Seife 8 / Nummer 5.
Dem neuen Herrscher wurden bt* Zeichen seiner Würde (4 Trommeln) überreicht. Der neue Kö- ma ist seit mehr als einem Jahr Tauibewe^ber Auf spontanen Wunsch erhielt er zur Westerbil- dung in der Religion von dem Oberen der Weißen Väter zu Kabgayi einen Katechisten zugewie- sen.
Guatemala.
Aus San Salvador wird zu den von Erdstößen bereiteten schweren Vulkanausbrüchen in Guatemala gemeldet, daß die Ortschaften Antiqua, Santa Lucia und Coßumalhuapa sowie zahlreiche Dörfer vernichtet sein sollen. Am Freitag mürben 60 Erdstöße verspürt, während die Vukane Fuego und Acatenango in der Nähe der Stadt 'Zuatemala in voller Tätigkeit waren.
In der Stadt Guatemala sowie an der Grenze zwischen Guatemala und San Salvador ist der Himmel durch Aschenregen völlig verdunkelt Das Observatorium von San Salvador hat weitere starke Erdstöße verzeichnet.
Kleine kkrüit. PaitaMiten
Rom. Die Gaben des Kindheit-Jesu-Dereins in dieser Notzeit stellen eine Unsumme zahlloser, wenn auch winziger Opfer dar, über die man sich freuen darf. Jns- gesamt wurden im letzten Jahre über viereinhalb Millionen Mark von den katholischen Kindern der ganzen Welt beigesteuert, um der Not der Kinder in Missionsländern zu steuern.
Mainz. Auf der Tagung des Zentralkomitees der deutschen Kacholiken, die vom 12. bis 14. Januar in Mainz stattfand und sich mit der Vorbereitung des Essener Katholikentages befaßte, wurde u. a. auch^ bei der Durchsprechung von Zeitproblemen über ein unzeitgemäßes Ausbrechen aus der literarischen Front des deutschen Katholizismus geklagt. Verschiedene Redner wiesen darauf hin, daß teilweise auch nicht aus katholischem Geist entstandene Bücher und Lexika kritiklos von katholischen Zeitschriften und Zeitungen empfohlen würden. Der Tagung des eigentlichen Zentralkomitees schloß sich eine ausgedehnte Führerbesprechung über Wesensform und Erscheinungsäußerungen des russischen und deutschen Kommunismus an. Als Gegengewicht wurde eine große Kundgebung in Aussicht genommen, die das gesellschaftspolitische Wollen der deutschen Katholiken zum Ausdruck bringen soll.
Erzdiözese Freiburg. Nach dem soeben erschienenen Personal-Schematismus zählt unsere Erzdiözese in 41 Dekanaten in Baden und 4 in Hohenzollern 1626 Geistliche. Davon stehen in der Seelsorge 1229, und zwar 755 Pfarrer, 55 Pfarverwe-ser, 47 Kuraten 22 Ka- laneiverweser und 340 Vikare. An der Universität Freiburg sind 16 geistliche Professoren (11 ordentliche, 3 ao Professoren und 2 Privatdozenten), Religionslehrer an Mittel- und Hochschulen gibt es 55, an Privatschulen (Sasbach) 12, Missionsinstitut 10, Karitas 6. Neugeweiht wurden 48, gestorben sind 38. Im Priesterseminar sind 47 Diakons. Alterssenior der Geistlichen ist Pfarrer Carlein (Pfullendorf) im 94 Lebensjahr. Er kann das siebzigjährige Jubiläum als Priester am 5. August begehen.
