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Seite 6 / Stummer S.

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Begeisterung und in der Ueberzeu­gung, damit am besten dem Vater­lande und den berussständischen In­teressen der Landwirtschaft zu die­nen, hinter die Deutsche Zentrums- partei in ihrem Eintreten für die Wiederwahl Hindenburgs. Er erwar­tet. daß alle Zentrumsbanern dieser Parole folgen und durch die Wahl Hindenburgs den Mann an die Spitze des Reiches stellen, der in der Größe sei­ner Persönlichkeit und in der Unantastbarkeit sei­nes Charakters der würdigste Repräsen­tant des Deutschen Reiches und der zuverlässigste Bürge für die erfolg­reiche Anbahnung einer besseren Zukunft ist.

Prälat Lauscher 60 Jahre alt.

Prälat Professor Dr. Albert Lauscher vollen­dete dieser Tage sein 60. Lebensjahr. Als Sohn des Rheinlandes 1872 zu Rötgen (Bez. Aachen) gebo­ren, wurde er in Köln zum Priester geweiht und war dann von 1897 bis 1904 Kaplan in Essen und an St. Gereon in Köln. Von 1904 ab bis 1919 wid­mete er sich als Religions- und Oberlehrer am Gymnasium in Essen-Borbeck und am Friedrich- Wilhelm-Gymnasium in Köln der Erziehung unse­rer Heranwachsenden Jugend. Im Sommersemester 1917 wurde er zum o. ö. Professor der Theologie an der Universität Bonn ernannt.

Nach dem Umsturz trat er in das parlamen­tarische Leben ein. Seit 1919 vertritt er den Wahl­kreis Köln-Aachen im Landtag und von 1920 bis 1924 war er auch als Doppelmandatar Mitglied des Reichstages. Im Jahre 1928 wurde er zum päpstlichen Hausprälaten ernannt. Nach Abschluß des preußischen Konkordats, für dessen Zustande­kommen er sich erfolgreich einsetzte, wurde er als Vertreter der Theologischen Fakultät der Universi­tät Bonn im vorigen Jahr als nicht residierendes Mitglied in das Kölner Metropolitankapitel beru­fen.

Neben seiner ausgedehnten parlamentarischen Tätigkeit fand Dr. Lauscher auch noch Zeit, sich als Präsident des Borromäus-Vereins um die Förde­rung dieser für die katholische Literatur bedeutungs­vollen Einrichtung mit großem Erfolg zu bemühen.

Sein eigentliches Gebiet ist die Schul- und Kul­turpolitik. Lauscher ist einer der glänzendsten und schlagfertigsten Redner des Preußenparlaments. Wenn er auf dem Rednerpult steht, gehört ihm die Lanze Aufmerksamkeit des Hauses, denn jeder weiß, daß hier ein Mann von großem Wissen spricht, der seine Auffassungen zwar mit weiser Mäßigung, aber mit Konsequenz und scharfer Logik vertritt. Die christlichen Kulturinteressen liegen bei ihm in guten Händen. Wenn es ein christliches Kulturgut zu verteidigen gibt, dann ist Lauscher zur Stelle. An seinem Ehrentage dankt ihm die gesamte Zentrumspartei für seine opferrechie Tätig­keit, und der Wunsch ist allgemein, daß uns dieser Streiter für die Geltung der christlichen Grundsätze im öffentlichen Leben noch lange erhalten bleiben möge.

Die katholischen Frauen wählentzindeuburg

Mit tiefempfundener Dankbarkeit und Freude begrüßen die katholischen Frauenberufsverbände, Berlin, die Zusicherung unseres hochverehrten Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, dem deutschen Volk und Reich in einer Zeit schwerster Rot wei­terhin Führer und Schutzherr zu bleiben. Wir dan­ken dem Herrn Reichspräsidenten für das große Opfer, trotz seines hohen Alters die schwere Bürde seines verantwortungsvollen Amtes weiter auf sich nehmen zu wollen. Seine opfervolle Pflichttreue und Selbskosigkeit sollen uns wie bisher ein Vor­häufig begegnet man in landwirtschaftlichen streifen noch dem alten Irrtum, daß das Kali tm Auslande billiger verkauft werde, als im Inlande. Es sei daher ausdrücklich darauf hingewiesen, daß laut Durch­führungsvorschriften zum Kaliw'irtschaftsgesetz „die Preise für Verkäufe und Lieferungen vom Kalifyndikar nach dem Auslande nicht niedriger sein dürfen als die für das In­land durch den Reichskalirat festgesetzten Jnlandpreise", und daß sich das Kalisyndikat selbstverständlich streng an diese Vorschriften hält. Gerade die deutsche Kaliindustrie ist eine der wenigen Industrien, die im Auslande nicht billiger verkauft als im Inlande.

bild fein. Am 13. März werden die Mitglieder der katholischen Frauenberufsverbände ihren Dank in die Tat umsetzen.

