Kampsrus der jungen Zronl Annings.
Nummer 6 / Seife 7.
Der Reichsjugendausschuß der Deutschen Zèn- trumspartei hielt am 21. und 22. Januar im Haus des Gesellenvereins in Köln seine erste diesjährige Tagung ab. Nachstehender Aufruf ist der Auftakt für den kommenden Wahlkampf, in den die im Reichsjugendausschuß zusammengeschlossenen Gruppen der jungen Generation, die zur Zentrumspartei stehen, in der gleichen kampsfreudigen Art eintreten, wie sie im Vorjahre die Reichs- jugendkampfwoche gegen Sowjetstern und Hakenkreuz durchgeführt hocken.
Wir wollen Deutschlands Schicksal wenden! Weder Jnteressentenangst noch gewissenlose Massenleidenschaft, weder Hakenkreuz noch Sowjetstern führen uns aus Wirtschaftselend und Volksnot heraus. In dieser Entscheidungszeit sind wir die entschlossene Front der Gottgläubiqkeik und der politischen Verantwortung. Unser politisches Handeln gilt der Beseitigung der Rot und gilt der endgültigen Freiheit Deutschlands. Darüber hinaus kämpfen wir für eine christliche Renordnung in Wirtschaft, Volk und Reich.
1. Wir kämpfen für die Gerechtigkeit: Alle Deutschen müssen die Not tragen. Alle verfügbaren Kräfte, alles, was der größte und kleinste Deutsche zu geben hat, Blut. Gut und Geld, alle Kapitalkraft, alle Wirtschaftsführung, alle Sozialpolitik und Selbsthilfe im Volk müssen für die Rettung restlos mobil gemacht werden.
Wir kämpfen für Arbeit und Brot. Die Rückbildung von Riesenformen der Wirtschaft zu einem gesunden Mittelstand in Industrie, Gewerbe und Handel ist eingeleitet. Wir kämpfen für eine durchsichtige, leitbare Wirtschaftsform, in der Arbeitsplatz geschaffen wird und Arbeitsleistung gesichert ist. Reue Lebensmöglichkeilen sind durch die Sied- lungsmaßnahmen aufgeschlossen. In unseren Reihen lebt der Mut zur Kolonisation und der Wille zur Wiedereroberung des deutschen Bodens.
2. In der opfervollen Politik des Kanzlers sehen wir den Weg zur Eroberung der deul- schen Freiheit. Wir folgen ihm auf dem Weg der Entsagung aus der gleichen, von Gott geliehenen Kraft. Nur so werden wir die Befreiung von der Belastung der Reparationen erreichen und die Wirtschaftsnot überwinden.
Nicht Inflation und Reaktion, nicht Zerschlagung des deutschen Sozialwerkes, nicht Preisgabe blühender Provinzen — die beherrschte, planmäßige Politik der Entsagung und Gerechtigkeit sind der wahre t Weg zur deutschen Freiheit. Gegen eine Vereitelung des Enderfolgs dieses harten Weges
zweifelt aber daran, daß ein Wink aus dem Kreml genügen würde, um die Propagandisten des Rundfunks in ihre Schranken zu weisen. Daß die russische Regierung diesen Wink nicht gab, sondern, wie jedermann weiß, solche Angriffe veranlaßt und fördert, ist eine gewollte Unfreundlichkeit gegen die christlichen Nachbarvölker. Wir hoffen, daß unsere Regierung das den russischen Gewaltherrschern recht deutlich zu Gemüte führt.
Krieg im Osten.
Zwischen Japan und China ist es zum offenen Krieg gekommen, obwohl eine formelle Kriegserklärung nicht erfolgt ist. Die Japaner haben Schanghai und die Regierungsstadt Nanking beschossen. Die Chinesen wehren sich mit aller Kraft gegenüber einem weiteren Vorgehen der Ja paner und haben von neuem das Eingreifen d^s Völkerbundes gefordert.
