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Nr. 6 Sonntag, 7» Februar 1932
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Krönungslag des Papstes.
Der am 12. Februar d. I. zum zehnten MB Wiederkehrende Erinnerungstag an die Krönung Seiner Heiligkeit Papst Pius XI. ist, wie vom Hochwürdigsten Herrn Bischof angeordnet wird, in diesem Jahre am ersten Fastensonnlag, dem 14. Februar, zu feiern. Die hochwürdigen Herren Geistlichen sollen die Gläubigen in der Predigt auf die Bedeutung des Tages hinweisen und sie zu eifrigem Gebete nach der Meinung des Heiligen Vaters ermuntern. Auch mögen die katholischen Vereine bei ihren Versammlungen des 10. Jahrestages der Krönung unseres Heiligen Vaters gedenken. Im Gottesdienst sollen die Gebete für den Heiligen Vater verrichtet, am Schluß des Hochamts das Allerheiligste ausgesetzt, das Te Deum gesungen und der sakramentale Segen erteilt werden.
Der diesjährige Fastenhirlenbrief des Hochw. Herrn Bischofs von Fulda beantwortet die Fragen: „Worin besteht die Königsherrschaft des Herzens Jesu?" und „Welchen Segen dürfen wir von ihr erwarten?"
Fulda. Am Dienstag, 9. Februar, hält die Marianische Priesterkongregation im Herz-Jesu-Heim Andacht und Vortrag. Beginn 3.30 Uhr.
Fulda. Am Feste des hl. Nabanus (4. Februar) waren 40 Jahre verflossen, seitdem die Barmherzigen Bruder in Fulda sich niedergelassen hatten. Sie waren zuerst zu Miete in einem Hause Langebrückenstraße 36 und zogen dann nach Leipzigerstraße 4 in ein eigenes Haus, bis schließlich 1911 mit dem Bau des Herz-Jefu- Heims begonnen wurde.
Ernannt wurde Studienrat Dr. Ranft am Wil- tzelmsgymnasium in Kassel zum Mitglied des Pädagogischen Prüfungsamtes der Provinz Hessen-Nassau.
Ernannt wurde Studienrat Heinrich Monzel aus Schlüchtern, zur Zeit an der Staatlichen Bildungsanstalt Berlin-Lichterfelde, zum Direktor des Staatlichen Gymnasiums in Köln-Mülheim. Herr Monzel ist Abiturient des Fuldaer Gymnasiums.
Fulda. In den Ruhestand getreten ist der um den sozialen Fortschritt in Fulda und im Fuldaer Land sehr verdiente Herr Wilhelm Frank, zuletzt Leiter des Ver- sicherungsamtes der Stadt Fulda. Krankheit zwang ihn, sich aus der Wirksamkeit auf sozialem Gebiet, die er in verschiedenen Stellungen jahrzehntelang entfaltet hatte, zuruckzuziehen. Herr Wilhelm Frank hat bekanntlich neben seiner Tätigkeit als Volksvereinssekretär lange Zeit dem Arbeitsnachweis in Fulda vorgestanden und bis zur Errichtung der neuen Reichsversicherungsbehörde mit reger Initiative, großem Fleiß und hohem Verantwortungsgefühl für die Arbeitsbeschaffung und verwandte soziale Aufgaben sich eingesetzt. Auch in seiner letzten Stellung bei der Stadtverwaltung bewies er große Zuverlässigkeit und reiche Sachkunde, die er in einem arbeitsreichen Leben und in den öffentlichen Ehrenämtern. die ihm seine Mitbürger übertrugen, erworben hatte. Im Jahre 1920 trat er als Nachfolger Richard Mullers in die Deutsche Nationalversammlung ein. Lange Jahre war er Fuldaer Stadtverordneter. Als Versammlungsredner hat er sich um den Volksverein uns um die Zentrumspartei große Verdienste erworben.
A F"l?")- H'er hielten die Nationalsozia- listen eine Ver ammlung, in der der Redner, Herr Elsner
^ ^"k. Dritte Reich die deutsche Einheits- FnHmr Bekenntnisschule verwarf. Den atholychen Eltern soll also die Gewissensfreiheit qe- nommen werden. Gegen ihr Gewissen und gegen die Forschriften der Kirche sollen sie, wenn die Nazi die gezwungen werden, ihre Kinder in nicht- tatholische Schulen zu schicken. Da wagen die Nazi noch s^st in leder Versammlung auf die Bischöfe zu schimpfen weil sie den Katholiken die Zugehörigkeit zu ihrer Partei verbieten! Es ist gut, daß ein Naziredner die Katze aus dem Sack herausließ.
