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dienheim St. Clemens in Aschaffenburg, Obernauer­straße 15". Das neue Schuljahr beginnt an Ostern Das Studienheim steht unter der Leitung eines geist­lichen Rektors, mit dem zwei geistliche und drei welt­liche Lehrer den Unterricht im Heim erteilen. Das Schul- iielb beträgt monatlich 15 Mk., die volle Verpflegung pro Tag fünfmalig) kostet einschließlich Licht und Be­heizung 1.70 Mk. und kann in monatlichen Raten ge­zahlt werden. Verantwortlicher Träger des Studien­heims ist das „Clemens Hofbauer-Hilfswerk, eingetrage­ner Verein, Aschaffenburg". Müde Gaben wolle man senden an das „Clemens Hofbauer-Hilsswerk. e. V. Aschaffenburg", Postscheck 6467, Frankfurt a M„ oder auf Postfcheck Geistl. Rat F. Hufgard. Aschaffenburg, Nr. 351 Frankfurt a. M.

Ehristschall-Platten.

Die Christschall-Gesellschast will dem Volk in brei­testem Maße durch die Schallplatte den Schatz katholischer Kirchenmusik eröffnen. Sie will die herrlichen Blüten des Gregorianischen Chorals dem Volk erschließen Hel­sen, will den kunstvollen klassischen a capclla-Gesang auf­zeichnen. Sie hält die kirchliche Instrumentalmusik fest und führt den kirchlichen Volksgesang vor, der ein Mittel ist, Volk und Liturgie enger zu verbinden.

„Christschall" hat sich dafür die besten Interpreten ge­sichert. Wo der Gregorianische Choral eine besondere Heimstätte gefurrden hat, da hält „Christschall" diesen für die Liturgie vorbildlichsten Gesang auf der Schall­platte fest. Wo das vielstimmig gesungene Gebet des a capella-Gesanges mit besonderem Verständnis gepflegt wird, holt sich „Christschall" die Perlen. Wo zeitgenös­sische Kirchenmusiker in aufrichtigem Streben nach neuen Ausdrucksmitteln ringen, da sucht „Christschall" ihnen Stütze und Wegbereiter zu sein. „Christschall" will eine Geschichte der Kirchenmusik in Tönen schreiben, will jene Epochen wieder zum Klingen bringen, die für viele längst verklungen sind.

Musik allein hat jene Schwingen, die uns über den Alltag hinaustragen in höhere, reinere Gefilde. Re­ligiöse Musik Hat-Engelsflügel. Auf ihren Fittichen mag die religiöse Musik Menschen zur katholischen Idee und katholischen Tat begeistern, die sonst nur mühsam von der Erdenschwere des täglichen Erwerbslebens loszulösen find

Eroberung des Volkes für die katholische Kirchenmusik, Begeisterung des Laien für dieses gesungene Gebet bei der Liturgie, Appell an den Kirchensänger, sich für sein hehres Amt in der Kirche zu entflammen — das ist „Christfchall"-Ziel.

Wer möchte da nicht von ganzem Herzen mit­machen?

In dieser wirtschaftlich schweren Zeit ist es für viele Menschen kaum möglich, Ausgaben für Schallplatten aufzubringen. Um nun auch den Minderbemittelten die Möglichkeit zur Anschaffung zu bieten, hat die Christ­schall-Gesellschaft den Christjchall-Bund gegründet mit wem Zweck, einen Zusammenschluß der Chriftschall- Freunde zu erreichen, welchen dadurch große wirtschaft­liche Vorteile geboten werden

Um die Mitgliedschaft zu erwerben, muß ein Jahres­beitrag von 5 RM. gezahlt werden. Für diesen Bei­trag erhält das Mitglied eine Gratisplatte im Gegen­wert von 5 RM. Der Vorteil liegt nun darin, daß das Mitglied für den Bezug von allen weiteren Christschall- plattcn einen hohen Rabatt erhält. Für Christschall- Musikapparate erhalten die Mitglieder ebenfalls einen hohen Rabatt.