Mfgr. Beyer, Genecalpräscs; A. von Schal- scha-Ehrenfeld, Verbandsleiterin; Maria Fliegel, Verbandsvorsitzende; Anna Schmidt, Generalsekretärin.

Kleine poltt. Hatfulrisfen

Sozialdemokratie und hindenburgwahk. Der soz. Reichstagsabgeordnete Sollmann erklärte auf einer Ver­sammlung in Kassel: Aus Staatsgesinnung wird die SPD von einer Parteikandidatur absehen, die der Harzburger Front nur Wasser auf die Mühlen treiben würde. Wir sind im Gegensatz zu den Kommunisten nicht wahnwitzig genug, um durch eine aussichtslose Zählkandidatur dem Faschismus Waffendienste zu lei­sten. Mehr als drei Millionen Deutsche haben an den Reichspräsidenten von Hindenburg den Ruf ergehen las­sen, sich noch einmal zur Verfügung zu stellen. Ich brauche die geschichtlich klar umrissene Persönlichkeit dieses Mannes hier nicht näher zu schildern. Er ist nicht unser Mann, er kommt politisch aus einer anderen Welt und wird in ihr bleiben. Aber wir sagen mit aller Aufrichtigkeit: wenn er auch unser politischer Gegner ist und bleiben wird, wir müssen ihm bestätigen, d a ß e r in den vergangenen sieben Jahren mehr politische Klugheit und menschliche An­ständigkeit bewiesen hat, als diejenigen, die ihn 1 9 25 gewählt haben. Er erlebt jetzt den perfiden Treubruch der sogenannten Patrioten. Sein Schicksal gleicht dem des alten Bismarck. Die Harzburger Front haßt Hindenburg, weil er nicht meineidig ge­worden ist. Und daher ist für uns am 13. März die Frontstellung ganz klar: lieber diesen loyalen und verfassungstreuen Reichspräsiden­ten als einen faschistischen Abenteurer.

Die Verschmelzung der Dresdner Bank mit der Darmstädter und Rotionalbank, ist nunmehr Tatsache geworden. Die Dresdner Bank wird die Danatbank rückwirkend per 1. Januar 1932 übernehmen. Das neue Institut, das mit einem Aktienkapital von 220 Mill. Rm. nunmehr die größte Bank Deutsch­lands sein wird, wird „Dresdner Bank" firmieren. Ueber die Verschmelzung wird ein Communique aus­gegeben, in dem es heißt, daß die Dresdner Bank die Darmstädter und Nationalbank auf dem Wege der Fu­sion unter Ausschluß der Liquidation mit Wirkung vom 1. Januar 1932 übernimmt. Die Verschmelzung soll in der Weise vor sich gehen, daß die nach Absetzung der bei beiden Banken befindlichen eigenen Aktien verblei­benden Stammaktien der Dresdner Bank im Verhältnis 10:3 zusammengelegt werden und daß für die verblei­benden Aktien der Darmstädter und Nationalbank zu- sammenzelegte Aktien der Dresdner Bank im Verhältnis 10:3 gewährt werden. Ferner werden bei der Dresd­ner Bank ebenfalls bie Vorzugsaktien unter gleichzeiti­ger Umwandlung in Stammaktien im Verhältnis 3:2 zu­sammengelegt werden.

Ausland

Frankreich.

Ganz plötzlich ist bas Kabinett Laval im Senat gestürzt worden. Ursache war die in der Kammer bereits angenommene Wahlrechtsreform. Nacktem man vergeblich versucht hat, durch Mitglieder des Senats ein neues Kabinett bilden zu lassen, wurde der seitherige Kriegsminister Tardieu zum Mini­sterpräsidenten ernannt. Tardieu ist einer der schärfsten Gegner Deutschlands. Da auch Laval dem neuen Kabinett angehört, hat sich die Situa­tion nicht wesentlich geändert. Fraglich ist es al­lerdings, ob das Kabinett lange besteht.

Tardieu gehört zu jenen einflußreichen Leuten in Frankreich, die kein anderes Ziel kennen, als mit allen nur möglichen Mitteln die Vormacht­stellung Frankreichs zu halten. Darum wollen sie keine Abrüstung. Nur notgedrungen find sie zur Abrüstungskonferenz nach Genf gegangen; dieFor, derung nach Abrüstung wollen sie verdrängen durch die Forderung nach „Sicherheit".