Kleine hitihl. irsckrküile«
Rom. In besonderer Audienz empfing der Papst den rumänischen Finanzminister Ergetojano. Dieser ist Rumäne des orientalischen Ritus der unierten (mit Rom vereinigten) Kirche.
Rom. Eine Sitzung der Ritenkongregation war der Untersuchung über den heroischen Tugendgrad des auch
durch innenpolitische Abenteuer wehren wir uns mit allen Kräften.
3. Wir verlangen einen starken, hot/eilsvollen Staat, der nicht zum Kampfplatz der Jnler- essentenhaufen herabgewürdigt wird. Wir wollen ein klar gegliedertes Reich.
Gegen die rechts- und die linksbolfchcnn- stifche Zersetzung. gegen vaterlandslose Geschäftemacher. fordern wir den rücksichtslosen Einsatz der staatlichen Hoheitsgewalten Recht und Verfassung sind die Grundlagen der staatlichen Gemeinschaft. Sie zu erhalten und sie zur rechten konservativen Demokratie zu gestalten, ist für uns die Vorbedingung f ür einen gedeihlichen Fortbestand des deutschen Staatswesens.
Wer sich am Volksvermögen durch Korruption, Unterschlagung und Schiebung vergreift, muß schnell und wirksam bestraft werden.
Wir verlangen, daß der Staat das christliche Kulturgut mit allen Mitteln schütz! gegen eine volksvergiftende Schmutzpresse, Schundliteratur, eine erotische und das Nationale entwürdigende oder verfälschende Filmproduktion, woher sie auch komme.
4. Diese wirtschaftspolitischen, außen- und innenpolitischen Kampfforderungen und Maßnahmen der Staatsführung und aller politischer Volkseinsatz sind nicht nur Verordnungen gegen die Not der Zeit, sondern Elemente eines neuen und gesunden Aufbaues.
Wir wollen eine neue Volksordnung, deren Träger die natürlichen Gliederungen: Familie, Gemeinde, Berufsstand, kirchliche und kulturelle Gemeinschaft in ihrer ursprünglichen Kraft und Geltung sind. Die Enzyklika „Quadragesimo Anno" werft in ihrem berufsständischen Aufbau den Weg zur Ueberwindung des volkstrennenden Klassenkampfes und gibt die Grundlage für eine gesunde Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung.
5. Wir glauben an die Berufung und Zukunft unseres Volkes in Europa und in der Wett. In Wiederbelebung der großen, deutschen und christlichen Vergangenheit unseres Volkes glauben wir an das große Deutsche Reich als das Herz und die Werkstatt Europas.
Deutschlands Schicksal hängt von uns ab: Her zu uns!
Der Reichs- Iugendausschuß der Deutschen Zentrumspartei:
Dr. H. Krone, A. Winkler.
in Deutschaland wohl bekannten Priesters Vinzenz P a l l o t i, des Stifters der Pallotinerkongregation, gewidmet.
Würzburg. Zu den Feierlichkeiten gelegentlich der Heiligsprechung des großen Kirchenlehrers Albertus Magnus soll aus Deutschland eine gemeinsame Fahrt veranstaltet werden. Der Organisator der großen Romfahrten im Heiligen Jahre 1925, H. H. Studienrat Raps, wird die deutsche Albertus Magnus-Fahrt in Verbindung mit Fürst Alois zu Löwenstein, dem Präsidenten der deutschen Katholiken, und hochw. H. Pater Kassiepe O. M. I., dem Freunde der deutschen Rompilger, vorberci- ten. Alle Wünsche, welche die innere und äußere Gestaltung der Fahrt betreffen, wollen recht bald an H. H. Raps geleitet werden und alle Anmeldungen an das Zentral-Pilgerbüro, Würzburg, Sterngasse 5. Ausführ- liche Prospekte von der Albertus-Magnus-Romfahrt und deren Anschlußfahrten können ab 5. Februar kostenlos vom genannten Zentral-Pilgerbüro bezogen werden.
