Serie 10 / Kummer 5.
glied des Kirchenvorstandes, sondern auch als persönlicher Wohltäter hat er vieles zum Besten unserer Kirche getan Möge der liebe Gott, der durch einen schmerzlosen Tod seinem Leben ein Ende setzte, ihm im Himmel ein reicher Vergelter sein. — Am Grabe konnte man noch zwei Brüder des Verstorbenen sehen, die beide das 80. Lebensjahr überschritten haben und noch außergewöhnlich rüstig sind
Hofaschenbach (Kr. chünfeld). Hier sprach am vorigen Montag der Reichstagsabgeordnete Dr. Crone-Münze- brock in einer Zentrumsversammlung. Besonders stark war die männliche Jugend der Pfarrei vertreten. Die Versammlung folgte den Darlegungen des Redners mit großem Interesse. In der Aussprache wurde u. n. besonders die Frage der S i e d l u n g — als einzige Möglichkeit für die zweiten und übrigen Söhne des Landes — angeschnitten. Die kostspielige Siedlung früherer Jahre kommt nicht mehr in Frage, sondern nur tue Priinitiv- fieb’mig.
E ^rfeld (Kreis Hünfeld). Hier starb der älteste Einwohner unseres Ortes, Otto Herr, im Alter von 84 Jahren. Der Verstorbene war Veteran des Krieges von 1870/71.
Wüstensachfen (Kr. Gersfeld). Dieser Tage begingen Bürgermeister Happel und der Beigeordnete Bihn das seltene Fest des s i l b e r n e n A m t s j u b i l ä u m s. Am Vorabend wurden die beiden Jubilare im Fackelzug, dem sich sämtliche Vereine anschlossen, mit Musik zum Maierschen Saale geleitet, der in festlichem Schmucke prangte. Sämtliche Ortsansässige Behörden waren vertreten. Von der Kreisverwaltung waren Herr Landrat Dr. Wichens und die Kreisausschußmitglieder anwesend. Die Redner feierten die Pflichttreue und die einmütige Zusammenarbeit und schilderten den Fortschritt der Gemeinde während der Amtsdauer der beiden Jubilare. Der Herr Landrat überbrachte die Glückwünsche der Staats- regierung und Kreisverwaltung. Herr Bürgermeister Happel wurde schon in jungen Jahren auf den Plan gerufen und hat seine ganze Kraft nicht nur der Gemeinde gewidmet, sondern ist auch als Kreistags- und Kreis- ausschußmitglied und als Mitglied der Landwirtschaftskammer ein geschätzter Abgeordneter der gesamten Kreis- bevölkerung.
Hersfeld. Vom 16.—22. Jan. wurden in der Kapelle des Schwesternhauses St. Elisabeth am Kurpark Exerzitien für Pfarrhaushälterinnen durch Hrn. P. Ouinctian vom Kloster Frauenberg abgehalten. — In der ersten Versammlung des Kirchenchores der kathol. Pfarrge- meinds sprach der Ortspfarrer allen Mitgliedern den Dank der Gemeinde für die Mitwirkung im vergangenen Jahre aus. Die Weihnachtschöre besonders hatten eine gute Wirkung erzielt. Der Dirigent des Chores, Herr Lehrer B a l l h a u se n, sprach über die einzelnen Telle und den Aufbau der Osterkantats und die geplanten Chöre. künstliches und regelmäßiges Erscheinen aller Mitwirkenden ist erforderlich. Die Proben werden jeden Donnerstag abend 20 Uhr im Restaurant Helling gehalten.
Somborn. Auf Anregung des hiesigen katholischen Arbeiter- und Männervereins fand am 16. und 17. Januar in dem heimischen Jugendheim ein 2 Tage dauernder Schulungskursus der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Arbeiterbewegung, gehalten durch das katholische Arbeitersekretariat in Offenbach am Main, statt, der von durchschnittlich 60 Teilnehmern aus den Orten Neuses, Horbach, Altenmittlau, kernbad), Oberrodenbach und Somborn besucht war. Es war beste Gelegenheit dazu, Werte und Kräfte zu schöpfen, die nicht nur kurze Zeit sich auswirken, sondern für immer. H. H. Pfarrer D a n g e l begrüßte am Samstag nachmittag die Erschienenen in sehr herzlicher Weise. Das Eröffnungs-Referat „Bedeutet das Wollen des Nationalsozialismus und Kommunismus für den Arbeiter eine Besserstellung?" hielt der 1. Vorsitzende der Arbeiterbeirates der Zentrumspartei in Hessen, Herr Schuster. Arbeitersekretär Hack aus Offenbach erfreute dann am Samstag mit den beiden Schulungsvorträgen: „Die Stellung des Arbeiters in der privatkapitalistischen Wirtschaft" und „Was sagen und was wollen die Enzykliken renim novarum und quadragesimo anno?". Am Sonntag nachmittag hielt Herr Hack zwei weitere Schulungsvor- träge über: „Die gegenwärtige staats- und wirtschaftspolitische Lage" und „Die Aufgabe des Einzelnen zur Neugestaltung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft."
