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Nummer 3 / Seite 11*

è«n rvelßen Tuche das wie kn Wasser getauchte Haupt pe5 Neupriesters und verschaffte ihm wohltuende Küh­lung und Erleichterung. — Mit freundlichen, auch von Humor gewürzten Worten verstand es der liebenswür­dige Kaplan den mutlosen oder niedergebeugten Kon­frater zu ermutigen und aufzurtchten. Besondere Freundschaft, in idealster Bruderliebe gipfelnd, verband ihn mit dem jüngeren zweiten Kaplan, der an Körper- grötze nicht an ihn heranreichte. Eines Abends wollten die Beiden, wie verabredet, nach des Tages Arbeit zu­sammen ausgehen. Das Vorhaben wurde aber vereitelt, da der hochwürdige Chef, Dechant Kreisler, in gewohn­ter Weise, und zwar früher als sonst, bei Atzert eintrat und auf der linken Seite des Sofas sich niedersetzte. So war A. gebunden. Bald darauf kommt der andere Kaplan, zum Spaziergang fertig, um den geliebten Freund abzuholen. Bei diesem konnte selbstverständlich von Ausgehen keine Rede sein, und er bemerkte: „Ich ! bleibe zu Hause. Wenn du ausgehen willst, so gehe nuf." Der Herr Chef betrachtete schelmisch lächelnd die eigen­artige Situation und erzählte bet der nächsten Begeg­nung seiner Freunde dem Pfarrer Zimmermann von Ungedanken: „Was meinst Du? Der Kleine will mir den Großen verführen." Auch mit dem genannten Pfarr­herrn war Kaplan A. innig befreundet. Sein Besuch 1 war dem alten Herrn stets hochwillkommen. Die Freundschaft bewährte sich besonders während seiner lan- - gen, schweren Krankheit u. bei seinem Sterben. A. leistete st chm unermüdlich Hilfe und priesterlichen Beistand. — Dechant Kreisler, selbst ein musterhafter Priester und Seelsorger, dessen Name einst auf der Bischofsliste stand : schätzte Kaplan Atzert, seinen Charakter, seine Tüchtigkeit und priesterliche Wirksamkeit in hohem Maße, wie dies ! schon der häufige abendliche Besuch bei demselben zeigte, vor allem war es Kreislers Wunsch, daß Atzert einmal sein Nachfolger werde als Stadlpfarrer und Dechant in Fritzlar. Die Erfüllung dieses Wunsches hätte der dor­tigen Pfarrgemeinde die größte Freude bereitet. Die göttliche Vorsehung hatte es anders gefügt. Atzert wurde erst Lokalkaplan, dann Pfarrer in Romsthal. Fast 42 Jahre hat er dort überaus segensreich gewirkt. Den einst wenig begehrten Seelsorgebezirk hat er durch sein unverdrossenes, opferfreudiges, vorbildliches Wirken in em blühendes Gefilde des großen Gottesgartens umge­wandelt

Ehre seinem Andenken! Es bleibt gesegnet. Friede und Freude bei seinem göttlichen Herrn unb Meister wünschen ihm von Herzen mit seinen einstigen Seel­sorge- und Pfarrkindern alle seine Freunde.

4 Kas der Harhbarfohaft

kreis Grafschaft Schaumburg. Bezüglich der kathol. Seelsorger des Kreises Rinteln, der durch das preußische Konkordat von der Diözese Fulda an die Diözese Hildes­heim überging, entnehmen wir dem Hildesheimer Kirchl. Amtsblatt folgende Nachricht: Es sind angestellt der Pa­stor Hermann Ra m b in Bad Nenndorf als Pastor in Hannover-Wülfel, bet Pastor Franz Jürgens in Jerxheim als Pastor in Bad Nenndorf, der Pastor Lic. theol. Bernhard Goerge in Obernkirchen als Pastor in Aumund und der Kaplan Franz Busche in Harburg-Wilhelmsburg (St. Maria) als Pastor in Obernkirchen mit Dienstantritt zum 1. März 1932.

