Beilage
Nr. 2 -
St.EM|
Sonntag, 10« Januar
1932
M ^'^^^- ^Lâ^ââ^-
Kindergebet an der Krippe.
Für die Heidenkinder.
Bei deiner Fahn, o Jesulein, Da wünsch' ich mir, Soldat zu sein.
Wollt' retten gar so gerne Die Kindlein in der Ferne, Die Heidenkindlein, arm und klein! Laß sie doch nicht verloren sein!
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Fulda. Im Institut der Englischen Fräulein konnte die ehrwürige Mater Bonifatia Nau, gebo.en am 3. Juni 1849 in Amöneburg (Kreis Kirchhain), ihr diamantenes Ordens - j u b i l ä u m begehen. Die Jubilarin war in früheren Jahren eine geschätzte Handarbeitslehrerin an den verschiedenen Schularten des, Instituts. Sie ist die letzte der Schwestern, die im Kulturkampf aus ihrer Wirkungsstätte in Fulda vertrieben wurden und die Gastfreundschaft des Auslandes in Anspruch nehmen mußten. Während der Verbannung fand sie mit mehreren anderen Mitschwestern in Erlau (Ungarn) eine vorübergehende Heimat. Zurückgekehrt, nahm sie mit hingebendem Eifer ihre Arbeit im hiesigen Institut wieder auf und betreute in den letzten Jahren die Hauskapelle und die Sakristei mit Liebe itnb Sorgfalt. Leider ist die greise Ordensschwester, die heute im 82., Lebensjahre steht, an das Krankenbett gefesselt. Sie nimmt aber an den Fragen des Institutes und der Erziehung noch Lebhaftesten Anteil. Aus der Familie der Jubilarin sind zwei Priester und mehrere Ordensfrauen hervorgegangen.
Fulda. In einer sehr gut besuchten Delegationsversammlung der Zentrumspartei des weiteren Fuldaer Landes (Kreise Fulda, Hünfeld, Gersfeld, Schlüchtern) sprach am 4. Januar in der Harmonie zu Fulda der Reichs- und Landtagsabgeordnete Schmelzer. Die überzeugenden Ausführungen des Redners machten tiefen Eindruck. Die hochstehende, sehr sachliche Diskussion, die sich anschloß, zeigte, daß das katholische Volk des Fuldaer Landes geschlossen und voll Vertrauen zu Reichskanzler Brüning steht. Die Versammlung stand unter Leitung des Fuldaer Landtagsabgeordneten Rhiel.
Fulda. Fräulein Maria Witzel. seit 44 Jahren Wirtschafterin im Gasthaus „Gambrinushalle", beging am 1. Januar ihren 70. Geburtstag. Trotz des hohen Alters zeigt dieselbe eine seltene Frische des Geistes und des Körpers, sodaß sie ihren Dienst ununterbrochen gewissenhaft erfüllen kann
Dielershan (Kr. Fulda). Am dritten Weihnachtstag veranstaltete die hiesige Pfarrgemeinde in der Gastwirtschaft Pfeffermann eine Weihnachtsfeier, die sich eines guten Besuches erfreute. Herr Kaplan Diel fand zu Beginn des Abends herzliche Begrüßungsworte. Es folgte sodann die Aufführung von zwei kleinen Bühnenstücken durch die Schulkinder. Anschließend spielte der Jungmännerverein ein drittes Theaterstück „Der verlorene Sohn". Herr Lehrer Lange hatte mit vieler Mühe die Darbietungen eingeübt. Reicher Beifall belohnte alle Mitwirkenden für ihre Arbeit. Herr Kaplan Diel und Herrn Lehrer Lange, die sich in besonderer Weise für das Gelingen der schönen Feier eingesetzt hatten. sei nochmals an dieser Stelle herzlich gedankt.
Oberbimbach (Kr. Fulda.) Am 26. Dezember veranstaltete der hiesige erst kürzlich gegründete Jungmännerverein im Weißmüllerschen Saale einen Theaterabend, den man als wohlgelungen bezeichnen kann. Zur Aufführung gelangten die Stücke „Weihnachten wie daheim" und „Heideröslein".
