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Selbstverständliches werden, die Wahrheit zu sw gen, auch wenn unangenehme Folgen eintreten.

Wenn das Kind jedoch tro^ aller erzieherischen Sorge sich einmal einer bewußten Lüge schuldig gemacht hat, dann steht es an einem der bewußten Lüge schuldig gemacht hat, dann steht es an einem der entscheidenden Scheidewege seiner sittlichen Ent­wicklung. Darüber müssen die Eltern sich klar sein. Die erste bewußte Unwahrheit kann nicht schwer genug genommen werden. Das ganze äußere Ver­halten der Eltern, der Geschwister und übrigen Hausgenossen, ihre offenkundige Bestürzung und Trauer müssen dem Kinde eindringlich zum Be­wußtsein bringen, daß es etwas sehr Böses getan hat, etwas, was es gleichsam aus der Familien­gemeinschaft ausschließt, ihm das Vertrauen und die Liebe der Eltern raubt und sie in ganz un­gewöhnlichem Maße betrübt. Das Kind muß ge­radezu innerlich erschüttert werden durch die Er­kenntnis. welche Wirkung seine Lüge auf alle, die es lieb hat, ausübt. Dann kann ihm diese seine erste Unwahrheit noch zum Heile werden. Geschieht das aber nicht, geht diese erste Lüge un­bestraft oder gar unbeachtet durch, dann werden ihr bald viele andere folgen, dann betritt das Kind den Weg zur Gewohnheitslüge. Und dann ist in seiner Seele ein Tempel in Trümmer ge­gangen, der nur sehr schwer mehr wieder auf" gebaut werden kann. H.Faßbinder.

Aus von Qemotndsn

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St Elisabeth. Am Montag hält der Kirchenchor im Gesellenhause einen Familienabend ab. Neben den Mitgliedern sind dazu auch deren Angehörige, die Ehrenmitglieder, Freunde und Gönner des Chores freundlichst eingeladen.

St Maria. Herr Lehrer H e u r i ch, der seit Jahrzehnten an unserer Schule tätig ist, ist zum Rektor der stadtpfarrlichen Schule in Fulda gewählt worden.

Der „örtliche Verwaltungsrat- des hiesigen Sankt Vincenz-Vereins beschäftigte sich in der letz­ten Sißung mit der Aufstellung des Programms für die Ausgestaltung seines goldenen Jubi­läums. Am 6. Februar werden 50 Jahre ver­gangen sein, daß hier in Kassel die erste St. Vin­cenz-Konferenz unter Herrn Dechant H. F. M ü l l er gegründet wurde. Der 1. Vorsitzende war der da­malige Rechnungs-Direktor an der hiesigen Landes- Kredit-Kasse, Herr Ferdinand Böschen, der als geborener Fuldaer während seiner dienstlichen Tä­tigkeit in der Stadt des hl. Bonifatius das Wirken des St. Vincenz-Vereins kennengelernt hatte. Von den übrigen Mitbegründern der hiesigen Konferenz lebt nur noch Herr Landes-Inspektor Frey. Große Verdienste erwarb sich um die Entwicklung des Vereins Herr Major a. D. Roques, der als Ge­schichtsforscher (Stift Oberkaufungen) sich einen Na­men gemacht hat und die Mitglieder der Konferenz durch zahlreiche Vorträge in den General-Ver­sammlungen erfreute. Im Jahre 1907 konnte der Verein unter allseitiger Teilnahme der Kasseler Katholiken sein Silber-Jubiläum begehen. Es wa­ren unterdes aus der einen — fünf Konferenzen entstanden, deren Bezirke sich aus den Pfarreien bezw. Kuratien deckten. Im „Großen Stadlpark- Saale" fand damals eine solemne Feier mit einem Festprogramm statt, dessen ausübende Kräfte nam­hafte Künstler jener Zeit waren. Die heutige goldene Jubelfeier am Sonntag, den 7. Februar wird in Anbetracht der gegenwär­tigen Notzeit ein wesentlich einfacheres Gepräge erhalten. Näheres darüber wird in nächster Zeit noch bekannt gegeben werden. Der derzeitige Ob­mann sämtlicher fünf Konferenzen ist seit dem Tode Böschens H. Landes-Büro-Direktor H. Nau.

katholischer Arbeiterverein. Sonntag, den 24. d. Mts. 36 Stiftungsfest. Morgens vor der 8-Uhr- Messe in der Kirche Hl. Familia gemeinschaftliche hl. Kommustion woran die Mitglieder geschlossen teilnehmen. Die vorderen Bänken in der Kirche bleiben für die Mitglieder reserviert. Abends 8 Uhr im Gesellenhaus Familienabend mit Tanz, wozu ebenfalls die Mitglieder mit ihren Angehöri­gen erscheinen wollen. Eintritt und Tanz frei.

^» die kath. Iungmännervereine aller Pfarreien. Uus Anlaß des Pezirksvertretertages am Sonntag, den 24. Januar, findet schon am Samstag, den 23.