Altenberg. Die Katholische Jugend Deutschlands, jener Zusammenschluß der eineinhalb Millionen organisierter katholischer Jugendlicher in Deutschland, hielt vom 23.—25. Januar in Altenberg ihre Jahrestagung ab. In einem inhaltreichen Jahresbericht zog Generalpräses Prälat Dr. Ludwig Walker eine großgeschaute Bilanz über die Gemeinschaftsarbeit der katholischen deutschen Jugend. Ferner referierten Heinrich von Oerdingen über den volksdeutschen Arbeitskreis innerhalb der Katholischen Jugend und Karitasdirektor von Mann über den Arbeitskreis „Karitas und Jugend". Sodann erfolgte die Neuwahl des Vorsitzes für die kommenden drei Jahre: Zum Ersten Vorsitzenden wurde Generalpräses Heinrich Sifbrob vom Kath. Kaufm. Verein gewählt. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden gewählt: 1. Dr. Wilhelm Reinermann vom Kath. Gesellen-Verein, 2. Josepha Hüttenmeister von der Großdeutschen Jugend. Der zweite Tag war der Frage der berufsständischen Erziehung gewidmet. Abg. Letterhaus gab ein gründliches Referat über die Enzyklika Quadragesimo anno und die Aufgabe der deutschen katholischen Jugend. Eine eingehende Aussprach e über die soziale Erziehung und volkspolitische Konsequenz im Sinne des gesellschaftspolitischen Ideals des Heiligen Vaters schloß sich an und füllte den Tag.
Aachen. In einer Ansprache während einer Volksversammlung in Aachen erwähnte Bischof Dr. Vogt, daß der organische Aufbau des neuen Bistums in der Hauptsache beendet sei. Aber eine schwere Sorge laste noch auf ihm. das sei die Frage des Priesterseminars. Man habe gehofft, im Priesterseminar der Erzdiözese Köln in Bensberg auch die Priesteramtskandidaten von Aachen ausbilden zu können, doch habe sich in den letzten Wochen erwiesen, daß die Verhältnisse in Bensberg dazu nicht ausreichend seien. Daher müsse für die 25—30 Jungtheologen der Aachener Diözese bald ein eigenes Priesterseminar errichtet werden, und er hoffe, daß er seine Pläne in dieser Hinsicht schon in den nächsten Wochen verwirklichen könnte. Er bat dazu um die Hilfe des ganzen katholischen Volkes und begrüßte mit besonderer Freude die Arbeit der Katholischen Aktion in Aachen. Die Kundgebung schloß mit dem bischöflichen Segen, den die Versammlung kniend empfing.
Düren. Ein seltenes kirchliches Fest wird die hiesige St.-Anna-Kirche am 14. Februar erleben, nämlich eine fünffache Primiz. Fünf Dürener empfangen am 12 Februar im Aachener Münster die Priesterweihe und bringen dann am 14. am Hochaltar und an vier Nebenaltären in St Anna in Düren ihr erstes Meßopfer dar.
Polen. In einer Zeit, wo so vieles zum Pessimismus führen möchte, muß sorgfältig alles gebucht werden, was Mut geben und Hoffnung auf eine bessere Zukunft einflößen kann. Zu dielen Tatsachen gehört das unerwartete Aufblühen der kirchlichen Knabenseminarien in vielen Ländern. Es wird der materiellen und geistigen Erziehung eines ausreichenden Nachwuchses für den Welt- und Ordensklerus heute in den meisten Ländern der Erde ungleich mehr Mühe und Sorgfalt gewidmet als noch vor wenigen Jahrzehnten. Als Beispiel mögen die neuesten Zahlen dienen, die für Polen veröffentlicht werden. Vor dem Weltkriege gab es in Polen vier Knabenseminarien für zukünftige Weltpriester und sieben solche Anstalten für Ordenspriester. Mit Ende des Weltkrieges befanden sich in diesen elf Anstalten zusammen 680 Zöglinge. Heute gibt es in Polen 52 Knabenseminarien zur Heranbildung von Priestern. An diesen Anstalten unterrichten etwa 330 Lehrkräfte über 4400 Zöglinge. So dürften zum Segen des katholischen Volkes die polnischen Diözesen in den kommenden Jahrzehnten nicht an Priestermangel leiden.
