Einzelbild herunterladen
 

zU allen Völkern, bis an die Grenzen der Erde Ex will sein Reick, das Reich feines Herzens, allen Menschen öffnen; er lädt ade ein, sich der Herrs«! aft seiner Liebe zu unterwerfen. Als „König der Könige und Herr der Herren" erscheint er dem Seher in der Ge­heimen Offenbarung (19, 16). D, daß doch di« Völker alle und ihre Machthaber den Plan des Siemens Jesu verständen! Daß sie hörten au die Stimme seines Statthalters, unseres Hei­ligen Vaters Pius XL, und den Frieden fänden unter der Königsherrschaft Christi! Da würden die Reicle der Welt zur Einheit verbunden durch das stärkste Band, das es auf Erden geben kann, durch die Lieve zu dem einen Mittelpunkt aller Herzen. Die Völker würden dann in Christi Reich zu einer einzigen großen Familie, in der lein Volk für das andere mit arbeitete und mitsorgte; alle strebten Dann, ein iedes mit seinen Mitteln, dem einen gemeinsamen Ziele zu: dem Reiche und der Herrschaft Christi Raum zu Ichasfen und die Wege zu ebnen. Fürwahr: das wäre der wahre, gottgefällige Völkerbund, geordnet durch das Gesetz Gottes, befestigt im Frieden Christi, befähigt dem höchsten Fortschritt der Menschen, der höchsten, wahren Wohlfahrtalle Kräfte zu w dmen. In diesem allumfassenden Königreiche des Herrn wäre ja kein Platz mehr für Mißtrauen und Ei ersucht, für Herrschsucht und Unterdrückung, für Habgier und Unrecht. Die trüben Quellen Der gegenwärtigen so drückenden I Rot müßten versiegen, ausgetrocknet durch die Strahlen der Liebe Christi.

In Christus geliebte Diözesanen!

Wie weit sind wir aber noch entfernt von der Verwirklichung des Königtums Christi! Wie wenig Hoffnung läßt uns die tägliche Erfahrung! Soll uns das entmutigen? Sollen wir klagend und untätig zusehen, wie der große Widersacher Gottes noch immer der eigentliche Fürst dieser Welt ist, und wie gewaltige Anstrengungen er macht, seine Tyrannei über die Menschen durch Lüge und Trug, durch Haß und Gewalt, durch Krieg und Aufruhr immer mehr zu festigen? Soll unser göttlicher Heiland uns vergebens in das Reich feiner Liebe berufen haben? Das sei lerne von uns, die wir seine Wahrheit kennen, sein Tug end bei spiel lieben, die Kraft seiner Gnade erfahren haben So bemühen wir uns denn, aus Liebe zum göttlichen Herzen, aus Liebe zur heiligenKirche, aus Liebe zu unserem eigenen wahren Glück, mit allem ! ' Ernste und allem Eifer, uns einzuleben in Christi Reich. Lassen wir uns immer leiten durch die Wahrheiten unseres heiligen Glaubens, hören wir immer williger auf das Wort des obersten Lehrers der Kirche und auf die Predigt der Bischöfe und Priester, die uns die Lehre Christi verkünden. Richten wir sodann unser Leb^n immer mehr nach dem Vorbilde des Heilandes, üben wir uns tagtäglich eifriger in der Nachfolge des Herzens Jesu, um jene Tu­gend und Vollkommenheit zu erlangen, die unser Lebensstand von uns fordert.

Ihr Jünglinge und Jungfrauen, schenket die Liebe eures jungen Herzens dem besten und liebenswürdigsten König und lernet bei ihm, in Gottesfurcht und Reinheit, in Ar­beitsamkeit, Gehorsam und Nächstenliebe euch vorzubereiten auf eure Lebensaufgabe, wohin immer der Ruf des Herrn euch führen mag. Und wenn der Heiland euch zu feinem befon deren Dienst, zum Priester- oder Ordensstande beruft, so höret ireudig auf seinen Ruf. Es gilt, dem höchsten König sein Reich zu erobern!

Ihr Männer und Frauen, vergesset e nicht, daß ihr die Pflicht habet, vor allen anderen sowohl im häuslichen Kreise wie im öffentlichen Leben, das Tugendbeispiel Christi leuchten zu lassen. Auf euch schauen Kinder und Jugend­liche, auf euch schauen auch die irrenden Christen, die noch nicht die volle Wahrheit erkannt haben,

und die Feinde Gottes und Christi. Euer Lebens­kampf soll den Sieg des Herzens Jem bringen!

