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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint sehen Sonntag und fofiet monatlich Ausgabe A 40 H.-Pfennig 8 45 B.- Pfennig (Zustellgebühr extra) Redaktlansschluß Montag. Anzetgen-Preise: Lotonelzetle im AnzetgenteU 0,15 Äoldmart. Lotonelzeü» tm Reklametetl 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunst und Off-Ged. 0,10 Goldmark. Porl» «xtr» Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens tm Besitz der Fuldaer Aetiendructere» in Fulda fein.

' Druck and Verlag der Fuldaer Acliendrockere». Veelagsort Fulda. -m

Wochenkalender.

Sonntag, 17. Jan. 2. Sonntag nach Epiphanie. Anto­nius, Abt, Einsiedler.

Montag, 18. Jan. Petri Stuhlseier in Rom. Prisca, Jgfr., Mart.

Dienstag, 19. Jan. Marius u. Gen., Mart.

Mittwoch. 20. Jan. Fabian und Sebastian, Mart.

Donnerstag, 21. Jan. Agnes, Jgfr., Mart.

Freitag, 22. Jan. Vincentius u. Anastasius, Mart.

Samstag, 23. Jan. Raymund von Pennafort, Bek., Emerentiana, Jgfr., Mart.

NB. Bom 18. bis 2 5. Januar Welt-Ge­be t s o t t a v um die Wiedervereinigung im Glauben.

Zweiter Sonntag nach Erscheinung des Herrn.

Epistel Römer 12, 616.

Evangelium. Johannes 2, 111. Die Hochzeit zu Kana.

In jener Zeit war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa. Die Mutter Jesu war zugegen, und auch Jesus und seine Jünger wurden zur Hochzeit geladen. Als der Wein ausging, sprach die Mutter Jesu zu ihm:Sie haben keinen Wein mehr." Jesus erwiderte ihr:Was willst du von mir, Frau? Noch ist meine Stunde nicht gekommen." Da sprach seine Mutter zu den Dienern: »Tut alles, was er euch sagt!" Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie sie bei den Juden für die Reinigungen üblich waren. Jeder von ihnen faßte zwei bis drei Maß. Jesus gebot ihnen:Füllet die Krüge mit Wasser!" Sie füllten sie bis zum Rande. Und Jesus sprach zu ihnen:Schöpfet jetzt und bringet davon dem Speisemeister!" Sie brachten es ihm. Der Speise­meister kostete nun das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wußte aber nicht, woher der Wein kam: nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es Da rief der Speisemeister den Bräutigam und tagte zu ihm:Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste genug getrunken haben, den ge­ringeren. Du aber hast den guten Wein bis jetzt auf= bewahrt." So machte Jesus zu Kana in Galiäa den Anfang mit seinen Wundern. Er offenbarte nbu/d) seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an hn.

Propaganda.

ii Rom, unweit derSpanischen Treppe", steht das gewaltige Haus derPropaganda". zu dem' ich mit Bewunderung emporschaute, als ich das Glück hatte. einige Tage in der ewigen Stadt zu weilen. Es ist das

erste und größte Missionsseminar unserer hl ka tholifchen Kirche. Priestermissionäre werden dort

ausgebildet in Wissenschaft und Tugend unb be­sonders in all den fremden Sprachen, die in den Heidenländern gesprochen werden. Darin befindet stch wohl die größte Druckerei der Welt, in welcher Ypen mit Griechischen. Hebräischen, Syrischen. Aramäischen, Chinesischen und vielen andern Let­tern hergestellt werden, wie sie eben für Unterricht

und Erbauung der heidnischen Völker notwendig sind. Alljährlich nach Epiphanie veranstalten die Zöglinge der Propaganda das berühmte Sprach­fest, bei welchem bisweilen in fünfzig und mehr Sprachen Christus und seine hl. Kirche verherr­licht werden.

Doch nicht tote Häuser, sondern lebendige Men­schen machen erst die Propaganda, treiben an zur Kenntnis und Liebe Gottes und des Heilandes.

versöhne die Gemüter,

Tilg' Spaltung, wahn und Streit!

Gib Slaubenseinheit wieder

Der ganzen Christen­heit!

