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Zur gest. Beachtung.

Ein treuer Kirchenbesucher aus Fulda bittet uns um Aufnahme folgender Notiz:

Es besteht seitens mancher Personen die Gewohnheit, während des Hauptgottesdienstes sich möglichst in die vorderen Bänke zu begeben und sich dahinzu st el- len, wobei sie nickt bedenken, daß sie so vielen hinter sich befindlichen Personen dieAussichtzumAltare w e g n e h m e n. Wenn sie gerne st e h e n wollen, so ist es angebracht, sich hinter die Bänke zu stellen. Oder sollen andere etwa nur sehen, daß sie da sind?

MS88MMS1 lilüWMIW iWI «IM' ^MWZRWM» pellmeister gute Fortschritte gemacht hat, verkürzte die Pausen durch ihr Spiel.

Gernrode. Schwester Hedwig, die nahezu elf Jahre mit großer Opkerfreudigkeit in unserer Gemeinde ge­wirkt hat, folgte einem Rufe ihrer Ordensoberin nach Mühlhausen. Herzlicher Dank und beste Segenswünsche begleiten sie an ihren neuen Wirkungsort.

Gernrode (Eichsfeld). Geboren wurden hier im Jahre 1931 46 Kinder. Es starben 24 Personen (davon 2 Kinder). Trauungen erfolgten 4, Aufgebote 10. In die Borromäus-Volksbücherei wurden 78 Bände neu eingestellt. — Vom Kirchenbau. Die Arbeiten am Kir­chenneubau haben unter dem Einfluß der Jahreszeit einen vorläufigen Abschluß gesunden. Infolge des über­schneidenden Daches des Kreuzschiffes macht das Aeuhers einen wohltuenden Eindruck. Im Frühjahre werden außer der Inneneinrichtung umfangreiche Arbeiten er­forderlich sein, um den schadhaften Turm zu fidjern und wiederherzustellen. Der Kirchenbauverein hat im letzten Jahre die Summe von 14 348,99 RM. aufge­bracht. — Der Kirchenchor sang in der Nachmittagsan­dacht des zweiten Weihnachtstages eine Anzahl alter und neuer Weihnachtslieder. Das ansprechende Advents­lied „Eja, so seht den Rosenstrauch" von Hansmaria Dombrowski leitete die Andacht ein. Immer stärker den Weihnachtsjubel betonend, reihten sich die Chöre daran, unterbrochen von Volksgesängen. H. F. Müllers „Menschen, die ihr war't verloren" mit dem schwung­haften „Ehre sei Gott in der Höhe" bildete den wür­digen Abschluß.

Holungen. Holungen, das im Zeitraume eines Jahr­hunderts nicht weniger als 15 Priester in den Weinberg des Herrn entsandt hat, konnte in der Weihnachtsoktav wieder eine Primizfeier begehen. So oft hier auch in den letzten Jahrzehnten die Feier des ersten hl. Meß­opfers sich wiederholt hat, immer gleich rege und herz­lich nimmt die Gemeinde an der Freude, an dem Glück eines Neupriesters innigsten Anteil. Und das ist das Schöne in einem Dorfleben: alles ist auf den Beinen und bei der Hand, um einer so erhabenen Feier ein wür­diges Gepräge zu geben. So hat denn auch die Feier des ersten hl. Meßopfers des Neupriesters Joseph Wand, eines Sohnes des Landwirtes und Schulzen Hugo Wand, zur Erbauung und inneren Vertiefung des Gedankens vom Königtum Christi gedient. Zahlreiche Ehrenpforten grüßten freundlich den Primizzug, sinnreiche Sprüche kündeten die Gnade und Huld des Herrn. Der Himmel lachte zu dem fröhlichen Tun der Freude, Sonnenschein draußen in der Natur, Sonnenschein auch in den Herzen der Festteilnehmer. Stimmungsvoll erklang der Gesang der Kinder: „O Jesu, liebster Jesu" beim Abholen des Primizianten vom Elternhause, brausender Orgelton emp­fing ihn und alle Gläubigen. Beim Primizamte trugen der Neupriester und die Leviten prachtvolle Gewänder aus der alten Klosterpfarrei Huysburg. Pfarrer Jseke aus Halberstadt hielt die Festpredigt über das Thema: »Der Priester aus den Menschen genommen, bestellt für die Menschen in ihren Angelegenheiten mit Gott." Der Gesangverein verschönte die Feier durch den Vortrag einer lateinischen Messe für gemischten Chor.

