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eine besonders schöne Frau sein eigen nennt, dann bot er in der Schwarzwälder Mundart eine „sau- mäßig" schöne Frau. „Unn so saumäßig", schloß dann der Prälat, „Häun die Herre Liberale g'fuhr- merft" Das hat sein Volk verstanden.

Die politischen Schwätzer konnte Schöfer nicht leiden Sie packte er derb an. Es war gegen Ende des Weltkrieges. Schöfer stand als Dieb sionspfarrer draußen an der Front. Seine Sol­daten sprachen heftig über die Möglichkeiten des Kriegsausganges und über die Politik in der Hei­mat. Ein Schwätzer tat sich besonders hervor. Da trat der Divisionspfarrer unter das politisie­rende Soldatenvolk, hörte eine Weile zu, bis ihn schließlich einer fragte: „Herr Pfarrer, was meinen Sie zu dem was der Kerl eben gesagt hat?" „Was ich dazu meine", erwiderte Schöfer in seiner kräl- tigen Art", „ich meine zur Politik gehört nicht nur etwas unter dem Schnurrbart, sondern auch was darüber!"

Schöfer unterhielt sich mit einem Politiker über die politische Lage. Der Prälat war von Hause aus Optimist und beurteilte die Lage bei aller Anerkennung der bestehenden Schwierigkeiten gün­stiger als seine Kollege. „Aber, Herr Prälat, in der Beurteilung dieser Frage kann ich Ihnen nicht beipflichten, da bin ich doch entschieden Pessimist" „Was sind sie?" entgegnete Schöfer, „Pessimist? Ich sage Ihnen, der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem überhaupt nichts gedeiht!"

Emham rmd verlassen?

Von Elsbeth Düker.

Auf dem Friedhofe hatten sich zwei ungleiche Frauen getroffen und waren, obgleich einander fremd, ins Gespräch gekommen, das sie auf lan­gem Heimwege fortsetzten. Der Friedhof ist ja der Ort unseres gemeinsamen Leides, wo die trauern­den Herzen Trost suchen in andern die auch ge­litten haben um ein Liebes, das man hier ein- fargte. Die eine Frau klagte dem älteren Fräu­lein (vielleicht waren sie beide unverheiratet), daß sie so einsam in der Welt dastehe und niemand habe, der sie verstehe.

„Aber der liebe Gott versteht uns schon", meinte die Andere — „ich fühle mich nicht ein­sam; ich bin gern allein — aber mit Gott!" Dann fuhr sie fort: „Gehen Sie nicht in die Kirche? Ich weiß nicht, welches Bekenntnis Sie haben; aber das würde ich doch tun! Und öfters ein gutes Buch lesen — das tröstet doch auch!"

„Ach ja, aber wenn man nicht recht mehr le­sen kann? Oft schmerzen die Augen bald", wen­dete die Traurige niedergeschlagen ein. „Dann be­ten sie nur in ihrer Einsamkeit viel, jeden Tag", war die Entgegnung. „Ja, — was soll ich denn da beten?"

„Das liebe Vaterunser! Das können Sie doch noch? — Das ist ja das herrliche Gebet, was uns der liebe Heiland gelehrt, uns vorgebetet hat. Be­ten sie es doch, womöglich laut! Sie sind ia in ihrer kleinen Wohnung allein. Und wenn's dreist andere Leute hören: Beten sie regelmäßig! Beten Sie laut! Das wird Sie an Gott ketten und Sie trösten in Ihrer Einsamkeit. Wir Menschen sind ja im tiefsten Grunde alle allein." — „Ach, Fräu­lein", sagte die Verzagte, so hat noch niemand mit mir gesprochen! Woher wissen Sie denn das nur so? Tun Sie das denn auch?" „Aehnliches tue ich auch", anwortete diese. „Sehen Sie: meine Le­bensumstände sind doch noch anders als die Ihri­gen. Zudem bin ich katholisch — was ich von Ihnen nicht vermute.

Da habe ich als Katholikin noch andere Glücks­quellen und Trostmöglichkeiten als Sie. Ich gehe täglich in die Kirche — zur hl. Messe — und habe die hl. Kommunion!"

„Ja, glauben Sie denn öas alles wirklich und wahrhaftig?" war die dringende Gegenfrage.

„Würde ich Ihnen denn sonst alles dieses sagen und empfehlen, wenn ich nicht glaubte?" war die erregte Erwiderung. „Was sollte mich wohl be-- wegen, Ihnen Unwahrheiten zu sagen? Ich habe ja gar kein Interesse daran, was Sie von mir den­ken."

