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t^t Dominikanerbruder Aegidius Maria Müller, der hier 1852 geboren wurde, konnte als der wohl älteste eichsfeldiiche Ordensmann im Kloster Meckinghoven sei­nen 80. Geburtstag feiern. Durch Vermittelung des Kar­dinals Frühwirth ging ihm das folgende Schreiben zu: Heiliger Vater spendet Pater Aegidius M. Müller an­läßlich des 80. Geburtstages als Unterpfand himmlischer Gnade und Zeichen seines väterlichen Wohlwollens den Apostolischen Segen."

Hohengandern. Die Eheleute Heinrich Eberhardt und Frau Katharina feierten ihr goldene Hochzeit.

Hüpstedt. Lehrer Hotze aus Kirchgandern wurde von seiner Behörde als Hauptlehrer, Organist und Küster hierher berufen.

Leinefelde. Der Kirchenchor vereinte seine Mitglieder zu einer wohlgelungenen Familienfeier. Nach herzlichen Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Oberlandjäger Gautner wurde ein Prolog gesprochen. In seiner Fest­ansprache dankte Dechant Roth dem Verein und seinem Dirigenten für all das Schöne, das von ihm geleistet wor­den ist. Theatralische Darbietungen schufen im Verein mit vorgetragenen Chören eine frohe Stimmung . Mit einer Verlosung schloß die Veranstaltung.

Lengenfeld. Einen wohlgelungenen Theaterabend veranstaltete unser Gesellenverein, in dem bereits viel Erziehungsarbeit geleistet wurde. Mandolinenspieler ha­ben sich zu einer Gruppe zusammengefunden, und im freiwilligen Hilfsdienst wollen die Gesellen nunmehr den Saal der Gemeindescyenke renovieren.

f Martinfeld. Hauptlehrer Haußmann wurde von hier als Rektor nach Küllstedt berufen. Die Gemeinde sieht ihn nur ungern scheiden. Starke Beteiligung fand die hier abgehaltene Volksmission, während der die Kirche stets bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Neustadt. Nachdem sich unsere Kinderbewahranstalt immer mehr als zu klein erwies, wurde eine allen An­forderungen gerecht werdender Bau errichtet. Er konnte nunmehr seiner Bestimmung übergeben werden.

Nordhausen. Die katholische Gemeinde hielt in dem Restaurant Spangenberg ihre Weihnachtsfeier. Nach einem gemeinsamen Lied hielt Dechant Hunstinger eine kurze Ansprache, in der er auf die heilige Elisabeth hin­wies und für die hingebungsvolle Arbeit der WinterhUfe dankte. Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildete ein trefflich gespieltes Elisabethspiel.

$ feinbad). Landwirt Joseph Reimann feierte mit sei- ner Frau Katharina geb. Rindermann die goldene Hoch­zeit.

Weißenborn-Lütgerode. Franziskanerpatres h-i-elten eine religiöse Woche, die stärkste Beteiligung fand.

Wilbich. Eine gnadenreiche Zeit für unser Dörflern war die heilige Mission, die am vergangenen Sonntag ihr Ende erreichte.

Rohrberg. Zwei Franziskanerpatres hielten in un­serer Gemeinde eine Volksmission ab.

Gesühnt.

(Schluß.)

Vor der Kirchhofstür sah um diese Zett Theo mit feinem kleinen Schwesterlein. Ein gütiger Engel hatte seine schützenden Schwingen über sie gehalten und so das Unheil von ihnen abgewandt, das ihre Mutter so jäh aus dem Leben gerissen hatte. Träne um Träne p rann über ihre blassen Wangen, als sie das letzte, das ihnen geblieben war, dem Verderben preisgegeben sahen, Angstvoll schrien sie um Hilfe, nicht ahnend, daß ihre Mutter sie längst verlassen hatte und niemand mehr war, der ihnen helfen konnte. Erst als sie von Pfarrer Ber­ger geführt vor ihrem toten Mütterchen standen, wurde es ihnen zur traurigen Gewißheit, daß ein liebes herz aufgehört hatte zu schlagen und daß sie nun allein standen in der großen, weiten Welt.