Holungen. Im ^llter von 75 Jahren starb Fräulein Sabina Fricke von Sonnenstein. Sie hat in ihrem Leben viel zur Verherrlichung Gottes getan und sich dadurch ein bleibendes Andenken gesichert, daß sie bei der Erweite­rung unserer Dorfkirche den neuen Hochaltar stiftete. Auch bei der Beschaffung von Paramenten und anderen kirchlichen Gebrauchsgegenständen zeigte sie stets eine offene Hand.

Neuendorf (Eichsfeld). In den Ruhestand trat am 1. Jan. Pfarrer Heinr. Duwald. Er ist geboren am 6. Sep­tember 1863 in Neuendorf, wurde im hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht und am 6. April 1889, war u. a. Kaplan in der Propsteitirche in Heiligenstadt und wurde zum Pfarrer von Hemer (Dekanat Iserlohn) ernannt am 29. Juli 1911. Pfarrer a. D. Duwald wird in Heiligen st adt seine Ruhetage vollbringen

Treffurt. Unter starker Beteiligung wurde eines der besten Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde, Mühlenbesitzer Hugo Osburg, zu Grabe getragen. Meh­rere Jahrzehnte versah er mit peinlicher Gewissenhaftig­keit das Amt eines Kirchenkassenrendanten und war auch jahrelang als Stadtverordneter tätig. Er war ein Katholik im wahrsten Sinne des Wortes.

Wachstedt. Der Neupriester Robert Böning feierte in unserer Pfarrkirche sein erstes heiliges Meßopfer.

Worbis. Die kathol. Kirchengemeinde hatte am 2. âihnachtsfeiertage zu einer Familienfeier im großen ^chutzenhausjaale eingeladen, die der Cäcilienverein unter Leitung seines Dirigenten Jünemann mit den beiden Chö­

ren „Es ist ein Rost entsprungen" und „Gegrüßet seist Du, Himmelskind" eröffnete. Herr Stadtdechant Buch erläuterte in seiner Begrüßungsansprache den Zweck der Veranstaltung. Gerade in unserer Zeit bedürfe die Menschheit gewisser Erhebung. Die Gemeindemitglieder, die aus allen Ständen so zahlreich erschienen seien, möch­ten sich zu wahrer, inniger Volksgemeinschaft zusammen- finden. Die Gedichte, wie auch die Gesänge und Chöre, die zwischendurch vorgetragen wurden, erhöhten die Festesstimmung. Die Festrede hielt Herr Bürgermeister Burchard. Er sprach von der Not der Gegenwart, von der Bedeutung des Weihnachtsfestes im christlichen Sinne. Seine Ausführungen klangen aus in dem ewig neuen Weihnachtslied: „Stille Nacht, heilige Nacht". Dann wurde das Weihnachtsspiel „Ein Stündlein beim Christkind" von Kindern der Volksschule aufgeführt. Helle Freude leuchtete aus den Augen der Kleinen, als der Zwerg, der Bleisoldat, der Schokoladenmohr, die beiden Püppchen, der Postillon mit Pferd und Wagen auf der Bühne erschienen und ihre Reime hübsch und ausdrucks­voll aufsagten. Für das frische Spiel dankte das Publi­kum mit stürmischem Beifall. Herr Stadtdechant Buch dankte allen Mitwirkenden, besonders Herrn Bürgermei­ster Burchard.

Wachstedt. In Lippspringe bei Paderborn starb der von hier gebürtige Franziskanerfrater Mansuetus Lerch, den ein tückisches Leiden aus einem schaffensfrohen Le­ben gerissen hat.

