Wochenkalender.
Sonntag. 29. November. 1. Adventssonntag. Satur- ninus, Mart.
Montag, 30. Nov. Andreas, Apostel.
Dienstag, 1. Dez. Ged. der Weihe des hl. Bonifatius.
Mittwoch, 2. Dez. Bibiana, Iungfr., Mart.
Donnerstag, 3. Dez. Franz Xaver, Bek.
Freitag, 4. Dez. Petrus Chrysologus, Kirchenlehrer; Barbara, Jungfrau, Mart. H erz-Ie fu-Fr ei- tag.
tzemstag, 5. Dez. Sola, Bek.; Sabbas, Abt, Bek.
Erster Sonntag im Advent.
Epistel. Römer 13, 11—14,
Evangelium. Lukas 21, 25—33. Die Wiederkunft
Christi zum Gericht.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern „Es werden Zeichen auftreten an der Sonne, am Mond, und an den Sternen, und auf Erden wird eine gewaltige Bedrängnis unter den Völkern entstehen vor Ratlosigkeit ob des Brausens des Meeres und der Fluten. Die Menschen werden vergehen vor banger Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen werden: denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn auf einer Wolke kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. Wenn das anfängt einzutreten, dann schauet auf und erhebet eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.
, Er sagte ihnen noch ein Gleichnis: Betrachtet den Feigenbaum und alle anderen Bäume. Wenn sie schon Frucht ansetzen, dann wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. So wisset auch, wenn ihr dies kommen seht, daß dos Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis sich alles vollzieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen."
Frohbotschaft den Armen.
^^E^uf geht wiederum das Tor eines neuen Kirchenjahres mit dem heutigen ersten Advenks-Sonntag. Was ist aber Kern und Stern des Kirchenjahres von feinem ersten bis zu feb
«ein letzten Tag? Nichts anderes als Christus, ein Leben und seine Lehre, sein Programm und stme Gnade. Lehre und Programm unseres Hsi- landez und damit auch seiner Kirche ist aber das heil ver Menschen, das ewige rind das zeitliche. Biele Wunder werden den geplagten Menschen ihr ^^ abnehmen oder versüßen. Das größte aller -Wunder wird aber sein, daß diè Armut beseitigt und verklärt, ja sogar zu einem Schatz und Gut umgewandelt wird, und daß allen empfänglichen -armen Trost, Friede und Freude zuteil wird, ^i^ darüber die Ankündigung des Propheten
5)111 Tagen des Messias werden die Blin- n Men, die Lahmen gehen, die Aussätzigen ge
heilt, die Tauben hören, die Toten aufstehen und den Armen wird die Frohbotschaft verkündigt werden." —
Was Christus getan hat, das hat auch jederzeit die Kirche getan durch ihre Diener und Bekenner, zumeist aber und am schönsten und wundervollsten durch ihre Heiligen.
Vernimm darüber ein merkwürdiges, anziehendes Beispiel aus dem Leben der lieben heiligen Elisabeth:
„Als Landgraf Heinrich Raspe, der sie zuvor bedrückte, feiner Schwägerin Elisabeth ihr gutes Recht geschehen ließ und ihr unter anderm eine größere Geldsumme in bar ausfolgte, beschloß Elisabeth in ihres. Herzens Großmut, diese durch den Verkauf von Kostbarkeiten noch bereicherte Summe an einem einzigen Tag den Armen auszuteilen. Es sollte ein Tag oder besser ein Fest der Armen werden. Nun ließ die hochherzige Fürstin alle Armen und Dürftigen zwölf Meilen in der Runde nach dem Dorfe Wehrda entbieten und durch eine Schar von Männern beaufsichtigen, daß keines zweimal eine Gabe empfange. Gleich dem Herrn mit einem Leintuch geschmückt ging Elisabeth durch die Reihen und bediente die Armen. Bei Anbruch der Nacht, als der Mond hell emporstieg, war die Verteilung beendet. Die Nabewohnenden kehrten heim, die andern lagerten sich an der Schwelle des Hospitals und in den Ecken des Hofes. Elisabeth erbarmte sich ihrer und sagte:
„Nun sind die Schwächern zurückgeblieben; wir wollen ihnen noch etwas geben."
Und sie ließ jedem noch einige Geldstücke und Brot reichen. Dann rief die Fürstin aus:
„Wir wollen diesen Armen ein Fest geben; man zünde also ein Feuer an."
