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Seife S / Nummer S.

Weihbischof ist mit den Bedürfnissen und Aufgaben der Kölner Erzdiözese aufs beste vertraut und ge- vießt beim Klerus wie im Volke hohes Ansehen.

Mit der Ernennung des neuen Weihbischofs hat die große Erzdiözese Köln nun wieder zwei Weih- jbischöfe: Dr. Hammels und Dr. Stockums.

Kleine polif. ttadttidtten

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Erleichterungen der Bürgersteuer. Durch eine in den letzten Tagen ergangene Verordnung zur Durchfüh­rung der Pürgersteuer tritt eine Erleichterung für die Kurzarbeiter und alle anderen niedrig entlohnten Ar­beiter und Angestellten ein. Viele haben künftig nur Noch den halben Satz der Bürgersteuer zu zahlen.

Die Beflaggung ;nm Bolkstrauerlag. Der Verfas- fungsaurschuß des Preußischen Landtags beschäftigte sich cm Donnerstagabend mit der Frage des Flaggens am Volkstrauertag. Ein Vertreter der Regierung erklärte daß das Reichsinnenministerium mitgeteilt habe, daß das Reich flaggen werde, wenn die Länder flaggen.. Es fand Annahme der Antrag der Deutschen Volkspartei, der das Staatsministerium ersucht, anzuordnen, daß bis Zur gesetzlichen Festlegung eines Volkstrauertages die öffentlichen Gebäude an dem jeweils gefeierten Volks­trauertag Halbmast zu flaggen haben. Darnach soll also die Beflaggung am 21. Februar durchgeführt werden.

Die preußische Akademie der Künste hat in ihren tret Abteilungen die Neuwahl von Mitgliedern vorge- «omlnen. Die Abteilung für Dichtung wählte u. a. als ordentliches Mitglied den Dr. phil. Max Mell in Wien. Max Mell, der am 10. November d. I. 50 Jahre alt wirb, ist der erste Autor katholischer Weltanschauung, der in die deutsche Dichterakademie gewählt wurde. Er hat sich vor allem einen Namen gemacht durch „Das Schutz- engclspieC, das häufig auch von Laienspielern darge­stellte „Apostelspiel", „Das Nachfolge-Christi-Spiel" und das in diesen Tagen zum erstenmal auch in Meiningen uraufgeführte Stück „Die Sieben gegen Theben". Gr V kl-ort zu den führenden katholischen Dramatikern, — ist es ihm doch gelungen, die alte Form des Mysterien­spiels in neuer Gestalt für die Gegenwart zu retten. Vor allem sein „Apostelspiel" zeigt in reinster Form diesen Neuen Typ.

Enttäuschte Rußlandfahrer. Am 8. Februar trafen An Baesweiler (Rheinland) drei Kommunisten mit Kind und Kegel ein, die im Wurmrevier sich eine neue Heimat gründen wollten. Sie drei sind im Oktober vorigen Jahres nach Rußland, ins Paradies des Sowjetsterns, ausgewandert, wohin es sie im Drang nach großem Glück als feurige Anhänger des Kommunismus trieb Jetzt sind sie heimgekommen und erzählen von unsagba­rem Elend und den traurigen Erfahrungen, die sie dort gemacht haben. In Versammlungen wollen die Betro­genen die Gleichdenkenden vor dem, was man ihnen von dem Märchenland prophezeit, warnen. Mit einem leeren Portemonnaie und ein paar geretteten Bettüchern sind sie zurückgekommen. Ihre ganzen Ersparnisse und den Erlös aus dem Verkauf der Möbel hatten sie sei­nerzeit unter gleichzeitiger Aufgabe ihrer Arbeitsstelle bei der deutschen Grube geopfert, um den Weg zu ihrem Kiel sich zu bahnen.