Es ist also jedem möglich, ohne besondere Leistung Mitglied des Christschall-Bundes zu werden. Außerdem werben die ChristschaU-Mitglieder untereinander für die Christschall-Idee und tragen mit dazu bei, nach Möglich­keit diese Christschall-Jdee überall zu verbreiten.

So kann der Kampf gegen die Schlager- und Nig- germusik im Interesse des katholischen Glaubens erfolg­reich durchgeführt werden. Jeder Katholik hat ein In­teresse daran.

Anfragen erbeten an: Christschall G. m. b. H., Berlin- Wilmersdorf, Kaiserallee 44.

Vriesterberuse!

In wie vielen frommen Knaben schlummert der Be­ruf zum Priestertum! Doch vielfach ohne zur Entfaltung zu kommen, weil infolge wirtschaftlicher Verhältnisse das Studium unmöglich erscheint. Tausende frommer Priester gehen dadurch der Kirche verloren. Und doch, der Ruf nach heiligmäßigen Priestern geht heute durch die Welt so stark, wie vielleicht noch nie.

Ganz im Stillen ist in jüngster Zeit In Leutes- d o rf am Rhein ein neuer Orden entstanden, der Prie­ster heranbildet, die an der Förderung des Reiches Christi in unserer Zeit der Not mit außergewöhnlichen Mitteln zu arbeiten entschlossen sind. Eine ganz neuzeitliche Ordensgenossenschaft! Es sind die Johannesmis- si o n a r e C h r i st i des Königs. Aus der großen reUg’öfen Not unserer Zeit geboren, will diese Genos­senschaft die, vom Glauben Abgefallenen, die Gestran­deten, die soviel Entgleisten, zum Herzen Gottes zurück­führen und andererseits ein großes Heer apostolisch ge­

sinnter Laien sammeln, um Christus, dem Siegerkonig, soweit es an ihnen liegt, bie Welt zu erobern.

Die neue Genossenschaft hat zwei Schulen in Leutes­dorf und Mainz ins Leben gerufen, in denen sie fromme Knaben, die die erforderliche Begabung besitzen und Neigung zum Ordensstand haben, auf das Priestertum vorbereitet Es werden auch Knaben unbemittelter El­tern ausgenommen. Der Pensionspreis wird je nach )er Bedürftigkeit der Eltern ermäßigt oder unter Um- tänden ganz erlassen. Der Orden der Johannesmis- ionare erhofft von dem Edelsinn und der Wohltätigkeit guter Katholiken die erforderliche Unterstützung, damit in unserer Zeit, wo der Satan mehr denn je gegen die Kirche rast. viele idealgesinnte, tieffromme Priester zum Kampf für Christus und sein Reich gewonnen werden können.

Prospekte über die Apostolischen Schulen sind kosten­los zu beziehen durch den P. Direktor der Johannes- missionare zu Leutesdorf am Rhein.

Memento homo!

Bußgedanken von Abraham a Sancta Clara.

Das ist doch der Mensch? Wie ist doch der Mensch? Wer ist doch der Mensch?

Der Mensch ist ein Gras, das nicht lange steht, und ein $d>affen, der bald vergeht.

Der Mensch ist ein Schaum. der bald abfließt, und eine Blume, die bald abschießt.

Der Mensch ist ein Rauch, der nicht lang währt, und ein Feuer, dâs sich selbst verzehrt.

Der Mensch ist ein Blatt, das bald abfällt, und ein Ton, der bald verhallt.

Der Mensch ist ein Fluß, der bald abrinnt, und eine Kerze, die bald abbrennt.

Der Mensch ist ein Glas, das bald zerbricht, und ein Traum, der haltet nicht.

Der Mensch ist ein Wachs, das bald verweicht, und eine Rose, die bald erbleicht.