Großenlüder. Der Gesellenverein veranstaltet vom Jan. eine Winterarbeiten-Ausstellung d. Mitgl. Mit großer Begeisterung und Schaffensfreude haben besonders die arbeitslosen Gesellen sich an der Ausstellung beteiligt, so daß sie auch das Interesse aller derer finden dürfte, welche Verständnis haben für unsere arbeitslose Jugend, die zum Teil schon 1, 2 Jahre lang den erlernten -veruf nicht mehr ausüben konnten. Allen Besuchern ein herzliches Willkommen. Die Ausstellung findet statt im Beremslokal bei Hermann Ruhl. Besichtigungszeit: Sonn- Eh8s von 9—20 Uhr, Werktags von 9—12 und von 3 bis
(uben^biTsWi^ Fulda). Am 2. Weihnachtstage nach t s f et er in de^-;. Gemeinde zu einer W e i h - war man der Einladung uK^J! ®?a?- Zab reich Die Kinder hatten sich seit einigen WochM?" gefolgt. Eifer an der Einübung einiger Weihnachtsstuck^d^ teiligt und boten sie nun auch mit aller Hingabe. Rach dem gemischten Chor „Tochter Zion . . ." sahen wir „Das unzufriedene Engelchen" und „Großväterlein und Großmütterlein am Hl. Abend". Hierauf folgte in fünf Szenen das „Eitelborner K r i p p e n s p i e l" von Willy Arndt (Verlag Arwed Strauch-Leipzig C 1), das allen Schulen wärmstens empfohlen wird. Den Schluß bildete der gemischte Chor „Menschen, die ihr ward verloren" unter Mitwirkung von Jungfrauen und Gesangverein.
Blankenau (Kreis Fulda). Der kathol. Gesellenverein hatte am Sonntag zu einem Theaterabend im Deigert- schen Saale eingeladen. Auf dem Programm stand „D e r verlorene Sohn" und „Der falsche Hauptmann von Köpenick". Dank dem eisernen Fleiße der Spieler und der Spielleitung, die keine Mühe bei der Einübung gescheut hatten und bei der Aufführung selbst ihr Bestes gaben, konnten die Zuschauer voll befriedigt nach Hause gehen. Dem jungen Verein, der schon wiederholt von dem in ihm herrschenden regen Leben Zeugnis gab — in diesem Winter vor allem durch die Einrichtung einer Reihe von Fortbildungskursen — ein kräftiges „Glück auf!"
Weyhers. Am 1. Januar wurde Herr Lehrer Storch, nachdem er 12 Jahre an der hiesigen Schule tätig war, wunschgemäß nach Oberufhausen, Kr Hünfeld, versetzt. Am letzten Schultage vor den Ferienfand daher in der Schule eine Abschiedsfeier statt. In Gedichten und Liedern sprachen die Kinder ihrem scheidenden Lehrer Dank aus und wünschten ihm alles Gute für die Zukunft. Namens der Schule richtete Herr Lehrer Eichenberg Dankssworte an den Scheidenden und gab der Hoffnung Ausdruck, daß ihm und feiner Familie die neue Stelle auch neue Heimat werden möge. Herr Dechant Dr. Flügel dankte dem Scheidenden im Namen der Kirche für dis religiöse Erziehung durch Wort und Beispiel. Sichtlich bewegt versprach Herr Lehrer Storch, seiner lieb gewesenen Schule auch ferner zu gedenken. Auch der hiesige Musik- und Gesangverein ehrten den Scheidenden durch Vortrag sinniger Abschieds- und Hei- matlieder. Sangssbruder Goldbach wünschte Herrn Lehrer Storch alles Gute in der neuen Heimat und Gottes Segen für sich und seine Familie.