Hanau. „Jugend gestaltet ihr Leben". Die neudeutsche Jugend Hanaus veranstaltete unter diesem Leitwort im größten Saale der Stadt, in der Stadthalle, einen Filmabend. In gutbesetztem Hause eröffneten die Neudeutschen den Abend mit einem zackig ge- sungenen „Und wenn mir marschieren, dann leuchtet ein Licht." Nach der Begrüßung des Gruppenführers und dein Lied „Wir traben in die Weite", hielt der hochw. Herr Pfarrer Weidner (Ffm. Bockenheim) die Ginführungsrebe zu den beiden Filmen. Er entwickelte den Werdegang der kath. Jugendbewegung und leitete so auf den heutigen Stand der Jugendbewegung, wie ihn die Filme zeigen werden, über. Die mit Ungeduld erwarteten Filme wurden mit großer Begeisterung ausgenommen. Der gutbesetzte Saal zeigte, daß in Hanau ein reges Interesse für die kath. Jugend da ist.
Fritzlar. Unser Elisabethverein, der im November die 75. Wiederkehr seiner Gründung feiern konnte, hat alljährlich ekwa 25—30 Familien mit Schuhen, Kleidern, Wäsche und Lebensmitteln unterstützt. Im verflossenen Jahr betrug die Zahl der tätigen Mitglieder 47. Der Verein hat in den letzten 25 Jahren 28 016,32 Mk. aufgebracht. Möchten in der jetzigen Notzeit recht viele im Geiste der hl. Elisabeth unser Werk zu gunsten der Armen unterstützen!
Aus dem Dekanat Erfurt. Der 6. Staatsbürgerliche Schulungskursus der katholisch en Jugend vom Gauoerbande Erfurt der Zen- trumspartei brachte einen glänzenden Erfolg. Herr Reichskanzler a. D. Dr. M a r x war für die Durchführung des Kursus gewonnen worden. Am Samstagabend fand zunächst in der Turnhalle eine Feierstunde der Jugend statt. Der Raum erwies sich für die Aufnahme der Teilnehmer viel zu eng, und es mußte die angrenzende Spielschule mit in Anspruch genommen werden. Etwa 500 Teilnehmer waren versammelt, als Reichskanzler Marx unter lautem Beifall der Jugend den Saal betrat. Das Orchester der Ursulinenschule setzte mit einer Ouver- türen-Suite ein, die festliche Stimmung erzeugte. Jugend- srohe Lieder wechselten dann mit Deklamationen. In feiner Begrüßungsansprache zeichnete Gauvorsitzender Lehrer Weidenhauer ein B'ld der Zerrissenbeit des deutschen Volkes und wies auf die blutigen Bruderkämpfe der jüngsten Zeit hin. Die katholische Jugend lehnt diese Kämpfe scharf ab, braucht aber zur Festigung der eignen Weltanschauung die Führung und Schulung. Reichskanzler Marx hatte für die Festansprache das Thema gewählt: Juend und Politik. Er, er die lebendige Verkörperung des politischen Katholizismus schon seit Jahrzehnten ist, er konnte noch von den eigenen Erlebnissen der Kulturkampfzeit erzählen. Er wies dann nach, wie gerade der Nationalsozialismus in seinem ganzen Gebühren wieder den Kulturkampf vorbereite. Man wolle wohl dort das „praktische" Christentum, lehne aber jede Konfession ab. Die Religionen sollen nur insowei tgeduldet werden, als sie sich unter die Souveränität des Staates stellen Die Staatsomnipotenz muß aber in weltanschaulichen Fragen der Katholik ablehnen. Er bedauert sehr, daß die alte konservative Partei völlig durch Hugenberg zerschlagen wurde, und daß damit das Zentrum in Zukunft in christlichen Fragen völlig allein stände. Er wies dann hin auf die nur von parteipolitischen Gründen diktierte Abweisung der Weiterkandidatur des Reichspräsidenten Hindenburg durch Hitler und zeichnete dann ein Charakterbild unseres heutigen Reichspräsidenten. Zum Schlüsse richtete er einen begeisterten Appell an die Jugend, der alten Fahne des Zentrums immer und überall die Treue zu halten. Jubelnder Beifall dankte dem Herrn Kanzler. — Ain Sonntag-Morgen vereinigten sich zunächst alle Kursusteilnehmer in der stimmungsvollen Klosterkirche St. Ursula zum geineinschastlichen Gottesdienste. Msgr. Dr. Adrian wies in seiner Predigt aus die hohe Mission hin, die gerade