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Wochenkalender.

Sonntag, 6. März. 4. Fastensonntag.

Nontag, 7 März. Thomas von Äquin, Kirchenlehrer.

Dienstag. 8. März. Iohannes von Gott, Bek.

Rittwoch, 9. März. Franziska Romana, Wwe. Donnerstag, 10. März. 40 Märtyrer.

Freitag, 11. Mär;. Vom Tage.

Samstag, 12. März. Gregor I., Papst, Kirchenlehrer.

Vierter Fastensonntag.

Epistel. Galater, 4, 2231.

Evangelium. Johannes 6, 115. Die wunderbare Vrolvermehrung.

In jener Zeit fuhr Jesus über den Galiläischen See, )cn See von Tiberias. Eine große Volksmenge folgte i hm, weil sie das Wunder sah, die er an den Kranken virkte. Da stieg Jesus auf einen Berg und setzte sich ant seinen Jüngern nieder. Ostern, das Fest der Ju- oen, war nahe. Als nun Jesus die Augen erhob und die große Volksmenge zu sich kommen sah, sprach er zu Philippus:Wo sollen wir Brot kaufen, daß die Leute essen können?" Das sagte er, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er wußte, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm:Für zweihundert Denare Brot reicht nicht aus für sie, wenn jeder auch nur ein wenig erhalten soll." Da sagte einer von seinen Jün­gern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus:Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Allein, was ist das für so viele?" Jesus ent- gegnete:Laßt die Leute sich lagern!" Es war näm= inh viel Gras an dem Platze. So lagerten sich die Männer, etwa fünftausend an der Zahl.' Jesus nahm nun die Brote, dankte und ließ sie austeilen an die, die sich gelagert hatten; ebenso auch die Fische, soviel sie davon wollten. Als sie satt waren, sprach er zu seinen Jüngern:Sammelt die übriggebliebenen Stütklein, da­mit sie nicht zugrunde gehen." Das taten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe mit den Stück- iilein; soviel hatten die, die gegessen hatten, übriggelassen. - "ls die Leute das Wunder sahen, das Jesus gewirkt hatte, riefen sie aus:Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!" Da Jesus merkte, daß ' sie kommen und ihn mit Gewalt zum König machen wollten, zog er sich wieder, ganz allein, auf den Berg

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Aus weiter Ferne

euge der wunderbaren Brotvermeh- rung war Simon Petrus, und zwar Zeuge aus der allernächsten Nähe. O wäre er immer dem Meister so nahe geblieben. Er Hütte wohl nie B , jenen tiefen Fall zu beklagen gehabt, der uns heute beschäftigen soll. Gatts ist dabei merkwürdig: Manche große Ereignisse im Leben Jesu werden nicht von allen Evangelisten erzählt. Die Huldigung der drei Weisen aus dem Morgen­lande wird nur von Matthäus, die Heilung des Taubstummen nur von Markus der Besuch der Mutter Gottes bei ihrer Base Elisabeth nur von ^ogs, die Hochzeit von Kana nur von Johan­nes berichtet. Zu dem düsteren Gemälde von

Petri Verleugnung haben aber sämtliche vier Evan­gelisten Striche und Farben beigetragen.

Als die Soldaten den Heiland am Oelberg fest­genommen und gebunden hatten, verließen ihn alle Jünger und flohen. Simon Petrus aber und ein anderer Jünger folgten ihm von ferne. Dieser Jün­ger, der mit dem Hohepriester bekannt war, ging mit Jesus in den Vorhof des Hohepriesters. Petrus stand am Tore draußen. Da ging der andere Jün­ger, der bekannt war mit dem Hohepriester, hinaus und redete mit der Türhüterm und führte den Pe­trus herein. Die Knechte und die Diener saßen da am Hofe an dem Kohlenfeuer und wärmten sich: denn es war kalt. Petrus setzte sich zu ihnen, um den Ausgang der Sacke zu sehen. Während Pe­trus am Kohlenfeuer saß und sich wärmte, trat eine Magd, die'Türhüterin, herzu, betrachtete ihn genauer und sprach: auch du warst bei Jesus aus Galiläa. Doch er leugnete vor allen und sprach: Weib, ich bin es nicht. Ick kenne ihn nicht und weiß nicht, was du meinst. Da krähte der Hahn. Bald darauf, als er zur Türe ging, sah ihn eine andere Magd und sprach zu denen, welche um sie standen: auch dieser war bei Jesus von Nazareth. Er leugnete wieder und schwur: ich kenne den Menschen nicht. Ueber eine Weile, etwa eine ©tunbc später, bekräftigte es ein anderer und sprach: wahrlich, auch dieser war bei ihm; denn er ist ein Galiläer. Und die Umstehenden traten herzu und sprachen zu Petrus: wahrlich, auch du bist einer von denen, denn auch deine Sprache macht dich kenntlich. Und einer von den Knechten des Hohe­priesters, ein Verwandter dessen, welchem Petrus das Ohr abgehauen hatte sprach zu ihm: habe ich dich nicht selbst bei ihm im Garten gesehen? Da leugnete Petrus wieder und fing an, sich zu ver­wünschen und zu schwören: ich kenne den Menschen nicht, non dem ihr redet. Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn zum zweitenmal. Da wandte sich der Herr um und sah den Petrus an. Und Petrus erinnerte sich des Wortes, das der Herr gesprochen: bevor der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich."--