Eckweisbach (Kr. Gersfeld.) In unserer Kirche kand ein Requiem für den verst. Steinbruchsbesitzer Franz K. N ü d l i n g statt. Die Arbeiterschaft des Basalt- steinwerkes in Rupsroth hatte sich vollzählig dazu eingefunden. Aber auch die Pfarrgemeinde als solche war zur Stelle. Weiß man doch, was dieser Mann in den vielen Jahren unserer Pfarrgemeinde gewesen ist. Nicht nur, daß er vielen Gemeindeangehörigen Arbeit und Verdienst gewährt hat; er hat auch der Pfarrgemeinde viele Guttaten erwiesen. In seiner Liebenswürdigkeit war er zu jeder Hilfe bereit. Gott lohne ihm alles Gute. Hoffentlich wird der Steinbruch auch fernerhin im Betrieb erhalten, so daß die Arbeitsgelegenheit bestehen bleibt. Wir werden des Verstorbenen im Gebete gedenken.
Primiz in Grotzentast.
Großentaft (Kreis Hünfeld). Primiztage — Freudentage! Primiztage — Rüst- und Danktage für alle. Dies Glück war unserer Gemeinde beschieden. Einer ihrer Söhne, Herr August I o st, aus einer alteingesessenen, treukatholischen, opferfreudigen Familie, wurde am 19. Dezember in Fulda von dem Hochw. Herr Bischof zum Priester Gottes geweiht. Sein erstes, feierliches hl. Meßopfer brachte er feinem Gott und Herrn in der Heimatkirche am zweiten Weihnachtslage dar. Der Neugeweihte wurde vom väterlichen Gehöft durch Straßen, die Liebe und gläubiger Sinn festlich geschmückt hatten, feierlich zur Kirche geleitet. Ein Augustiner-Pater aus Münnerstadt, ehemaliger Professor des hochwürdigen Primizianten hielt die Primizpredigt. In aufrüttelnden Worten sagte er der Gemeinde: Du katholisches Volk halte deine Priester in Ehren, sollen auch in Deutschland Klöster und Kirchen brennen? Du Volk vom Lande, bete und opfere, daß dir aus deiner Mitte Priester erstehen! — Priesterbürde ist Josephsbürde. Der Priester soll ebenso wie der hl. Joseph Nährund Pflegevater seiner Schäflein sein. Seelen speisen Seelen retten! Unter Assistenz des Herrn Konviktsdirektor Hoffmann, dessen Geburtsstätte Großentaft ist, u. des Herrn Ortskaplans Hammer brachte der Primiziant Gott das erste Opfer auf dem Altare seines Heimatortes dar, in der Kirche, in der schon so oft im entscheidenden
Stunden seines Lebens gestanden. Die Schubertsche Messe, mit viel Liebe und Begeisterung vorgetragen, erhöhte die Feier der Stunde. Ein Verwandter des Neugeweihten, Herr Lebrer Sauerbier, begleitete fein» sinnig den Chor. — An der Freude über das Glück eines Ww.er Söhne und der Begeisterung konnte man feststel- Priesterü' U?^ das katholische Landvolk noch zu seinen zelt im Herzen, Mâfl Glauben trägt es noch festgewut- und Schreier noch so laüch der und dieser abseits stehen dem Zeichen der Primiz stand äu&^b spotten! — Unter feier des kath. Gesellenverel^i^i hnachts - Begrüßungsworten des Herrn Präses trug die"Gch-.den abteilung: „Komm mit deinem Zauber wieder, wonnevolle heilige Nacht" vor. Sie wollte damit zum Ausdruck bringen, daß besinnliche Freude und Weihnachtsfriede erst recht in dieser Notzeit Menschenherzen erheben sollen. Dann wurde der Vierakter „Bruderzwist" von Humbert gegeben. Ein zweites Stück zeigte in verschiedenen Bildern den Werdegang eines Priesters von der Kindheit bis zu seiner Sendung auf das Arbeitsfeld.
Rasdorf (Kreis Hünfeld). Der hiesige Gesellenverein trat mit der Aufführung des von Pater Paul Humpert verfaßten Legendenspiels „Der Geiger unserer lieben Frau" an die Oeffentlichkeit. Das recht schwierige Stück wurde nach monatelanger Vorbereitungszeit von allen Spielern in einer Hingabe dargestellt, die als vorbildlich bezeichnet werden muß.