Da wusch und salbte man ihnen die Füße. So fröhlich wurden die Armen, daß sie anhoben zu singen. Als Elisabeth dies hörte, sprach sie: .Seht ich habe es euch gesagt, daß man die Menschen froh machen muß." Und so befolgte die Wartburgherrin die Mahnung des Völkerapostels: „Freuet euch mit denen, die sich freuen."
War das nicht eine große Tat unserer Heiligen, daß sie den Bedrängten und Armen nicht bloß Geld und Kleider und Lebensmittel gab sondern auch das köstliche Gut der Freude ihnen zu schenken sich bemühte? Sie konnte es nicht sehen, wenn die Menschen verdüstert und kummervoll dareinsahen. Gleich einer Mutter, welche die Tränen ihrem weinenden Kind wegwischt und mit einem Scherze ihrem Liebling ein Lächeln abnötigt, so wollte Elisabeth alle Armen froh und glücklich machen. In der Tat, was würde es einem Menschen helfen, wenn seiner Armut gesteuert ist, dagegen der Wurm der Traurigkeit und Verzweiflung an seinem Herzen nagt? Geben wir also mit unserer Gabe auch einen Sonnenstrahl der Freude. Darum auch die Mahnung des hl.^ Geistes: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
Wie kalt, wie abstoßend wirkt das beste Almosen, wenn es mit zorniger, unfreundlicher Mlene gereicht wird. Kam da eines Tages ein Bettler an die Türe eines Reichen und bat um etwas zum Mittagessen. Die Hausfrau brachte ihm einen Tel. ler Suppe, machte aber ein verdrießliches Gesicht. Der Arme fing nun an zu essen, wobei ihm aber unwillkürlich Tränen in die Suppe fielen. Zornig herrschte ihn die Frau an und sprach: „Ist die Suppe etwa nicht gut? Fehlt ihr etwas?" —> Der Arme, der bereits fertig war, erwiderte: „Ja, ja allerdings; es fehlte der Gabe die schmackhafteste Würze, eine freundliche Miene."
Kürzlich wurde ich selbst von einem herumziehenden Händler angesprochen, ihm etwas aüzukau- fen. Ich gab ihm ein Almosen mit der Bemerkung: „Herzlich gerne würde ich Ihnen mehr geben; aber sehen Sie, es kommen so viele, daß ich es einteilen muß." Da gab der Hausierer zur Antwort: „Das verstehe ich ganz gut". Höflich bedankte er sich und zog seinen schweren Weg weiter.
Ja, St. Elisabeth hat die Armen froh gemacht Aber wer wird wohl die meiste Freude gehabt haben? Ohne Zweifel die gute Fürstin selber. Das ist ja ein Lohn des Wohltuns, daß alle, die es üben, mit dem Del freudiger Genugtuuna gesalbt werden. Da hielt einmal ein Pfarrer eine begeisterte Predigt über den Himmel, seine Freuden und Herrlichkeiten. Bald darauf begegnete er dem reichsten Manne seiner Pfarrei, der aber ein Geizhals war. „Hochwürden", so sprach er zum Geistlichen, „Sie haben da heute Morgen ganz nett und schön vom Himmel gesprochen; jetzt möchte ich nur gerne wissen, wo denn der Himmel eigentlich ist." Doch der Pfarrherr kam nicht in Per- legenheit und sprach: „Wo der Himmel ist, will ich Ihnen gleich sagen. Sehen Sie, dort drüben wohnt eine arme Witwe mit ihren Kindern. Sie sind krank und haben nichts zu essen. Schicken Sie auf Ihre Rechnung den Arzt und Lebensmittel" Der Reiche tat es. Als er kurze Zeit darauf dem Pfarrer begegnete, frug ihn dieser: „Nun, wissen Sie jetzt, wo der Himmel ist?" Der Reiche erwiderte: „Jawohl; an jenem Tag, wo ich der Witwe geholfen habe, war ich im Himmel." Wohlan, so soll es uns von jetzt an eine hl. Aufgabe fein, die Frohbotschaft der greube gleich einem Engel zu verkünden, Leid zu lindern, Trost zu spenden.
Der Talpfarrer
Advent.
In seinen berühmten geistlichen Uebungen gibt der heilige Ignatius eine eigenartige „Advents- betrachtung". Er führt da den Beter über das ganze weite Erdenrund, das im Dunkel der Vorzeit der Erlösung sich vor uns breitet. Vor seinen Augen läßt er alle die Millionen und Aber- millionen Menschen aufstehen, so verschieden Rn