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WochenkaSsnder.

Sonntag, 7. Febr. Quinquagesima. Romuald, Abt, Bek.

Montag, 8. Febr. Johannes von Matha, Bek.

Dienstag, 9. Febr. Cyrillus von Alexandrien, Bisch, Kirchenlehrer. Apollonia, Jgfr., Mart.

Mittwoch, 10. Febr, Aschermittwoch Scholastica, Jgfr.

Donnerstag, 11. Febr. Erscheinung der Unbefl. Jung­frau Maria (in Lourdes).

Freitag, 12. Febr. Sieben Stifter des Servitenordens. Bek. 10. Jahrestag der Krönung unse­res Hl. Vaters Pius XI.

Samstag, 13. Febr. Gregor II., Papst, Bek.

Sonntag Quinquagesima.

Epistel. 1. Korinther 13, 113.

Evangelium. Lukas 18, 3143. Das Geheimnis des

Leidens.

In jener Zeit nahm Jesus die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen:Seht, wir gehen hinauf nach Jerusa­lem, und alles wird in Erfüllung gehen, was die Pro­pheten über den Menschensohn geschrieben haben: Er wird den Heiden ausgeliefert, verspottet, gegeißelt und iWongespieen werden; und nachdem sie ihn gegeißelt ha­ben, werden sie ihn töten; doch am dritten Tage wird er auferstehen." Sie verstanden aber nichts davon; die Rede war für sie dunkel, und sie begriffen nicht, was damit gemeint war. Als er sich Jericho näherte, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Er hörte, wie das Volk vorbeizog, und fragte, was das bedeute. Man sagte ihm, Jesus von Nazareth ziehe vorbei. Da rief er:Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!" Die voraus gingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Doch er rief nur noch lauter:Sohn Davids, erbarme dich meiner!" Da blieb Jesus stehen und ließ ihn zu sich führen. Als er herangekommen war, fragte er ihn: Was soll ich dir tun?" Er bat:Herr, daß ich sehe!" Jesus sprach zu ihm:Sei sehend! Dein Glaube hat dich gesund gemacht." Auf der Stelle konnte er se­hen, pries Gott und folgte ihm nach. Und alles Volk, das dies gesehen hatte, lobte Gott.

Kme deröhmle nächtliche Usttmiung.

ie Lehre Christi, unseres Heilandes, S gleicht einem Strom, aus dem das Lamm trinkt und in dem der Ele- ?2MHMs Phant schwimmt, sagt der hl. Papst Gregorius. Ja, ganz einfache, unge-

1 bildete Seelen erfassen die Lehre Christi, und

1 manchmal noch besser und tiefer als selbst die Ge­bildeten. Aber auch Männer der Wissenschaft, die viel gelesen, studiert und philosophiert haben, fin- oen in Jesu Lehre eine wundersame Tiefe und un­ergründliche Weisheit.

Diese Erfahrung machte unter andern ein vor­nehmer, hochgebildeter Ratsherr zu Jerusalem, Ni­

kodemus mit Namen. Da er noch nicht reif genug war, um öffentlich an die Seite des berühmten Rabbi Jesu zu treten und doch anderseits von seinem Wissensdurst unwiderstehlich zu ihm sich hingezogen fühlte, benützte er die Nacht zu einer vertraulichen Unterredung mit der ewigen Wers- Hcit. Um es gleich vorweg zu nehmen, diele Un­terredung führte, wenn auch noch nicht augenblick­lich, so doch später zu einem vollen Erfolg. Nack dem Tode Jesu hat sich Nikodemus unerschrocken auf die Seite Jesu geschlagen, trat auf als Zeuge seiner Wunden auf, bekannte sich freiwillig zu seinen Lehren, ließ sich taufen ' und in den Bund der Kirche aufnehmen. Von den Pharisäern verstoßen und vom hohen Rat seines Amtes entsetzt, fand er gastliche Aufnahme bei seinem früheren Lehrer Gamaliel. Seine Ruhestätte fand er im gleichen Grab wie der hl. Diakon Stephanus, so daß die Auffindung seiner Reliquien am gleichen Tage wie jener des hl. Stephanus, am 3. August, be­gangen wird.

