Aus See
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Kardinal Pacelli an Fürst LSwensteia.
KardmalftaatsfeLretär Paeelli hat in Beantwortung der Kundgebung, die MG Alois zu Löwenstein wegen der Vertreibung der Jesuiten aus Spanien an den $L Vater gerichtet hat, folgendes Antwortschreiben an den Fürsten gerichtet:
„Die Teilnahme, welche die Katholiken Deutschlands anläßlich der Auflösung der Gesellschaft Je!« in Spanien dem Heiligen Vater durch Euer Durchlaucht in edler, für ihre Wauhensbrüder in Spanien wie besonders für die vertriebenen Ordensmänner ehrenvoller Weise zum Ausdruck brachten, hat Seiner Heiligkeit großen Trost bereitet.
Der Heilige Vater rechnet fest auf die Mithilfe der deutschen Kathöliken in Gebet und Opfer, daß durch das allmächtige Walten der göttlichen Vor- fehrmg der schwere Sturm, der augenblicklich über das kachMfä>e Spanien hinbrauft, sich ihm recht bald zu reichstem Segen und neuer Blüte wandle. Sm dieser Zuversicht spendet der Heilige Vater den Katholiken Deutschlands von DMMM Herzen den Apostolischen Segen."
Kardinal Ehrie erkrankt.
Kardinal Ehrle leidet seit etwa zwei Wochen an quälenden Anfällen von Lungenasthma. Der hohe Patient begab sich zur besseren Pflege in das Genera lat des Jesuitenordens, wo er sich die Sterbesakramente spenden ließ. Er wird von dc/. bekannten Internisten und vatikanischen Arzt Professor Melani behandelt, der eine günstige Prognose für den Krankheitsverlauf stellte, allerdings unter Vorbehalt der bei dem Alter des Kir- ânfürften von 86 Jahren möglichen Komplikationen. Der Purpuvträger befand sich teilweise wieder wohl und konnte auf der Terrasse des Ordenshauses und außerhalb desselben kleine Spaziergänge unternehmen. Infolge fortgeschrittenem Au- -genleides ist er seit einiger Zeit am Lesen der heiligen Messe behindert. Obwohl die Presse bisher keine Krankheitsbe richte ausgegeben hat, ist das Interesse und die Anteilnahme für das Befinden des weltberühmten Gelehrten altgemein. Er ist der zweitältrste der Kardinäle.
Das Vermächtnis eines Missionars.
Im Festsaal der Anima fand durch den bekannten Oblatenpater Schulte, den ehemaligen Fliegeroffizier und Gründer der Mrva (Miffionsver- kehrsarbeitsgemeinschaft), im Beisein des Patriar-j chen Grafen Hupn, des Bischofs Smit, des österreichischen Gesandten Kohlruß, des Botschaftsrats Dr. Klee, sowie zahlreicher Mitglieder der deutschen Kolonie, eine glänzend gelungene Vorführung des Filmes „Das Vermächtnis eines Missionars" statt. Die heutige Italien zeitimg bringt eine sehr sympathische Würdigung des Vortragsabends und des Films, von dem sie zutreffend sagt: „Er wirkt in seiner einfachen Art eindringlich und erschütternd. Es gibt für die Mina Lei« wirksameres Propaganidamittel, als die unendlichen übermenschlichen Strapazen zu zeigen, denen noch vor kurzem die Missionare arrsgeseßt waren. Mit dem „guten Kameraden" schließt der Film, der ein wahres Hohelied der Menschlichkeit und Brüderlichkeit ist.
Vom Basis anifdjen Bahnhof.
Auf der Eisenbahnstation des Vatikans sind kürzlich die Arbeiten für das Auslegen der Berbindungsgleise begonnen worden. Damit soll die Eisenbahn die kleinen kirchlichen Staatswesen an die Staatsbahn anschließen. Gleichzeitig hat man auch die Arbeiten für die Einteilung des kleinen Wagenparks in Angriff genommen. Ferner muß der Anfahrtsplatz an der eigentlichen Station vollendet werden. Dazu gehört die Rampenfahrt, die von dem Gerichtsgebäude beginnt, und die Auffahrtstreppe am Platz der Sakristei. Das Bahnhofsgebäude, das unter der Leitung der Di
rektion der italienischen Staatseisenbahnen erbaut worden ist, ist bereits fertig und braucht nur noch abgeputzt zu werden. Wie fast alle Paläste, gleich ob alte oder neue, in der Stadt des Vatikans, ist auch der Bahnhof mit einem Brunnen ausgestattet, der seinen Wasierstrahl aus einem Löwenmaul heraussendet. Der Platz wird mit grünen Rasenflächen geschmückt.
