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Wochenkalender.

Sonntag, 8. November. 24. Sonntag nach Pfingsten.

Dis vier Gekrönten.

Montag, 9. November. Kirchweihe der Erzbasitika des

allerheiligsten Erlösers. Theodor, Mart.

Dienstag, 10. November. Andreas Avsllinus,. Bek.

Tryphon u. Gen., Mart.

Mittwoch, 11. November. Martinus, Bisch., Bek. Mennos, Mart.

Donnerstag, 12. November. Oktav des Festes der Kirch­weihe. Martinus, Papst, Mart.

Freitag, 13. November. Didacus, Bek.

Tamstag, 14. November. Josaphat, Bisch., Mart.

24. SsKNtag noch Pfingsten.

Epistel. Römer 13, 810.

Evangelium. Matthäus 8, 2327. Der Sturm auf dem See.

. In jener Zeit stieg Jesus in ein Boot, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, ein gewaltiger Sturm erhob sich auf dem See, so daß das Boot von den Wo­gen überflutet wurde. Er aber schlief. Da traten seine Jünger zu ihm und weckten ihn und riefen:Herr, rette uns, mir gehen zugrunde!" Jesus aber sprach zu ihnen: »Was seid ihr so furchtsam, ihr Schmachglaubigen!" Dann stand er auf, gebot dem Wind und dem See, und es ward tiefe Stille. Da staunten die Leute und sagten:Wer ist doch dieser! Selbst Wind und See gehorchen ihm!" -

Ne sterbliche Hülle.

»3 bgeftreift hat die müde Pilgerin 5L 8 Elisabeth ihres Leibes sterbliche J Hülle und während ihre Seele gleich ö einem Adler dem Himmel entgegsn- 8 flog, hat sie den Leib unserer armen ^rde hinterlassen, Denn Staub bist du, spricht der Herr und Staub sollst bu wieder werden.

Nachdem die Zeugen ihres Todes sich sattsam ausgeweint und ihre Tränen getrocknet hatten, »Wo fromme Frauen an das Werk, der entjeel- M Hülle die letzte Ehre zu erweisen. Mit Ehr­furcht wuschen sie den Leib der Fürstin und hüllten .n -n in dürftige Gewänder, deren oberstes jener rmsache, graue Rock gewesen ist, den Elisabeth die «fiten ,3al)re als Terziarin getragen, und trugen M Leiche in die Kapelle des Spitals zu Marburg, sie zu Ehren des hl. Franziskus hatte errichten Wen,

inJN hätten nun dis Bewohner der Stadt und Rgebung das Abscheiden ihrer Wohltäterin ver-

da brachen alle Brunnen der Tiefe auf. ^^l^'^Eren Tränen wollten nicht versiegen, Atiiu^le ^^nen und Kranken weinten um ihre

So groß war das Klagen und Jammern, ivein« ^" Ehronist, daß mich mehr gelüstet zu bJ '- wenn ich daran denke, als davon zu schrei- cn °der zu sagen.

Vier Tage wurde der Leib ausgebahrt in be­sagter Kapelle. Les Zustroms dankbarer, gerühr­ter Menschen war kein Ende. Ihr Leib strömte einen Wohlgeruch aus wie Rosen in einem Garten. Auf dem Dach der Kapelle fah man eine Menge Vögel, die mit ihrem frommen, unschuldigen Sin­gen nach ihrer Art zu verstehen gaben, daß Elisa­beth, die nicht nur gegen die Menschen, sondern auch gegen die Tiere so herzensgut gewesen, ausge­nommen ist unter die Chöre der seligen Geister.

Endlich den vierten Tag nach ihrem Tod ward die Hülle der hl. Elisabeth unter Gebeten, Ge­sängen und Schlllchzen beigesetzt und der geweihten Erde übergeben. Sogleich erfüllte sich das Wort des Psalmiften:Es werden -rohlocken die ge- demütigten Gebeine." Denn Elisabeths Reliquien fingen an, wunderbare Wirkungen an den Leibern und Seelen derer hervorzubringen, die zu ihr die Zuflucht nahmen. Ein Cisterziensermönch litt schon 40 Jahre lang an Schwermut und innerlichen Aengsten; alles Lesen, Trösten und Beten hatte ihm bisher nicht geholfen. Eine solche Qual ist aber viel ärger als ein leibliches Weh, weil sie unmittelbar an der Quells des Menschenlebens, an der Seele selber nagt. Nun kam es ihm in den Sinn, ob eine so heilige und barmherzige Seele, wie die selige Elisabeth, ihm nicht Wie veruha- ! fen könnte. Es war erst der zweite Tag nach ihrer Beerdigung, als er zu ihrem Grab ging, daselbst nieb^rfptete und recht inständig das guteste Herz her Verstorbenen um ihre Fürbitte -anrief. Da war es, wie wenn von einem Scheintoten, welcher im engen, zuMmgelten Sarg erwacht und in banger, unermeßlicher Angst und Not sich nicht selber hel­fen konnte, der Sargdeckel auf einmal hinwegge­nommen wird. Der Zisterzienser fühlte sich voll-, ständig geheilt und eilte in großer Freude zu Mei­ster Konrad und zu dem Pfarrer von Marburg, und machte ihnen die Anzeige von diesem Wunder.