Der Mensch ist wankelmütig wie das April­wetter und unbeständig wie die Rosenblätter.

Der Mensch ist ein kurzer Lautenklang und ein rechter Miserere-Gesang.

Der Mensch ist ein Raub der Zeit, ein Spiel der Unbeständigkeit.

Zwischen Maske und Asche.

Fastnachtserlebnis eines Priesters.

Es war in einer Großstadt am Rhein kurz vor dem Kriege und in den ersten Jahren meines Prie­stertums.

Die Feier des 40ftünbigen Gebetes, für die Fastnachtstage vielerorts vorgeschrieben, anderwärts heiliger Brauch, war eben beendet. Langsam ver­ließ die andächtige Gemeinde das Gotteshaus, in­des der Meister auf der Orgel die Königin der Instrumente noch einmal aufjauchzen ließ. Ihre jubelnden Akkorde vermischten sich mit den Duft­wellen des indischen Weihrauchs und stiegen in neckischem Spiel auf bis zu den Höhen des go­tischen Gewölbes.

Der letzte Ton war verhallt, nachdem ihn das Echo noch eine Zeitlang festgehalten. Langsam schritt der Organist die gewundene Turmtreppe hinab. Geschäftig huschte noch ein Ministrant über das Chor. Dann wurde es mählich still. —

Um so lauter ging es auf dem Kirchplatz zu. Dort standen besorgte und zugleich beglückte El­tern, um ihren kleinen Lieblingen, die eben bei der Prozession „Engelchen" gewesen waren, die wärmenden Mäntelchen anzuziehen und dann so­gleich nach Hause zu eilen hinter den warmen Ofen. Das Jungvolk harrte etwas länger aus; gab es doch mancherlei zu erzählen. Schließlich aber trennte die unfreundliche Witterung auch die Unentwegtesten, so daß der Kirchplatz nach einiger Zeit einsam und verlassen dalag.

Die Pfarrgeistlichkeit, um einige Amtsbrüder ous der Nachbarschaft vermehrt, hatte sich inzwi­schen im Pfarrhause eingefunden, um bei gemein­samem Abendbrote Leib und Seele zu erquicken. Beide bedurften der Stärkung nach den anstrengen­den Tagen.

Rasch verflogen die Stunden. Als die dumpfen Schlüge der Kirchenglocke die zehnte Stunde ver­kündeten, rüstete man zum Aufbruch. Gern hätte man noch ein Stündchen länger gesessen, aber man hielt es nicht für ratsam. Lag doch die Wahrschein­lichkeit nahe, daß in den späten Abendstunden das Fastnachtstreiben von den Lokalen, auf die es an sich beschränkt war, auf die Straße verpflanzt wurde und den Geistlichen Ungelegenheit bereitete.

Müde und doch froh — welchen Geistlichen er­

baute nicht der heilige Eifer, mit dem das katho- -Uche Volk seit jeher an der Feier des Mtündigen Gebetes teilnimmt! — begab auch ich mich nach Hause, und der Schlaf ließ nicht lange auf sich war. ton. ---

Gegen Morgen läutete es Aus riefftem Schlafe fdjmeUe ich auf und taste mich zum Fenster.

„Wer ist da?" und „Was gibt es?" Aus dem Dunkel des Hauseinganges tritt etwas zurück, schaut herauf und bittet mich in gebrochenem Deutsch, dem man den holländischen Akzent anmerkt — wir hatten eine Reihe Holländer in unserer Gemeinde, die teils im Hafenbetrieb, teils auf Ziegeleien beschäftigt waren — ich möchte sofort zu Frau T. kommen; es sei etwas passiert. Ich frage nach Straße und Hausnummer und bitte zu war­ten; ich käme sofort!

Nach fünf Minuten stehe ich draußen. Niemand zu sehen! Ob der Holländer mich nicht verstanden hat?! Ob die Sache überhaupt „echt" ist und nicht nur ein Fastnachst,,scherz"?! Doch ich habe keine Wahl; ich muß hin!