Der Erfolg der „Gottlosen". Ein 21 jähriger Arbeiter bt Hagen hatte nach durchzechter Nacht am Morgen des S. Januar die Messe in der katholischen Kirche dadurch gestört, daß er „Rot Front!" und „Heil Moskau" in die Kirche hineingerufen und den Pater, der die Messe las, auf dem Wege zum Pfarrhaus auf das gröblichste belei­digt hatte. Vom Schnellrichter wurde er für diese Schandtat mit vier Monaten Gefängnis belegt Nnd auch seine sofortige Verhaftung verfügt.

Sie Nationalsozialisten beherbergen einen Doppel- »nörder. Die Kriminalpolizei in Dortmund hat ermittelt, daß der Erwerbslose Fritz Albrecht, der im Vorort Höch­sten zwei junge Kommunisten erschossen und einen drit­ten jungen Mann schwer verwundet hat, nach der Tat Aufnahme in dem S. A.-Heim in Dortmund, Schwanen- wall 4—6 gefunden hat. Er hat dort die Nacht zuge­bracht, und S. A-Leute haben Vereinbarungen getroffen, um nötigenfalls für Albrecht ein falsches Alibi zu er^ bringen. Albrecht ist Nationalsozialist und wurde wegen èmer Schießerei in Hagen formal aus der Nationalsozia- rrstischen Partei ausgeschlossen. Der Polizeipräsident hat nun unter Berufung auf die Bestimmungen der Dritten Notverordnung vom 6. Oktober das S. A.-Heim geschlos- sen, nachdem das Heim von der Schutzpolizei durchsucht worden war. Bei der Durchsuchung wurden ein ge- fäbriid^er Totschläger und ein Dolch gefunden. Der Der- nehrnungsrichter hat inzwischen Haftbefehl gegen Al­brecht wegen des Doppelmordes erlassen.

Kttslan»

Rußland. ,

Hier geht der brutale Kampf gegen Christentum und Gattesglauben unvermindert weiter. Eine kleine Minderheit. die sich im Besitz der Macht zu halten weiß. ist entschlossen, die Gottlosigkeit und den Gatteshaß zum vollen Siege zu führen. Kirchen werden geschlossen und zerstört. In immer grö­ßerer Zahl werden Kultusdiener, darunter gegen­wärtig die überwiegende Mehrzahl der kathvlisct>en Priester verhaftet. In der rigorosesten Weise wird jeder Versuch zum Katechismusunterricht verurteilt. Jede Vorbildung des Klerus wird unterdrückt. Den Geistlichen wird die Brot- und Arbeitskarte für sie, ihre Familien und alle ihre Hilfspersonen entzo­gen. Diese grausame Maßnahme wurde auch über praktizierende Christen verhangen und über die, die an den hohen Feiertagen eine Kirche besuchen wol­len. Die Kinder, die nicht an den gotteslästerlichen Maskeraden sich beteiligen wollen, sind gemeinen Verspottungen, Mißhandlungen und häufig der Ausstoßung aus der Schule ausgesetzt Auch jetzt noch gibt es Hinrichtungen, die langsam und mit grausamer Raffinesse vollzogen werden. Daneben auch Tötungen aus einem brutalen Impuls ähn­lich wie Sie Niederfttießung des Prälaten Budkie- wicz am Karfreitag, dem 30. März 1923, oder wie die geheime Tötung des Dechanten von Mohilew Prälat Joseph Beielogolomy am 30. Januar 1930. Gegenwärtig schmachten noch zwei im Jahre 1926 konsekrierte katholische Bischöfe, Boleslaus Sloskan und Anton Malecki, beide über 70 Jahre, unter der bolschewistischen Zwangsarbeit. Der eine befindet sich feit dem 10 August 1927, der andere seit No­vember 1930 in Sibirien in Sträflingsarbeit we­gen ausschließlich religiöser Gründe und ohne ge­richtliches Urteil, lediglich auf Regierungsbefehl hin.

