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rückblicken. Herr Conradi hat sein Geschäft aus den klein­sten Anfängen zu stattlicher Höhe emporgesührt und baute bald auf eigene Rechnung Geschäftshäuser Jndustrieun- ternehmungen und staatliche Gebäude. Schon vor dem Kriege beschäftigte er wett über 200 Leute. Mit seinem Namen sind in letzter Zeit verknüpft die Renovierung der Fassade des Regierungsgebäudes, das Zollamt, die Feuerwache und vor allem der herrliche Neubau des St. Nepomuk-Krankenhauses. Fleiß, Tatkraft, Umsicht und hohes theoretisches und praktisches Können zeichneten Herrn Conradi immer aus und geben auch die Gewähr, daß die Firma auch in Zukunft in Erfurt führend bleibt. Herzlichen Glückwunsch! Der Zentrumsgau Er­furt ruft die Jugend wiederum zu einem staatsbürger­lichen Wochenendkursus auf, der diesmal von dem Sekre­tär des Wirtschaftsausschusses der deutschen Zentrums­fraktion des Reichstags, Herrn Dr. Fetzer in den Tagen des 7./8. November abgehalten wird. An Verträgen find diesmal nur Wirtschaftsfragen der Gegenwart vor­gesehen:Weltkrise und Krise der Wirtschaftsformen der Welt".Die Notverordnungen des Kabinetts Brüning, ihr Sinn und ihre Auswirkung",Die Kooperative Wirt­schaft, ihre Gedankenführung und Hinweis auf die Hand­habung in der Praxis". Fragen der Planwirtschaft u. a. m Im Dezember und Januar/Februar sollen noch wei­tere Kurse folgen. Die Ju n g - U n i t a s unternahmen am Sonntag, den 25. Oktober, eine Fahrt nach Weimar. Es war zunächst eine Führung durch Weimar und an­schließend eine Zusammenkunft mit dem Abgeordneten Winkler-Köln.

Weimar. Die katholischen Jugend Weimars hatte einen großen Tag. Sie hatte das Christkönigsfest ge­wählt, um sich von neuem für ihre hohen Ziele zu be­geistern. Gemeinsam sah man die Jugend am Tische des Herrn. Am Abend füllte eine große Zahl jugend­licher und Angehörige der Pfarrgemeinde den großen Stadthaussaal. Herzliche Worte her Begrüßung wurden gesprochen. Gemeinsam erklang:Und wenn wir mar­schieren." Begeistert der von einem Jungmann ver­faßte 5. Vers:Katholische Jugend sollst treu zusam­men stehn und über uns allen soll Christi Banner wehn." Die Mädchengruppe spielte exakt ein kurzes Weihespiel:Die Schildjungfrauen". Nicht nur Be­geisterung für das Hohe allein ist not, sondern vor allem tätige Hilfe an denen, die am Wege liegen. Als Redner war der Geschäftsführer des kath. Gesellen­vereins, Reichstagsabg. Winkler-Köln, gewonnen worden. In feiner einstündigen, überaus packenden Rede zeichnete er uns die hohe Führergestalt Christi, an die Äle irdischen Führer undFührer" nicht heranreichen. Er allein ist es, der einer kath. Jugend in Deutsch­land den richtigen Weg zeigt. Er gibt uns den Glau­ben an den Wiederaufstieg. Jedoch ein froher, gläubi­ger Optimismus muß Platz greifen. Not tut, die Be­ziehungen zum Herrgott wieder herzustellen, die vielfach in Deutschland verloren gegangen sind. Fort mit dem Auchkatholizismus. Ersetzen wir ihn durch ein ernstes Wahrmachen des so oft betonten WortesWir wollen ganze Katholiken fein". Dann werden wir den Bol­schewismus leichter überwinden. Das Reich der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit ist das Regierungs­programm Christi. Im Sinne dieses Programms haben wir als Katholiken die Pflicht, uns an der Gestaltung des öffentlichen Lebens in unserm Vaterland zu betä­tigen. Scharf zeichnete der Redner die Forderungen der kath. Jugendverbände und Politiker in bezug auf Neugestaltung der Wirtschaft, Arbeitsbeschaffung, Ableh- nung der Angriffe auf das Tarifrecht, Erhaltung der Sozialversicherungen, wie überhaupt auf stärkere soziale Gerechtigkeit. Eindringlich rief der Redner auf zuni Vertrauen. Vertrauen müssen wir zu uns selbst ge­winnen, Vertrauen müssen wir gewinnen zu unsern geistlichen Führern, Vertrauen gewinnen zur politischen Führung. In Reichskanzler Dr. Brüning haben wir heute den großen politischen Führer, den wir suchen. Wir kath. jungen deutschen Menschen stehen fest zu mm, eben deshalb, weil er einer der unsrigen ist Wir Katholiken wissen, was uns droht. Hat sich doch der Nationalismus zu der Drohung verstiegen:Brüning sei der letzte Römling auf Bismarcks Stuhl." Ein Ver- brechen sei es in dem Zeitpunkt, wo Brüning versucht, dem Volke Brot zu schaffen, daß da andere kommen und dem Volk Spiele vormachen. Durch Paraden und durch uniformierte soldatenspielerische Jugend wird das das deutsche Volk in Teile zerrissen. Sammlung tut not. Einigkeit und Friede. Der Vortrag fand stürmische Zu­stimmung. Die männliche Jugend spielte voller Eifer und BegeisterungDie Werber Gottes" von Hugo Hu- gin. Die schönsten Lockungen schlägt die Jugend aus und ergreift das Schwert St. Michaels zum Kampfe. Heil gem Kampf sind wir geweiht . . .

