Preußen.
In Verfolg der Besprechungen zwischen dem Reichsinnenministerium und den Länderministerien hat das preußische Innenministerium am 20. November einen Runderlaß und zwei Polizeiverord- nungen zur Sicherung von Ruhe und Ordnung herausgegeben.
In dem Runderlah werden die Polizeibehörden ausgefordert 1. unter Anlegung strengsten Maßstabes Versammlungen, in denen, wenn auch nur in verschleierter Form zu Gewalttätigkeiten aufgefordert oder angereizt wird, sofort aufzulö- fen, 2. Versammlungen, bei denen insbesondere nach der Person des Radners die Besorgnis solcher Ver- stöße besteht, vorbeugend zu verbieten oder jedenfalls nur unter Ausschluß solcher Redner zuzulassen.
Die erste Pölizeiverordnung verbietet die entgeltliche oder unentgeltliche Abgabe von Hieb- oder Stoßwaffen an Personen unter zwanzig Jahren.
Die zweite Polizeiverordnung verbietet, daß in der Zeit von 17 Uhr bis 7 Uhr Gelände- und Ordnungsübungen (Geländespiele, Geländesport usw.) und Vorbereitungen dazu, ferner Märsche in geschlossener Ordnung unter freiem Himmel vorgenommen werden.
Man kann es nur begrüßen, wenn die Polizei . endlich energisch durchgreift, um die fanatischen . Ruhestörer und Aufwiegler endlich in die gebührenden Schranken zurückzuweisen.
Zenkrumsabgeordneler Grebe f
Am 26. November ist der Abgeordnete der Zentrums-Fraktion des Preußischen Landtages, Prof. Grebe-Osnabrück, im Landtagsgebäude ’ einem Herzschlag erlegen. Der Verstorbene vertrat den Wahlkreis Weser-Ems für das Zentrum und ist Mitglied des Haufes seit der verfaffungsgeben- den preußischen Landesversammlung von 1919. Prof. Grebe stand im 59. Lebensjahr. Er war Mitglied des Reichspartei - Vorstandes der Deutschen Zentrumspartei und des Landesausschusses der preußischen Zentrums-Partei. Er ist 1 Vorsitzender der Zentrums-Partei der Provinz Hannover gewesen. Der so plötzlich mitten aus seinem Wirkungskreis herausgeriffene Abgeordnete Grebe war in der ganzen preußischen Zentrumspartei hoch geschätzt. Er war ein überaus fleißiger und kenntnisreicher Parlamentarier, der namentlich auch in der Presse zu kulturpolitischen Fragen vom Standpunkt des Zentrums aus häufig das Wort nahm und weit über die engeren Krè'ife der Partei hinaus Beachtung fand.
Vaden.
Der badische Landtag ist am Dienstagnachmittag in einen neuen Tagungsabschnitt eingetreten und hat zu Beginn seiner Arbeiten die Wahl des Präsidiums vorgenommen. Zum Präsidenten wurde der Zentrumsabgeordnete Duffner von 80 anwesenden Abgeordneten mit 63 Stimmen wie- dergewählt. Die Nationalsozialisten und die Deutschnationalen enthielten sich der Stimme. Erster Vizepräsident wurde der sozialdemokratische Abgeordnete Reinbold und zweiter Vizepräsident das Mitglied der Deutschen Volkspartei Dr.
MsMnsrktsSEÄmr.
Advents-Freude. Ein Werkbüchlein von Burkhard Münch. 12° 48 Seiten Text und 8 Kupfertiefdruckbilder. 40 Pfennig. Verlag „Ars sacra" Joseph Müller, München 13, Friedrichstraße 18. Burkard Münch zeigt uns in seinem Büchlein „Adventsfreude" einen Weg, wahre echte Freude zu bereiten und selbst zu finben. Er zeigt, wie man aus einfachen Mitteln einen Adventskranz fertigen, wie man aus braunen Wildkirschzweigen weiße Blüten fürs Fest zaubern kann, wie man einen Adventskalender eine Adventsrose macht und sogar mitten imWinter bunte Blumen in Töpfen zieht. Er schildert, wie aus einfachen Mitteln die Gewandung des hl. Nikolaus herzustellen, wie der Weihnachtsbaum zu schmücken fei; er fertigt mit uns eine Krippe und sogar Krippenfiguren an und erzählt von einer schönen deutschen Feier im Familienkreise.
