Volksparole: Hindenburg!
„3m Bewußtsein meiner Verantwortung."
Reichspräsident von Hindenburg gibt auf die an ihn in den letzten Tagen gerichteten Aufforderungen und Anfragen öffentlich folgende Antwort:
Nach ernster Prüfung habe ich mich im Bewußtsein meiner Verantwortung für das Schicksal unseres Vaterlandes entschlossen, mich für eine etwaige Wiederwahl zur Verfügung zu sielten. Der Umstand, daß die Aufforderung hierzu an mich nicht von einer Partei, sondern von breiten Schichten ergangen ist, läßt mich in meinerBereiterklärung eine Pflicht erblicken.
Sollte ich gewählt werden, so werde ich auch weiterhin mit allen Kräften dem Vaterlande treu und gewissenhaft dienen, um ihm nach außen zur Freiheit und Gleichberechtigung, !nach innen zur Einigung und zum Aufstieg zu verhelfen. Werde ich nicht gewählt, so bleibt mir dann der Vorwurf erspart, meinen Posten in schwerer Zeit eigenmächtig verlassen zu haben.
Für mich gibt es nur ein wahrhaft nationalesZiel: Zusammenschluß des Volkes in seinem Existenzkampf, volle Hingabe jedes Deutschen in dem harten Ringen um die Erhaltung der Ration.
v. Hindenburg.
über dem 15. Januar um rund 75 000 gestiegen, I während die Zunahme in der ersten Januarhälfte j rund 298 000 betragen hatte. Nach den Meldungen der Arbeitsämter wurden Ende Januar in der Arbeitslosenversicherung rund 1 865 000, in der Krisenfürsorge rund 1 596 000 Hauptunterstützungsempfänger gezählt, die Zahl der Wohlfahrtser- werbslofen betrug rund 1,7 Millionen. Von einer Zunahme um insgesamt 155 000 entfielen rund 106 000 auf die Arbeitslosenversicherung, rund 49 000 auf die Krisensürsorge. Ende Januar standen somit rund 3,5 Millionen Hauptunterstützungsempfänger rund 1,7 Millionen Wohlfahrtserwerbslosen gegenüber.
Die Raffs ziehen wieder aus. Die national- sozialistische Fraktion des Thüringer Landtages erklärt, daß sie an den Beratungen des Thüringer Landtages bis auf weiteres nicht mehr teilnehmen werde. Sie werde aber jederzeit im Landtag erscheinen, wenn es ihr zweckmäßig dünkt. Begründet wird der Ausschluß der Nationalisten aus dem Landtag mit der Politik der Thüringer Rumpfregierung nach dem Sturz des Ministers Dr. Frick. Insbesondere wird die Reise des Staatsministers Baum zum Reichsinnenminister in Sache der Einbürgerung Adolf Hitlers (Gendarmeriekommissar von Hildburghausen!) und die damit verbundene Bloßstellung des ehemaligen Innenministers Dr. Frick als Grund angegeben.
Wozu sich ein „fntljoli W .
Batioiiaifoiialift hergibl!
In der Waldeckischen Londeszeitung warben die Nationalsozialisten für eine Partei-Versammlung in Cor- bach mit dem zugkräftigen Hinweis, als Redner fei ein Herr Etzel aus Fulda gewonnen, der sechs Jahre im Kloster verbracht habe in der Absicht, Missionar zu ■ werden. In seiner bekannten, packenden Art werde dieser Herr schildern, warum er aus dem Kloster geflohen sei.
Vielleicht läßt man sich solche Märchen auftischen, weil man nachgerade mit politischen Fabeln übersättigt ist. Oder spekuliert man mit kalter Bosheit in einer ganz protestantischen Gegend auf die bekannten katholiken- feindlichen Instinkte, um politische Geschäfte damit zu machen?
Was die Person des oben erwähnten Etzel betrifft, so ist dieser nicht aus Fulda, sondern aus Hilders (Rhön). Er hat niemals einem „Kloster" angehört. Nachdem er an drei verschiedenen Schulen, in Hilders, Mil- tenberg und Fulda, Studien getrieben hatte, trat er in die höhere Schule der Pallotiner zu Vallëndar ein und dort k n a p p 2 I a h r e (nicht 6 Jahre) in der Absicht später diesem Orden beizutreten und eventuell Missionar zu werden. Gegen Ende des 2. Jahres (Ober- fekunda) mußte er abgehen, weil er seelisch v o l l - ständig krank war. Von einer „Flucht" aus Dem Orden kann gar keine Rede sein. Leute, die ihn kennen, bestätigen auf Grund seiner Aeußerungen, daß er auch heute noch nicht wieder gesund ist Es wird darum das beste sein, ihn als kranken Mann zu behandeln und mildernde Umstände walten zu lassen.