Ueber dem kleinen Dörfchen lag ein sonniger, gol­dener Herbsttag, als man Mutter Blada hinaustrug zum Gottesacker. Nur wenige Leute waren dem Zuge ge­folgt, die meisten sahen ja in Mutter Blada den Urheber all des Unheils und waren froh, daß ein rächender Arm sie erreicht hatte. Auf Anordnung des Pfarrers sangen Ne Schulkinder das Lied:

Im Grabe ist Ruh.

So früh von uns Kindern geschieden,

O schlafe in Frieden,

Im Grabe ist Ruh.*

Hierauf ergriff Pfarrer Verger das Wort zu einer kleinen Ansprache. Für gewöhnlich war das nicht Brauch tn dem kleinen Dörfchen, doch hier machte er eine Aus­nahme. Er hatte in den wenigen Tagen so tief in Mut- ter Bladas Seele geschaut, daß er nicht umhin konnte, sie seinen Pfarrkindern als ein leuchtendes Beispiel vor Augen zu stellen.Sie werden leuchten wie die Sonne", dieses Schriftwort hatte er sich zum Thema gewählt. In Ergreifenden Worten wußte er das von Heilandsliebe durchpulste Leben der Toten zu schildern. Kein Auge blieb trocken. Der Priester mußte innehalten, denn er wurde nicht mehr verstanden im Schluchzen und Weinen der Menge.

Nach dem Begräbnis knieten die Kinder noch lange an dem frischen Grabhügel, der das Teuerste barg, was ihnen hier auf Erden beschieden war. Sie wurden erst aus ihrer Trauer aufgeweckt, als Pfarrer Berger neben ihnen erschien. Er nahm die beiden Waisen und führte sie in sein Pfarrhaus, wo sie sich unter liebevoller Pflege von den Schrecken der letzten Tage erholen konnten. Die kleine Grete kam nach wenigen Tagen in ein Waisen­haus und wurde dort wie von Mutterhänden weich und lind gepflegt. Theo fand bei einem Bauern des benach­barten Dorfes ein Unterkommen. Allabendlich, wenn er von seiner Arbeit heimkehrte, stieg er auf denhohen Bühl", von wo man hinüber sah in Pfarrer Bergers Dörfchen. Seine Augen suchten den Friedhof, wo sie sich an das Kreuzlein hefteten, davon ein langes schwar­zes Band wehte. Oft, wenn die silberne Scheibe des Mondes den Himmel heraufkam, stand der einsame Knabe noch da mit tränenschimmernden Augen. Es zwang ihn niemand nach Hause. Der Bauer kümmerte sich wenig um den Jungen. Er war froh, wenn die schwere Arbeit des Tages beendet war. So verträumte Theo die Däm­merstunden auf demhohen Bühl" und holte sich dort in der Zwiesprache mit der fernen, lieben Mutter die Kraft, sein schweres Los zu tragen. Ja, niemals konnte er sein Mütterchen vergessen, das ihn gelehrt hatte, den Heiland zu lieben und ihm alle seine Nöten anzuver­trauen. Immer wieder mußte er daran denken, was sie ihm gesagt hatte über die Nacht der Sünde. Aber sie hatte ja auch gesprochen über die helleuchtende Sonne der Unschuld, und der gelobte es wohl hundertmal, sie seinem Herzen zu bewahren. um so anderen Menschen Glück und Sonne zu bringen. Droben am Himmel stan­den die silbernen Sterne, sie sahen hernieder auf die leuch­tenden Augen des Knaben, nahmen seine Bitte in ihre schimmernden Hände und trugen sie empor zum Heiland, der ja jedes Menschenkindes Vater ist.

Allmählich war es in dem kleinen Dörfchen durchge­drungen, daß der junge Talmüller im Rausch den Wagen angezündet und so zum Mörder Mutter Bladas gewor­den war. Es währte auch nicht lange, da erschien ein Polizeikommissar aus dem nahen Städtchen, um über die Gerüchte Nachforschungen zu halten. Drunten in der Mühle klapperten die Räder ihre einförmige Melo­die, und der alte Jochen mühte sich mit dem Bruder des Mörders allein um die schwere Arbeit, als der Beamte eintrat. Er verlangte den Talmüller zu sprechen. Allein es war zu spät. Der Verbrecher war schon seit mehreren Tagen über alle Berge. Wohin, das wußte niemand.