Rußland. In Moskau ist nun die Erlöser-Kathedrale ein wüster Trümmerhaufen. Das Abtragen dieses Monumentaltempels ging den Bolschewiken zu langsam, und so mußten fünf Dynamitladungen nachhelfen. Wie viele andere christliche Kirchen dienen heute als Gottlosen- Museen und strotzen von blasphemischen Plakaten und bildlichen Darstellungen! Andere wieder werden in Klublokale oder Kinos umgewandelt. Und da wagt der zum extremen Sozialismus abgefallene Mannheimer protestantische Pfarrer Eckardt nach sechswöchentlichem Aufenthalt in Sowjetrußland die bolschewistische Religionsfreiheit zu preisen! Daß nun in unserem Land über den Führer der russischen Gottlosenbewegung Lunatscharski das Redeverbot verhängt wurde, empfindet man mit einem Aufatmen der Befreiung, als einen Anfang der Abwehr seitens des Staates selbst gegen Bestrebungen, die offen seinen Umsturz wollen. Die Gleichberechtigung aller Ideen, der erhaltenden wie der zerstörenden, und die Anerkennung ihrer Daseinsberechtigung ist eine Erbschaft vom Liberalismus her, die wir Deutsche leider noch nicht überwunden haben. Wir bilden uns ein, sie gehöre zur „neuen Sachlichkeit".
Spanien. Das Jesuitenkolleg in Ona gehört zu den besten und bekanntesten Kulturzentren Spaniens mit mehreren Gebäulichkeiten und einer wundervollen Kirche. Daneben errichteten die Patres ein Observatorium für astronomische Studien und eine elektrische Zentrale. Dieses Jesuitenkolleg hat große Verdienste um die spanischen Missionen. Im Jahre 1880 eingeweiht, hatte es damals 101 Professoren und Schüler, während heute etwa 275 Personen dort wohnen, und zwar Studenten aus 22 verschiedenen Nationen, darunter Chinesen nud Australier. Im Colleg von Ona studierten u. a. Erzbischof Diaz von Mexiko, Erzbischof Munoz von Guatemala, der bekannte belgische Soziologe P. Antoine, ferner P. Cuevas, der die beste Geschichte von Mexiko schrieb, sowie die Jesuiten Murillo, Cordilla und Huarte, die auch in Rom gewirkt haben und teils noch wirken. Das Jesuitenkolleg in Ona besitzt auch eine wertvolle Bibliothek von 60 000 Bänden, worunter sich viele Manuskripte und kostbare Inkunabeln befinden, sowie eine in Spanien allgemein be- rühmte mineralogische Sammlung.
Amerika. Die Church Extension Society (Gesellschaft zur Ausbreitung der Kirche), der amerikanische Bonifa- tiusverein, hielt in Anwesenhell von vier Erzbischöfen und 38 Bischöfen seine Jahresversammlung ab. Der Rechenschaftsbericht weist eine Einnahme von 1384 037 Dollar auf. 63 000 Dollars wurden zur Unterstützung armer
Theologiestudenten verwandt, die ihre Kraft der innere» Mission widmen wollen.
Peru. Ein neues südamerikanisches Sturmzentrum scheint sich augenblicklich in Peru zu bilden, wo es die leider zur Macht gelangten antikirchlichen Elemente, da» Logentunr. auf die Entfesselung eines Kulturkampfes abgesehen haben. Während man die Rechte der Kirche ein* schränkt, wird dem offenen Unglauben und dem protestantischen Sektentum seitens der Staatsbehörden im Namen des „Fortschritts" freie Bahn gelassen. Ein gemeinsames Hirtenschreiben des peruvianischen Episkopates warnt vor all diesen droheirden Gefahren und fordert di« Katholiken zu entschiedenem Widerstand auf. Gleichzeitig betont es aber, daß sich dieser immer und unter allen Umständen im Bereich der Gesetzlichkeit zu halten habe»
Fernando Poo (Spanisch-Guinea). Der Antiklerikalis» mus der neuen spanischen Republik zeigt sich auch in den Kolonien. Auf Fernando Po hat der Inspektor des öffentlichen Unterrichtswesens die Entfernung des Kreuzes aus den Schulen angeordnet. Er selbst hat mit eigener Hand während des Unterrichts in einer Schule das Kruzifix entfernt. Der Protest der Bevölkerung nötigte aber den Unterrichtsinfpettor. die getroffene Anordnung nicht durchzuführen.