Diese Franzosen verstehen unter der „Sicher­heit", die sie verlangen und vom Völkerbund ga­rantiert haben wollen, nicht lediglich die bloße Si cherheit gegen bewaffnete Angriffe auf ihre Lan­desgrenzen, — dagegen hat Frankreich sich geschützt durch einen unvorstellbar befestigten Festungsgürtel nebst einer Riesenarmee zu Lande und in der Luft,

— was Frankreich unser „Sicherheit" versteht, daß ist Sicherheit gegen jedwede, in irgendwelcher Zu­kunft mögliche Abänderung der „Verträge" und Diktate. Wer etwas dagegen unternimmt, um sie zu mildern oder abzuändern, soll als „Friedens' ftörer" gebrandmarkt und vernichtet werden. j

Ostafrika. ^

Die Regierung des ostafrikanischen Mandats­gebietes (unserer ehemaligen Kolonie Deutschost­afrika) hat sich endlich entschlossen, mit einem der letzten Reste der antideutschen Nachkriegsaus­nahmegesetze auszuräumen. Die deutschen Miffions- gesellschaften, die im Mandatsgebiet eine minde­stens ebenso große und segensreiche Tätigkeit aus­üben, wie die englischen Missionsgesellschiaften, wa­ren bekanntlich in eine sehr unwürdige Stellung gedrängt worden. Am 30. Oktober ist nun endlich ein Ersetz in Kraft getreten, das den Mandats­gouverneur ermächtigt, das deutsche Missionseigen, tum den früheren Besitzern zurückzuübertragen. Der Entschluß der britischen Regierung wird in den kirchlichen und den kolonial-interessierten Kreisen der beiden großen christlichen Konfessionen freudig und dankbar begrüßt werden.

China.

Nachdem der kurze Waffenstillstand abgelausen ist, hat eine gewaltige Schlacht vor Schanghai ein­gesetzt. Die Japaner wollen mit Gewalt die Chi­nesen vertreiben und Schanghai besetzen. Gegen­über den Vorstellungen des Völkerbundes behaup­ten die Japaner, China fei kein Staat im Sinne des Völkerbundes: seit Jahren werde das Chine­sische Reich von Revolutionen durchwühlt und von Bürgerkriegen zerrissen, so daß keine feste Regie­rung da sei, an die man sich halten könne.

Unterdessen ist unter japanischem Einfluß die Mandschurei im Nordosten Chinas als selbständi­ger Staat proklamiert worden. Die Japaner fingen ja das Vorgehen gegen China mit der Besetzung der Mandschurei an. Offenbar wollen sie sich die Mandschurei ebenso angliedern, wie sie auch das angrenzende Korea dem japanischen Reiche einver­leibt haben.

Mrchenmuflkattscher Aufstieg.

Auch in der Diözese Fulda wurde ein Diözesan- Cäcilienverein gegründet.

Eine erfreuliche Bewegung auf dem Gebiete der ka­tholischen Kirchenmusik hat allenthalben eingesetzt. Seit dem Kriege mit seinen schlimmen Nachwirkungen auch auf kulturellem Gebiete war wenig oder gar nichts ge­schehen. Der „Allgem. Cäcilienverein zur Pflege katho­lischer Kirchenmusik", dessen man sich in nicht wenigen Diözesen nur noch oberflächlich erinnerte, erwacht jetzt zu neuem Leben. In der Diözese Fulda wurden die bestehenden Pfarr-Kirchenchöre (Pfarrcäcilienver- eine) zu einem Diözesancäcilienverein zu- fammengeschlossen. Der Eenerolpräses des „Allgcin. Cäc.-V." selbst, f). H. Professor Mölders, Köln, gab kürzlich in zwei Versammlungen interessierter Kreise hier in Fulda und In Kirchhain Aufklärungen und Winke zur Förderung der heiligen Sache, und plan­mäßig soll nun auch in unserer Diözese den kirchlichen Vorschriften entsprechend gearbeitet werden.

Auch unsere Nochbarbiözese W ü r z b u r g sah vor kurzem in ihrer Metropole eine Tagung von hervor­ragender Bedeutung. Die Stadt- und Bezirksschulbe­hörden waren ermächtigt worden, jene Lehrer, die als Organisten oder Chordirigenten tätig sind, zur Teilnahme an dieser Versammlung zu beurlauben.

Es war folgendes Programm vorgesehen: Vormittags 8.30 Uhr Beginn der kirchlichen Feier mit Predigt und Pontifikalamt. Gesungen wurde:

1. Zur Predigt: Beni Creator für stimmigen gem. Chor von Witt.

2. Zum Amt (Meßformular vom Hb Andreas, Pa­trons des Domes: Missa de Spiritu Sancto für 4ftimm. gem. Chor und Orgel von Ebner. In­troitus, Graduale, Offertorium und Communio Choral (Ed. Dat.) Nach dem Offertorium Ein- läge: Sicut cervus defiderat ad fontem aquarum, ita defiderat anima ab te, Deus — 4ffimm. Motette von Palestrina. Nach dem bischöflichen Segen: „Cantatibus organis Caecilia becantaboi für Sstimm. gem. Chor von Haller.

"1Ö.3Ö Uhr im Normannenhelm (Frieden st raße Begrüßung Vortrag und Beratungen.