Großenlüder (Kr. Fulda). Innerhalb einer Woche feierten die Ehepaare Ferdinand B e t t i n g e r mit Anna Maria, geb. Schmitt und Friedrich Otterbein mit Jto^tia geb. Schreiner am 26. bezw. 31. Januar in un- tmmun95üo11 geschmückten und in herrlichster 8e= Achtung erstrahlenden Pfarrkirche unter zahlreicher Be- «Ä"9.. ^ Pfarrangehörigen das Fest des goldenen < Am Schlüsse des Gottesdienstes wurde
1 ^' oüchofliche Gedenkblatt nebst einem kleinen Anden
ken vom Ortspfarrer überreicht. Bei den abendlichen Serenaden vor den Wohnungen der Jubelpaare konnte man aus der zahlreichen Beteiligung von Groß und Klein, der verschiedenen Vereine, die, flankiert von Faktet tragenden Feuerwehrleuten, aufmarschierten, aus den Liedern des Gesangvereins und den Barbietungeneber hiesigen Musikkapelle ersehen, welche Verehrung und Hochachtung die beiden Jubelpaare in der Pfarrei genießen. Auch unser Bürgermeister gab im Namen der Kirchengemeinde, de» Dorfgemeinde, des kath. Arbeitervereins bezw. des Kriegervereins und aller übrigen dieser Tatsache unter Anerkennung der Verdienste der Jubilare für Gemeinde und Kirche lebhaften Ausdruck und überreichte ein Glückwunschschreiben des Landrats des Kreises Fulda sowie eine Ehrengabe der Staatsregierung. Möge den hochbetagten Eltern in den beiden Familien ein langer, glücklicher Lebensabend beschieden sein.
Welkers (Kr. Fulda). Um die Sorgen und Nöten des Alltags für einige Stunden vergessen zu lassen, hatte am verflossenen Sonntagabend der hiesige Arbeiterverein seine Mitglieder nebst Angehörigen zu einer Familienfeier versammelt. Kaplan Hahner als Präses begrüßte die zahlreich Erschienenen, besonders Herrn Pfarrer Mans. In einem klaren, gemeinverständlichen Vortrage schilderte hierauf Pfarrer Mans seine Reise nach dem weltbekannten Wallfahrtsorte von Lourdes. Durch zahlreiche Lichtbilder wurden den aufmerksamen Zuhörern die schöne Reise sowie die Gnadenstätte selbst vor Augen geführt. Im gemütlichen Teil spielten die Schulkinder einige heitere Theaterstücke.
Hünfeld. In seltener körperlicher und geistiger Frische konnte der Vater unseres hochw. Herrn Dechant, Herr August Ley, seinen 88. Geburtstag feiern. Herr Ley ist Veteran von 1870-71. Wir wünschen dem hochbetagten Manne einen glücklichen, sonnigen Lebensabend!
Oberufhausen (Kr. Hünfeld). Am Sonntag beging der Gesellenverein von Ober- und Unterufhausen sein 41. 41. Stiftungsfest. Morgens 7.30 Uhr traten die Mitglieder geschlossen zum Tische des Herrn. Um 9% Uhr war feierliches Hochamt, in dem Prof. Dr. Becker vom OblatenkHster Hünfeld dis Festpredigt hielt. Nach Schluß der kirchlichen Feier geleitete das neu gebildete Tambo u r k o r p s des Vereins unter Leitung von Karl August Wiegand die Gesellen mit Fahne und Banner zurück zum Vereinshaus. Abends um 7 Uhr fand die weltliche Feier statt. Dechant Gnau konnte zahlreiche Freunde und Gönner des Vereins begrüßen. Er forderte die Kolpingsiöhne auf, sich fest 'zusammenzuschließen, um den feindlichen Strömungen ein energisches Halt bieten zu können. Das vieraktige biblische' Schauspiel „David" fand starken Beifall.
