Beilage 3amH I. Elisa beth blatt
Nr. 7 Sonntag, 14. Februar 1932
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Uns der Diözese futoa
Vom Domkapitel. Der Hochw. Herr Bischof hat die Resignation des H. Professors Dr. Hartmann auf die von ihm seit dem 29. Okt. 1921 vermale e Dompräbenda erstelle angenommen. Zum Domprübendalen ernannt wurde Herr Subregens Dr. Godfried Flügel. Die Amtseinführung fand am Feste des heiligen Rabanus (4. Februar), vormittags 9.30 Uhr, auf dem hohen Chore des Domes statt.
prieslerscminar. Am 4. Februar, dem Feste des hl. R a b a n u s, fand im Bonifatiusfaal des Priefterfeminars die traditionelle Rabanus- Akademie in Gegenwart unseres Hochwürdigsten Herrn Bischofs, des Domkapitels und vieler anderer Gäste aus beni West- und Ordensklerus r statt. Das Bild des „praeceptor Germaniae" auf der Kopfseite des Saales war umrahmt von wirkungsvollem Blumenschmuck. Seminarorchester und Alumnenchor boten die wirkungsvolle Umrahmung für den wertvollen Festvartrag des Herrn cand. theol Iohannes Zini merman n- Trier über Rabanus-Ma ums als Dichter. Der Redner schilderte das zeit- und kulturgeschichtliche Misteu, aus dem der Dichter Rabanus herauswächst, behandelte dann eingehend die Theorie der Bers- und Strophenkunst, wie sie uns in den Schriften des Heiligen überliefert ist. und ging schließlich näher auf die dichterischen Leistungen Rabaus ein: Er ist Lyriker und Epiker, aber nicyt D.amati.er. Von Bedeutung ist er vor cutem durch seine Versinschriften für Kirchen, Altäre und Grabdenkmäler, durch feine kirchlichen Hyrw neu und sein bekanntestes Werk „Vom Lob des Heiligen Kreuzes". Zum Schluß richtete der Hach- würoigste Herr Bischof herzliche Worte an die Alumnen, Professoren und Gäste und wies sie aus das Beispiel des hl. Rabanus hin, der uns allen durch seine gründlichen theologischen Studien voranleuchtet: „Gedenket eurer Vorsteher welche euch das Wort Gottes verkündet haben; schauet auf den Ausgang ihres Wandels und ahmet ihren Glauben nach" (Hebr. 13,7).
Pfarrer i. R. 3of. Kraus f. In Borsch, wo er seinen Lebensabend verbrachte, ist Herr Pfarrer Joseph kraus am 4. Februar, dem Feste des hl. Rabanus, gestorben. Er war 1868 zu Borsch bei Geisa geboren und hatte 1895 die hl. Priesterweihe empfangen. Als Kaplan wirkte er in Eiterfeld und in Kleinsassen. als Kuratus in Züntersbach und in Elters. Dann wurde er Pfarrer in Bieber, wo er allerdings nur kurze Zeit tätig war. Am 15. Dezember 1904 kam er als Pfarrer nach Spahl in der thüringischen Rhön, seinem Hei- matgebiet. Dort hat er fast ein Menschenalter als Priester gewirkt und sich große Verdienste um seine Gemeinde erworben. Pfarrer Kleeschulte, der jetzige Pfarrer von Spahl sowie die Bürgermeister der fünf Gemeinden Spahl, Ketten, Apfelbach. Walkes und Reinhards, die zur Pfarre' Spahl gehören, sagen in ihrem Nachruf: „Voll tiefer Trauer steht die Pfarrei Spahl an der Bahre ihres früheren, vielgeliebten Seelenhirten. Fast 25 Jahre hat er mit hingebender Liebe und treuer Gewissenhaftigkeit, oft mit Aufbietung aller feiner Kräfte, die räumlich ausgedehnte Pfarrei Spahl seelsorglich betreut. Allen seinen Pfarrkin- dern war er in dieser langen Zeit ein lieber geistlicher Vater, ein treuer Freund geworden und hat sich dadurch in ihren Herzen ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Im Jahre 1929 zwang ihn seine zerrüttete Gesundheit, die Pfarrei Spahl, mit der er aufs engste verbunden war, mit einer anderen P Pfarrei zu vertauschen. Schwer fiel ihm der Ab- wâed. Hat er uns auch verlassen müssen, im Reifte weilte er doch noch stets bei und unter uns. Möge der ewige Hohepriester Jesus Christus, bef= Priesteramt der Verstorbene auf Erden so würdig bekleidet hat, ihm ein reicher Belohner sein in der Ewigkeit. Wir aber werden unseren frü
herem vielgeliebten Seelsorger ein ehrendes Andenken bewahren." In den lebten Jahren seiner Amtszeit war er von störenden Krankheiten heimgesucht, die ihn zwangen, zunächst eine kleinere Pfarrei (Kämmerzell) zu übernehmen und nach kurzer Zeit in den Ruhestand zu treten. R. i. p
