelöst von jedem Parteigezank bedeutet Hin­denburg für uns das Symbol des deutschen Ein­heitswillens. Ein Vorbild wahrer Pflichttreue und Opferbereitschaft steht Hindenburg als der unbeug­same. getreue Eckart fest und unerschütiert mitten m dieser durch unerhört harte Kämpfe der Par­

teien, Meinungen und Klassen zerrissenen derrksch-n Welt.

In Hindenburg verkörpert sich der Lebenswille des Volkes, in Einheit und Geschlossenheit die ver­heerenden Folgen der Wirtschaftskrise zu überwin­den. In dem Kampf um Deutschlands Freiheit, um Deutschlands Gleichberechtigung in der Welt ist Hindenburg für das Ausland der friedvolle Vor­kämpfer und Wahrer deutscher Ehre.

Deutschland braucht in dieser Zeit ein Staats­oberhaupt, das, nicht an Interessen von Parteien gebunden, in Objektivität als Träger der ihm durch die Reichsverfassung gewährten Gewalt willens und fähig ist, die nationale und soziale Einheit des Deutschen Reiches zu erhalten und zu stärken.

Darum wählen wir die erprobte Heldengestalt Hindenburgs, den treuesten Sohn deutscher Erde.

Bitten „Endkamps"

fordert d-r Nationalsozialismus im engen Bunde mit der Harzburger Front. Er soll ihn haben-

Den Endkampf zwischen jenen, denen ein Drei­klassenwahlrecht der Inbegriff eines politischen Sy­stems ist, mit jenen, die die nationale Stärke des Staates in seiner Volksverbundenheit sehen.

Den Endkampf zwischen jenen, die in der Aus­schaltung der Arbeiterschaft ein Prinzip ihres Systems sehen, und denen, die in der gleichberech­tigten Eingliederung des Arbeiterstandes einen Kraftgewinn für das gesamte Wirtschafts- und Ge­sellschaftsleben erkennen.

Den Endkampf zwischen denen, deren politi­sches System darauf besteht, daß ein katholischer Deutscher nur ein Staatsbürger zweiter Klasse ist. und denen, die im katholischen Deutschland natio­nale Kräfte sehen, deren das gesamte Deutschland nicht entbehren kann.

Den Endkampf zwischen denen, deren System darauf beruht, an der Wirklichkeit vorbeizusehen und nationale Tragik fortzuleugnen, und denen, die es als eine Grundvoraussetzung jeder nationa­len Politik betrachten, aus der Geschichte zu ler­nen und sich keiner Täuschung über die Wirklich­keit hinzugeben.

Den Endkampf zwischen jenen, deren System die Volksverhetzung ist, und denen, die in der Ge­schlossenheit des ganzen Volkes die Grundvoraus­setzung äußerer Freiheit sehen.

Den Endkampf zwischen jenen, deren System es ist, den Reichspräsidenten unter Parteidiktate und Parteiultimaten zu stellen, und denen, die in der Ileberparteilichkeit des Reichspräsidenten die Gewähr für die innere Ordnung sehen.

Hugenberg und Hitler haben uns zu diesem Endkampfe herausgefordept. Wir treten an und werden ihn bestehen. Wir werden siegen! Mm Deutschlands willen!

Zur Schulbücher-Frage.

Ein Erlaß des preußischen linterrichlsminislers, der freudig begrüßt wird.

Durch Erlaß vom 12. Januar 1932 hat der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ange­ordnet, daß die Zahl der anzuschaffenden Lehrbücher auf das Notwendigste beschränkt mirb und daß ein Wechsel im gegenwärtigen Augenblick möglichst zu vermeiden ist. Diese Maßnahme des Ministers wird in Elternkreisen dankbar begrüßt und kommt just zur rechten Stunde, in einer Zeit tiefster Wirtschaftsdepression. In den letzten Jahren wollten ja auch die Klagen über die hohe Be­lastung des Familienbudgets durch Beschaffung der ge­forderten Lernmittel nicht verstummen. Viele Eltern haben in dieser Notlage unentgeltliche Lieferung von Lernmitteln nachgesucht, und viele Gemeinden sind die­sem Verlangen entgegengekommen. Man kommt nicht an der Feststellung vorbei, daß diese soziale Einrichtung ebenso wie die von den Schulen eingerichteten Hilfs­büchereien auch von Eltern in Anspruch genommen wur­den, denen die Anschaffung von Schulbüchern sehr wohl möglich gewesen wäre (Vergl. M. Erl. vom 12. Jan. 1932). Das ist sehr bedauerlich und verrät einen be­klagenswerten Mangel an Einsicht. Es ist denn doch nicht gleichgültig, ob das Kind ein Buch als Leihbuch in Gebrauch hat oder es als Eigentum besitzt. Früher galt als Grundsatz: Die Freude am eigenen Besitz muh schon bei der Jugend gepflegt werden. Möchten die Eltern sich an^dieser Erkenntnis orientieren und beden­ken, daß der Sinn für Sparsamkeit, Ordnungsliebe und Sauberkeit sich leichter am E i g e n b u ch entwickeln läßt als am leihweise überlassenen Buch. Der erste und schönste Besitz des Kindes sollten seine Schul­sachen fein. Ist es nicht ferner erwünscht, und galt es nicht als allgemein anerkannte Forderung, daß jedes

Nummer 10 / Seife 7.