Köln. Der Katholische Akademikerverband veranstaltet in der Zeit vom 15.—17. März 1932 seine achte, unter Leitung des Sanitätsrats Dr. Wilhelm Bergmann- Cleve stehende Sondertagung über Religion und Seelenleiden in Kevelaer am Niederrhein. — Auskunft erteilt die Kanzlei des Katholischen Akademikerverbandes in Köln, Altenbergerstr. 14.
Berlin. In der geschlossenen Katholikensiedlung Mariengarten wurde jetzt eine Kirche mit Redemptoristenkloster benediziert. Die Kirche wurde den hl. Alfons von Ligouri, dem Stifter des Redemptoristenordens, geweiht. Die feierliche Konsekration soll vom Bischof im
Sommer vorgenommen werden. Vis dahin überhaupt zu warten, verboten die wachsenden religiösen Bedürf-« Nisse. Denn über tausend Katholiken wohnen allein in der Siedlung Mariengarten. Dazu kommen dann eine weitere Anzahl aus Marienfelde und der Umgebung.' Die katholische Siedlung, mit der nunmehr errichteten und geweihten Klosterkirche ist zu einem guten Teil ein Werk Dr. Sonnenscheins. Mögen auch hundert andere das Verdienst der technischen Durchführung haben, seiner allseitigen Aktivität ist die Idee zuerst entsprungen. Sein Gedanke, der in Mariengarten in so erfreulicher Weise verwirklicht worden ist, verpflichtet die Berliner Katholiken, es damit nicht auf sich beruhen zu lassen. Es kommt weniger auf das einzelne Gotteshaus an. Wesentlich ist, daß wir unter Einsatz aller nur möglichen Mittel an die Front der weltanschaulichen Auseinandersetzung treten. Wenn am 2. Febr. in Maria-Viktoria acht junge Diakons das schwere Amt priesterlicher Würde übernehmen, wenn Anfang März Sankt Christophorus im roten Neukölln geweiht wird, dann sind das nur Marksteine in dem geistigen Ringen der Gläubigen, im Kampf für Christi Reich. Vielfältig sind die Mittel, die wir anwenden müssen. Eindeutig ist das Ziel, dem wir zustreben. Wir wollen die Herzen der Menschen für Gott und den Glauben gewinnen. Wir wollen der christlichen Gerechtigkeit und Liebe im verhetzten und Hatz-« durchglühten Berlin ein Hausrecht geben.
(Germania.)
Berlin. Am 2. Februar, dem Feste Mariä Lichtmeß, erteilte Bischof Dr. (Sdjreiber acht Diakonen die heilige Priesterweihe. Wegen der Bauarbeiten in der St.-Hedwigs-Kathedrale fand die Feier in diesem Jahre in St. Maria Viktoria in der Karlstraße statt. — Im nächsten Jahre wird die Feier in der bis dahin fertiggestellten St. HedwigsKathedrale stattfinden.
Berlin. Am 7. Februar findet im Berliner Sportpalast die große Feier der Katholischen Aktion statt, bi ei auch auf den Berliner Rundfunk übertragen wird.
valkenburg (Holland). Die spanischen Jesuiten, die im Zusammenhang mit den Religionskämpfen in Sp<v- nien neulich die Absicht geäußert haben, daß sie nach Belgien gehen wollten, haben anscheinend jetzt auch vor, zum Teil nach Holländisch-Limburg zu kommen. Am Donnerstagabend sind 18 Patres und Studenten, die aus Barcelona stammen, hier eingetroffen. Sie hatten sich zunächst an das große Jesuitenkolleg in Valkenburg gewandt, da hier aber nicht genügend Platz ist, wurden sie nach Aalbeck ins dortige Exerzitienhaus gebracht, wo sie als Gäste ausgenommen wurden. Die Bevölkerung hat ihnen einen festlichen Empfang bereitet. Die Flüchtlinge, die sich mit der Bevölkerung in französischer Sprache unterhielten, äußern sich über die Entwicklung der Verhältnisse in Spanien sehr skeptisch. Sie glauben
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