P. Raphael Hüfner O. F. M. f. Nachdem die Fuldaer Franziskanerprovinz vor weniger als Jahresfrist burd) den Tod des verdienten Volksmissionars P Pazifikus Wehner einen schweren Verlust erlitten hat, muß sie nun schon wieder das Hinscheiden eines eifrigen und erfolgreichen Arbeiters auf dem Gebiet der Volksmissionen und Ererzitien beklagen. Am 2. Februar erlag in Bornhofen a. RH. P. Raphael Hüfner, nachdem er bereits längere Zeit erkrankt war und am Abend vorher die heiligen Sterbesakramente empfangen hatte, einer Herzschwäche. Er war gebürtig aus Hünfeld, wo er am 11. November 1871 geboren wurde. Zusammen mit P. Pazifikus Wehner erhielt er am 25. Mai 1890 in Fulda das Kleid des hl. Franziskus, mit ihm wurde er am 10. August 1897 zum Priester geweiht, um dann durch mehr als 30 Jahre Arbeiten und Erfolge mit ihm zu teilen. Auch P. Raphael wurde bald durch den Willen seiner Oberen auf das Gebiet der Volksmissionen geführt. Um die Entwicklung der Mi-- sionsmethode erwarb er sich große Verdienste, und beträchtlich ist die Zahl der von ihm gehaltenen Missionen. Ebenso bezog er die Ererziiten in seinen Arbeitsbereich ein. Bei dieser Tätigkeit, die allein schon eine ganze Manneskraft ausfüllte, fand P. Raphael aber noch Zeit zu einer reichen literarischen Arbeit. Nun findet sein Leib die Ruhe, die ihm auf Erden durch sein ununterbrochenes Arbeiten nicht zuteil wurde, von der Seele hoffen wir, daß sie dort ist, wohin sie so vielen anderen Wegweiserin war. R i p.
heilige Exerzitien. Soeben werden im Marienheim in Bad Soden Exerzitien für Terziaren durch den Herrn Pater Guardian vom Kloster Salmünster, Pater Johannes, abgehalten. TRonfag, den 15. Februar, gegen abend beginnt ein Exerzitien- Kursus für Haushälterinnen, wozu noch einmal freundlich eingeladen wird. Den Kursus hält ein Pater vom Kloster Frauenberg. Anmeldungen sind alsbald an das Marienheim in Bad Soden bei Salmünster zu richten.
Präfideskursus. Generalsekretär Clemens, Düsseldorf, hält vom 22 bis 24. Februar in Bad Soden (Marienheimt einen Schulungskursus für die Präsides der Jungmännervereine sowie aller katholischen Jugendvereinigunqen. Als Thema behandelt er das neue „Fulda-Trierer Grundgesetz in seiner religiös-pädagogischen Grundlegung und seiner praktischen Anwendung in der Jugendpasto- ral". — Das Grundgesetz hat in seiner nunmehr vollendeten Fassung die Änerkennung der deutschen Bischöfe gefunden. Es bietet für die männliche Iugendseelsorge eine feste Grundlage und klare Richtschnur. Die Teilnahme an dem Schulungskursus in Bad Soden bei Salmünster wird den Präsides nachdrücklichst empfohlen. Der genaue Tagungsplan sowie Mitteilung betreffs Kosten, Verpflegung usw. geht den Präsides durch den Jungmännerverband zu.
Umpfarrung der Katholiken des Vorwerks Karnbergs. Die Katholiken des Vorwerks im Kreise Mühlhausen i. Thür, wurden durch Urkunde des Hochw. Herrn Bischofs von Fulda vom 24. Oftober 1931 aus der kath Kirchengemeinde Treffurt (Werra) ausgeschieden und in die katholische Kirchengemeindei Wendehausen umgepfarrt. Die Umpfarrung tritt mit dem 1. April 1932 in Kraft.
Oberbimbach. Am 24. Januar veranstaltete die Schule zum ersten Male in unserer Pfarrei einen Elternabend. Der große Weißmüllersche Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Ein schneidiger Marsch der hiesigen Musikkapelle und erklärende Worte des Herrn Hauptlehrers Hermann über Sinn und Verlauf der Veranstaltung leiteten die Feier ein. Das nur von Kindern dar- gest.llte Märchenspiel „Schneewittchen" und das darauf
folgende Luststückchen „Eingeregnet" fand reichen Beifall. Musik, Tanzreigen der Mädchen und exakt ausgeführte Freiübungen der Knaben füllten die Pausen aus. Durch sechs gut gelungene Pyramiden fand die schöne Feier einen würdigen Abschluß. Dank allen, die an dem Gelingen dieser Veranstaltung mitgeholfen haben, besonders aber dem Lehrerkollegium, das die schwere Aufgabe des Einübens übernommen hatte.