Kiild mit feinen Schulbüchern (Lesebuch, Atlas, Kate- chismus, Schulbibel, Ganzschriften) den Grundstock zu einer Eigen- und Hausbücherei schaffen sollte? Wie weit haben wir uns von diesem Ziele wahrer, echter Volksbildung entfernt! Es gilt, gerade in einer Zeit, in der Kitsch. Schmutz und Schundschriften eine ungeü heuere Verbreitung finden und unter Opfern, oft erheb­lichen, gekauft werden, den Blick dafür zu schärfen, wie wertvoll der Besitz des guten Buches für das Kind, den Jugendlichen, den Erwachsenen ist.

Erfreulicherweise hat die 4. Notverordnung der Reichsregierung die Preise für alle vor dem 1. Juli 1931 erschienenen Schulbücher ab 1. Januar um 10 Pro- zent gefenth Das erleichtert den Eltern die Anschaffung wesentlich. Alle Kreise, denen wahre, echte Volksbil­dung Herzenssache ist, sollten sich dafür einsetzen, daß die leihweise Lieferung zum Eigenbesitze an bedürftige Kinder aus finanziellen Gründen absolut unmöglich sein sollte. Selbstverständlich muß auch diese unentgeltliche Ueberweisung in den Eigenbesitz in einer Form ge­schehen, die das Ehrgefühl der Kinder schont. Es muß Ziel und Aufgabe aller verantwortungsbewußten Kreise, der Berufserzieher, der Elternbeiräte sein, die Freude am eigenen Buch zu wecken und dafür zu sorgen, daß Bücher, wie das Lesebuch, der Atlas, der Katechismus, die Schulbibel, das Gesang- und Gebetbuch Eigenbesitz des Kindes werden und es auch ins Leben begleiten.

Prof. Dr. Fr. Weiler, Trier. ;

Kleine poltt. ItathtitMen

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3 630 000 Ein Zeichnungen für Hindenburg. Nachdem die Meldungen der an der Einzeichnungsaktion betet« ligten Stellen nunmehr zum größten Teil vorliegen, stellt sich die Gesamtzahl der Einzeichnungen für die Volkskandidatur Hindenburgs auf über 3 630 000. Da- von wurden mehr als drei Millionen Eintragungen von rund 1100 Zeitungen, die die Einzeichnungslisten zehn Tage lang auslegten, aufgebracht. Schon nach dieser! zahlreichen Beteiligung an der Einzeichnung darf man sicher sein, daß Hindenburg am 13. März wiedergewähst wird.

Der letzte König von Sachsen, Friedrich August, ist auf seinem Gut Sibyllenort in Schlesien gestorben. Er war ein treuer, frommer Katholik. Sein ältester Sohn, der als Kronprinz sein Nachfolger hätte werden sollen, ist Priester geworden und gehört der Gesellschaft Jesu an. Der König erklärte, daß er sich glücklich schätze, seinen Sohn dem Dienste des Herrn weihen zu dürfen. Auch seine übrigen Kinder sind treue Söhne und Töchter der Kirche wie der Vater. In Sibyllenort, wo der geistliche Sohn die Leiche 'einsegnete, hielt Kardinal Bertram eine für den Toten sehr ehrenvolle Ansprache. Die Bei­setzung in der kath. Hofkirche zu Dresden nahm Bischof Konrad Gröber von Meißen unter großer Teilnahme der Bevölkerung vor. — Auch der Bruder des verstor­benen Königs, Prinz Max, ist Priester. Er wirkt als Professor an der kath. Universität zu Freiburg in der. Schweiz.

Landbundgeschäslsführec unterschlägt 100 000 Mark. Vor einiger Zeit war der Geschäftsinhaber der Land­bundgenossenschaft Altenkirchen, Heinrich Hoden, flüchtig geworden. Wie festgestellt wurde, hat Hoben bei der Kasse Unterschlagungen begangen, die er selbst bei seiner in Berlin erfolgten Verhaftung auf 7 000 Mark bezif­ferte. Eine genaue Prüfung der Bücher förderte jetzt die überraschende Feststellung zu Tage, daß sich die Ge­samtsumme der unterschlagenen Gelder auf rund 100 000 Mark beläuft. Hoben hat sich von einer großen Anzahl von Landwirten aus dem Kreise Altenkirchen Ge­fälligkeitswechsel unterschreiben lassen, die jetzt alle zur Einlösung vorgezeigt werden. Viele der geschädigten Bauern wußten bis zu ihrer Vernehmung nicht einmal, daß sie Mitglied der Kasse waren. Hoben hat ihnen ihre Unterschrift unter das Aufnahmeformular unter falschen Vorspiegelungen entlockt. Hoben, der das Geld in leichtsinniger Weise durchbrachte, ist inzwischen in das Amtsgerichtsgefängnis Neuwied eingeliefert wor­den. — Immer wieder die Lehre: Bauern, unter­schreibt keinen Wechsel!

Auch die Sozialdemokraten wählen diesmal Hinden­burg. Der Parteivorstand der SPD. veröffentlicht einen Aufruf, in dem zur Wahl Hindenburgs aufgefordert wird. In dem Aufruf heißt es: „Das deutsche Volk steht am 13. März vor der Frage, ob Hindenburg blei­ben oder ob er durch Hitler ersetzt werden soll. Die Rechte hat vor 7 Jahren Hindenburg auf den Schild gehoben. Sie hoffte, er würde sein Amt parteiisch zu ihren Gunsten führen, seinen Eid verletzen und die Verfassung brechen. Es war selbstverständlich, daß wir Sozialdemokraten einem Bewerber, auf den unsere schlimmsten Feinde solche Hoffnungen setzten, entschieden