Januar, abends um 8.30 Uhr eine Versammlung aller katholischen Jugendvereine Kassels statt und zwar im Gesellenhaus, Mittelgasfe 42. Der Diö­zesanleiter Herr Lehrer K. Gesang aus Fulda wird an diesem Abend anwesend sein und eine Rede halten. Alle diese Veranstaltungen dienen schon dazu, den Ruf von Trier in die Lande zu tragen. Es ergeht deshalb auch noch einmal an alle Ver­bandsbrüder unserer Stadt die Einladung, an die­sem Abend zu erscheinen. Bitte das Singeschiff nicht zu vergessen!!

Verlrelerlagung des Jungmännerverbandes im Bezirk Viederhessen. Am Sonntag, den 24. Januar findet für den Bezirk Niederhessen eine Vertretertaoung des Jungmännerverbandes im Kath. Gesellenhaus Kassel statt. Das Programm ist den einzelnen Vereinen bereits zugegangen. Es werden außer der Versammlung um 11 Uhr einige Arbeitskreise am Nachmittag stattfinden. Um 16 Uhr wird für alle Teilnehmer Herr Prokurist W. Schott von der Prov. Landsiedlungsaesell- schaft Hessische Heimat ein kurzes Referat halten und die Diskussion leiten über die Frage der länd­lichen Siedlung. Nach neuesten Entwicklungen und Erlassen von Seiten der Regierung ist diese Frage sehr akut geworden. Auch der Jungmänneroer­band hat sich schon sehr intensiv mit dieser Frage befaßt. Herr Prokurist Sckott ist Fachmann in dieser Frage, und seine Ausführungen werden auch insofern an Interesse für uns gewinnen, als er jüngst einen bedeutenden Schulungskursus an der Siedlerschule des Katholischen Jungmännerver­bandes in Matgendorf mitgemacht hat.

kathol. Jünglingsverein St Elisabeth. Am vergangenen Sonntag fand der Familien- und Werbe-Abend des Vereins statt. Es war seit langem wieder das erste Mal, daß der Jugend­verein im Kath. Gesellenhaus einen so gefüllten Saal zu einer Veranstaltung hatte. Es scheint doch, als wenn der Verein sich bei der Elternschaft und bei der Jugend wieder Interesse erobert In dieser Hinsicht hat bestimmt auch dieser Sonntag­abend wieder gewirkt. Aus dem, was der Abend brachte, sei die kurze und markige Ansprache des Leiters der DJK. Schwarz-Weiß, des Herrn Leh­rers Franke, hervorgehoben, der in eindringlicher Weise über Gegenwartsaufgaben katholischer Ju­gendarbeit sprach. Dann lenkte die Bühne die Auf­merksamkeit auf sich. Das „Freiheitsspiel der Schweizer Bauern" wurde trefflich gegeben. Es ist ein Spiel der ausgesprochenen Jugend-Laienbühne. Die Sprach« dieser Stücke ist schön und packend Der Rütli-Schwur wird Jugend-Schwur: „W-r ge­loben in die Hände, daß jedermann von uns in seiner Sippe werbet für treue Helfer und Geschwo­rene! . . Verschwiegen fest und treu zu verharren, bis unser ist die Zeit!!" — Die beiden Lustspiele aus dem Bühnevolksbundverlag wurden von den Spielern trefflich gegeben, und fast jeder Spieler stellte den Typus seiner Rolle dar. Einzeln wer­den hier keine Spieler genannt; wer sie lehen will, muß schon das nächste Mal sich bemühen selbst zu schauen. Das Schlußwort sprach Herr Pfarrer Herbert. Dann wurde gemeinsam das Lied ge­sungen: Kein schöner Land in dieser Zeit . . " Die Gäste gingen befriedigt nach Hause, und die den Abend gestaltet hatten, blieben noch eine frohe Stunde beisammen.

Zenirumspariei Kassel. Die gutbesuchte Jahres­hauptversammlung fand am 12. 'd. Mts. statt. Der Vorsitzende, Rektor Dietrich, erstattete den Jahres­bericht und sprach zunächst allen Helfern, besonders denen, die sich als Redner und Einsammler der Beiträge zur Verfügung gestellt haben, seinen Dank aus. Das Andenken der im letzten Jahre verstor­benen Parteimitglieder ehrte die Versammlung durch Erheben von ihren Plätzen. Der Jahres­bericht ergab ein erfreuliches Bild von dem regen Leben in der Kasseler Partei. Der politisch beweg­ten Zeit entsprach eine starke Versammlungstätig­keit im letzten Jahre. Erfreulich ist auch die Aktivi­tät des Kasseler Windthorstbundes, der auf zwei ausgezeichnet besuchte, große Kundgebungen im ab­gelaufenen Jahre zurückblicken kann und in seinen monatlichen Versammlungen sich die politische Schulung unserer Parteijugend angelegen sein läßt. Ganz besonders unterstrich der Vorsitzende in seinem Bericht die Bedeutung unserer katholischen Presse, für die zu werben er allen Parteimitgliedern angelegentlichst empfahl. — Mit einem Ausblick auf die politische Lage und die bevorstehenden