Kleine hitdtl. Naüvrirkton

Rom. Eine Sonderaudienz beim Papst hatte der Oberbürgermeister von Paris, Mr. La Tour, mit einer Stadtratsvertretung der französischen Hauptstadt. — Der neue Gesandte der afrikanischen Republik Liberia, Exz. Bosman van Oudkarspel, überreichte am 1. Februar dem Papste in feierlicher Audienz sein Beglaubigungsschrei­ben, und stattete hierauf dem Staatssekretär Pacelli sei­nen Antrittsbesuch ab.

, ,®om- ..Der „Osservatore Romano", das Organ des heiligen Stuhles, veröffentlichte in Nummer 26 einen Bericht über den von Lichtbildern begleiteten Vortrag des Oblatenpaters P. Schulte, des Gründers der Miva, der am Sonntag im Beisein des Kardinals Fruhwirth im deutschen Nationalkolleg Anima wiederholt wurde „Wir wünschen", so schloß das vatikanische Blatt seine Besprechung, „daß die großartige Tätigkeit des P Schulte, der heute seine Geschicklichkeit als alter Pilot in den Dienst der Missionen stellt, noch mehr bekannt wild, und daß sich bald eine Gesellschaft bildet, die nach dem Beispiel der Miva den Missionen moderne Trans­portmittel vor allem solche für die Luftwege zur Ver­fügung stellt, um unter den Ungläubigen den christlichen Glauben zu verbreiten und zu unterstützen.

Rom. Der „Osservatore Romano" teilt mit, daß die Mönche des St. Bernhard keineswegs die Absicht haben, Heim zu verlassen und nach Tibet auszuwandern, mie das Blatt des Vatikans versichert, denken die

Mönche trotz der Fortschritte des Automobilverkehrs und Eröffnung eines Hotels auf dem Passe des Großen St. Bernhard nicht daran, Hospiz und Kloster aufzugeben, das ja eine der ältesten Institutionen Europas dieser Art darstellt. Dagegen wollen die Mönche ein Hospiz auf einem der Appeninnenpäsie anlegen, wo das Auto dem seit tausend Jahren bestehenden Wanderverkehr noch kei­nen Abbruch getan hat, und wo sich deshalb dem Hilfs­werk der Mönche gute Aussichten eröffnen. Zwei Mönche haben bereits den Ort gewählt, an dem das Hospiz seinen Platz finden soll. Innerhalb eines Jahres werden sich mehrer« Mönche dort niederlassen.

Rom. Die neueste Statistik de» Franziskaner­ordens (vgl. Acta Ordinis Fratrum Minorum, 1932 S. 24 f.) weist erfreuliche Zahlen auf. In 103 Provinzen und selbständigen Kommissariaten mit 1909 Häusern zählt der Orden 9982 Patres, 4166 Kleriker, 1029 Kle­riker-Novizen, 6479 Brüder und 348 Brüder-Novizen. Die Gesamtzahl der Franziskaner beläuft sich also auf 22004; das bedeutet einen Zuwachs von nicht weniger als 3251 Mitgliedern in den letzten fed)s Jahren. In derselben Zeit stieg die Zahl der Schüler in den Franzis­kanerkollegien von 6002 auf 8115,

Rom. Durch Dekret der Propagandakongregation vom 11. Januar wurde n der Mongolei ein abgeschlos­senes Gebiet, das vom Apost. Vikariat Jehol abgetrennt wurde, als Apostolische Präfektur chinesischem Klerus anvertraut.

Köln. Die dreitägige Kölner Feier anläßlich der Heiligsprechung des Kirchenlehrers Albertus Magnus gestaltete sich zu einer Glaubenskundgebung von über­wältigendem Eindruck. Zur abendlichen Schlußfeier im Dom waren nach zuverlässiger Schätzung 50 000 Men­schen zusammengeströmt, der Dom wurde wegen Ueber« füllung polizeilich geschlossen.

Köln. Unter Führung der Männerkongregationen haben die Kölner katholischen Männer- und Jungmän­ner in der vorigen Fastenzeit eine nächtliche Bußwall­fahrt unternommen. In diesem Jahre soll der „Kreuz­zug des Bußgebetes" in der Nacht vor dem Pafsions- fonntag in weit größerem Maßstabe durchgeführt wer« ^en, und die Arbeitsgemeinschaft der Kölner Männer­kongregationen fordert in einem Aufruf die katholischen Männer aller deutschen Städte auf, sich in einer Wall­fahrt zu einem geeigneten Heiligtum und in einer Mit­ternachtsmesse mit gemeinsamer Kommunion zu ver­einen.