Gegenstand dieser nächtlichen Unterredung wa­ren die wichtigsten Fragen und Geheimnisse der Religion: die übernatürliche Geburt durch die Taufe, der Opfertod des Heilandes, die Kratt des Glaubens, das Schicksal beim letzten Gericht. Die wichtigsten Sätze dieser nächtlichen Unterredung, die wie mächtige Granitblöcke dastehen, will ich hierhersetzen:

Meister", so begann Nikodemus,wir wissen, daß du als Lehrer von Gott gekommen bist. Denn niemand kann solche Wunder wirken wie du sie wirkst, wenn nicht Gott mit ihm ist. Du bist also der berufene Mann, mir Aufschluß zu geben über die Fragen des ewigen Heiles. Jesus entgegnete ihm:Wahrlich^ wahrlich, ich sage dir, wenn je­mand nicht wiedergeboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen " Nikodemus wunderte sich und sprach:Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er schon alt ist? Kann er etwa in femer Mutter Schoß zurückkehren? Jesus erklärte nun die Wiedergeburt mit folgenden Worten-Wahr­lich, wahrlich, ich sage dir: wer nicht aus dem Was­ser und dem hl. Geiste geboren wird, der kann in das Reich Gottes nicht eingehen. Wundere dich darüber nicht. Denn wir verstehen ja nicht einmal irdische Dinge wie viel weniger himmlische. Siehe, so weht z. B der Wind, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt oder wohin er fährt. Nur im Glauben erfassen wir die himmlischen Dinge. Der Sohn Gottes verdient al­len Glauben. Denn er kommt vom Himmel. Auf die Erde ist er herabgestiegen, um sich zu opfern. Denn gleichwie Moses in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß auch dec Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben habe.

Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er sei­nen eingeborenen Sohn dahingegeben hat, damit

jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, son­dern das ewige Leben habe. Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet: wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er an den Namen des eingeborenen Sohnes Got­tes nicht geglaubt hat. Das Gericht aber ist dieses: das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Men­schen hatten die Finsternis lieber als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Denn jeder, der Böses tut. haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, damit er nicht seiner Missetaten überführt werde. Wer aber nach der Wahrheit handelt, kommt ans Licht, auf daß seine Werke offenbar werden: denn sie sind in Gott getan." Joh. 3, 122.---

Bei diesem Ausblick auf das Gericht bleiben wir einen Augenblick stehen. Zwei Dinge werden verlangt, wenn wir beim Gerichte bestehen wollen: der wahre Glaube nnb das rechte Leben. Wie nie­mand ein fremdes Land ohne Paß betreten darf, so kann auch niemand in das Land der ewigen Seligkeit eingehen, der nicht mit dem wahren Glauben versehen und mit dem Zeichen der Taufe gesiegelt ist Ein Mensch, der durch eigene Schuld den wahren Glauben oder die hl. Taufe nicht be­sitzt, ist nach den Worten des Heilandes unwider­ruflich verloren. Doch der wahre Glaube als sol­cher genügt noch nicht. Das Christentum, sagt der hl. Johannes Chrysostomus. verlangt von seinen Bekennern, daß sie mit der reinen Lehre auch das gute Leben verbinden. Viele Heiden, sagt er wei­ter, tragen Bedenken, sich dem Christentum an­zuschließen, weil sie nicht in der Tugend und in der Reinheit leben wollen. Niemand kann sie dar­über tadeln, wenn sie als Heiden in Ausgelassen­heit, Trunkenheit und Unzucht leben. Denn so leb­ten ja auch ihre vermeintlichen Götter, deren Le­ben den armen Heiden als Vorbild hingestestt wird. Wenn aber Christen, deren Vorbild der Heiland ist, der ein Leben führte jenseits jeder Sünde, ein Leben der Armut, der Reinheit, der Nächstenliebe, der Mäßigkeit, der Keuschhe-t. der Barmherzigkeit, wenn Christen der Unzucht, der Trunkenheit, der Feindschaft, der Unversöhnlichkeit, der Ausgelassenheit fröhnen, leben sie dann nicht im Widerspruch zu ihrem Bekenntnis? Verdienen sie nicht Zurechtweisung und Tadel? Machen sie sich bei den Ungläubigen nicht lächerlich?"

Das, liebe Freunde, wollen wir bedenken im Angesicht derFastnacht". bei der manche Christen schon den letzten Rest ihres Christentums nusge­schüttet haben und Stunden, ja ganze Tage in är­gerlichem Wandel, in Verschwendung, Liederlich­keit, Unzucht, Ehebruch, Ausschweifung angebracht haben, als wären sie vollkommene Heiden. Nicht die Not allein; sondern die Rücksicht auf das Ge­wissen und auf unsern ehrlichen Christennamen