Lange Jahre waren seit diesem Tage vergangen und über den Talmüller hatte man nie wieder etwas gehört. Aus dem kleinen Theo war ein kräftiger Jüngling ge­worden, dem die Jahre die Erfüllung seines Herzens­wunsches gebracht hatten.

Wieder einmal hatte sich nach einem langen, rauhen Winter der Frühling eingestellt. Ueberall begann ein Grünen und Blühen, daß einem das Herz wett wurde vor lauter Lust und Wonne. Die Dorfstraße prangte im bunten Flaggenschmuck und Tonnengewölbe schlangen sich zu zierlichen Ehrenbogen. Vom Pfarrhaus kommt eine Prozession gezogen mit wehenden Bannern, die in der Morgensonne leuchten und glühen. Und inmitten der Prozession schreitet an der Seite des alten, greisen Dorfpfarrers ein junger Neupriester, mit einem Myrten­kränzlein auf dem Kopf und einem Kruzifix in der Hand. Es ist Mutter Vladas Sohn, der im Begriff steht, in der festlich geschmückten Pfarrkirche sein erstes heiliges Meßopfer zu feiern. Hinter dem Primizianten geht die glückliche Schwester. Eine Anzahl Dörfler schließt den Zug, der sich langsam auf das alte Kirchlein zube- wegl und dann in seinem Inneren verschwindet.

Durchschauert von innerer Glückseligkeit kniet die Schwester des jungen Priesters in der ersten Bank. Nun hat ihr Bruder endlich nach langem Streben sein edles Ziel erreicht, nun hat er die Höhe des Tabor erstiegen, wo sich ihm Gott in seiner ganzen Größe und Güte offenbaren will. O, wenn doch nur chr gutes Mütterchen diesen Tag miterlebt hätte oder wenn der Vater wenig­stens nicht mit solch schrecklichem Fluch dahingestorben wäre, dann würde die Freude an diesem Tage noch größer und ungetrübter sein. Doch es ist zu spät, und Du allein, o Herr, weißt zu richten, aber auch zu ver­zeihen. Wer weiß, warum du solches Leiden schicktest, vielleicht um diesen Priester zu gewinnen, damit er ganz geläutert, sich ohne Vorbehalt dir schenkt.

Unter den feierlichen Klängen der Orgel verlief die eindrucksvolle Feier, und es folgten nun einige frohe Stunden im Pfarrhaus. Pfarrer Berger hatte es bei seiner Behörde erwirkt, daß Theo im Dorf bleiben konnte, um ihm einen Teil seiner Arbeit abzunehmen. Der alte Mann war ganz glücklich, daß seine Bitte Er­füllung gefunden hatte, denn nun konnte er feinen Jugendschützling immer um sich haben.

Aber die Zeit schritt weiter durch Monate und Jahre. Und es kam ein Tag, da sah es im Pfarrhause gar

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traurig aus. Im kleinen Stübchen lag Pfarrer Berger auf seinem Sterbebette. Ruhig und ergeben in Gottes Willen sah er der letzten schweren Stunde entgegen. Die matte, welke Linke hielt das Sterbekreuzchen auf di« Brust gepreßt, während die Rechte in der Hand des jungen Priesters ruhte, der tiefbekümmert an seiner Seite saß. Plötzlich öffnete der Kranke die welken Lip­pen:Hab Dank." flüsterte er,daß du mir halfest, die Tage meines Alters leichter zu tragen. Hab tausend Dank. Ich gehe jetzt hinüber ins Land der Freude und werde auch dir einen Platz bereiten lassen, damit du dort ausruhen kannst nach einem Leben voll Sorg und Arbeit." Dann sank das Haupt zur Seite, der Atem wurde langsamer, und das treue Herz tat seinen letzten Schlag.