Zu den Füßen Jesu. Ein Bekenntnis. Von Johannes von Hartenau. 8°. 99 Seiten. Karton. RM. 2.— Verlag der Schulbrüder, Kirnach-Villingen, Baden. Unsere Seil, die sich so lächerlich gern über alles Religiöse erhaben fühlt, braucht solche Bücher. Mit tiefempfundenen Worten, frei von jeder Künstelei, spricht der Verfasser von dem starken Zug zu Gott, der geheimen, übernatürlichen Einwirkung aus sein Seelenleben, die ihn den Weg äur Kirche finden ließen. Eigenartig und mystisch wie der
Waldeck. Auch diese beiden Abgeordneten hatten bisher schon diese Aemter inne.
Zum Skaolspräsidenken wurde wiederum der Justizminister Dr. Schmitt (Zentr.) gewählt.
Schulden und Zinslast der Landwirtschaft.
Nach dem neuesten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung ist die Gesamtvèrschulduna der deutschen Landwirtschaft Mitte 1931 auf etwa 12 Milliarden Reichsmark zu veranschlagen. Davon entfallen rund 4,5 Milliarden RM. auf Personalkredite und rund 7,5 Milliarden auf Real- kl edite.
Wenn auch die Gesamtverschuldung unserer Landwirtschaft in der Vorkriegszeit auf etwa 27 bis 28 Milliarden zu veranschlagen ist, so wirkt sich die augenblickliche Verschuldung doch in einem weit stärkeren Maße als die zahlenmäßig höhere Schuldenlast der Vorkriegszeit. Denn nicht allein besteht ein ganz erheblicher Unterschied in der allgemeinen Lage der Landwirtschaft, sondern auch
Der Valioualsozlallsums entlarvt.
Köpfe sollen in Massen rollen!
Der unanständige und unehrliche Kampf des Nationalsozialismus wird ganz unerwartet beleuchtet durch die Aufdeckung von Geheimdokumenten, die schlaglichtartig die ganze schauderhafte Denkweise dieser Rechtsbolschewisten sichtbar werden lassen. Durch den als Nationalsozialisten in den Hessischen Landtag gewählten Abgeordneten Dr. Schäfer sind die als unzweifelhaft echt bereits erwiesenen Dokumente in den Besitz der preußischen Polizei gekommen. Die Schriftstücke leigen mit erschreckender Deutlichkeit, wie sich nach den Absichten führender Nationalsozialisten der Sieg des Rechtsbolschewismus vollziehen soll. Die veröffentlichten Dokumente enthalten die Entwürfe zu den ersten Bekanntmachungen und Verordnungen des «Dritten Reichs", wie sie der hessische Nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Dr. Best ausgearbeitet hat. Sie sind so bezeichnend, daß wir sie unseren Lesern ausführlich vorlegen wollen:
I. Entwurf der ersten Bekanntmachung unserer Führung nach dem Wegfall der seitherigen obersten Staatsbehörden und nach Ueberwindung der Kommune in einem für einheitliche Verwaltung geeigneten Gebiet.