Essen. Das Essener Lokalkomitee hat in seiner er­sten Hauptversammlung am 2. Februar die 71. General­versammlung der Katholiken Deutschlands auf die Tage vom 31. August bis 4. September festgelegt. Der dies­jährige Katholikentag wird unter dem Gedanken „C h r i- stus in der Groß st adt" stehen.

Regensburg. Der Fastenhirtenbrief des Bischofs von Regensburg erhebt gegen die vor allem in Bayern betriebene antikirchliche und antichristliche Propaganda Luden dorffs feierlich Einspruch. Dieser Mann von einst so hohem Ansehen, heißt es, trete als einer der schärfsten Feinde des göttlichen Erlösers auf und streue Unglauben, Unfrieden und Haß über das unglückliche Volk aus. Mit tiefem Schmerz und brennender Scham sehe man ihn in diese Arena hinabsteigen. Man dürfe nicht untätig zusehen, wie sein Gift massenhaft durch eigne Vertriebsstellen verbreitet werde. Ludendorffs Tätigkeit sei nicht weniger unheilvoll als der Kampf der Gottlosenbewegung.

Genf. Sonntag, den 7. Februar, war in Genf ein von Bischof Besson von Freiburg (Schweiz) zelebriertes Pontifikalamt mit Festpredigt eines belgischen Dominika­nerpaters und eine Abendversammlung als internatio­nale katholische Abrüstungs-Kundgebung. Monsignore Besson, der der Versammlung präsidierte, setzte sich ent­schieden für die allgemeine, gleichmäßige und gegensei­tige Beschränkung der Rüstungen ein. Als Vertreter der deutschen Katholiken sprach sehr eindrucksvoll der Reichstagsabgeordnete Prälat Schreiber. Reichskanzler Brüning, der durch amtliche Besprechungen an der Teil­nahme verhindert war, sandte ein Begrllßungstele- gramm.

Dublin. Die Vorbereitungen zum Internationalen Eucharistischen Kongreß in Dublin schreiten glänzend voran. Sämtliche Schiffahrtsgesellschaften haben bereits bestimmte Schiffe zur Verfügung gestellt. Zwei Schiffe der Hamburg-Amerika-Linie werden 900 bezw. 400 Pil­ger befördern. Zwei Schiffe des Norddeutschen Lloyds werden aus Newyork 1500 Pilger herüberbringen, ein anderes 800 Pilger, hauptsächlich Deutsche und Hol­länder, und ein viertes 600 Pilger. Vor Ostern wird eine Prüfung der Schulchöre stattfinden, um diejenigen auszuwählen, die für einen besonderen Kongreß-Chor geeignet sind. Die Gesamtzahl der Kongreßteilnehmer einschließlich der Iren, wird vielleicht auf eine Million

geschätzt werden können. Von auswärts werden unge, fahr 100000 Pilger erwartet.

Genua. In Genua wird in diesem Jahre des Grundstein für ein Denkmal Papst Benedikt XV. g« legt werden, das das Andenken an den großen Sohn der ligurischen Seestadt verewigen soll. Anfangs Aprit wird in Genua eine große Volksversammlung zur Ehrung Benedikts XV. unter dem Vorsitze des Erzbischofs Star« dinal Minoretti abgehalten.

Madrid. Der päpstliche Nuntius in Madrid über« reichte am 1. Februar dem Justizminister mehrere No­ten des Vatikans, die sich gegen die Aufhebung des Je« suitenordens wenden. Ein großer Teil der spanischen Jesuiten hat sich nach Ausweisung nach Hollcnid begeben«

Mugera (Urunbi). Anläßlich des Besuches des Päpst­lichen Delegaten Msgr. Dellepiane in Urunbi (Afrika) fand eine Pontifikalmesse statt, an der 14 000 Christen der Gegend teilnahmen. Das Christentum macht in Urunbi glänzende Fortschritte. Jedes Jahr kommen taufende von Neuchristen zur Kirche. Jeder der 4 Mis« sionssprengel Ruandas hat schon sein Dorbereitungssemi« nar für einheimische Priester. Anstelle des schon beste« henden regionalen Priesterseminars zu Kabgayi, das räumich nicht mehr genügt, wird im Süden Ruandas zu Naykibanda ein neues großes Seminar errichtet werden.

pilgergeseüschaflsreifea des Berliner Pilgerkomitees.