Was noch zu tun übrig bleibt, sobald die eigentliche Weisanlage fertiggestellt ist, das sind eigentlich nur noch Aus schmücknngsar beiten. Gewiß ist, daß die Eisenbahnstation Vatikan in Rom am 31. Mai fertig sein wird. Es ist beabsichtigt, an diesem Tage die päpstliche Gesandtschaft, die sich für die großen Feierlichkeiten M Ehren des hl. Antonius nach Padua begeben soll, als erste von dieser neuen Eisenbahnstation abretfen zu lassen und dann den eigentlichen Betrieb zu eröffnen. Der Bahnhof des Papstes ist der jüngste bedeutende Bahnhof der Welt, aber er wird gewiß in der Wichtigkeit des Verkehrs bald viele andere hinter sich lassen.
Deutscher Kurhstikeutag 1932.
Das Programm des Deutschen Katholikentages, der in der Zeit vom 31. August bis 5. September 1932 in Essen abgehalten wird, liegt jetzt nach den Vorarbeiten der vorbereitenden Ausschüsse in seinen Grundzügen fest. Die Tagung besteht aus dem Vertreterlag und der 71. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands. Der Vertretertag nimmt am Mittwoch, 31. August, mit einem zwanglosen Abend in Stadt. Saalbau feinen Anfang. Am Donnerstag hält der Vertretertag seine Beratungen ab. Die 71. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands beginnt am 31. August mit der Generalversammlung im Saalbau, der eine Kinderkundgebung auf dem Burgplatz vorausgeht. Nach einem feierlichen Hochamt in der Münsterkirche am Donnerstag morgen findet abends in den Essener Ausstellungshallen die große Eröff- nungsversammlung statt. Für Freitag, den 2. September, ist die erste öffentliche Versammlung sowie eine Reche von Sonderveranftaltungen vorgesehen. Der Samstag wird durch ein feierliches Requiem eingeleitet, dem die einzige geschloffene Versammlung im Saalbau folgt. Am Nachmittag findet im den Ausstellungshallen die zweite ordentliche Versammlung statt. Für den Abend ist ein größerer Fackelzug vorgesehen. Am Sonntag, benu 4. September, wird auf dem Baldeneyer Berg ein großer Festgottesdienst abgehalten. Die öffentliche Schlußvers-ammlu-ng findet am Nachmittag statt. Eine gemeinsame Wallfahrt zum Grabe des hl. Ludgerus in Werden wird die Tagung am Montag, dem 5. September, abschließen.
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Die Abrüstungskonferenz
hat programmäßiq am 2. Februar in Genf begonnen. Präsident ist der Engländer Henderson. Dieser eröffnete auch die Tagung, die wohl Monate lang dauern wird, mit einer längeren Rede. Na-; turgemäß vermied er dabei konkrete Festlegungen.
Die Stimmung in Genf leidet sicht!uh unter den Kämpfen, die zwischen Japan und China, namentlich vor Schanghai, statt finden. Kanon enmufik paßt nun einmal nicht als Begleitmusik zu einem so eminenten Friedenswerk, wie es die Abrüstungskonferenz fein will und soll.
Sehr peinlich auf die Genfer Atmosphäre wirkt auch der Gewallstreich, den sich Litauen gegen das Memellaad erlaubt hat und gegen den Deutsch- lcnb alsbald protestieren mußte. Der Völ/r- bundsrat wird sich schnellstens mit dieser« Angriff auf vertraglich verbürgte Rechte des deutschsprachigen Memelländchens besassen müssen und hoffentlich energischer bur^greifen, als er es dem kriegslüsternen Japan gegenüber getan hat.