Volksgenossen! Die seitherigen Träger der Staatsgewalt im Reiche wie im Lande sind durch die Ereignisse der letzten Tage gefallen. Durch die tatsächliche Veränderung ist — wie im November 1918 — ein neuer Rechtszustand geschaffen. Ordnende Macht steht 3. Zt. allein bei den . . . (S.-A. Landwehren, o. ä.) Ihre Rührung hat deshalb das Recht und die Pflicht, zur Rettung des Volkes die verwaiste Staatsgewalt zu ergreifen und auszuüben. Sie tut dies im Namen der deutschen Nation, vor deren Zukunft allein sie für die Erfüllung ihrer Aufgabe und für die Wahl ihrer Mittel verantwortlich ist.
Die unerhörte Gefahr erfordert außerordentliche Maßnahmen, um zunächst das nackte Leben des Volkes zu retten. Erste Aufgabe ist Herstellung der öffentlichen Sicherheit und die Organisation der Volksernährung. Nur schärfste Disziplin der Bevölkerung und rück
Inhalt, ist der Buchschmuck, der gerade diese übergeistige Einstellung noch besonders betont. Zur rechten Zeit erschienen, kann es gottsuchenden Seelen nicht warm genug empfohlen werden.
Jesusmud ich b e i d e r h l. M e s s e. Meßgebete von Elisabeth v. Schmidt-Pauli. Bilder von Ida Bo- Hatta-Morpurgo. Schulbrüder-Verlag Kirnach-Villingen, Baden. Eine prächtige Anleitung für unsere jüngsten Kirchenbesucher, wie sie die hl. Messe verfolgen und andächtig dabei beten sollen. Ausstattung vorbildlich. Preis 1,80 Mk.
- • Und sie brachten ihre Kinder zu ihm . . .“ Ein Büchlern für Mutter und Kind auf dem Weg zum eucharistischen Heiland. Von A. Pichler. 8°. 128 Seiten Tert und 13 Bilder in Kupfertiefdruck. Gebunden Mark 2.40. Verlag „Ars sacra" Joseph Müller, München 13, Friedrichstraße 18. Ein warmherziger und überzeugender Anwalt der Fruhkommunion der Kinder. Nur wer die Zeit nicht versteht, und wem das Heilandswort nicht zu Herzen geht das den Grundton des Buches bildet: „. . wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hinemkommenZ kann den Kopf schütteln über diese „Re- âtwn So früh soll das Kind zur (Erstkommunion
â °- ™f dafür? Versteht es das große Geheim- ms? Pichler beantwortet dir diese Fragen. Erfassen MnfiMr"^ Sattes ? Der Verfasser vertritt die Ansicht der Kirche, wenn er betont, daß es nicht auf das
die für die Kredite aufzubringenden Zinsen über, steigen den Zinsbetrag von 1913 ganz beträchtlich Nach der Schätzung des Instituts für Konjunkturforschung war für Ende September 1931 mit einer Zinsbelastung der Landwirtschaft von etwa 1 Milliarde RM. zu rechnen, während sich die Zinslast in der Vorkriegszeit auf etwa 750 Millionen RM. belief. In der Zinslast von 1 Milliarde ist bereits berücksichtigt, daß ein großer Teil der landwirtschaftlichen Persünalkredite von der Erhöhung des Reichsbankdisksnts mehr oder weniger unberührt geblieben ist, und daß die Zinsverbilligungsaktion der Reichsregierung für einen Teil der landwirtschaftlichen Personalkredite eine Verzinsung von 4—5 Prozent ermöglichte. Das Institut für Konjunkturforschung schließt seinen Bericht mit der Bemerkung, die Zinsverbilligungsaktionen hätten jedoch nicht verhindern können, daß die rückständigen Zinsverpflichtungen der Landwirte gerade in letzter Zeit überaus stark angewachsen find, so daß die Anträge auf Zwangsverwaltung landwirtschaftlicher Grundstücke sprunghaft stiegen. ^
sichtsloses Durchgreifen der bewaffneten Macht lassen die Lösung dieser Ausgaben als möglich erscheinen.