Bezeichnend ist aber, daß die Nationalsozialisten solche kranken Leute als Parteiredner werben und bezahlen und dabei — wie obige Bekanntmachung zeigt —
Anter der Bezeichnung „Miele-Melior" bringen die Mtelewerke seit einigen Monaten ein Fahrrad in der Preis» läge von RM. 75.— auf den Markt. Dieser erstaunlich
Pâ für ein Marken.Fahrrad bei Verwendung ^Massiger Materialien (Torpedo »Freilaufnabe, gelöteter Rahmen, gutes Tretlager usw.) ist nur durch die Ausnutzung vollkommener Fabrikationsmethoden möglich geworden.
auf die antikatholischen und klosterfeindlichen Instinkte protestantischer Wähler spekulieren. Und dafür muh ein „katholischer" Nationalsozialist sich hergebenl
VolksveremundDolschemismus
Zum 1. Volksvereinshefi 1932.
Drohend, vom Osten her, steht der Bolschewismus vor den Toren des Abendlandes. Die Zerrissenheit der europäischen Welt in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer, kultureller und weltanschaulicher Hinsicht macht die bolschewistische Gefahr doppelt groß. Für Deutschland ist sie wegen der geographischen Lage, der wirtschaftlichen Not, der unheimlichen bolschewistischen Propaganda und der Sorglosigkeit mancher verantwortlichen Kreise größer als für irgendein anderes Land.
Unser Volksverein hat diese Gefahr frühzeitig erkannt. Entsprechend der ihm schon bei seiner Gründung vor 40 Jahren überwiesenen Aufgabe, „die Angriffe auf die religiösen Grundlagen der Gesellschaft zurückzuweisen und die Irrtümer und Umsturzbestrebungen auf sozialem Gebiete zu bekämpfen", hat er als erster ganz systematisch den Kampf gegen diesen furchtbarsten Feind europäischer, christlicher Kultur ausgenommen und ihn in den letzten Jahren immer einheitlicher, geschlossener und kraftvoller gestaltet. Priestertagungen, Führerkonferenzen, Volksversammlungen, Massenkundgebungen, das sind die Mittel, mit denen der Volksverein durch das mündliche Wort diesen Kampf geführt hat. Das schriftliche Wort ergänzte und unterstützte das mündliche. Mehrere Flugblätter wurden gegen den Bolschewismus herausgegeben, von denen das Flugblatt „Gott oder Dämonen?" in über 1 Million Exemplaren in die Massen geworfen wurde. Dreimal hat seine Zentralstelle im Laufe der letzten vier Jahre durch ihr Volksvereinsheft die Aufklärung über den Bolschewismus in rund 400 000 Familien getragen. Zum viertenmal geht diese schriftliche Aufklärung hinaus. *
Bei seinen Arbeiten über den Bolschewismus legt der Volksverein größten Wert auf gründliche wirtschaftliche Forschung. Am 8. September 1931 wurde eine eigene Forschungs- und Auskunftsstelle .über Bolschewismus und Freidenkertum errichtet, am 30. Oktober 1931 eine Zweigstelle hiervon in Berlin eröffnet. Zahlreiche Auskünfte sind seitens dieser Forschungsstelle erteilt, die Mitarbeit mit außerdeutschen und auch nichtkatholischen Stellen ist weithin ausgenommen. Mit dieser reichen Arbeit führt der Volksverein treu und gewissenhaft den Wunsch und Willen unserer kirchlichen Oberhirten durch. In aller Klarheit betont der Hochwürdigste Herr Erzbischof von München und Freising, Kardinal Dr. Michael von Faulhaber im Amtsblatt seiner Diözese vom 21. September 1931: „Einmütig hat der deutsche Episkopat dem Volksverein als höchste und heiligste Aufgabe die Abwehr der bolschewistischen und kommunistischen Bewegung und der Freidenkerverbände übertragen. Wie in den Zeiten des nachzuckenden Kulturkampfes Windt- Horst die katholischen Volkskräfte zu einer acies bene ordinata (wohl geordneten Schlachtfront) zusammenschließen wollte, so müssen auch heute in ber Zeit der Gottlosen- und Freidenkerbewegnug, der Propaganda für Leichenverbrennung und Rassenvergötterung die katholischen Volkskräfte zu einer starken Einheit verbunden werden."
