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Wochenkalender.

Sonntag, 10. Januar. 1. Sonntag nach Epiph. F e st d e r h l. F a m i l ie.

Montag, 11. Jan. 6. Tag i. d. Oktav von Epiph. Hygi­nus, Papst, Mart.

Dienstag, 12. Jan. 7. Tag i. d. Okt. von Epiph.

Mittwoch, 13. Jan. Oktav von Epiphanie.

Donnerstag, 14. Jan. Hilarius, Bisch., Kirchenlehrer, Felix, Mart.

Freitag, 15. Jan. Paulus, Einsiedler. Maurus, Abt. Samstag, 16. Jan. Marzellus I., Papst, Mart.

Wer Sonntag nach Erscheinung des Herrn.

Epistel. Römer 12, 15.

Evangelium. Lukas 2, 4252. Der zwölfjährige Jesus im Tempel.

Als Jesus zwölf Jahre alt war, gingen seine El­tern der Festsitte gemäß hinauf nach Jerusalem. Nach­dem die Tage vorüber waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der Knabe Jesus aber blieb in Jerusalem zurück, ohne daß seine Eltern es bemerkten. In der Meinung, er sei bei der Reisegesellschaft, gingen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Da sie ihn aber nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel. Er saß mitten un­ter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen an sie. Alle, die ihn hörten, staunten über sein Verständnis und seine Antworten. Als sie ihn erblickten, verwunderten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm:Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!" Er erwiderte ih­nen:Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet Ihr nicht, daß ich in dem sein muß, wâs meines Vaters ist?" Doch sie verstanden nicht, was er ihnen damit sagen wollte. Dann zog er mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Seine Mutter be- mahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen. Und Jesus

>m zu an Weisheit, an Alter und an Wohlgefallen vor (Mt und den Menschen.

Erschienen ist der heilige Christ.

n Weihnachten feierten wir das Ge­heimnis, daß Gottes Sohn Mensch geworden ist; an Ephiphanie aber erinnern wir uns. daß dieser Mensch als Gott erschienen ist. Dieser Ge­

danke des großen Papstes Leo wirft ein heiles Licht auf das Fest der hl. drei Könige, das wir am sechsten dieses Monats begangen haben und in dessen Oktav wir immer noch stehen. In der Sprache der Kirche heißt dieses FestEpiphanie", zu deutsch:Erscheinung". Wir dürfen ja nicht stehen bleiben bei der demütigen, geringen, uiv ansehnlichen Gestalt des Kindes von Bethlehem. Sonst lausen wir Gefahr, daß wir mit den stolzen Juden Jesus verstoßen oder mit dem hochmütigen Marcion ausrufen:Hinweg mit der Krippe, hin­weg mit den Windeln!" Vielmehr müssen wir von der äußeren Erscheinung vordringen zum inneren Kern und zum eigentlichen Wesen dieses Kindes.

Schon in der vorigen Lesung haben wir den Ur­sprung dieses Kindes zurückverfolgt bis an die Schwelle der Ewigkeit. Dennim Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." In seinem ganzen Leben, in seiner Lehre, in seinem Beispiel, in seinen Wun­dern, in seinem Leiden, in seinem Tod, in seiner Auferstehung hat Jesus seine Gottheit erscheinen und erstrahlen lassen gleich dem Schein der lich­ten Mittagssonne. Für das FestEpiphanie" hat die Kirche drei Wunder auserwählt, die von des Herrn Majestät und Gottheit Zeugnis ableaen sollen, und nennt diese Wunder in der ebenso ab ten wie poetischen Antiphon:Mit drei Wundern ist geschmückt der heutige Tag: heute hat der Stern die Weisen zur Krippe geführt; heute ist bei der Hochzeit Wasser zu Wein geworden; heute ist Christus im Jordan von Johannes getauft wor­den, um uns zu erlösen. Alleluia."