Thalau (Kr. Gersfeld). In der hiesigen Gastwirt- schafr fand Dienstagabend eine Zentrumsversammlung statt. Die Mehrheit der Versammlung bildeten die Jungwähler. Nach dem Referat eines Mitglieds des Fuldaer Windthorstbundes schritt man zur Bildung der Ortsgruppe Thalau der Zentrumspartei. In geheimer Abstimmung wurde Kuratus Arend zum Vorsitzenden gewählt. Weiter gehören dem Vorstand an: Josef Kreß- Thalau, Bürgermeister Klüber-Altenhof, Albert Albin- ger-Stellberg und Johann Link-Stellberg.
Bab Soden (Kr. Schlüchtern). So mancher Kranke hat von den Quellen in Bad Soden-Stolzenberg Heilung und Gesundheit gefunden. Sie konnten alle mit gutem Erfolg nach Hause zurückkehren. Aber auch die hiesige Bevölkerung ist ein gesunder Schlag. Das geht schon daraus hervor, daß die Gemeinde Bad Soden-Stolzenberg zur Zeit zwölf über 80 Jahre alte Jubilare hat, die zusammen 988 Jahre zählen. Sie folgen mit Namen und Alter: Kath. Danz 84 Jahre, Marg. Henrich 84 Jahre, Theresia Ruppel 84 I., Appolonia Henrich 83 I., Lau- renzia Wolf 83 Jahre, Elisabeth Rupp 82 Jahre, Maria Weber 82 Jahre, Christiana Kreß 81 Jahre, Johannes Nix 82 Jahre, Josef Hild 82 Jahre, Cornel Grauel 82 Jahre, Theodor Fenstrer 80 Jahre.
Gelnhausen. Am 17. und 23. Januar trat unser Kirchenchor unter der zielbewußten Leitung von Herrn Lehrer Mock mieber, wie alljährlich im Januar, mit einer größeren Darbietung vor die breite Oeffentlichkeit. Es ist ja bekannte Tatsache, daß die Konzerte unseres Choroereins sich seit Jahren allgemeiner Beliebtheit erfreuen; sind wir doch auch stets eifrigst bestrebt, unserer großen Zuhörerschaft wirklich angenehme, unterhaltsame Stunden zu bereiten. Vor Jahresfrist boten wir der hiesigen Qeffentlichkeit die prächtige „Freischütz-Oper" von C. M. v. Weber; diesmal griffen wir wieder zu einer volkstümlichen Operette „Frühling in Heidelberg". Daß wir damit das Richtige getroffen hatten, bewies der zweimalige gute Besuch in der geräumigen Turnhalle dahier. Die Darsteller, in erster Linie diejenigen der Hauptrollen, entledigten sich ihrer Aufgabe aufs beste, und so konnte der Erfolg nicht ausbleiben. Eine eingehende Kritik und Würdigung brachten die beiden hie
sigen Lokalzeitungen; es würde zu weit führen, auch an dieser Stelle noch einmal auf Einzelheiten einzugehen. Bemerkt sei nur noch, daß der halbe Reinertrag der Veranstaltung der hiesigen Winterhilfe zur Verfügung gestellt wurde. Unsern Kirchenchor aber beglückwünschen wir zu diesem neuen schönen Erfolg und hoffen, daß er weiterhin so einträchtig wirke in der hiesigen Diaspora.
Vom Heimgang des Geistl. Rakes Dechanl Ahsrk.