Die Sterbekerze knisterte und beleuchtete den so fried­lich schlummernden Greis. Ergriffen sank der junge Priester am Sterbebett nieder und betete für die Seele des Entschlafenen.--

Weit drüben im amerikanischen Lande in den Niede­rungen des Daramastromes lag eine freundliche von einem Deutschen bewirtschaftete Farm. Es ging hier im­mer sehr geschäftig zu, denn die großen Ländereien er­forderten angestrengte Arbeit von früh bis spät Als der Besitzer vor langen Jahren hier einzog und wenige Zeit später die reizende Tochter eines reichen Nachbarn heim­führte, waren Feste auf Feste in dem geräumigen Land­haus gefeiert worden. Es schien für das junge Paar nur Glück und keine Leiden mehr zu geben.--

Heute hatten sich wieder viele Menschen in dem Hause versammelt aber wie es schien nicht zu einem Fest. Die Männer standen schweigend, in kleinen Gruppen vor der Tür, in der von Zeit zu Zeit Frauen mit verwein­ten Augen erschienen. Eine halbe Stunde später trug man einen Sarg hinaus, dem sich die Versammelten an­schlossen und ihn auf den kleinen nahegelegenen Fried- Hof begleiteten.

Drohnen oder Wohttüter.

Eine Antwort auf ein kommunistisches Flugblatt.

Den Kirchensturm Sowjetrußlands nud den Kloster­sturm Spaniens aus Deutschland zu übertragen, ist das ausgesprochene Ziel der Kommunisten. Ein Flugblatt, das dieser Tage als sogenannte Antwort auf die Bro­schüre von Pater Muckermann S. I.Der Bolschewis­mus droht" (Köln, Katholische Tat-Verlag) von dem kommunistischen Landtagsabgeordneten Wilh. Pinnecke in Köln herausgegeben worden ist, läßt die letzte Maske fallen. Das kommende Sowjetdeutschland werde auf­räumen mit denNichtstuern", mit demDrohnentum geistlicher Pfründnerherrlichkeit", mit ihrenMilliarden, zusammengerafft aus Not und Elend der werktätigen Volkes".

Mit diesem Schlagwort sollen die Massen emporgeN peitscht werden zum Kloster- und Kirchensturm. Milliar­denwerte sollen da zu holen sein, gewaltige Milliacden- werte, die die kommende bolschewistische Arbeiter- und Bauernregierung in den Dienst der sozialistischen Volks-- wirtschaft, für Arbeit, Brot und Freiheit stellen würde.

Von dem, der die» geschrieben hat, kann man nicht mehr sagen, daß er noch niemals durch unsere Waisen- und Krankenhäuser und durch unsere Ordensschulen ge­gangen sei und nicht wüßte, daß unsere Pfarrämter längst zu inoffiziellen Wohlfahrtsämtern geworden sink Er weiß es und entstellt trotzdem die Wahrheit zur frat­zenhaften Lüge, indem er ihr den Schein der Wahrheit gibt. Der Verfasser des Flugblattes hat in Holland die Anleiheprospekte deutscher Ordensgenossenschaften durch­geschnüffelt, um aus ihren Angaben ein nach seiner Meinung vernichtendes Material gegen die Orden zusam- menzutragen. Was er daraus zusammengestellt hat. ist eine raffinierte Bauernfängerei, von der nichts übrig­bleibt als ein riesiger Bluff, wenn man nur die eine Gegenfrage stellt: Warum denn die Ordensgesellschatten in Holland Anleihen ausgenommen haben und jährlich N Millionen dafür an Zinsen zahlen, wenn sie derart reich wären, wie das Flugblatt behauptet. DieVermögens­summen", die das Flugblatt den Ordensgesellschaften und der Kirche andichtet, bestehen doch aus Dingen, die kommerziell überhaupt nicht betrachtet werden können, wie z. B. Schulen, Krankenhäusern, Waisen­häusern, Kirchen, Jugendheimen usw. Die von Ordens­gesellschaften geleiteten Anstalten werden doch nicht er­richtet, um Gebäudevermögen anzusammeln, sondern weil sie zur Erfüllung der Aufgaben von Unterricht und Erziehung, von Krankenpflege und Fürsorge notwendig sind und weil der Staat dafür solche Räume und ent­sprechende Einrichtungen verlangt. Was Ordensgesell- schasten und Kirche für diese Zwecke an Geld aufbrin-