Ihr christlichen Eheleute, bedenket es tief, daß euch der Heiland bestellt hat, Abbilder feiner Herzensliebe zu sein in der Erneuerung der chrlstlichen Ehe und Familie. Nach dem Vorbild der heiligen Familie in Nazareth befolget die Mahnungen, die der hl. Paulus euch gibt, und die unse Heiliger Vater Pius XL erst kürzlich in seinem Ehe-Rundschreiben so ernst allen ans Herz gelegt hat.

Ihr Väter und Mütter, von euch hängt es ab, ob das Reich des göttlichen Herzens inner­halb der Kirche erhalten un^ nec breitet wird; eure heilige Zucht und euer Opserleven soll ihm seine treuen Untertanen schenken und erziehen. Weiset doch die Seelen, die Jesu Liebe euch anverlrauen will, nicht zurück! Begrüßet ein jedes Kind, das Gott euch schenkt, wie das Christuskind selbst! Erziehet es zum lebendigen Abbüde Jesu, führet es von frühester Jugend dem Herzen Jesu zu in Gebet und Gottesdienst, vor ollem in früh­zeitiger heiliger Kommunion!

Ihr Erzieher der Jugend alle, beson­ders ihr, katholische Lehrer und Lehrerinnen: seid dem göttlichen Herzen Jesu dankbar, daß ihr das Glück habet, seine Helfer in der Aus­breitung seines Reiches zu sein. Durch euer Wort und euer Beispiel senket in die euch anvertrauten Kinderseelen das rechte Verständnis für Jesu Lehre und Beispiel und enizündet ihre jungen Herzen zu inniger Heilandsliebe!

Und ihr, Männer und Frauen, denen ein öffentliches Amt in der Gemeinde oder im Staate die Möglichkeit gibt, auf einen größeren Kreis eurer Mitbürger einzuwirten: laßt es euch angelegen sein, euere Arbeit für die irdische Wohlfahrt der Volksgenossen in den Dienst unserer höchsten Aufgabe zu stellen. Euer Pflichteifer und eure Gewissenhaftigkeit, euer opferfreudiger Dienst aus Liebe zum Heiland wird gewiß vielen den Weg zum göttlichen Herzen weisen oder erleichtern und reiche Frucht bringen für sein Reich.

Ganz besonders aber gilt mein Bifu öfliches Wort denen meiner Diözesanen, die dem armen und leidenden Heiland in Armut und Not, in Krankheit und Siechtum Nachfolgen müssen. Ich kenne eure Sorgen und euer Leid und gedenke eurer in mitfühlender Hirten'orge. Aber ich weiß auch, daß ihr durch geduldiges Kreuztragen und durch euer Gebet aus bedrängtem Herzen mehr als andere für die Befestigung und Ausbreitung der Königsherrschaft des Herzens Jesu tun könnt, und daß ihr dem mitfühlenden Herzen unseres Herrn besonders teuer seid Opfert gerne euer Kreuz und Leid in den heiligsten Meinungen Jesu auf, besonders auch zurSühne für die Sünden, durch die der Gnade und der Liebe unseres Herrn so große Hinder­nisse bereitet werden. Die Arbeitslosen unter euch haben ja jetzt so viel Gelegenheit, durch ver­mehrtes Gebet und durch die Teilnahme am hei­linen Meßopfer die Taae unfreiwilliger Ruhe zu heil'aen. Mögen sie alle, so lange sie nicht für irdischen Lohn arbeiten können, um so mehr für den Heiland tun und sich so einen um so höheren Platz in seinem himmlischen Reiche erwerben.

Geliebte Diözesanen! „Adveniat regn um tuum" „zu uns komme dein Reich ", so beten wir täglich im Gebete des Herrn. Sprechet in dieser heiligen Fastenzeit und überhaupt in Zukunft diese Bitte des Vaterunsers mit größere, Andacht und tieferem Verständnis als seither Daß das Reich des göttlichen Herzens Jesu zu uns kommt, ist unser größtes Glück für dieses Erdenleben schon, erst recht aber für die Ewig­keit. Einst wird ja unser König zum Gerichte über alle Menschen wiederkommen. Selig alle, die dann als die guten Untertanen dieses Königs, als die Freunde des Herzens Jesu, zu seiner Rechten stehen dürfen! Wie werden diese sich treuen über die beglückende Einladung des Herrn: „Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters! Nehmet in Besitz das Reich,

das euch bereitet ist von der Grund» legung der Welt an" (Matth. 25, 34). In diesem himmlischen Reiche werden sie ja für alle Ewigkeit herrschen dürfen in der Glückseligkeit 'es Herzens Jesu, das dann für immer ganz und vollkommen König und Mittelpunkt aller Herzen sein wird.