Unter der allgemeinen Teilnahme der gesamten Bevölkerung des Huttenschen Grundes wurde am Donnerstagmorgen der Geistliche Rat Dechant Atzert in Romsthal zur letzten Ruhe bestattet. Die Gemeinde ging des Morgens geschlossen zur hl. Kommunion. Um 9 Uhr nahm sie in einer ergreifenden Feier vor dem offenen Sarge in der Kirche Abschied von ihrem geliebten Seelsorger. Nach dem Totenoffizium der Geistlichkeit begann um 10 Uhr das Traueramt, das Kaplan Atzert- Kassel, der Großneffe des Verstorbenen, unter Assistenz des Herrn Kuratus Kind und des Herrn Alumnus Richard Huth-Romsthal, eines Schülers des Verstorbenen, zelebrierte. Während des Trauergottesdienstes sang der Kinderchor das feierliche Requiem. Dechant Richter-Herolz trug dem letzten Willen des Verstorbenen Rechnung und sah von einer Leichenrede ab, fand aber herrliche Worte, in denen er die Gläubigen zum Gebet erniahnte. Wie in der Kirche, so verlief auch auf dem Friedhof die Feier würdig und fromm. Die vereinigten Gesangvereine der fünf Gemeinden der Pfarrei unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Herrn Rehm entboten in zwei Chören ihrem treuen Seelsorger den letzten Gruß. Herr Landrat Dr. Müller sprach im Namen des Kreises Schlüchtern mit großer Hochachtung von dem Wirken des Verstorbenen zum Besten der Kreisbevölkerung. Oberförster Augustin legte im Namen der von Kühl- mann'schen Verwaltung dem „treuesten Hirten des Huttenschen Grundes" einen Kranz nieder. Ebenso wurden Kränze gewidmet von der Kirchengemeinde, den politischen Gemeinden, den vielen Vereinen und Vereinigungen der Pfarrei. Auch die Armen des Kreissiechen- hauses Eckardroth fehlten darunter nicht. Auch die Freifrau von Stumm ließ einen Kranz am Grabe niederlegen. Mit dem Herrn Geistlichen Rat Dechant Atzert ist der erste Pfarrer von Romsthal aus dem Leben geschieden. Er ist der Gründer der Pfarrei, der Erbauer des Pfarrhauses und der erweiterten Kirche. 41 Jahre lang hat er, oft unter den schwierigsten Verhältnissen, treu bei seiner Pfarrgemeinde, mit deren Sorgen und Mühen er innigst verwachsen war, ausgehalten. Er war ein überaus würdiger Priester, eine charaktervolle Persönlichkeit, ein Seelsorger voll Klugheit und zäher Willenskraft. So ist er in die Ewigkeit gegangen, geliebt und hochverehrt von seiner Gemeinde und seinen vielen Freunden. Sein Grab, das erste Priestergrab auf dem Friedhof zu Romsthal, wird der Gemeinde ein heiliges Plätzchen bleiben, ein Denkmal dankbarer Liebe und Verehrung. R. i. p.
Altenmittlau. Am 31. Januar feierten Schuhmacher Konrad Jakobs und Frau, Maria geb. Weber, von hier, das Fest der Goldenen Hochzeit in körperlicher und geistiger Frische. Gleichzeitig feierten Schwiegersohn und Tochter des Jubelpaares, die Eheleute Aloys Trageser und Magdalena geb. Jakobs das Fest der Silbernen Hochzeit.
Aus dem Dekanat Erfurt. Am Sonntag hielt der Katholische deutsche F r a u e n b u n d' im Ursulinenkloster seine diesjährige Generalversanimlung ab. Die Vorsitzende, Frl. v. T i e s ch o w i tz dankte allen Mitgliedern, die (auch im 16. Jahre des Bestehens) treu an der Verwirklichung aller Ziele des Bundes mitgewirkt haben. Herr Dompropst Dr. Freusberg zeigte dann in längeren Ausführungen die wichtigste Ausgabe, die die Betreuung der Kinder in den Kinderhorten und Kindergärten stellen. Der Katholische Frauenbund wird, getreu seiner Vergangenheit, diese Anstalten unterstützen und ausbauen helfen. Eine besondere Freude für die Mitglieder brachte der 2. Teil des Abends. Frau Marta Groß e-Berlin war gewonnen worden, Werke aus ihren Dichtungen zu bieten, die das Frauenleben verherrlichen. Es war eine weihevolle Stunde, als die tiefempfundene Lyrik Kindheit, Jugend, Liebe, Mutter- glück, Krieg und harten Lebensernst verlebendigte. — Am gleichen Abend fand sich in der Villa b i e Schottengemeinde zu einem Familien- und Gemeindeabend zusammen. Herr Pfarrer Nagels sprach über all die Angelegenheiten, die in jüngster Zeit besonders die Pfarrgemeinde berühren. Besonderes Interesse verdient die Frage der katholischen Volksschulen. Es war in letzter Zeit öfters der Plan aufgetaucht, die drei katholischen Volksschulen eventuell in zwei Systemen zusammenzufassen. Die notwendige Folge wäre eine Neuverteilung der Stadtbezirke auf die Schulhäuser. Die Kin-