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Der Abschluß der Ephefusfeler.

Sonntag morgen zelebrierte der Papst in der Peterskirche eine feierliche Messe als Abschluß der Feier des 1500jährigen Jubiläums des Konzils von Ephesus. Das Tedeum und der päpstliche Se­gen nach der Messe wurden vom Vatikansender am Welle 50,26 verbreitet. Aus dem gleichen An- laß erschien eine päpstliche Enzyklika, die die dog­matischen Verkündigungen des Ephesus-Konzils be­handelt

Dom Orientalischen Institut.

Der Hl. Vater hat Pater Emil Hermann S. I. zum Präsidenten des Päpstlichen Orientale sehen Institutes ernannt. Dieses Institut wurde am 25. Oktober 1917 von Papst Benedikt XV ge­gründet. Sein erster Präsident war der jetzige Kardinal Schuster von Mailand, damals noch Abt des Benediktinerklosters von St. Paul vor den Mauern Roms. Der jetzt regierende Hl. Vater legte die Leitung des Päpstlichen Orientalischen Institutes vor wenigen Jahren in die Hände der Jesuiten. Seitdem war Bischof d'Herbigny. der gleichzeitig die Päpstliche Kommission für Rußland leitet ihr bewährter Präsident. Damit Bischof d'Herbigny sich ausschließlicher den russischen Be­langen widmen könne, hat Pius XI. den neuen Präsidenten ernannt. Pater Hermann ist von Geburt Elsässer und studierte sowohl an der Gre­gorianischen Universität wie auch am Päpstlichen Vibelinstitut. 21 n Letzterem hatte er seit 1907 den Lehrstuhl für Orientalisches Recht inne, in dem er als besonders sachverständig gilt.

Einsturz-Unglück.

In der Vatikanischen Bibliothek ist kurz vor Weihnachten durch einen Deckeneinsturz großes Unglück angerichtet worden. Vor allem war es schmerzlich, daß vier Arbeiter und ein Benutzer de" Bi^'iochek unter dem Schutt begraben wurden und nur als Leichen geborgen werden konnten. Auch eine Reihe wertvoller Kunstwerke und viele Bücher wurden vernichtet. Man ist noch immer mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt.

Der vatikanische Sender

wird von jetzt ab an jedem Sonn- und Festtag eine Sondersendung für Kranke schicken die einstweilen in Lateinisch, Italienisch oder Fran­zösisch gehalten wird und verschiedene Teile der heiligen Messe vom Tage sowie eine Lesung aus den Kirchenvätern als Kommentar zum Evange­lium und außerdem einen geistlichen Zuspruch an die Kranken umfassen wird.

RadioUebertragung aus der Peterskirche.

Bald werden die Rundfunkhörer in der Lage sein, unmittelbar Uebertraqungen aus der Peters­kirche in Rom in ihrem Apparat zu empfangen. Augenblicklich ist man in der Peterskirche mit den vorbereitenden Arbeiten beschäftigt. In der Kirche werden Mikrophone aufgestellt und mit dem päpst­lichen Sender auf dem vatikanischen Hügel durch Kabelanlagen verbunden. Alle bedeutsamen Fei­ern in der Kirche können nach Beendigung der Ar­beiten durch Radiowellen in alle Welt gesandt werden.

Rom. Durch Dekret der Propagandakongregation vom 14. Dezember 1931 wurde die Abtei Lindi im ehe­maligen Deutsch-Ostafrika (Tanganyika-Territorium) ge teilt. Es wurde aus dem Gebiet, das von nun an den Namen Peramiho trägt, die neugebildete Abtei Ndanda herausgelöst und den Benediktinern von St. Ottilien an­vertraut.

Rom. Laut Telegramm aus Schanghai (China) ist der aus Württemberg stammende Salvatorianer P. Ko­loman Bühler von chinesischen Räubern gefangen ge­nommen worden.

3ns neue Jahr!

Vom Jahre 1931 nehmen wir nicht schweren Herzens Abschied. Es hat uns viel Schmerzliches gebracht. Ungebeugt aber und mit neuer Hoff­nung schreiten wir über die Schwelle des Jahres 1932. mit dem festen Entschluß, alle Kräfte ein­zusetzen, um unseres Volkes Schicksal zu meistern und unseres Vaterlandes Zukunft zu sichern.

