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Knochen auch in einem Gefäß gesammelt und alle zu­sammen bestattet worden sein. — Das sind ja nette Zu­stände! Wer sich also nach seinem Tode verbrennen las­sen will, hat allerhand zu gewärtigen. Da bleiben wir lieber bei der christlichen Erdbestattung.

Neues Volksvereins-Jnsliluk.

Gesellschaftspolitischer Wille der deutschen Katholiken.

Im Ringen um eine sinnvollere Wirtschafts- und Gesellschaftordnung gilt es für uns deutsche Katholiken, mit allen Kräften die Gedanken in die Tat umzufesten, die der Hl. Vater in feiner En­zyklika „Quadragesimo anno" uns entwickelt hat. Diesem Zwecke soll auch das „Institut für Gesell schasts und Wirtschaftsordnung" dienen, das so­eben an der Zentralstelle des Volksvereins für das katholische Deutschland in M.-Gladbach ins Leben gerufen und bestimmt ist, die praktische Arbeit des Volksvereins durch wissenschaftliche Forschung zu unterstützen. Damit tritt -eine bereits seit IV2 Jah­ren in der Stille wirkende Arbeit in einer festen Form vor die Oeffentlichkeit.

Aufgabe des Volksoereins ist „die Förderung der christlichen Ordnung in der Gesellschaft, ins­besondere die Belehrung des deutschen Volkes über die aus der neuzeitlichen Entwicklung erwachsenen sozialen Aufgaben und die Schulung zur prakti­schen Mitarbeit an der geistigen und wirtschaftli­chen Hebung aller Berufsstände". — Dementspre­chend fördert das Institut die praktisch-soziale Ar­beit der deutschen Katholiken durch die wissen­schaftliche Klärung gesellschafts- und wirtschafts­politischer Fragen. Mittel sind insbesondere:

a) Untersuchungen und Druckveröffentlichungen,

b) Tagungen und Schulungswochen,

c) Pflege der Verbindung mit außenstehenden geistigen Kräften im katholischen Deutschland und Ausland

Mitglieder des Instituts sind von der Zentral­stelle berufene Gesellschafts- und Wirtschaftswissen­schaftler sowie Moraltheologen, dazu die haupt­amtlichen akademischen Beamten des Volksvereins.

Möge das Institut der bisherigen durch Jahr zehnte hindurch bewährten sozialen Arbeit der deut­schen Katholiken neuen Antrieb geben und zu wir­kungsvollen Erfolgen führen im Sinne eines So­zialprogramms, das sich aufbaut auf den beiden Grundprinzipien von sozialer Gerechtigkeit und Liebe und ausmündet in den Ausbau einer be­rufsständischen Ordnung. Gegen die radikalen Strömungen der Gegenwart kann alle Abwehr­arbeit wenig nützen. wenn diese sich nicht verbin­det mit dem greifbaren Willen, nun auch die Wege praktischer Hilfe aufzuzeigen und die Quellen, die fdiese Strömungen speisen, wieder zu verschütten mrch einen Katholizismus der sozialen Tat.

4« welche« Städten Deutschlands ist der hl. Albert der Grohe tätio gewesen?

Kaum ein anderer deutscher Heiliger ist io vie­lerorts gewesen, wie der hl. Albert der Große; seine Aufgaben als Lehrer, als Provinzial und Klostervisitator, als päpstlicher Legat und Kreuz- zugsprediger, als Schiedsrichter und Friedensstif­ter haben ihn in die verschiedensten Gaue unse­res Vaterlandes geführt.

Im schwäbischen Städtchen Lauingen stand seine Wiege, Köln wurde seine zweite Heimat: au­ßerdem war Regensburg, dessen Bischofsstuhl er, wenn auch nur zwei Jahre lang (1260 bis 1262) gegiert hat, eine hervorragende Stätte seiner Wirk­samkeit.