„Aber Sie nehmen sich meiner doch so freund- lich an — gaben mir solch ungewöhnliche Rat­schläge und vor allem: Sie scheinen selbst so zu- 'neden zu sein", sagte die Andere.

„Ich meine, wir sotten Christus nachuhmen.der in seinem Erdenleben gegen alle Menschen so gut war — der sie tröstete und belehrte — und heilte. Jesu ganzes Leben war eine Gehorsamstat; und wir Menschen fassen uns ja gleichsam bei den Händen, wenn wir „Vaterunser" sagen, wenn wir beten."

Tief ergriffen von diesem Zwiegespräche trennte sich die eine von der andern fremden Frau, welche Gott jählings zusammenführte, daß sie einander etwas sein sollten.

Die Mission der Einen ist noch nicht zuende, sie werden sich besuchen und nach des Heilandes Wil­len einander helfen und fördern auf dem Wege zu Gott. Denn es braucht keiner einsam und ver­lassen zu sein, der im Gebete Gott sucht.

Ein beschämendes Beispiel.

Jesuitenpater Del Toro, Seelsorger der nach Brasilien ausgewanderten Japaner in Sao Paulo, berichtet in den „Katholischen Missionen" ein er­greifendes Beispiel vom Seeleneifer eines Herden für die Bekehrung seiner Landsleute zum katholi­schen Glauben:

Am Feste der hl. Rosa von Lima, der Pa­tronin von Südamerika, besuchte mich ein lapa- nischer Rechtsanwalt, der in den Zeitungen von der Bekehrung feiner Landsleute gelesen hatte und von Piracicaba kam, um sich zu bedanken. Ich fragte ihn. ob er katholisch sei.

„Nein, ich bin ein Heide, Buddhist. Nach mei­ner Staatsprüfung an der Universität zu Tokio bin ich nach Brasilien ausgewandert, nicht um reich zu werden, sondern um für das Wohl der japanischen Kolonie zu arbeiten. Nachdem ich von der Bekehrung vieler Japaner in Sao Paulo ge­bärt hatte, kam ich m der Ueberzeugung, daß ka­tholisch sein der wahre Reichtum sei, den die Ja­paner in Brasilien finden können. Sie, Pater, ge­ben meinen Landsleuten diesen Reichtum, aber ich wünsche sehnlichst, das zu sein und zu tun was Sie sind und tun. Ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihnen zu sagen, daß ich Priester werden möchte." — „Aber, sagen, Sie mir, mein Herr, sind Sie verheiratet?" — „Ja, ich habe Frau und Kinder." — Ich sagte ihm, daß es dann für ihn nicht möglich sei, Priester zu werd"n. Der Arme! Wie traurig er wurde!

„Was muß ich also tun?" fragte er weiter. „Nahe bei Piracicaba,, wo ich zu Hause bin, leben 75 Familien, die wünschen katholisch zu werden.

Darum wollte ich so gern Priester werden, um diese 75 japanischen Familien im Katechismus zu unterrichten und zu taufen." — Darauf erwiderte ich ihm, indem ich ihm viele Bücher in japanischer Sprache gab, er solle die Religion gut studieren und dann seine Landsleute unterrichten. Dazu brauche er nicht Priester zu sein. Ick, schenkte ihm auch noch einen ganzen Pack japanischer Katechis­men. damit er sie unter die Familien verteile.

Er versprach alles zu tun, was ich ihm aesagt hatte und fügte bei: „Ich bin ein Menlch und auch Sie sind ein Mensch; aber Sie sind Priester und ich bin ein Heide! Ohne Sie kann ich die Bekeh­rung meiner Landsleute nickst vollbringen. Kom­men Sie also zu uns! Kommen Sie! Und Sie werden sehen, daß sich alle taufen lassen!" — Ick entgegnete ihm, daß es schwer für mich sei, die Stadt wegen der vielen Neuchristen und Kate- wumen zu verlassen. Angesichts der Schwierig­keiten wiederholte der Arme: „Ich kann nicht Prie­ster werden, ich kann meine Japaner nicht taufen und Sie, Pater, können nicht kommen. Was sol­len wir da machen?"

Ich suchte ihn zu trösten und sagte, er solle da­für sorgen, daß alle den Katechismus auswendig lernten, und ich würde meine Obern bitten, wenig­stens für zwei Wochen nach Piracicaba gehen zu dürfen.

Beim Abschied bat er mich nochmals, die reli­giöse Angelegenheit der Japaner nicht zu verges­sen. „Pater", sagte er. „vergessen Sie uns Japaner nicht; bleiben Sie bei Ihrer heiligen Arbeit."

Wie diese Japaner, so strecken noch Hunderte, Tausende, Millionen ihre Hand nach uns aus und rufen: Helft uns! Sendet Glaubensboten! Opfert für uns!