Bei all den drängenden Sorgen und Aufgaben des Augenblickes dürfen wir aber am An­fänge des neuen Jahres nicht vergessen, die gro­ßen Zukunflssorqen und Zukunftsgefahren, die un­serem Volke, ja der ganzen Menschheit drohen, ziel­klar in den Vordergrund des Blickfeldes zu rich­ten.

Die größte Sorge und Gefahr der Zukunft für die Welt und die Menschheit ist der von Rußland her drohende

Bolschewismus.

Mit einer geradezu unheimlichen Wucht und Stoßkraft sucht der Sowjet-Moloch seine völkermor­denden Ideen in die Herzen und Köpfe hineinzu­hämmern. Ländergrenzen und Weltmeere bilden ihm kein Hemmnis Ueberallhin entsendet er seine Apostel des Umsturzes und der Massenoerhetzung. Die reichen Mittel des großen Russenreiches wer­den nicht zur Sättigung der hungernden russisch-n Proletarier verwandt, sondern sie gehen als Pro­pagandagelder in alle Länder, um zu werben für die gütige Drachensaat. In allen Ländern hat die russische Sowjetzentrale ihre wohlorganisierten Filialen und ihre reich mit Mitteln versehenen Agenten.

Der Hauptstoß des Bolschewismus geht gegen die rebigiös-fittliche Ordnung der Wett, gegen Kirche und Christentum, ja gegen den Gottes­glauben schlechthin. Noch niemals in der Welt­geschichte ward ein so wohlüberlegter, gigantischer Angriff gegen Gottesfurcht und Gottesglauben in Szene gefetzt wie jetzt von Rußland aus. Alle Mittel, die die moderne Technik zur Verfügung stellt, werden in Bewegung gesetzt, um Gott von seinem Throne zu stoßen, um den Gottesglauben aus den Herzen zu reißen.

Das ist unsere erste und wichtigste Aufgabe zu zu Beginn des neuen Jahres: hinzuweisen auf die große Gefahr, die dem Christentum, dem Gottes­glauben und der christlichen Kultur überhaupt von Osten her droht. Eine ungeheure Verant­wortung ruht auf der heutigen Generation: Wir. die heutige Menschheit, sind berufen, Kirche, Chri­stentum und Kultur zu retten vor dem gewaltigsten Angriff, den die Pforten der Hölle jemals unter­nommen haben, und jene heiligsten Güter, das Gnadengeschenk der Erlösung, den nachfolgenden Generationen zu erhalten. Der Fluch der kommen­den Geschlechter müßte uns treffen, wenn wir unsere Augen verschlössen vor der Größe der Gefahr und den unabsehbaren Folgen, die mit eiserner Notwendigkeit über unsere Kinder und Kindeskinder hereinbrechen müssen, falls jetzt die Abwehr versäumt wird.

Darum Augen auf! Wir müssen den schlei­chenden Feind erkennen, auch wenn er wie ein Wolf im Schafspelz kommt. In Westdeutschland arbeitet zur Zeit eineGesellschaft zur Organisie­rung fozialwifsenschaftlicher Vorträge". Diese Ge settschaft ist nichts anderes als die geistige Pro- pagandazentrale des Bolschewismus. In ihren Versammlungen tritt der bolschewistische Volks kommissan, Lunatscharsky, als Redner auf mit dem Thema:Kutturaufbau in der Sowjet­union". In ähnlicher Weise werden auch in ande­ren Gegenden die Sendboten der Gottlosenverbände auftreten; zum mindesten versuchen sie überall ihre Flugblätter und Zeitschriften an den Mann zu bringen (und auch an die Frau!). Darum ist Wachsamkeit und vorbeugende Gegenarbeit geboten

Der Dolksverein für das katholische Deutschland hat im Auftrag der Fuldaer Bischofskonferenz diese Gegenarbeit übernommen. Möge dieser so wich­tige Verein^ der durch diese Aufgaben wieder von allergrößter Bedeutung für das katholische Deutsch­

land geworden ist, überall freundliches Entgegen­kommen und eifrige Mitarbeit finden: Es handelt sich um die Schicksalsfrage des christlichen Abend­landes!!!