So ist es zu allen Zeiten gewesen, und so ist es heute, und io wird es immer sein und bleiben. Auch die ersten Jünger Jeiu verdanken ihre Auf­nahme in den Kreis der Apostel nicht nur der Be­rufung durch ihren Meister, sondern auch der Propaganda ihrer Freunde. Am Schluß des er­sten Kapitels seines Evangeliums erzählt S. Jo­hannes in schlichten Worten, aber mit sichtlichem Interesse die Berufung der ersten fünf Apostel, wobei gerade die Propaganda eine große Rolle spielte.

Am folgenden Tage stand Johannes da mit zweien seiner Jünger. und als er Jesus daherkom­men sah, sprach er:Siehe, das Lamm Gottes". Die beiden Jünger hörten ihn so sprechen und folg­ten Jesus. Da wandte sich Jesus um, und als er sah. wie sie ihm folgten, spricht er:Was sucht ihr?" Sie antworteten:Rabbi, d. h. Lehrer, wo wohnst du?" Er antwortet:Kommt und fehl!" Sie gingen also und sahen, wo er wohnte und blie­ben jenen Tag bei ihm. Es war ungefähr die zehnte Stunde, d. h. nachmittags 4 Uhr.

Einer von jenen beiden, die das Wort des Io­hannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren,

war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Der trifft zuerst seinen eigenen Bruder, den Simon, und sagt zu ihm: »Wir haben den Messias d. h. den Gesalbten gefunden. Er führte ihn zu Jesus. Jesus schaute ihn an und sprach:Du bist Simon, des Johannes Sohn: du wirst kephas d. h. Fels genannt werden. Als er am folgenden Tag nach Galiläa hinauswandern wollte, trifft er Philippus. Jesus sagte ihm:Folge mir". Es stammte aber Philippus aus Vethfaida. der Heimatstadt des An­dreas und des Petrus. Philippus trifft den Na- lhanael und sagt ihm:Von dem Moses und die Propheten im Gesetz geschrieben, den haben wir gesunden: Jesus, den Sohn Josephs aus Naza- relh!" Da antwortet ihm Nathanael:kann denn aus Nazareth" etwas Gutes kommen?" Philippus darauf:Komm und sieh!" Jesus sah den Natha- nael auf sich zukommen und sagte ihm:Schau, wahrhaft ein Israelit, an dem kein Falsch ist." Er­staunt entgegnet Nathanael:Woher kennst du mich?" Jesus antwortete ihm:Bevor dich Philip­pus rief, sah ich dich, wie du unter dem Feigen­baum warst." Darauf Nathanael:Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist Israels König!" Jesus antwortete und sagte ihm:Du glaubst, weil ich dir sagte:Ich hätte dich unter dem Feigenbaum ge­sehen". Du wirst größeres als das sehen. Und er sagte ihm:Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: ihr werdet den Himmel offen sehen und Gottes Engel auf- und niedersteigen über dem Menschen- sohn."

Verweilen wir einen Augenblick bei diesen wak- kern Männer^, die so viel Propaganda für Jesus gemacht haben. Den ersten Anstoß der Propaganda gab Iohannes, der Täufer. Zwar hingen ihm seine Jünger an wie Kletten. Johannes aber löste energisch und bestimmt das Verhältnis und führte neidlos seine Jünger zu dem Mann, über dessen Haupt er Die Taube gesehen. Gleich auf den ersten Wurf ist es ihm gelungen, dem Herrn zwei eifrige Jünger zuzuführen: Andreas und Johannes, unsern Evangelisten, der indes aus Be­scheidenheit seinen Namen verschweigt. Beide wer­den einen ganzen Tag Gäste des Heilandes. Welch traute, süße Stunden.

Auch Andreas machte Propaganda. Das Glück, das er gefunden, wollte er auch feinem Bruder Petrus vermitteln, in welchem der Heiland mit Seherblick den Mann starken Glaubens und die Säule der Kirche erblickt und dem er darum den bedeutsamen NamenPetrus" gibt.

Auch Philippus verlegt sich auf Propaganda und gewinnt den Nathanael, der wahrscheinlich mit dem Apostel Bartholomäus ein und dieselbe Person ist. Eine kerzengerade Natur macht Na­thanael aus seinem Herzen keine Mördergrube und platzt heraus mit Den kränkenden Worten: kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Durch diesen kalten Guß läßt sich aber Philippus nicht