Damit war der Grundstein zur Heiligsprechung der großen Toten gelegt.

Freund, wie steht es mit deines eigenen Leibes sterblicher Hülle? Noch bist du damit bekleidet. Denn es ist dein eigener, vielleicht junger, blühen­der, kraftstrotzender, aber dennoch hinfälliger, ver­gänglicher Leib, zerbrechlicher als das feinste Glas, ,zerreißbarer als der dünnste Faden. Ob viel­leicht der ewige Richter die Schere schon angesstzt hat, deinen Lebensfaden abzufchneiden? Siehst du das dürre Laub in Flur und Wald? hörst du das Rascheln und Rauschen, wenn dein Friß darü- berichreitet, als wollte es dir zuraunen: Du mußt sterben, du mußt sterben?

Ach wie bald, ach wie bald Schwindet Schönheit und Gestalt. Tust du stolz mit deinen Wangen, Die wie Milch und Purpur prangen? Ach, die Rosen welken all!

Gewiß sollst du deines Lebens dich freuen, so­lange noch Leib und Seels verbunden find. Ver­

giß aber zu keiner Zeit, daß der Seele das Herr» schen, dem Leibe aber das Dienen zukommt.Ge­horsamer Diener" soll der Leib sein und Mitwirken zu allem guten Gedenken deiner Seele, mitwirken zu allen Regungen der göttlichen Gnade. Was anders war der Leib der heiligen Elisabeth als der Seele treuer Gehilfe? Siehe, ihre Füße steigen nieder von der Wartburg und wieder den steinigen Weg empor, um den Notleidenden Hilfe zu brin­gen. Ihre milden Hände streckten sich aus, um Brot und Kleider zu verteilen, um Wunden zu verbinden, um Eiter und Beulen von den Aus­sätzigen zu entfernen-, ihre gütigen Augen öffnete sie, um alles Elend und Leid zu erspähen und ließ sie teilnehmend und mütterlich auf den Unglück­lichen und Verzagten ruhen. Ja, mit Leib und Seele hat Elisabeth den Herrn verherrlicht, von dem sie beides zu Lehen bekommen hatte.

So seien denn auch wir alle Nachahmer dieser klugen Verwalterin der göttlichen Wohltaten. Als Parole schwebe uns vor Augen die Mahnung des Apostels:

Verherrliche! und traget Gott in eurem Leibe."

Niemals sei der Leib ein Sklave böser Gelüste, ; niemals ein Sklave der Trägheit, der Wollust, der ! Unmäßigkeit. Solltest du selbst dem unerbitt­lichen Geschick der Erwerbslosigkeit verfallen sein, so darfst du dennoch nicht verzagen und nicht einer stumpfen Lethargie dich hingeben und nicht unter­gehen in den Wogen des Müßigganges. Suche dich körperlich ober geistig zu beschäftigen! Lies, schreibe, rechne, bete, zeichne, musiziere, besuche den Gottesdienst, benütze die Gelegenheiten zur Weiterbildung. Hast du Arbeit, freue dich und rege eifrig Geist und Körper. Gebrauche gerne die Kräfte des Leibes und der Seele zu Werken der Karitas. Ienachdem wir in unserm Leibe Gutes oder Böses getan, danach wer­ben wir am Tage des Gerichtes e m - p fan g e n Der Talpfarrer.

te Mchl dM ChMeAhekzen das GMWhms so IW (Gedanken zur Kirchweihe.)

Was ist es, was dem Christenherzen sein Got­teshaus so lieb macht? Was treibt uns zu immer neuen Anstrengungen in feinem Dienste? War­um werden wir nie fertig mit seinem Schmuck und seiner Zier? Dem Katholken brauchen wir es nicht zu sagen, und die anderen werden es nie ganz begreifen. Die Mauern der Kirche umschlie­ßen für uns das Höchste auf Erden, die geheim­nisvolle Gegenwart unseres Erlösers. Die 11 n« endlichkeit Gottes drängt sich hier gleichsam auf den kleinsten Punkt zusammen, wird für uns ge- wissermaßen greifbar und schaubar, zieht uns in