Frankreich hat die Genfer Mrüstuugsverhand- fangen alsbald in feinem Sinne zu beeinflussen
gesucht, indem es an die Stelle des Abrüstungsgedankens den Sicherheitsgedanken in den Vorder- grunb schob: Frankreichs Vertreter, der Kriegsminister Tardieu, extremer Nationalist, überreichte den Abordnungen der übrigen Länder eine Denkschrift, die bereits konkrete Vorschläge macht: Ein Teil der Kriegsmittel soll internationalisiert werden: dem Völkerbund sollen Machtmittel in die Hände gegeben werden (eine An Völkerbundspolizei), die jede gewaltsame Störung des gegenwärtigen Bestandes durch militärisches Eingreifen verhindert.
Gegenwärtiger Bestand ist natürlich die Lage, wie sie der Versailler Vertrag geschaffen hat. So will Frankreich auch die Abrüstungskonferenz nur dazu benutzen, um das unhaltbare Versailler Diktat zu verewigen. Wir hoffen — und alles spricht dafür — daß die übrigen Teilnehmer der großen Genfer Tagung sich dafür nicht bergeben werden. Da Frankreich aber nicht nachgeben und auf keinen Fall abrüften will, ist damit ein Erfolg der Abrüstungskonferenz sehr zweifelhaft.
Am Sonntag ist auch Reichskanzler Dr. Brüning in Genf eingetroffen. Er wurde von seinen Landsleuten ungemein herzlich begrüßt. Unterwegs war ihm schon in Freiburg (Schweiz) von Studenten der dortigen katholischen Universität eine begeisterte Ovation dargebracht worden
Die große Einleilungsdebakte, in der die führenden Männer der Delegationen zu Worte kommen, hat am Montag begonnen. Der englische Außenminister S i r Simon sprach als erster. Er betonte: Die Konferenz muß der Welt den festen Willen zeigen, die Rüstungen auf das Mindestmaß möglichst herabzusetzen Eine Herabsetzung der Heeresausgaben um 25 Prozent ist unbedingt notwendig. Zum Schluß gab Simon kurz zusammengefaßt das Abrüstungsprogramm der englischen Regierung bekannt. Die eng» lifche Regierung nimmt den vom Abrüstungsausschuß ausgearbeiteten AbkomMensentwurf als Grundlage der Verhandlungen an, ferner den Vorschlag in diesem Abkommen auf Festsetzung von Höchstgrenzen für ine Rüstungen. Sie unterstützt den Vorschlag auf Schaffung eines ständigen Abrüskmgsausfchusses und verlangt die völlige Abschaffung der Unterseeboote, der Gas- und tfjé- mischen Kriegsführung. Die Abschaffung der allgemeinen Dienstpflicht muß eingehend geprüft werden. Die englische Regierung verlangt aber zunächst praktische Maßnahmen, um zu einer Beschränkung der aktiven Truppenbestände zu kommen, ferner eine wesentliche Herabsetzung der allgemeinen Rüstungen
Simon schloß mit den Worten: „Es kann nicht Verheimlicht werden, daß bis zur endgültigen Erreichung des großen Zieles noch große Schwierigkeiten bestehen Aber zahlreiche Friedenskonferenzen find bisher ergebnislos verlaufen. Die Folgen dieser Zusammenbrüche sind mit Blut in der Geschichte der Menschheit eingeschrieben. Die Konferenz wird jetzt durch wochenlange und monate- lauge Verhandlungen zu gehen haben, um endlich das große Ziel zu erreichen. Die Abrüstungskonferenz stellt die Vertretung der großen Masse der Völker aller sänket dar; gerade der Völker, die den Krieg zu tragen und auszufechten haben.. Der Erfolg ist demjenigen sicher, der entschlossen ist, Erfolg zu haben."
. Als 2. Redner trat der französische Kriegs- Minister Tardieu auf die Bühne. Seine Gs» dank engäuge deckten sich mit denen der französischen Denkschrift, die vor allem „Sicherheit" und die Garantie des Versailler Vertrags und deshalb einen „starken" Völkerbund fordert, einen Völkerbund, dem militärische Machtmittel Mr Verfügung sieben. Die Sicherheit Frankreichs (das bekanntlich von Waffen und Soldaten strotzt und heute die erste Kriegsmacht der Welt ist!!) fei nicht genügend. Das französische Volk verlange deshalb, daß der VodenJrank- reichs geschützt werde. — Frankreich hgt nur insoweit Interesse an der Abrüstungskonferenz, als ihm der gegenwärtige Besitzstand garan*