Rasch in die Kirche, das hl. Oel und das hl. Sakrament geholt, und nun „Gott befohlen"! (Wir hatten geheime Krankenprovision ohne Nöckel und ohne Laterne und deshalb auch ohne Meßdlener resp, ohne Küster.)

Der Weg war etwa eine halbe Stunde weit. So sehr ich meine Schritte auch beschleunige die Gedan­ken eilen voraus. Ich schicke der Kranken mein Ge­bet entgegen. Hoffentlich komme ich noch rechtzei­tig! Es klang so beängstigend geheimnisvoll: „Es ist etwas passiert." Aber kann ich nicht ein Stück Wegs abkürzen? Wenn ich den Rhein entlang gehe, bin ich wenigstens fünf Minuten eher da; denn die Straße macht einen großen Bogen hinter den Lagerhäusern einer Weltfirma her. Zwar ist das Betreten der Uferstraße „Unbefugten" verbo­ten, wie ein Warnungsschild besagt. Aber offen­bar doch nur bei Tage wegen des lebensgefähr­lichen Betriebes, der dann herrscht. In der Nacht wird das nicht schlimm sein! Und überdies: Mit dem Heiland am Herzen geht man sicher!

Hinter der Brücke biege ich von der Straße ab, taste mich die steile Treppe hinunter und befinde mich nun auf dem Kai. Ein wirres und wüstes Gelände, das zahllose Schienen kreuz und qu@r durchschneiden. Immer wieder stößt mein Fuß an eine Weiche oder an eine Eifenschwelle. Hier und da taucht aus dem stark aufkommenden Nebel ge- spensterhaft ein Waggon, eine Baggermaschine, ein Schiffskran auf. Achtung! Vor mir zischt es plötz­lich! Eine Rangiermaschine! Ich presse mich an die Seitenwand eines Güterwagens, und fauchend stampft eine Lokomotive an mir vorüber! Nun aber wieder vorwärts! „Herrgott, laß mich bald da sein!" Da höre ich Stimmen! Es sind Män­ner. Sie sprechen gedämpft und doch erregt. Wei­ter!

Gott Dank! Da taucht der dunkle Wall der Chaussee auf, an der gleich zu Anfang das ge­suchte Haus liegt. Schon schimmert ein Lichttein durch den Nebel. Nach ein paar Schritten bin ich dort. Da kommt mir auch schon jemand aus der Stube entgegen und sagt verstört: „Schon tot! Seit etwa einer Viertelstunde!" Ich zucke zusammen und trete rasch ein.

Vor mir auf den Steinfliesen der Küche, auf ein paar untergelegten Decken liegt eine Frau. Der Leib ist offenbar eine einzige Wunde. Vielleiclft ist das Leben doch noch nicht ganz erloschen! Ich kniee nieder, gebe die bedingte Lossprechung (für den Fall, daß die Frau noch lebt) und ebenso die heilige Oelung. Dann richte ich mich auf, und erst jetzt sieht mein Auge, daß es unter dem zerissenen Mantel der Frau bunt aufleuchtet Ein Fastnochts- kostUm, das Kostüm eines — Clown! Die roten Punkte darin hat aber nicht der Färber, sondern das Blut, der Tod gemalt.

Was war geschehen? Ich berichte so, wie ich es hörte in jener Nacht; es ist bald erzählt:

Die Frau hatte am Abend ohne Wissen des Mannes, der auf Nachtschicht war, einen Masken­ball besucht. Es war dort recht spät geworden. Die Frau mußte sich beeilen, wenn siè vor der Rückkehr des Mannes zurück sein wollte. Sie spu­tete sich und wählte ebenfalls den Weg am Rhein entlang. Wie es gekommen war, konnte keiner sa­gen, aber jedenfalls war die Frau unter die Rä­der einer Lokomotive geraten. Erst der Todesschrei der Frau gab Kunde von dem Unglück, das sich