II. Als Befehlshaber der . . . (SA. Landwehren, o. ä.) in . . . . (Starkenburg, Rheinhessen, Oberhessen) gebe ich deshalb
folgenden Befehl
an die gestirnte Bevölkerung des Landes bekannt:
1. Jede Anordnung der . . . (SA. Landwehren o. ä.) gleich von welchem Dienstgrad erteilt, ist sofort Folge zu leisten. Widerstand wird grundsätzlich mit dem Tod« bestraft. Die Feldgerichte können beim Vorliegen besonderer UUmstände andere Strafen verhängen.
2. Jede Schußwaffe ist binnen 24 Stunden abzulie- fcrn. Wer nach Ablauf dieser Frist im Besitz einer Schußwaffe betroffen wird, wird als Feind der . . . . (SA., Landwehren o. ä.) und des deutschen Volkes ohne Verfahren auf der Stelle erschossen.
3. Jeder im Dienste öffentlicher Behörden oder öffentlicher Verkehrsanstalten stehende Beamte, Angestellte und Arbeiter hat sofort seinen Dienst wieder auszunehmen. Widerstand und Sabotage wird mit dem Tode bestraft.
An die Stelle der obersten Staatsbehörden (Ministerien) tritt die der Führung der ... . (SA., Lnnbes- wehren o. ä.), vertreten durch mich.
4. Die von der Führung der ... . (SA., Landeswehren o. ä.) erlassenen Notverordnungen haben für jedermann mit dem Tage ihrer Veröffentlichung durch Anschlag Gesetzeskraft. Verstöße gegen diese Notverordnungen werden in besonders schweren Fällen über die in ihnen bestimmten Strafen hinaus mit dem Tode bestraft.
III. Richtlinien für eine Notverordnung zur Sicherung der Ernährung der Bevölkerung.
a) Erfassung der Lebensmittel:
1. Alle Lebensmittel stehen zur Verfügung der . . . (SA., Landeswehren o. ä.) und find anderen Beauftragten auf Anforderung ohne Entgelt abzuliefern.
2. Jeder Erzeuger und Händler hat unverzüglich eine genaue Aufstellung aller in seinem Eigentum stehenden (gleichwo lagernden) oder in seinem Besitz besind-
Vielwissen, sondern auf die notwendige Unterscheidung und auf die Sehnsucht nach dem Heiland ankommt, auf Liebe, die innig und ursprünglich wirkt in einem Herzey, das durch die Taufunschuld noch gottesnah ist. Wie die jüdischen Frauen einst, so sollten auch die Mütter unserer Tage es als ihr höchstes Glück betrachten, wenn sie ihre Kinder dem Heiland bringen dürfen. Vom Tabernakel aus ergeht ja noch immer fein Ruf : „Lastet die Kleinen zu mir kommen!" Das „Wehret ihnen nicht" gilt vor allem auch jenen, denen die Kleinen anvertraut sind — den Müttern. Auf die religiösen Bedürfnisse des Kindes von klein auf einzugehen, es in den wichtigsten Glaubenswahrheiten zu unterweisen und dabei sein Herz rein zu bewahren, ist ihre heilige und schönste Aufgabe. Das ist dann der Weg, der zum Heiland hinführt. Möchte es dem Büchlein gelingen, recht viele Mütter für ihre heilige Aufgabe zu begeistern, daß sie dann mit ihren Kindern reich und froh und glücklich werden am Herzen des göttlichen Freundes der Kiirder.
Ein verdorrtes Herzlein blüht. Eine Geschichte aus heiligen Tagen erzählt von Marga Müller, gemalt von Joseph Madlener. 4°. 48 Seiten Text, 10 ganzseitige farbige Bildtafeln und viele in den Text gestellte einfarbige Bilder. In Halbleinen geb. Mark 5.—, Verlag „Ars sacra" Joseph Müller, München 13, Friedrichstraße 18. Jesus als Kind der Eltern, als Enkel der Großuiut- ter, als Kamerad der Gespielen, Jesus als Freund de^