der deutsche Katholizismus der Gegenwart für die christliche Idee der Welt habe. 9.30 Uhr begann in der Turnhalle die Kursusarbeit. Wiederum hatten sich weit über dreihundert Teilnehmer eingefunden. Darunter befanden sich Vertreter von Gotha, Eisenach, Weimar, Jena, Sömmerda, Langensalza und vielen anderen Orten. Als Gäste erschienen im Laufe der Arbeit Herr Regierungspräsident Freyseng, der Vizepräsident Fischenich, die Regierungsrüte Weß und Menzel, Dompropst Dr. Freusberg und fast die gesamte Pfarrgeistlichkeit und Lehrerschaft. Es war eine Lust, den Ausführungen des Herrn Kanzlers über die Außenpolitik der Nachkriegszeit sprechen zu hören. Kein anderer wie er hätte klarer beweisen können, unter welchen unsagbaren Schwierigkeiten die deutsche Republik die ersten Fäden mit dem Auslande wieder anknüpfen mußte mit einer Welt des fanatischsten Hasses und wie dann sich langsam der Aufstieg vollzog. Es folgten lebendige, von rheinischem Humor durchwürzte Schilderungen der verschiedensten Reparationskonferenzen und der Zwischenverhandlungen. Eingehend behandelte er die Kriegsschuldlüge und wußte dabei sehr wertvolle Ausschlüsse über deren Erforschung zu geben. Eine lebhafte Aussprache klärte am Schlüsse noch alle Unklarheiten und nach fast neunstündiger Arbeit wurde der Kursus gegen 6 Uhr geschlossen. Nach anschließender kurzer Schluß-Segensandacht war dann die Präsides-Konferenz, in der übe rden weiteren Ausbau der Jugendschulung gesprochen wurde. Abends 8.30 Uhr fand im Rheinischen Hofe noch eine öffentliche Zentrumsversammlung statt, in der sich Reichskanzler a. D. Marx über aktuelle Fragen der gegenwärtigen Jnnen- und Außenpolitik verbreitete. Sehr^scharf setzte sich hier der Redner mit der Praxis der NSDAP, auseinander und fand dabei die lebhafte Zustimmung der zahlreich erschienenen Zentrumswählerschaft. Der Ortsvorsitzende Herr Nolte sprach noch einmal dem Kanzler den aller- herzlichsten Dank aus. Möge die katholische Jugend nun die Gedanken hinaustragen und in den kommenden Wahlen durch rege Mitarbeit dem Zentrumsgedanken zu einem ausschlaggebenden Siege verhelfen!
Zeulenroda. Zu einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier hatte sich am Dreikönigsfest, der Einladung des tathol. Kirchenvorstandes folgend, die kathol. Gemeinde in „Eckardts Hof" zusammengesunden. Der Leiter. Herr Fritzsche, hatte ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Programm aufgestellt. Umrahmt wurde die schöne Feier von den trauten alten Weihnachtsliedern, ferner verschönte auch diesmal der Kirchenchor Cäcilia unter obiger Leitung den Abend. In der Fest
rebe betonte der H. H. Pfarrer Krenzer aus Weida den guten Kern der Gemeinde, der sich innerhalb erst zweier Jahre gebildet und schon so vergrößert hat. Voll Zuversicht dürfe die kath. Gemeinde der Zukunft entgegenschauen. Herr Fritzsche berichtete sodann über das Ergebnis der Christbescherung. Die kleine Gemeinde habe sehr viel Zuwege gebracht, vielen konnte geholfen werden. Deklamationen, Musik und Christbaumverlosung sorgten für weitere Unterhaltung. — Ein voller Erfolg für die Gemeinde Zeulenroda
Breitenbach. Handelsmann Albert Degenhardt feierte mit seiner Ehefrau Elisabeth geborene Sonneborn die goldene Hochzeit.
Berlingerode. In einer Vertrauensmänneroerfamm- lung des Bezirkes Teistungen sprach der Geschästs- führer, der eichsfeldischen Zentrumspartei Dr. Hartung über die Ursachen der Weltwirtschaftskrise. Nach Hinweisen auf die Arbeit vor den kommenden Wahlen wurde Pfarrer Arand-Teistungen als Bezirksleiter wiedergewählt. Auch in Büttstedt sprach Dr. Hartung über das gleiche Thema. Nachdem der Vorsitzende der Ortsgruppe den Tätigkeitsbericht erstattet hatte, beschäftigte man sich mit lokalen Angelegenheiten, besonders mit der Separation.
