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Wochenkalender.

Sonntag, 3. Januar. Festdes heiligsten Na­mens Jesu.

Montag, 4. Januar. Oktav der hl. Unschuldigen Kinder.

Dienstag, 5. Januar. Vigil des Festes Epiphanie. Te- lesphorus, Papst. Mart.

Mittwoch, 6. Januar. Fest der Erscheinung des Herrn. (Kollekte für Afrika und die Kathol. Union.

Donnerstag, 7. Januar. 2. Tag in der Oktav von Epi­phanie.

Freitag, 8. Januar. 3. Tag in der Oktav von Epiphanie.

Samstag, 9. Januar. 4. Tag in der Oktav von Epiphanie.

Fest des Namens Jesu.

Epistel. Apostelgeschichte 4, 812. Die Kraft des

Namens Jesu.

In jenen Tagen sprach Petrus, vom heiligen Geist erfüllt:Ihr Vorsteher des Volkes und ihr Aeltesten, höret! Wenn wir heute wegen einer Wohltat an einem kranken Manne darüber vernommen werden, durch wen er geheilt wurde, so sei euch allen und dem ganzen Wolke Israel kund: Durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus von Nazareth, den ihr ans Kreuz ge­schlagen habt, den aber Gott von den Toten aufèrweckt hat: durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Das ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen ward: er ist zum Eckstein geworden. In keinem andern ist Heil, denn kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir selig werden sollen."

Evangelium. Lukas 2, 21. Der Name Jesus.

In jener Zeit, als acht Tage vorüber waren, und das Kind beschnitten werden sollte, ward ihm der Name Jesus gegeben. So hatte ihn der Engel schon genannt, noch bevor er im Mutterschoße empfangen war.

Aus dem Leuchtturm.

ie ein Meer dehnt sich das neue Jahr vor uns aus, in das wir eingetreten sind. Es branden und wogen darin die Menschen mit ihren Trieben und Leidenschaften,

und in jedem Augenblick droht eine Katastrophe auszubrechen. In Finsternis sind feine Abgründe gebettet. Denn wo wäre eine Spalte auch nur so igroy wie eine Türritze, durch die ein Auge die Gestalt des neuen Jahres erspähen könnte? Schon der heutige Tag ist in Dunkel gehüllt. Wie viel mehr der morgige oder gar der nächste Monat!

Doch am Meeresuser ragt fest und hoch ein Leuchtturm mit mächtigem Schein und wirft seine Strahlen allen zu, die ein offenes Auge und einen guten Willen haben. Und dieser Leuchtturm ist Christus Jesus, der Herr der Vergangenheit, Der Gegenwart und Zukunft, der Zeit und Ewigkeit, der Menschen und Engel, der Untertanen und Herren, der Lebenden und Toten. Auf Christus zu schauen, mit ihm und durch ihn die Zeit zu

meistern, an seiner .Hand das Glück und das wahre Leben zu finden, das ist unser aller Aufgabe, die wir uns Christen nennen.

Das Christusbild wird mit hellen Farben von den heiligen Evangelisten gezeichnet. Derjenige aber unter den vier Christusbiographen, der wie ein Adler zur Höhe strebt und auch uns im Fluge milreißt, ist der hl. Apostel und Evangelist Io­hannes. Sein Evangelium soll während des Jah­res 1932 unsere Erkenntnis bereichern, unsern

Allen lieben Lesern und Freunden

wünschen wir ein gesegnetes, gnadenreiches neues Zahr!

Verlag und Schriftleitung.

Willen stählen zur Tugend und unser Herz ent­zünden zu heiliger, opferfroher Liebe.

Seinem Evangelium hat Johannes als einziger unter den Evangelisten einen Prolog, ein länge­res Vorwort, vorausgeschickt, ein Vorwort von so erhabener Einfachheit und zugleich so riesenhafter Tiefe, daß es auch den erlèuchteten Geistern nicht gelungen ist, alle seine Rätsel restlos zu lösen.

Stelle dich nun an die Krippe und betrachte den Sohn der Jungfrau, in Windeln eingewickelt und richte an deinen Geist die entscheidende Frage: Wer ist dieses Kind von Bethlehem? Und sieh, gerade auf diese brennende Frage gibt S. Jo­hannes in seinem Prolog die tiefsinnige Antwort:

3m Anfang war das Work, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dieses war im Anfänge bei Gott.

Alles ist durch dasselbe gemacht worden, und ohne dasselbe ist nichts gemacht worden von allem, was gemacht worden ist.

In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Und das Licht leuchtet in der Finsternis. aber die Finsternis hat es nicht begriffen.

Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Iohannes.

Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugnis von dem Lichte gäbe, auf daß alle durch ihn glau­ben möchten.

Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeug­nis von dem Lichte geben.

Dieses war das wahre Licht, welches alle Men­schen, die in diese Welt kommen, erleuchtet.

Es war in der Welt, und die Welt ist durch das­selbe gemacht worden, aber die Welt hat ihn nicht erkannt.

Er kam in sein Eigentum, und die Selnigen nahmen ihn nicht auf.

Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht. Kinder Gottes zu werden, denen nämlich, die an seinen Ramen glauben,

welche nicht aus dem Geblüle, nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Man­nes, sondern aus Gott geboren sind.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat un­ter uns gewohnt: und wir haben feine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit als vom Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit."

Das ist der Wortlaut des Prologs, der sich wie aus mächtigen Granitquadern zum unüberwind­lichen Leuchtturm aufbaut. Halte einen Augenblick still und versenke dich in den Inhalt. Dieses Kind von Bethlehem, Jesus Christus genannt, ist also der Sohn Gottes Betrachtest du die geringe Men­schengestalt, so ist das Kind im Jahre eins aus der Jungfrau Maria geboren und hat mit feiner Geburt eine neue Zeit heraufgeführt. Du mußt aber tiefer blicken und im Kinde den Sohn Gottes erkennen. Als Sohn Gottes wird Christus von Iohannes alsWort" bezeichnet. Wie nämlich unser Wort aus unserm eigenen Munde oder viel­mehr aus unserm eigenen Geiste hervorgeht, so geht Christus als Gott von Ewigkeit her aus dem Schoße und dem Wesen des Vaters hervor. Als Mensch eristiert er erst seit der Fülle der Zeit, seit ein Tausend neun Hundert zwei und dreißig Jahren. Als Gott aber eristiert er schon lange rorher, vor Erschaffung der Welt, von Urantang, von Ewigkeit. Mit dem Vater hatdas Wort" die ganze sichtbare und unsichtbare Welt ins Da­sein gerufen.

Nun kommt er in die Welt, die er erschuf. Kommt in Menschennatur, um eine Brücke zu schlagen zwischen Himmel und Erde, um den Schöpfer mit seinem Geschöpf zu verbrüdern um die beleidigte Gottheit mit der sündigen Kreatur zu versöhnen, um Licht und Leben allen zu brin­gen. Die an ihn glauben.

Doch ein Teil der Menschen ist verblendet, weist ihm die Tür, verweigert ihm die Aufnahme, kennt nicht seinen Schöpfer und Erlöser. Unter Dieser verblendeten Schar sind feine eigenen Landsleute, seine Brüder Dem Fleische nach, die Juden Die ihn verbannen in den Stall, Die ihn verfolgen bis aufs Blut, Die ihm ein schreckliches Ende bereiten am Kreuz.