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schwerwiegenden Entscheidungen verband der Vov? sitzende den Rus zum Zusammenhalt und zur Treue gegenüber dem Reichskanzler Brüning. Den Kassenbericht erstattete Herr Ely. Nach Prüfung der Kasse wurde ihm für seine mühevolle Arbeit seitens des Vorsitzenden der Dank ausgesprochen und Entlastung erteilt. Die sich anschließende Vorstandswahl ergab durch Zuruf die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Eine lebhafte Aus­sprache, in der in der Hauptsache kommunalvaliti- sche Fragen erörtert wurden, bildete den Schluß der Versammlung.

Selbsthilfe kath. Vereine bei Sterbefällen. Un­ser Mitglied, Frau Berneburg, ist am 14. Jan. 32 verstorben. Die fällige Umlage wird am Sonntag, den 24. Jan. von 11—1 Uhr im Gesellenhaus er­hoben. Die Mitglieder werden gebeten, diesen Termin bestimmt einzuhalten, da voraussichtlich vom 1. Februar an die Monatsbeiträge eingezogen werden müssen und die Zahlung sich dann schwie­riger gestalten möchte, wenn doppelt bezahlt wer­den muß.

St Familia. Sonntag, 24. Januar, abenos 6 Uhr spricht P. Ludgar Born S. I. über „Deuliches Volkstum und Römische Kirche". Ein beliebter Vorwurf von solchen, welche die Kirche nicht kennen, lautet: Die Kirche ist ein Feind jeden Volkstums, sie ist insbesondere ,/eine Gefahr für die deutsche Seele" Man kann hören und lesen: „Es war die Tragik des deutschen Volkes, daß es in seiner Ju­gend bekannt wurde mit dem Katholizismus" Er ist ein Fremdkörper im Volke, untragbar für jeden deutschen Merstchen. Dieser Vorwurf wird heute in weite Kreise unseres Volkes getragen. Der Vortrag wird sich mit diesen Vorwürfen auseinan­dersetzen und die Frage beantworten: Ist es wahr, daß Kirche und Volkstum einander wesensfremd find, und sich feindlich gegenüberstehen? Ist es nicht vielmehr untrügliches Zeugnis der Geschichte, daß die Kirche sicherster Hort und stärkste Stütze echten und wahren Volkstums, auch des deutschen Volkstums, war und ist?

St Kunigundis. Am Sonntag, den 24. Januar veranstaltet der Jünglingsverein St. Kunigundis abends 7.30 Uhr im St. Heinrichshaus einen Un­terhaltungsabend. Zur Aufführung kommt: Der Bettelmusikant, ein Volksstück mit Gesang in drei Akten. Mit der Besetzung der einzelnen Rollen hat Herr Maurer, der auch diesmal wieder bn> Regie übernahm und selbst eine der Hauptrollen spielt, wieder eine glückliche Hand gehabt, so daß man sich einen genußreichen Abend versprechen kann. Der Eintrittspreis ist der Zeit entsprechend gering (30 Pfg.). Wir können einen Besuch nur bestens empfehlen, zumal der Reinertrag der Ju­gendpflege zugute kommt.

St Maria. 80. Geburtstag. Am Samstag voriger Woche beging Städt. Gelderheber i. R. und langjähriger Rechnungsführer der Katholischen Kir­chengemeinde Kassel-Wehlheiden, Herr Auron Schmidt, Ludwig-Mohr Straße 5, seinen 80. Ge­burtstag. Er kam in den achtziger Jahren nach Wehlheiden, wo er dem damaligen Bürgermeister Stock als Gemeinderechner und später als Schutz­mann treu zur Seite gestanden hat. Bei der Ein­gemeindung Wehlheidens nach Kassel wurde er als Gelderheber der Städtischen Werke übernommen und hat hier bis zu feiner Pensionierung zur Zu­friedenheit seiner Vorgesetzten gearbeitet. Große Verdienste hat er sich auch um die Entstehung der Katholischen Gemeinde Wehlheiden und um die Erbauung der Rosenkranzkirche erworben, und er hat die Kassengeschäfte dieser Gemeinde trotz sei­nes hohen Alters treu und gewissenhaft bis zum Oktober 1931 geführt. Ferner war er einer der Gründer des Katholischen Männervereins Wehl­heiden und hat lange Jahre als 1. Vorsitzender an der Spitze dieses Vereins gestanden, bis er vor einigen Jahren zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Herr Schmidt erfreut sich noch guter Ge­sundheit und geistiger Frische und nimmt noch regen Anteil an den wechselvollen Geschehnissen unserer Zeit. Insbesondere die Katholische Gememde Wehlheiden ist Herrn Schmidt zu großem Danke verpflichtet, und auch wir wünschen ihm im Kreise seiner Familie einen noch recht glücklichen Lebens­abend.