Nummer 8 / Seife T*
Bei dieser Antibolschewisten-Arbeit muh ein drei» faches Ziel erreicht werden:
1. Die Erweckung der Gewissen weitester SOM* sen des Volkes und besonders der verantwortlichen Stellen.
2. Weckung und Förderung des Wissens sowi« Schaffung einer öffentlichen Atmosphäre.
3. Weckung aktiver Kräfte für die Erneuerung des sozialen Lebens aus dem Geiste der RelK gion.
Die deutschen Katholiken ruft auch im neuen Jahre 1932 der Volksverein auf, mit ihm einträchtig und stark für Christus zu arbeiten. Ein lebendiger Volksverein in der Gemeinde ist das beste Mittel zur Abwehr all der feindlichen Strömungen und zum Aufbau einer christlichen Gesellschaftsordnung. Helft mit, diesen Zentralverband deutscher Katholiken aller Stämme, diese Volkshochschule deutscher Katholiken aller Stände immer mehr stärken und ausbreiten! Der riesenhaft anschwellenden, vom Bolschewismus getragenen antichristlichen Bewegung wollen wir eine große, einheitliche, geschlossene katholische Volksbewegung gegenüberstellen, indem wir all die reichen und wertvollen Arbeiten und Kräfte unseres katholischen deutschen Volkes und all unserer kirchlichen, sozialen und kulturellen Vereine, die gerade in der heutigen Zeit ihre große, selbständige Eigenbedeutung haben, letzthin einströmen und münden lassen in ein einziges, starkes Strombett, den Volksverein für das katholische Deutschland.
Aus der Feder hervorragender Fachkenner enthält das erste Volksvereinsheft 1932 folgende Beiträge: Wie die Bolschewisten die Zukunft sehen. —« Die antireligiöse Gesetzgebung in Rußland. — Die Familie in Sowjetrußland. — Der Bolschewismus bedroht das Kind. — Das Heft, das jedes Mitglied? des Volksvereins für seinen Jahresbeitrag erhält, kann auch einzeln für 10 Pfg. gekauft werden und sollte überall verbreitet werden.
Ein neuer Weihbischof in Köln.
Mfgr. Dr. theol. Wilhelm Stockums, seit 20 Jahren Direktor des Theologenkonvikts Collegium Leoninum in Bonn, wurde unter dem 9. d. M. von Sr. Heiligkeit Papst Pius XI. zum Titu- larbifchof von Erythäa und zum Weihbischof des Erzbischofs von Köln, Kardinal Schulte, auf dessen Antrag hin ernannt.
Der neue Weihbischof der Erzdiözese Köln ist am 15. Oktober 1877 in Elmpt, Kreis Erkelenz, geboren. Er absolvierte das Gymnasium in Neuß und bezog danach zum Studium der Theologie die Universität Bonn. Im Jahre 1902 wurde er durch Erzbischof Simar im Kölner Dom zum Priester geweiht. Seine 1. Anstellung erhielt er als Kaplan an der Herz-Iesu-Pfarrkirche in Köln unter dem heute hier noch wirkenden Prälaten Kremer. Im Jahre 1910 berief ihn Kardinal Fischer zum Repetenten an das Collegium Albertinum in Bonn. In dieser Zeit legte er das staatl. Examen für Religionslehre ab u. promovierte in Freiburg i. B. zum Doktor der Theologie. Seine Dissertation handelt über das Thema: Die Unveränderlichkeit des natürlichen Sittengesetzes in der scholastischen Ethik. Auf dem Gebiet der Moraltheologie veröffentlichte er noch mehrere wissenschaftliche Studien.
Am Albertinum wirkte Dr. Stockums zweieinhalb Jahre bis zum Sommer'1912, dann wurde er durch Kardinal Fischer zum Direktor des Collegium Leoninum berufen. Rach dem Kriege schrieb er die interessante Schrift „Die Bonner Konvikte und ihre Theologen während des Weltkrieges". Im Februar 1926 wurde er zugleich mit dem Direktor des Albertinums in Bonn, Prof. Serres, zum Päpstlichen Elxrenkämmerer ernannt. Der neue
Wert und Bedeutung der Hasireilerschen Kropfkur.
Eine Broschüre obigen Titels bringt das Privatinstitut für naturgemäße Kropfheilung, Friedrich Hastreiter, Neugermering b. München, heraus. — Von dieser Broschüre erscheint bereits die 6. Auflage, ein sicheres Zeichen dafür, daß die Ausführungen größtem Interesse bei der großen Zahl der Kropfkranken begegnen. Aus der Unzahl der eingegangenen Dankschreiben sind in dem Heftchen einige veröffentlicht. Wie daraus zu entnehmen ist, handelt es sich vielfach um Zuschriften von solchen Leuten, die bisher vergeblich Heilung gesucht und diese erst durch die Hastreitersche Kur fanden. Beachten Sie bitte d« dieser Nummer beiliegenden Prospekt.