Auch im Jahre 1932, dem 32. Jahre des Bestehens des obigen Komitees, sollen nachstehende Pilgergesell- schaftsreifen, schon mH der zur ermäßigten Eisenbahn­fahrt benötigten Teilnehmerzahl zur Ausführung kom­men.

A. Eucharistischer Kongreß in Dublin. Abfahrt Köln 19. Juni. Rückkehr Köln 28. Juni. Neben dem vollstän­digen Kongreßprogramm in Dublin ausgiebiger Besuch von London und anderen Orten.

B. Rom—Neapel—Sizilien. 19. und 20. Romfahrt vom 23. März bis 7. April bezw. 11. Sept, bis 30. September: Reiseweg: Berlin—Stuttgart— Mailand- Genua —Rom—Neapel—Sizilien—Florenz — Venedig —, Bozen—Innsbruck—München—Berlin.

C. 15. und 16. Lourdesreise. Dom 3. Juli bis 19. Juli bezw. 5. August bis 21. August. Reiseweg: Berlin —Koblenz—Trier—Paris—Lisieux—Lourdes—Biarritz—। San Sebastian — Marseille — Nizza—Turin—Arona— Simplon—Lötschberg—Bern—Basel—Frankfurt a. M.— Berlin.

D. Heilig-Landfahrten. 9. und 10. Heiliglandfahrt vom 10. April bis 13. Mai bezw. 11. Sept, bis 14. Ok­tober. Reiseweg: München—Rom—Neapel—Athen— Stambul—Kleinasien—Syrien— (Baalb eck, Damaskus)— Palästina—Aegypten—(Kairo, Sakarra, Gizeh)—Alex­andrien— Marseille —Karlsruhe.

Der Zugang und früherer Abgang auf dem Reise­weg aller Reisen kann zum Zwecke des besonderen An­schlusses und Abganges, oder zu längerem Verweilen an gewünschten Orten mit Berücksichtigung des Fahrpreises erfolgen.

Vom Rom aus wird Neapel, Capri, Sorrent, Amalfi, Pompei usw. und mit genügender Teilnehmerzahl auch Sizilien besucht.

Der ausgiebig bemessene Aufenthalt in Lourdes gibt die Möglichkeit zu einem zweitägigen Besuche von Biar­ritz—San Sebastian (Spanien) und zu gemeinsamen Ausflügen in die an Naturschönheiten reich gesegnete Umgebung von Lourdes, Pyrenäen usw.

Prospekte und Auskünfte gratis durch die Geschäfts­stelle des Berliner Pilgerkomitees, Berlin, W. 62, Keith« strafe 11.

Das Studentenheim St Clemens

für Wellpriesler-Spätberufe in Aschaffenburg.

Es wurde vor 5 Jahren gegründet, um Jünglingen, die Neigung haben, Priester, zu werden, aber nicht recht­zeitig zum Studium kamen, Gelegenheit zu geben, das versäumte Gymnasialstudium bis zum Abitur nachzu­holen. In vier Iahreskursen arbeiten sie im Clemens- Heim den Stoff von 8 Gymnasialklassen durch und tre« ten dann in die Oberklasse eines Gymnasiums ein. Ostern 1931 haben die ersten 31 Schüler aus dem Cle­mensheim das Absolutorium mitgemacht und alle be-' standen. 29 von ihnen haben den Priesterberuf gewählt, 2 haben sich andern Berufen zugewendet. Gegenwärtig hat das Heim 120 Schüler. Zum Eintritt können sich Jünglinge im Alter von 16 bis 25 Jahren melden. Nur Gutbegabte, die wirklich Beruf zum geistlichen Stande haben, mögen sich mit ihren Schul- und anderen Zeug­nissen durch ihren Pfarrer oder geistlichen Präses mel­den. Dies möge bald geschehen und zwar „an das Stu-