Freienhagen. Vom 9. bis 17. Januar wurde in unserer Gemeinde eine Mission abgehalten, von der sich kaum ein Einwohner ausgeschlossen haben dürfte. In den drei Vorträgen, die alltäglich im Gotteshause gehalten wurden, war dasselbe bis auf den letzten Platz besetzt
Geisleden. Nach Verträgen von Kaplan Schwelhelin und Herrn Durstewitz aus Heiligenstadt wurde auch hier ein Jungmännerverein gegründet.
Heiligenstadt. Im Oberlyzeum fand ein Kinderfest statt, zu dem sich die Eltern der Schüler und die Freunde der Anstalt in außerordentlich starker Zahl eingefunden hatten. In seiner 'Begrüßungsansprache wies Rektor Niebecker auf die Bedeutung des Werkes der heiligen Kindheit und die Not in der Diaspora. Das Milftonsspiel „Auf nach Afrika", das Helle Begeisterung weckte, beschloß die Veranstaltung, deren Reinertrag für die Diaspora verwandt werden soll. — In herkömmlicher Weise feierte der Gesellenverein sein Stiftungsfest. Nach der gemeinsamen Kommumon- feier ging es zur gemeinsamen Kaffeetafel im Kolpmgs- Hause, wo Bürgermeister Wolters für die Ehrengäste herzliche Worte sprach In der abendlichen F-stver- sammlung sprach Präses Strothteicher über den Ernst der Zeit, der Männer erfordere, die durch die Schule Vater Kolpings gegangen seien. Lehrer Sittel behandelte in seinem Referat die Pflege des Gesangs im Gesellenverein.
Küllstedt. Die bekannte Botenfrau Marianne Montag, die beinahe alljährlich an der Wallfahrt nach Walldürn teilnahm, ist im hiesigen Krankenhause gestorben. Trotz ihres arbeitsreichen Lebens hat sie ein Alter von 81 Jahren erreicht.
Leinefelde. Unter sehr großer Beteiligung wurde die verstorbene Gattin des Rektors Claus am vergangenen Sonntage zur letzten Ruhe gebettet. Am Grabs sprach der Ortsgeistliche in ergreifenden Worten über Mutterliebe und Muttertreus. Am gleichen Nachmittag wurde in Neuendorf ein Neffe der Verstorbenen beigesetzt, der nach zweitägiger Krankheit aus dem Leben gerissen wurde. Er war Vater von drei kleinen Kindern.
Neuendorf. Forstaufseher Joseph Ellendt, der im vergangenen Jahre auf eine fünfzigjährige Dienstzeit zurückblicken konnte, feierte mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit.
Rohrberg. Unter allgemeiner Beteiligung hielten die Franziskanermissionare Pater Anno Pauly und Pater Blasius Ellers eine heilige Mission ab, die am vergangenen Sonntage ihr Ende erreichte.
Rüstungen. Der hiesige Jungmännerverein feierte sein erstes Stiftungsfest mit einer gemeinsamen Kommunion, bei der zwei Vereinsmitglieder den Altardienst versahen. Am Nachmittag weihte der Präses. Pfarrer Weinrich, das Banner, dessen Sinn ein geistlicher Herr aus der Nachbarschaft mit begeisternden Worten deutete. Die feierliche Uebergabe an den Verein erfolgte in einer abendlichen Festversammlung.
Struth. Der Besitzer des wundervoll gelegenen Klosters Zella, Generalleutnant Exzellenz von Fries, ist, nachdem er vor kaum einem Jahre seine goldene Hochzeit feiern konnte, nach kurzem Kranksein gestorben und auf dem in der Nähe seines Besitztums gelegenen Fami- lienfriedhofe beigesetzt worden. Er hat sich um die Erhaltung des geschichtlichen Bauwerkes sehr verdient gemacht und die ehemalige Klosterkirche mit feinem Verständnis erneuern lassen.
Worbis. Altem Brauche folgend, zieht die kathol. Gemeinde viermal im Jahre hinaus zur R o ch u stapel l e, um in Erinnerung an die Pest, die einst unsere Stadt schwer heimsuchte, Gott, dem Herrn zu danken. Am Sebastianstage beteiligten sich zahlreiche Gläubige an dem hl. Opfer, das draußen in her stillen Waldkapelle dargebracht wurde. — Der Cäcilienverein hielt am Freitag seine diesjährige Generalversammlung. Der Vorsitzende. Herr Justizinspektor Lorenz, begrüßte den Ehrenpräses, Herrn Stadtdechan- ten Buch, die Ehrenmitglieder und die Sängerinnen und