Eine zweite große Gefahr ist der neuheidnische Nationalismus, der bei uns zur Zeit im

Nationalsozialismus

seine konkreteste Ausprägung gefunden hat. Fast alle Länder und Gemeindewahten des letzten Jah­res haben ein starkes Anwachsen der nationalsozia­listischen Stimmen gebracht parallel mit dem Wachsen der kommunistischen Stimmen. Und es ist bezeichnend, daß die Zunahme der Kommunisten zum guten Teil nur die Reaktion auf die Kampfes- weise des Nationalsozialismus ist. Die Art und Weise, wie von feiten der Hitlerianer vielfach die rohesten Masseninstintte ausgepeitscht werden, die Art, wie alle weltliche und geistliche Autorität iw den Staub getreten wird, ist die beste Vorarbeit für den Bolschewismus. Die unflätige Kompfes- weise vieler nationalsozialistischer Agitatoren und Hetzblätter leistet dem Bolschewismus größere Dienste, als es die bezahlten Sowjetsendlinge ver­mögen: Von den Hitlerjünglingen wird die Saat gestreut, deren Ernte gar bald in die Sowjet- scheunen eingesahren werden wird. Von rechts her werden die Massen derart aufgehetzt und zu einer derartigen revolutionären Siedehitze gebracht, daß diese Massen, sobald sie sich überzeugt haben wer­den, daß vomDritten Reiche" keine Hilfe kommt in geschlossenen Kolonnen in das Lager des Bolschewismus abmarschieren werden.

Wir wissen nicht, ob der Nationalsozialismus durch seine hemmungslosen, brutalen Methoden in Deutschland zur Macht kommen wird. Das aber unterliegt keinem Zweifel: Der Nationalsozialis­mus bleibt nur eine Episode, eine Erscheinung von kurzer Dauer. Im Hintergrund aber lauert der Sowjetdrache jeden Augenblick sprungbereit, um die ihm zufallende nationalsozialistische Erb­schaft anzutreten.

Möchten unseren verblendeten Volksgenossen, die jetztHeil Hitler!" rufen, noch rechtzeitig dia Augen aufgehen! Es müßte sonst eines Tages ein furchtbares Erwachen geben, eines Tages, wenn es zu spät sein wird.

An uns jedenfalls soll es nicht fehlen! Wir werden auch im neuen Jahre unsere Pflicht tun und warnen und Signal geben. Wir wissen uns in dieser Arbeit auf Leben und Tod eins mit unseren Bischöfen und dem Oberhaupt der Kirche. Von unseren gottgesetzten Oberhirten geleitet, gilt im neuen Jahre unser Kampf der llnksbolschewi- stischen Gottlosenbewegung, aber auch dem rechts­bolschewistischen Neuheidentum.

Hur Politik de» Works

Das Ergebnis von Bafel

ist das einstimmig angenommene Gutachten der Sachverständigen, durch das die U n d u r ch f ü h r- barkeit des Poungplanes festgestellt wird. Zwar ist die Formulierung eine äußerst vor­sichtige und zurückhaltende. Sie ist nicht so klar und scharf, wie wir es im Interesse Deutschlands gewünscht hatten. Aber sie ist auf alle Fälle so, daß für d ie nun folgende große Kon­ferenz der Regierungen nichts verbaut ist.

Von den vier Kapiteln des Sachverständigen-Gutach« lens ist am wichtigsten Kapitel 4, das die

Schlußfolgerungen

aus den vorher festgestellten Tatsachen enthält.

Die Sachverständigen sagen, Deutschland wäre berech­tigt, zu erklären, daß es nicht in der Lage sei, den ge­schützten Teil der Noung-Annuitäten zu transferieren. Der Ausschuß würde jedoch seine Aufgabe nicht al» vollständig erfüllt ansehen, wenn er es unterließe, die Aufmerksamkeit der Regierungen auf die beispiellose Schwere der Krise zu lenken, deren Ausmaß zwetsello» über die vom Uoung-Plan ins Auge gefaßteverhält­nismäßig kurze Depression" hinausgeht."

Der Ausschuß stellt fest, daß der Doung-Plan von )er Voraussetzung einer stetigen Ausdehnung des Welt­handel« »usgegangen sei, tatsächlich sei aber das Gegen-