Das am 11. Mai in Leningrad vom Stapel laufende Unterseeboot erhält den Namen „Der Gottlose". An der Feier sollen die Vertreter der Eottlosenoerbände aus Deutschland, England und anderen Ländern teilnehmen. Was soll aus einem Volke werden, das so sich seiner Gottlosiqkeit rühmt?

Vom Kulturkampf in Spanien.

Wie „El Mati" aus Barcelona meldet, hat der Provinzgouverneur Senor Moles vor einigen Ta­gen im Auftrage der Regierung die Gebäude be­schlagnahmt, welche die Jesuiten in Barcelona von der Aktiengesellschaft „La Educacion" gemietet hat­ten. Die Vertreter dieser Gesellschaft Übergaben dem Gouverneur, der von seinem Sekretär und von vier Polizisten begleitet war, einige offizielle Schriftstücke, die bewiesen, daß die betreffenden Gebäude Eigentum von „La Educacion" waren. Der Gouverneur jedoch kümmerte sich nicht darum und zwang die Eigentümer, ihm die Schlüssel zur Verfügung zu stellen. Als darauf die Besitzer drohten, auf gesetzlichem Wege gegen den Gouver­neur vorzugehen, und sich weigerten, die Schlüssel abzugeben, schlug der Gouverneur einige Fenster­scheiben ein und drang gewaltsam mit den Poli­zisten in das Gebäude. — Ebenfalls beschlagnahmt wurde das dazu gehörige Kolleg und chemische In­stitut von Sarria, dessen Patres zur Zeit im Exer- zitienhaus von Aalbeck in Limburg (Holland) gast­freies Unterkommen gefunden haben. Bemerkens­wert ist, daß einer der großen Gründer der Ge­sellschaft „La Educacion" der Vater des gegen­wärtigen antiklerikalen Ministers für auswärtige Angelegenheiten, de Zulueta, war, welcher fein Baccalaureat an einem der Jesuitenkollegs in Barcelona erwarb, und daß der Rektor der Uni­versität, Serra y Hunter, dem der Gouverneur seinerseits die Schlüssel der konfiszierten Jesuiten­kollegs übergeben wird und der erklärt hat, die Regierungsverordnungen müßten genau ausqe- führt werden, nur durch die Edelmütigkeit der Je­suiten in Barcelona seine Studien beenden konnte.

Spanien.

In der Kammersitzung am Donnerstag richteten die Agrarier und Basken an die Regierung eine Anfrage über die Auflösung des JrsuitenOrdens und besonders über die entschädigungslose Enteig­nung der Ordensgüter. Die Stimmung war von Anfang an sehr erregt. Zu stürmischen Szenen kam es, als der radikalsoz'alistische Justizminister

Albornoz Sie Verteidigung des Dekrets gegen die Jesuiten begann.

Die Anträge der katholischen Parteien der Kam, mer wurden durch die radikalsozialistische und ip» zialdemokratisthe Mehrheit niedergeschrien Nur mit Mühe konnte der Kammerpräsident Handgreif- lichkeiten verhindern. Der Lärm wurde erst be­endet, als eine Entschließung der kirchenfeindlichen Mehrheitsparteien eingebracht wurde, daß die ganze Frage verfassungsmäßig bereits festgelegt sei, und daß sich damit jede weitere Aussprache er­übrige. Der Antrag wurde gegen die 45 Stirn» men der Katholiken angenommen. Die Jesuiten haben mit Ablauf des Mittwoch zum größten Teil das Land zu verlassen.

Malta.