Fast möchten wir mit Petrus über seinen und unsern Fall weinen. Das wäre besser, als dar­über schreiben und lesen. Indes verlohnt es sich der Mühe, diesen Tränen nachzugehen. Aus ihnen spricht nicht bloß die große Reue, sondern auch die große Schuld des hl. Petrus.

Wie ertappte sich Petrus an seiner eigenen Treulosigkeit und seinem Wankelmut. Hat er nicht noch eine Stunde zuvor sich gerühmt, wenn alle sich an Jesus ärgern, bei ihm könne so etwas nicht Vorkommen? Hatte er sich nicht bereit erklärt, mit seinem Meister zu sterben? Und nun gerade mit Rücksicht auf dieses bißchen Leben verleugnet er den Heiland, den er doch eigentlich von Grund des Herzens liebt! Verleugnet ihn nicht bloß einmal.

sondern dreimal. Verleugnet ihn unter Schwören, Fluchen und Verwünschen. Verleugnet ihn vor Knechten und Mägden. Ja, das war eine unheim, liche Stunde, das war die Macht der Finsternis, das war der Tribut der menschlichen Armseligkeit; und Schwäche.

Und doch, welch ein Unterschied zwischen der Sünde des Judas und des Petrus. Judas handelt mit Vorbedacht, mit Ueberlegung, mit Bosheit. Judas hat den Heiland verraten und wollte ihn verraten. Petrus aber hat den Heiland verleug­net, wollte es aber nicht. Er wurde ein Opfer seiner Schwäche. Judas blieb bei der Ermahnung des Herrn kalt und verstockt. Petrus aber zerfloß bei einem einzigen Blick in Tränen. So ist es bil­lig, daß Judas Amt und Seligkeit verlor, Petrus aber von neuem als Oberhirte und Haupt der Kirche bestätigt wurde und einen der ersten Plätze im Himmel einnimmt.----

Sein Fall gereicht uns zur Lehre, daß wir nicht auch fallen, oder wenn wir je gefallen sind, wieder aufstehen.

Den Schlüssel zum Fall Petri finde ich in den Worten:Simon Petrus folgte dem Herrn von ferne." Es fehlte ihm also an dem nötigen Schneid und an Entschiedenheit. Er wollte einesteils nicht ganz den Heiland verlassen, aber auch nicht allzunah« bei ihm sein. Wäre er dem Meister auf dem Fuße. gefolgt, wäre er vielleicht ergriffen worden und hätte als erster sein Blut für Jesus gegeben. So aber folgte ervon ferne".

Ist das nickt auch unser Fehler? Da gibt es Glaubensbrüder, die wollen zwar Katholiken sein, Glieder der streitenden Kirche. Indes fehlt ihnen dec Mut, an der Front zu kämpfen. Lieber machen sie sich's in der Etappe bequem. Manche sind ka­tholisch in der Theorie, aber nicht in der Praxis. Manche gehen Sonntags in den Gottesdienst, aber nicht regelmäßig und aus Pflichtgefühl, sondern nach Willkür und Laune. Manche scheuen auch die Nähe der Priester und des Altares und hüten dis Türen und Ausgänge. Manche sind nur mit dem Körper beim Gottesdienst. Von einer frohen, gei­stigen, aktiven Teilnahme keine Spur. Manche schließen Freundschaft und Bundesgenossenschaft mit Menschen, die gar feinen Hehl daraus machen, daß sie, sobald sie an die Macht gekommen sind, den Papst und die Bischöfe und die Geistlichkeit und die katholische Kirche knebeln und drangsalieren werden.---

Liebe Freunde! Folgen wir dem Heiland nicht aus der Ferne, sondern aus der Nähe. Das beste Mittel dazu ist die Freundschaft mit dem eucharisti­schen Heiland. Wer nicht nur an Ostern, sondern auch während des Jahres öfter zum Tisch des Herrn geht, an dem erfüllen sich die Worte des Herrn:Wenn einer in mir bleibt und ich in ihm, so bringt er viele Frucht." Der Talpfarrer.