Sollen wir vergeblich rufen?

______Nummer 4 / Seife IS.

SchmabeMreiche.

„Sie sind bekannt im ganzen Reiche man nennt sie halt nur Schwabenstreiche.*

So läßt Uhland den schwäbischen Kreuzritter, der im Kampfe mit den Türken eine tapfere Tat vollbracht hat, zum Kaiser sprechen. Die meisten freilich verstehen aber unter „Schwabenstreichen" keine derartige Heldentaten, sondern allerlei törichte und lustige Streiche. Solche Taten haben nicht nur die bekannten sieben Schwaben fertig gebracht, son­dern auch sonst hat es allerorts im lieben Schwa­benlande nicht an ergötzlichen Begebenheiten ge* fehlt. Einige weniger bekannte feien hier erzählt?

1. Die „Seebrenner".

Daß manchmal selbst die schlauesten Gedanken nichts nützen mußten einmal ein paar klug« Schwaben erfahren. Sie waren auf den Einfall ne- kommen, ihren See von dem darin wuchernden Schilf und Rohr dadurch zu befreien daß sie auf den See ein Feuer anlegten und die lästigen Pflan» zen ausbrannten. Gedacht, getan. Aber Schilf und Rohr fingen kein Feuer. Das so klug ange­legte Unternehmen mißlang, und einzig den Spott der ganzen Gegend heimsten die „Seebrenner" ein.

2. Die „Mondspritzer".

Nicht mehr Glück hatten einmal die Dörfler, die glaubten, ihr See brenne. Sie läuteten die Feuer­glocke und rückten mit der Feuerspritze aus. Erst als sie den Wasserstrahl auf die gelb-glühende Stelle richteten, sahen sie, daß sie sich getäuscht hatten und daß es der — Mondschein war, der das Wasser des Sees in Feuersglut getaucht hatte. Natürlich nannte man sie feit der Zeit die „Mondspritzer".

3. Die „Stegstrecker".

Noch heute nennt man die Eschelbramer die „Stegstrecker". Sie kamen auf folgende Weise zu ihrem Namen: Als über einen Bach ein Steg ge­legt werden sollte, machten ihn die Eschelbramer im Dorfe fir und fertig und trugen ihn zum Bach. Als sie ihn aber über das Gewässer legen wollten, stellte sich heraus, daß der Steg zu kurz war. Die Eschel­bramer aber waren kluge Leute. Sie befestigten an beiden Seiten ein Seil und zogen aus Leibes» frästen daran, um den Steg zu strecken. Gelungen ist es ihnen trotz aller Bemühungen nicht. Aber den Namen „Stegstrecker" behielten sie seit der Zeit.

4. Das „Ettantenei".

Einmal fanden die Schwaben einen großen Kürbis, sie hatten noch nie zuvor einen solchen ge­sehen, konnten sich auch gar nicht denken, was es fei und überlegten lange hin und her, bis einer von ihnen auf den Gedanken kam, es müßte ein — Elefantenei fein. Und weil man nun das Glück gehabt hatte, solch ein seltenes Ei zu finden, so wollte man auch nicht auf den Elefanten verzichten, der darin stecken mußte. Man legte den Kürbis einer Kuh unter, die wiederkäuend auf einer Wiese lag. Kurze Zeit danach sprang ein Hase hinter der Kuh hervor und sagte davon. „Elefant, Elefant, hierher!" riefen ihm die Leute nach und rannten hinter ihm her, um ihn einzufangen. Gekriegt haben sie ihn aber nicht.

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Vernünftige Richter. Ein originelles Urteil gegen einen jungen Mann aus Nörten-Hardenberg fällte das Schöffengericht in Göttingen. In angetrunkenem Zu­stand hatte der junge Mann sich dazu hinreißen lassen, einen Altersgenossen stark zu mißhandeln und auf den am Boden liegenden Gegner einzuschlagen. Der Ange­klagte hatte die Tat nicht bestritten, aber sich mit der Betrunkenheit entschuldigt. Das Gericht verurteile ihn zu zwei Wochen Gefängnis, billigte ihm aber Straf­aussetzung zu unter der Bedingung, daß er für die Dauer eines ganzen Jahres sich abends nach 10 Uhr in keiner Kneipe sehen lasse. Das Gericht wird den Ange­klagten, der die Strafe annahm, durch den Oberland» jäger entsprechend kontrollieren lassen.

Warum so viele Arbeitslose? Der Völkische Beo­bachter berichtete vor einiger Zeit über eine Versammlung in Frankfurt-Hcchst, in der der Führer der schwedischen Nationalsozialisten, Dr. Furugard, sprach. Der Redner