Als Lehrer der Theologie hat er in Hildesheim, Freibtkrg i. Br. und Straßburg, vielleicht auch in Würzburg gelebt. Nachdem er auf dem Ordens- kapitel zu Worms zum Oberen der deutschen Pro­vinz gewählt worden war, hat er, wie sein Bio­graph Petrus von Preußen berichtet, die ihm un­terstehenden Klöster persönlich besucht, wobei er, der Ordensvorschrift gemäß, auf die er streng hielt alle Reisen zu Fuß machte. Allerdings sind die Angaben Petrus' von Preußen, der zwei Jahr­hunderte später lebte, vielfach legendenhaft, und so braucht man vielleicht nicht anzunehmen, daß sich, die Visitationsreise auf alle Klöster erstreckt ha­ben aber man darf doch vermuten; daß es eine ansehnliche Zahl war. Die deutsche Ordenspro- vinz umfaßte damals über 50 Männer- und über

20 Frauenklöster und reichte von Metz bis Riga, von Utrecht bis Friesbach (Kärnten). U. a weilte zu dieser Zeit Albert in Augsburg zum Ordens­kapitel und in dem neugegründeten Dominikanerin­nenkonvent Paradies zu Soest. Als päpstlichen Legaten und Kreuzzeugsprediger finden wir Albert feit 1263 in Regensburg, Donauwörth, Würzburg, Speyer, Brandenburg.

In den späteren Jahren, seit 1267, übte Al­bert, obschon bereits hochbejahrt und auch noch sonst vielseitig in Anspruch genommen, gern bi­schöfliche Funktionen aus. Kirchen- und Altar­weihen werden erwähnt u. a. für Straßburg, Adel­hausen bei Freiburg i. Br., Villingen, Basel, Kol­mar, Eßlingen, Kloster Katharinental im schwei­zerischen Thurgau, Brauweiler, Vochem, M.-Glad­bach, Burtscheid, Werden, Unterlinden, Tanten, Antwerpen, Löwen, Utrecht, Soest, Mülhaulen.

In dieser kurzen Aufzählung haben wir 30 Orte im Bereich des alten Deutschen Reiches genannt wo der hl. Albert tätig gewesen ist, und die demnach besonderen Grund zu seiner Verehrung haben. H. Sch.

Der hl. itoiV .

Nach einem Gemälde der Dominikanerschwester Fideles.

Der berühmte deutsche Scholastiker Albert Graf von Bollftaedt (1193—1280) aus Lauingen in Schwaben, der zu den hervorragendsten Gelehrten seiner Zeit gehörte, und den Ehrennamen eines „Doctor universalis" führte, ist, wie unsere Leser schon wissen, jetzt vom Papst heilig gespro­chen worden. Als Festtag von Albertus Magnus wurde der 15. November bestimmt.

Ausland

Tschechoslowakei.

Wie die „Deutsche Presse", Prag, berichtet, hat die tschechische Freidenkerbewegung gewaltige Rück­gänge zu verzeichnen. Nach einem Flugblatt ist die Organisation, die noch kürzlich 500 Vereine zählte, auf 270 Vereine gesunken. Von den ein­stigen 22 000 Mitgliedern sind noch 8900 zahlende Mitglieder übrig geblieben. Die Auflage der B-w- bandszeitschrift sank von 7000 auf 3700 Stück. Aber auch wirtschaftlich steht die Bewegung sehr schlecht da. Zwei Kinderheime im Werte von über 1 Mil­lion mußte die gegenwärtige Leitung um 420 000 Kc. verkaufen. Dieses Geld ist aber gleichfalls bereits verwirtschaftet. Trotzdem ergibt sich im Verlag ein Abgang von 360 000 Kc., außerdem noch 430 000 Kc. frühere Verlagsschulden.

Polen.

Nach vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung vom 9. Dezember 1931 beträgt die ständige Be­völkerung der polnischen Hauptstadt Warschau (ohne die Truppenteile der Warschauer Garnison) 1169 881 Personen. Seit der letzten Zählung von 1921, durch die in Warschau damals 936 713 Per­sonen festgestellt wurden, weist die polnische Haupt­stadt eine Bevölkerungszunahme von 241 498 oder 25,8 Prozent auf. Warschau steht unter den 38 Millionenstädten der Welt an 28. Stelle und un-

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ter den 15 europäischen Städten mit mehr als einer Million Einwohner an 11. Stelle. In Kra­kau wurden durch die Zählung rund 225 000 Einwohner oder um 28 Prozent mehr als im Jahr 1921 ermittelt, in Lemberg rund 315 0000 Einwohner, in Lodz 605 287.