Auf der unter England stehenden Insel Malta ist der seit etwa zwei Jahren bestehende Konflikt zwischen dem kirchenfeindlichen englischen Gouver­neur und der katholisckjen Kirche noch immer nicht beigelegt. Es scheint aber doch bald anders wer­den zu wollen. Aus England erfährt man jetzt das Ergebnis einer gründlichen Untersuchung des Maltakonflikts. Das Kommission, die nach Malta entsandt wurde, empfiehlt dreierlei: Rücktritt der Minister, Wiederherstellung der Verfassung und baldige Abhaltung von Neuwahlen. Die Kommis­sion setzt sich dafür ein, daß die Demission des Kabinetts baldigst verwirklicht werde; sie ist der An- sicht, daß der Hirtenbrief der Bischöfe vor diesen Wahlen sich im Ton vollkommen von dem im Jahre 1930 unterscheiden werde. Die Commission spricht die Ueberzeugung aus, daß der nächste Hirtenbrief im Sinne des Friedens abgesagt sein und der Tat­sache Rechnung tragen werde, daß die Bedeutung der Angelegenheit über Malta hinaus die Interes­sen des britischen Reiches und der römisch-katholi­schen Kirche in allen Teilen der Welt betreffe. Der Bericht erwähnt ferner, daß die Einsetzung der Pa* lizei zu oft von Parteierwägungen beeinflußt ge­wesen sei. Die Verfassung solle mit möglichst wenig Aenderung bald wieder hergestellt werden. Der verlangte Rücktritt der Minister wird damit be­gründet, daß sie seit langem eine anormale Stel­lung einnähmen, so daß ihr Verbleiben im Amte zu falschen Auslegungen Anlaß geben könnte.

Japan.

Schon feit längerer Zeit plante die Erzabtei Beuron die Errichtung einer Abtei im Fernen Osten, in Japan. Mit diesem Plane betritt das Kloster Beuron, das bis­her seine Tätigkeit auf die Heimat beschränkt hatte, den Weg der Außenmission. Die Arbeit ist so gedacht, daß von einem geschlossenen Klosterverband aus die Missionsarbcit, ohne sich in einzelnen Posten zu verlie­ren, sich organisch ausbreitet. Auf diesem Wege wurde Deutschland durch die englischen und irischen Mönche im Christentum unterrichtet und befestigt.

Im Dezember 1931 trafen die ersten Benediktiner von Beuron in Japan ein. Sie nahmen zuerst einige Wochen Wohnung bei dem Apostol. Präfekten von Na­goya, Msgr. Reiners S. V. D., und sind nunmehr Gäste der deutschen Jesuiten in der katholischen Universität Tokio. Die Patres befassen sich einstweilen mit Sprach-, studien und sehen sich nach einem Gelände um, das evtl, für eine Klostergründung geeignet wäre. Im Herbst die­ses Jahres erwartet man in Tokio den persönlichen Be­such des Erzabtes Walzer von Beuron, in dessen Hän­den die endgültige Entscheidung über die von allen Mif, sionaren Japans sehnlichst erwünschte Niederlassung liegt, In Japan bestehen schon zwei Trappisten-und ein Trap­pistinnenkloster, deren seelsorgliche Erfolge direkt zur Errichtung neuer Klöster beschaulicher Orden reizen. Don weit her kommen Besucher aus den ersten Ständen zu diesen Klöstern, besichtigen sie und gehen in ehrfürch­tigem Nachdenken wieder weg. Die japanische Press« hat sich des öfteren wohlwollerch mit den Trappisten» klöstern beschäftigt.

Beemlfdites

Das Herz aus dem rechten Fleck. Bekanntlich versteht man unter Menschen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben, Leute, die das Herz auf der linken Seite haben. Daß es auch Abwei- cbungen von dieser Regel gibt, zeigt der Pößnecker Bezirk, in dem drei Menschen dafür bekannt sind, daß sie das Herz nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch physisch auf dem rechten Fleck, d. h. auf der rechten Seite haben. Außerdem hat sich in Oppurg bei einer kreisärztlichen Untersu­chung herausgestellt, daß dort ein zehnjährige» Mädchen ebenfalls das Herz in der rechten Brrfft- feite trägt. Es ist durchaus gesund, nur ist es et­was im Wachstum zurückgeblieben.