Das verleihe uns allen der all­mächtige und barmherzige Gott-ßder Vater und t der Sohn und t der hei­lige Geist. Amen.

Fulda, am Feste der hl. Agnes, den 21. Jan. 1932.

f Zoseph Damian, Bischof.

Verordnung über Fasten iv Ö Abstinenz, über die ge chlossene Zett u»d die Zett der Oitecfommunion.

Auf Grund der allgemein geilenden kirch- lichen Vorschriften, sowie der von Sr. Heiligkeit Papst Pius XI. dui ch Jndult vom 14. Februar 1922, bezw. 20. Januar 1927 für die lämtlichen Diözesen des Deutschen Reiches gewährten Mil­derungen wird verordnet, was folgt:

I. Fasttage sind solche Tage, an denen man nur einmal eine volle Mahlzeit und außerdem nur morgens und abends eine kleinere Slärkung genießen darf. Die volle Mahlzeit bart auch am Abend gehalten und die einer Stärkung da- für auf den Mittag verlegt werden.

Abstinenztage sind solche Tage, an denen jeglicher Genuß von Fleischspeisen untersagt ist. Eier und Milck, ge'chmolzenes Fett (Schmalz), Grieben, Kunstbutter sind dagegen erlaubt. Auch der Genuß von Fleischbrühe ist an allen Tagen mit Ausnahme des Karsre tags gestattet.

Fast- und Abstinenztage sind solche Tage, an denen sowohl das Fasten als auch die Ab­stinenz beobachtet werden muß.

II. Solche Fast- und Abstinenztage sind 1. der Aschermittwoch, 2. die Freitage der 40tägigen Fastenzeit, 3. der Karsamstag bis 12 Uhr mittags, 4. die Freitage der Quatemberwochen.

Blosse Fasttage sind: 1. die übrigen Wochen­tage der 40tägigen Fastenzeit, 2. die Mittwoche und Samstage der Quatemberwochen. 3. die Di- giltage vor Weihnachten, Pfingsten, Mariä Him­melfahrt und Allerheiligen.

An diesen bloßen Fasttagen ist außer bei der Hauptmahlzeit auch bei der abendlichen kleineren Stärkung der Fleisu genuß gestattet. — Diejenigen Gläubigen, welche wegen ihres Alters nicht vollendetes 21. Lebensjahr bezw. vollen­detes 59. Lebensjahr) nicht verpflichtet sind, zu fasten, oder welche aus einem wichtigen Grunde, wie schwere Arbeit oder schwache Ge undheit, vom Fasten entschuldigt sind, dürfen an diesen Tagen nickt nur zweimal (bei der Hauptmahl­zeit und der abendlichen Stärkung wie die zum Fasten verpflichteten Gläubigen), lonöern auch ausserhalb dieser Mahlzeiten unbeschränkt Fleisch genießen.

Bloße Abstinenztage sind alle Freuage außer­halb der Fasten- und Quatemberzeit.

Trifft ein gebotener Feiertag oder auch ein Tag, der von der ganzen Gemeinde wie ein ge­botener Feiertag begangen wird (z. B. Fest des Kirchenpatrons, Tag einer althergebrachten Flur­prozession, Tag der feierlichen Prozes on zum Grabe des hl. Bonifatius lür die Teilnehmer, angelobter Feiertag) auf einen Fast- oder Ab­stinenztag, so fällt das Fasten- und Abstinenz- gebot ganz fort; dasselbe gilt, wenn eine der genannten Vigilien auf einen Sonntag fällt.

111. Zum Fasten sind alle verpflichtet, die das 21. Lebensjahr zurück gelegt haben und nicht durch ihr Alter iangefangenes bO. Jahr« oder durch einen anderen wichtigen Grund entschuldigt sind. — Entschuldigt sind tränke, genesende und schwächliche Personen, sowie alle, die entwede»