Flores. Die überraschend starke Entwicklung des Katholizismus auf Flores (Kleine Sundainseln) hält an. 26 000 Taufen und 10 000 Firmungen wurden mi letzten Jahre gespendet. Die katholische Bevölkerung des apostolischen Vikariates, das von einem holländischen Bischof (Msgr. Verstraelen aus der Steyler Genossenschaft) verwaltet wird, beläuft sich zur Zeit auf 191145. Die Zahl der im Unterricht befindlichen Tautbewerber ist 27 00O.
China. Dr. Tien, der im Vikariat Chengchom (China) in einer Missionsschule seine höheren Studien machte, katholisch wurde und zu Löwen in scholastischer Philosophie doktorierte, wurde zum Inspektor des Volksschulwesens in der Provinz Honan ernannt.
Etwas vom Josephs-Pfennig»
Wenn ich nicht sehr irre, sind es Heuer 50 Jahre, daß der Redakteur des katholischen Sonntagsblattes „ß e o", der verstorbene Prälat Dr. Jos. Rebbert zu Paderborn, die Gründung des Josephs-Pfennigs zur Heranbildung bedürftiger Priesteramtskandidaten anregte. Ich war damals in Arnsberg L Weftf. tätig, war sehr erfreut über die Anregung, weil ich an vielen Orten der Diaspora die Not der Katholiken und den Mangel an Priestern kennen gelernt hatte, so daß ich biswei- lm monatelang in keine katholische Kirche kommen tonnte. ^ayer schickte ich sofort den kleinen Betrag von 75 Pfg. ein. Wie ich 25 Jahre später aus dem „Leo" ersah, war dies die erste Gabe, und man faßte es als ein gutes Zeichen auf, daß ein Joseph mit Vornamen diesen ersten Betrag eingesandt hatte.
Nach der Gründung des Bonifatiusboten hat der verstorbene Prälat Schick gleichfalls die Josephs- Pfennigfammlung für die Diözese Fulda angeregt. Wie vielen kleinen und großen Studenten ist dadurch das Studium ermöglicht oder erleichtert worden." Reichen Segen haben diese Pfennige den Studierenden und sicher auch den Gebern gebracht!
Wie man aus den veröffentlichten Listen ersieht, finb es fast immer nur kleine Gaben gewesen, die meist wahrscheinlich auch nur von geringen, mit den Sorgen des Lebens ringenden Leuten herrühren. Fast immer nur runde, durch 10 teilbare Beträge; kaum ein Betrag endet mit 1 bis 3 Pfg. Wie »iel« geringe Leute hätten bisweilen auch ihr kleines Scherflein beigesteuert, wenn sie nicht durch Porto kosten usw. davon abgehalten worden wären. Die Meisten mochten gewiß auch nicht wegen weniger Pfennige den Herrn Pfarrer oder eine sonst geeignete Person zur Empfangnahme und Mustersendung belästigen, ganz abgesehen davon, daß sie niemand von ihren Spenden etwas nutzen Iahen möchten. Heute, wo man gezwungen ist a "ch mit einzelnen Pfennigen zu rechnen, muß man aber solch kleinen Wohltätern des guten und so notwendigen Zweckes wegen entgegenkommen. Es erscheint erforderlich, daß man in allen Kirchen sowohl für den äußerst toidp tigen Bonifatiusverein, wie auch für die Aufnahme des Josephs-Pfennigs Opferkästchen anbringt. Josevh.
Im Anschluß an obige Zuschrift bitten wir unsere Leser, den wichtigen Josephspsennig in der Zeit der Not nicht zu vergessen. Gaben burd) die Pfarrämter oder durch die Fuldaer Actiendruckerei (Postscheckkonto Frankfurt a. M. 4051).