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Es liegen nun die amtlichen Angaben über die Ergebnisse der in Polen durchgeführten Volkszäh­lung vor. Polen hat insgesamt 31 927 773 Ein­wohner Gegenüber dem Jahre 1921 ist die Be­völkerungszahl um 5 069 581 Einwohner, also um 19,9 v. H. gestiegen. Kattowitz, Czenstochau, Brom-, berg, Lublin, Sosnowitz, Warschau, Lodz, Lem- ' erg, Posen, Krakuuund Wilna haben über 100 000 Einwohner. Starke Vermehrungen weisen vor allem die Hauptstadt Warschau mit 1178 000 Ein­wohnern und die Textilstadt Lodz mit 605 000 Ein­wohnern auf.

Frankreich.

Das Kabinett Laval war zurückgetreten, angeb­lich um einer neuen Regierung auf breitester Ba­sis Platz zu machen und möglichst alle Parteien an der Verantwortung für die französische Haltung in der Revarationsfrage (Lausanner Konferenz) zu beteiligen. Aber die Verbreiterung der Regie­rungsmehrheit ist nicht gelungen: das alte Kabi­nett kehrt wieder, nur ist Briand, der seitherige Außenminister ausgeschifft. Und die Presse ver­mutet, daß dies der Zweck der ganzen Kabinetts- umbildunq gewesen ist. Briand, ein anerkannt bedeutender Diplomat und Staatsmann, konnte schon lange nicht mehr, wie er wollte. Die deutsch­feindlichen Kabinettsmitglieder fielen ihm bei jeder Gelegenheit in den Arm, so daß er schon seit lan­gem seine außenpolitischen Ideen nicht durchfüh­ren konnte.

Schweden.

Die Zahl der Arbeitslosen in Schweden betrug Ende November 77 250, wgs eine Zunahme von rund 20 100 gegenüber dem Stande vom Oktober bedeutet. Ende November 1930 betrug die Zahl der Arbeitslosen 24 800.

Palästina.

Ungefähr 700 Lehrer und Lehrerinnen der jü­dischen Volksschulen Palästinas traten in den Aus­stand, weil sie seit vier Monaten kein Gehalt be­kommen haben. Die rückständigen Gehälter be­laufen sich auf 30 000 Pfund Sterling.

Afrika.

Der Kaiser von Aethiopien hat die Gesellschaft für Abschaffung des Sklavenhandels gebeten, einen Vertreter nach feiner Hauptstadt Addis-Abeba zu entsenden, da er mit ihm über gewisse Fragen des Sklavenhandels zu sprechen wünscht. Er hat be­schlossen, die Sklaverei in seinen Staaten abzu­schaffen. Der Präsident der Gesellschaft, Lord Noel-Buxton, hat die Einladung angenommen.

Wittelamerika.

In Guatemala-Stadt haben Verhandlungen zwischen den Vertretern von Guatemala, Nikara­gua, Honduras, Costarica und Salvador begonnen, die die Schaffung einer mittelamerikanischen Re­publik auf der Grundlage der gemeinsamen Rasse, Geschichte und Religion zum Ziele haben.

Kleine Mnhl. Iladitithten

Frankfurt a. 2IL Der Katholische Deutsche Frauen­bund hat in seiner Generalversammlung zu Breslau be­schlossen, daß jeden Monat in der Frauenfriedenskirche zu Bockenheim eine hl. Messe zur Erstehung des Frie­dens unter den Völkern gehalten wird. Diese Friedens­messe soll künftig an jedem ersten Mittwoch des Monats um 8.30 Uhr in der Krypta stattfinden.

Worms. Die jahrelangen, bereits in der Vorkriegs­zeit begonnenen Wiederherstellungsarbeiten am Dom zu Worms stehen jetzt vor dem Abschluß. Die Seitenschiffe und die beiden Sakristeien erhielten neue Dächer; sämt­liche Fenster, die seit der großen Explosion in Oppau mit Brettern verschlossen waren, wurden erneuert. Die gotische Nikolauskapelle an der Südfront des Domes wurde wieder aufgebaut. Das Innere des Domes leuch-