Von diesen drei Wundern soll uns nur das Taufwunder beschäftigen, und zwar nach der Er­zählung des Evangelisten Johannes:

An den Täufer Johannes war eine Gesandt­schaft abgeordnet mit der Frage, ob er nicht der Messias sei oder Elias oder ein Prophet. Als auf diese Frage ein dreifaches nein erfolgte, fragten ihn die Gesandten weiter und sprachen: was tau­fest du denn, wenn du nicht der Messias, noch Elias, noch der Prophet bist? Johannes antwor­tete ihnen: ich taufe nur mit Wasser; in eurer Mitte steht bereits der, den ihr nicht kennt, der nach mir kommt, dessen Schuhriemen aufzubin­den ich nicht würdig bin. Das geschah zu Betha­nien jenseits des Jordans, wo Johannes taufte. Am folgenden Tage sieht er Jesus auf sich zukom- men und spricht: siehe das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. Der ist es, von dem ich gesagt habe: nach mir kommt ein Mann, der mir zuvorgekommen ist, denn er war eher als ich. Zwar ich kannte ihn nicht; darum aber bin ich zur Spendung der Wassertaufe bestimmt wor­den, damit er Israel offenbar werde. Und also legte Johannes Zeugnis ab: ich sah den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabkommen und aus ihm verweilen. Ich kannte ihn nicht. Dock? der, der mich zur Wassertaufe gesandt hat, sagte mir: auf wen du den Geist herabkommen und b-e: wem du ihn bleiben siehst, der ist es, welcher im hl. Geiste taust. So hab ich es gesehen und bin Zeuge dafür geworden: dieser ist der Sohn Got­tes."

Nehmen wir das Zeugnis des Johannes etwas aufmerksamer unter die Lupe. Zunächst weist er die große Meinung, die man allgemein von sei­ner Person hat, als sei er selbst der Messias oder ein Prophet, mit Entschiedenheit zurück. Ich bin nicht Christus, nicht Elias, nicht der Prophet. Und als er gezwungen ist zu dem Geständnis, daß er doch taufe, da degradiert er seine eigene Taufe und

hebt die Taufe Jesu auf den Schild. Diesen Mann er meint damit Jesus von Nazareth, der als Kind in der Krippe gelegen diesen Mann kennt ihr nicht in seiner ganzen Würde. Er kommt zwar erst nach mir und ist doch vor mir gewesen. Ich bin nicht wert, seine Schuhriemen aufzubin­den. Er ist das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden nicht bloß von Israel, sondern von der ganzen Welt. Ich kannte ihn nicht. Ebenso­wenig wie ihr. Ich kannte ihn nicht ganz und nid# vollständig. Sein letztes und größtes war mir noch verborgen. Indes ist mir eine Offen­barung zuteil geworden, die mir die unergründ­liche Würde des Mannes aus Nazareth kundaetan hat:auf wen du den Geist herabkommen und bei wem du ihn bleiben siehst, der ist es, welcher im hl. Geiste tauft." Und Johannes war mit der Taufe Jesu beauftragt. Und kaum stieg Jesus nach der Taufe aus dem Wasser,da stieg der Hk. Geist in Gestalt einer Taube auf fein Haupt her­nieder und ruhte über Jesus". So war das Himm­lische Zeugnis besiegelt: Jesus ist der eigentliche Spender und Urheber der Taufe, der nicht nur mit Wasser, ändern auch mit dem hl. Geist tauft, der als Lamm Gottes die Sünden der Welt hin­wegnimmt und niemand anders ist als der Sohn Gottes in Menschengestalt.---

Erschienen ist der hl. Christ." Erschienen ist er nicht nur in der Krippe, erschienen nicht bloß in Cana, erschienen nicht bloß in Galiläa und Je­rusalem, erschienen nicht bloß am Jordan, erschie­nen nicht bloß dem Johannes und den Aposteln und Zeitgenossen, erschienen ist er auch uns allen, erschienen ist er uns bei der hl. Taufe. Bei der Taufe sind wir ja Christus einverleibt worden. Bei der Taufe bist duein Christ" geworden. Nun soll auch Christus in direrscheinen". Du darfst nämlich nicht bloß ein Christ dem Namen nach sein, sondern ein Christ in der Tat und Wahrheit, ein Christ im Leben und Wandel, ein Christ im Tun und Lassen, ein Christ im Reden und Den-

Der BsmfaUusbote

ist der beste Hausfreund jeder katholischen Familie, der unentbehrliche Schutzengel für die Heranwach­sende Jugend,

der Trost für Kranke und Altersschwache,

der zuverlässige Berater in allen Fragen des reib gösen und politischen Lebens,

vom Hochwürdigsten Herrn Bischof für alle Pfar­reien der Diözese Fulda aufs wärmste empfohlen.

Bleibt diesem Boten vom Grabe des hl. Boni­fatius treu auch in unserer schweren Zeit.