Bad Soden bei Salmünster. Am Neujahrstage wurde dem hiesigen Fabrikanten Herrn Sebastian Herbst von den städtischen Körperschaften in Anerkennung seiner hohen Verdienste um das öffentliche Wohl das Ehrenbürgerrecht der Stadt Bad Soden bei Salmünster verliehen. Herr Herbst hat innerhalb von 40 Jahren aus kleinsten Anfängen heraus eine blühende Möbelindustrie hierorts geschaffen, die vielen Hundert Menschen Lohn und Brot gegeben hat und noch gewährt, und deren Produkte sich- des besten Rufes im In- und Ausland erfreuen.
Bad Soden bei Salmünster (Kreis Schlüchtern). Der hiesige Jungf raue «verein hatte sich entschlossen, auch ihrerseits zur Erhöhung der Weihnachtsstimmung in der Gemeinde beantragen. Zu diesem Zwecke wählte er das inhaltsreiche Weihnachtsspiel: „Mein Lied dem König" von Pater Paul Humbert O. M. I.
Pfaffenhausen (Kreis Gelnhausen). Am zweiten Weihnachtsfeiertage abends veranstaltete der hiesige Kath. Gesellen verein in der Gastwirtschaft Hagemann einen Theaterabend. Der neue Präses, Kaplan Rübsam, konnte eine zahlreiche Zuschauermenge begrüßen, die auch aus den Nachbarorten Oberndorf und Lettgenbrunn herbeigeeilt war. Nach einem schneidigen Marsch und nach einem vierstimmigen Weihnachtsliede gelangte das vieraktige Schauspiel „Die Hubertus-Mühle" auf der schön hergerichteten Bühne zur Aufführung. Das Stück mit seiner spannenden dramatischen Handlung wurde von sämtlichen Spielern gut wiedergegeben und machte tiefen Eindruck. Nach dem Schauspiel folgte ein Lustspiel „Das Medium". Der Abend war von musikalischen Darbietungen und Chören umrahmt. In der Schlußaniprache forderte der neue Herr Pfarrer die anwesenden, dem Verein noch fernstehenden Jugendlichen auf, dem Gesellenverein beizutreten.
Altenmittlau. Am Abend des 30. Dezember veranstaltete der hiesige katholische Jungmänneroer e i n eine Weihnachtsfeier. Die Mitglieder und Ehrenmitglieder des Vereins versammelten sich in der Kraut'schen Wirtschaft. Im Lichtglanz des brennenden Christbaumes erklang das alte und doch ewig junge Lied: Stille Nacht, heilige Nacht. Sodann nahm der Präses, Kaplan Lier, das Wort zu einer passenden Weihnachtsansprache. Er versetzte alle im Geiste zurück in jene wundersame Nacht, die uns den Erlöser geschenkt und hob dann die Bedeutung der Weihnachtsbotschaft für den katholischen Jungmann heraus. Dann folgten weitere Weihnachtslieder. Der zweite Teil des Abends war unterhaltender Natur und wurde in der Hauptsache ausgefüllt mit musikalischen Darbietungen.
Hanan. Am 27. Dezember veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft kathol. Vereine Hanaus in der Stadthalle eine Weihnachtsfeier, indem der kath. Kirchenchor unter der kunstsinnigen, bewährten Leitung seines langjährigen Dirigenten, Herrn Konrektor Joseph Milbach, das Weihnachtsoratorium von H. F. Müller für Chor, Soli und Orchester zur Aufführung brachte. Die Chöre waren meisterhaft ausgearbeitet und wurden in absoluter Tonreinheit, feinster Dogmatik und Präzision, mit erhebendem Ausdruck wiedergegeben. Herr Klein sang die Rezitative und Soli sicher und gewandt, während Frl. Wirsing die Sopransoli allerliebst zum Vortrag