Zella (Eichsfeld). Sein erstes hl. Meßopfer feierte hier ein Sohn unserer Gemeinde, der Neupriester Karl Blumenthal. Seit 60 Jahren war es das erste Mal wieder, daß eine Primiz in unserem Orte gefeiert wurde. Umso größer war jetzt die Freude. Festlich waren die Straßen vom Elternhause des Primizianten zur Kirche mit Girlanden geschmückt. An dem Meßopfer und an der Dankandacht nahm die ganze Gemeinde Anteil Der Jungfrauenchor verschönte die Feier durch deutsche Primizlieder. Am Abend des Primiztages spielte die Jugend das Theaterspiel „Kreuz und Sowjetstern", das die Schicksale eines deutschen Jungpriesters zeigt. Möge der Segen des Herrn das Wirken des jungen Arbeiters im Weinberge des Herrn begleiten.

Markt-Serichre.

Frankfurt am Wain, den 4. Januar 1931. Es wurden bezahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: vollst, ausgem. höchst. Schlachtw.: jün­gere 29—32, ältere 25—28, sonstige fleischige: jüngere 20 bis 24. Bullen: jüngere vollst, höchst. Schlachtw.: 25 bis 28, sonstige vollst, oder ausgem. 20—24. Kühe: jüngere vollst, höchst. Schlachtw. 23—26, sonstige vollst, oder ausgem. 19—22, fleischige 14—18. Färsen: vollst, aus­gemästete höchst. Schlachtw. 29—32, voll fleischige 25—28, fleischige 20—24. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 34—42, mittl. Mast- und Saugkälber 32—36, geringe Kälber 28—31. Schafe: Mastlämmer und jüng. Mast- hammel: Weidemast 25—28, mittl. Mastl. und ält. Mast­hammel und gut gen. Schafe 18—24. Schweine: Voll- fleischige Schweine von 240—300 Pfd. 39—42, vollst. Schweine von 200—240 Pfd. 40—43, vollst. Schweine von 160—200 Pfd. 38—42, vollst. Schweine von 120 bis 160 Pfd. 33—40. Auftrieb: Rinder 1754, Ochsen 348, Bullen 151, Kühe 463, Färsen 415, Kälber 558, Schafe 106, Schweine 5834. Marktverkauf: Rinder ruhig und ausverkauft, Schweine schleppend, Ueberstand, Käl­ber und Schafe langsam und geräumt. Sperrmarkt.

âirchenaustritt.

Dem Leben nacherzählt v. Joh. L o h m ü l l e r.

In Gedanken schrieb Sekretär Fritz Kainer sei­nen Bericht an die Zentrale.--Dreiundvier­zig Personen hatte er im Februar zum Gericht ge­führt, um ihren Kirchenaustritt zu erklären. Und in diesem Monat? Heute allein würden es sieb­zehn Personen fein. Schon seit zehn Minuten um= standen sie ihn in kleinen Gruppen: Sechzehn Män­ner und Frauen, junge Burschen und Mädchen. Vor dem Hauptportal des Amtsgerichtes standen diese armseligen Menschen. Graue Sorge, bittere Not, dumpfe Verzagtheit klagen aus den Gesich­tern der einen. Das heimliche Laster, der aus schaler Oberflächlichkeit quillt, sprach aus den Au­gen der anderen.

Kainer sah nicht, wie sie froren. Arg setzte ihnen der pfeifende, scharfe Wind zu und peitschte ihnen den Staub ins Gesicht. Er merkte nicht, wie einige ihre dünnen Mäntel oder zerschlissenen Joppen fest am Hals zusammenzogen, um not­dürftig der Kälte zu wehren. Er übersah absicht­lich die wachsende Ungeduld der Harrenden. Er suchte den Anruf eines der jungen Mädchen zu überhören: „Wozu stehen wir hier in der Kälte?

Wir wollen hinein oder ich gehe heim. Zehn Uhr ist längst vorüber."

„So — ja", gab Fritz Kainer begütigend zur Antwort und verzog sein gelbes, knochiges Gesicht zu einem häßlichen Grinsen, „ja, wir gehen gleich hinein. Gleich!"