Müs (Kreis Fulda). Herr Georg Möller und Frau Gertrude geb. Kreis konnten dieser Tage das Fest der Goldenen Hochzeit feiern.
Soisdorf (Kreis Hünfeld). Am 9. Februar konnten Landwirt Eduard V ü g l e r und seine Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit feiern.
Cutter (Kr. Gersfeld). In der Gastwirtschaft Rehberg fand am vorigen Donnerstagabend eine sehr gut besuchte Versammlung der Zentrumspartei statt. Ein Mitglied des Fuldaer Windthorstbundes legte in anschaulichen Ausführungen die politische und wirtschaftliche Lage dar. Es folgte eine lebhafte Aussprache, an der sich vor allem Jungwähler beteiligten. Gegen 11 Uhr schritt man zur Wahl eines Vorstandes der Ortsgruppe Lütter der Zentrumspartei. Zum Vorsitzenden wurde Anton S ch ü tz bestimmt. In den Vorstand wurden weiter gewählt: Pfarrer Goldbach, Wilhelm Höhl, Joseph Hohmann und Albert Leibold. Obmänner sind Anton Schütz, Joseph Hohmann und Bürgermeister Jos. Seufert.
Ried (Krs. Gersfeld) Mittwoch abend fand hier eine von jung und alt zahlreich besuchte Z e n t r u m s versa m m l u n g statt. Als Redner war Dr. Saue r-Fulda erschienen. Zum Schluß der Versammlung wurde die Ortsgruppe Ried der deutschen Zentrumspartei gebildet. Zum Vorsitzenden wurde Bürgermeister Joseph Enders gewählt. Weiter gehören dem Vorstand an: Heinrich Weber, Oskar Baumgarten, Joseph Kremer und Franz Müller.
Borsch. Am Montag Vormittag fand hier unter zahlreicher Beteiligung der Geistlichkeit der Psarrgemeinden, in denen der Verstorbene gewirkt hat, und der Vereine die Beerdigung des H. H. Pfarrers i. R. Joseph Kraus statt. Das Domkapitel war vertreten durch Herrn Domdechanten Prof. Dr. Leimbach und Herrn Domkapitular Prof. Dr. Richter, von denen der erstere bei der Primiz des Verstorbenen die Predigt gehalten, letzterer als Subdiakon ihm zur Seite gestanden hatte.
Bad Orb. Am Sonntag Quinquagesima fand hier eine Kirchen-Kollekte für die bedürftigen Erstkommunikanten statt, die von der Pfarrgeistlichkeit selber abge- balten wurde. Das Ergebnis war ein geradezu glänzendes und brachte trotz Winterkälte, Arbeitslosigkeit, Armut und Not in breiten Volksschichten und trotz Fastnacht eine Einnahme do?! nahezu 300 Rm. Damit haben die Bad-Orber Katholiken einen schönen Beweis ihres christlichen Gemeinschaftsgeistes und ihrer edlen Opfergesinnung gebracht und eine Liebestätigkeit gezeigt, dis vollste Anerkennung verdient.
Bad Soden b. Salmünster (Kr. Schlüchtern). Mittwoch abend fand im Kurhaus-Saal eine überaus gut besuchte Versammlung der Zentrumspartei statt. Namentlich die Jugend war sehr stark vertreten. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Sanitätsrsat Dr. Saldi t t, konnte als Referenten den Reichstagsabgeordneten Schwarz-Frankfurt a M. begrüßen, der in klaren und allgemein verständlichen Ausführungen die politische Lage und die zielstrebige Außenpolitik des Reichskanzlers Brüning darlegte. Geschäftsführer Schuchert vom Kurhessischen Bauernverein ging näher auf landwirtschaftliche Fragen ein und betonte, daß gerade das Kabinett Brüning auf zollpolitischem und steuerlichem Gebiet, im Großen gesehen, alles getan habe, was im Augenblick geschehen könne für die'Landwirtschaft vom Staate aus. Ein Mitglied des Windthorftdundes wies auf die widerspruchsvolle Art hin, wie die Nationalsozialisten ihre Propaganda treiben.
Höchst b. Gelnhausen. Unser kathol. Arbeiterverein bot uns das Theaterstück „Die Grafenkinder" mit Gesang in 4 Auszügen. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt, eine Zuschauermenge, wie er bis heute noch nie aufweisen konnte. Nachdem Herr Aloys Weigelt im Namen des Vereins alle herzlich begrüßt hatte, traten die Spieler auf die Bühne, die ihre Rollen ganz vorzüglich darstellten. Durch die Aufführung des Lustaktes „Adolar, wo hast du dein Wehwehchen" wurden die Lachmuskeln kräftig in Bewegung gesetzt. Der Abend wird allen Besuchern lange in Erinnerung bleiben.
Hanau. Die diesjährige, gutbesuchte Jahreshauptversammlung der Marian. Jünglings-Kongregation, die unser Präses, Kaplan Sauerbier, eröffnete, wurde mit