Mit einem halb ärgerlichen, halb enttäuschten Blick überflog er die Wartenden und zischte mehr für sich selbst als den anderen hörbar hervor: „Teufel! Der Paul Jahn scheint wieder nicht zu kommen."

Fünf Minuten später verschwanden sie wirk­lich in dem hohen Gerichtshaus. Der Sekretär als letzter. Noch einmal überschaute er in der weit- aufgerissenen Tür prüfend die menschenleere breite Straße. Ein heiserer Fluch. Paul Jahn hielt auch heute nicht Wort. Zweimal schon hatte er ihn hinters Licht geführt. Und auch heute ließ er ihn im Stich.

Doch fast zehn Minuten später kam Paul Jahn eilig die Gerichtsstraße hinab. Laut hörbar

Gebel der Christenheit in gefahrvoller Zell.

Ausschneiden und in das Gesangbuch legen!

Allmächtiger, ewiger Gott, Herr, himmlischer Vater, sieh an mit den Augen Deiner unendlichen Barmherzigkeit unser Elend und unsere Not. Er­barme Dich aller Gläubigen, für die Dein einge­borener Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, sich den Händen der Sünder überliefert und sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen ^t Durch diesen Deinen Sohn wende ab die zukünftigen Gefahren, die unser Volk und Vaterland bedrohen.

Hunger und Elend sind bei Millionen unserer Brüder und Schwestern eingekehrt. Erbarme Dich, himmlischer Vater, aller Armen und Hilfsbedürfti­gen! Unser tägliches Brot gib uns heute!

Unfrieden, Haß und Kampf untergraben das Glück des Volkes und den Bestand unseres Vater­landes; Feindseligkeit und Neid entzweien die Völ­ker der Erde. Darum bitten wir Dich: Gib uns Deinen Frieden; gib uns den Frieden, den die Welt nicht geben kann!

Gottlosigkeit und Gotteshaß breiten sich immer weiter aus. Die Mächte der Hölle toben gegen un­seren Erlöser Jesus Christus und gegen unsere heilige Mutter, die Kirche. Erhalte und segne das Erbe, das Dein eingeborener Sohn mit seinem kostbaren Blute erkauft hat. Erleuchte auch uni) stärke zum Guten alle geistlichen und weltlichen Obern, damit sie fördern, was zu Deines Namens Ehre, zu unserem Heil und zur allgemeinen Wohl­fahrt der aanzen Christenheit gedeihen mag. Schütze unseren Heiligen Vater, den Papst Pius XI., vor dem Ansturm seiner Feinde! Segne un­sere Oberhirten und Priester, segne ihr Wirken zum Heile unserer unsterblichen Seelen! Laß uns in den Stürmen des Glaubens und in den Prüfungen dieses Lebens treu und standhaft bleiben, damit mir nie abweichen vom Wege der Wahrheit und Deiner heiligen Gebote! Segne unsere Familien in den schweren Sorgen und Nöten unserer Zeit! Gib den Eltern Gnade und Kraft, daß sie stark- mütig und opferfreudig ihre heiligen Pflichten ge­geneinander und gegen ihre Kinder erfüllen! Segne unsere Jugend, die so vielen und großen Gefahren des Glaubens und der Sitte ausgesetzt ist! Ver­leihe den Jünglingen und Jungfrauen Deine Gnade, daß sie in den kostbaren Jahren der Jugend ihren Schöpfer und Erlöser nicht vergessen und die Reinheit des Herzens nicht verlieren. Nimm in Deine besondere Obhut die Kinder, die Du einst mit so inniger Liebe gesegnet und selig gepriesen hast.

Erwecke in uns den Bekennermut der ersten Christen, Eifer im Gebete, im Empfang der heili­gen Sakramente, in den Werken der Gottes- und Nächstenliebe!

Dir, o Herr, sei empfohlen unser Tun und Las­sen, Handel und Wandel, unser Leben und Ster­ben! Laß uns Deine Gnade hier genießen und dort mit Deinen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit Dich loben, ehren und preisen mögens

Das verleihe uns, Herr, himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, unseren Herrn und Heiland, der mit Dir und dem Heiligen Geiste, gleicher Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.