Bleckenrode. Das Ehepaar Karl Dornieden und Frau Anna, geborene Kolle, konnte seine goldene Hochzeit feiern. Dornieden war Arbeiter und dann Hofmeister auf dem hiesigen Rittergut, bis er vor 27 Sagten einen Schlaganfall erlitt, der ihn seit dieser Zeit an das Krankenbett fesselt.

Berlingerode. Der Bezirkspräses für das Cichsfeld Vikar Bolte-Heiligenstadt, sprach in unserem Gesellen- »erein über die Sturmzeichen, die überall gegen Chri­stus und Christentum aufleuchten. Dann zeichnete er sie Aufgaben des Kolpingsvereines, der ganze Män­ner, gute Staatsbürger und begeisterte Streiter für Christus heranbilden will.

Dingelstädt. Nach voraufgegangenen Besprechungen ist ein Wohlfahrtsausschuß gebildet worden, in dem alle privaten und öffentlichen Organisationen der Stadt Katholischer Frauenbund, Elisabethoereln, Volksverein Iungfrauenkongregcttwn, Gesellenverein, christliche Ar- beiterhilfe, Arbeiterwohlfahrt, landwirtschaftlicher Ortsverein und Wohlfahrtsamt der Stadt zuiammen- gefaßt sind und als dessen Vorsitzender Vikar Abel er­nannt wurde In einem vom Magistrat, katholischem und evangelischem Pfarramt erlassenen Aufruf wird an alle Einwohner die Bitte gerichtet, die Verbände in ihrem Bemühen zu unterstützen. Die Hilfe soll durch Sammlungen von Geld, Heizmaterial, Kleidern, Schu­hen, Wäsche und Bereitstellung von Lebensmitteln be­werkstelligt werden.

Diedorf. In der Nähe des Dorfes soll ein Maria- Not-Kapellchen errichtet werden. Nachdem die Vorar­beiten bereits beendet sind, soll demnächst mit dem Bau begonnen werden. Ein hochherziger Stifter hat das auf .Kupfer gemalte Bild gestiftet, und auch die übrigen Kosten sind bereits aufgebracht. Im Mai des nächsten Jahres soll es seine Weihe erhalten. Um feine Landsleute für die Errichtung eines Konrad- Martin-Kreuzes auf dem Hülfensberge zu begeistern, veranstaltete Lehrer Schroeter, Arnsberg, einen Licht­bildervortrag über den Hülfensberg und seine Geschichte.

Günterode. In der Versammlung des Jungmänner­vereins sprach Herr Rommen aus Heiligenstadt über den Fânatismus des Bolschewismus, nachdem Pfarrer Höppner die Person des Reichskanzlers als leuchtendes Vorbild gekennzeichnet hatte. Das Veremsmitglied Si­mon berichtete über die Führertagung in Fulda. Dann konnten noch einige Mitglieder ausgenommen werden

Heiligenstadt. Unter dem Vorsitz von Prälat Hedder­gott haben sich sämtliche karitativen Vereine zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Bisher liegt eine stattliche Reihe von Meldungen über Spenden der einzelnen Orte vor. Hier soll am 1. November eine Sammlung abgehalten werden.

Heyerode. In unsere Pfarrkirche wird eine Hei- zungsanlage eingebaut. Die Mittel hierfür wurden durch freiwillige Sammlungen aufgebracht.

Leinefelde. In einer sehr gut besuchten Versamm­lung des Männervereins sprach Studienrat Dr. Freck­mann, Heiligenstadt, über den Bauernkrieg auf dem Eichsfeld. Vikar Lenz zeichnete in längeren Ausfüh-

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Das Feuer trocknete die Form, seine Wärme gab der lehmigen Masse Festigkeit. Die Männer begaben sich zur Morgensuppe, sie hatten heute früh begonnen. Gott­fried stieg an der Leiter wieder in die Grube und hockte als Wache vor das Feuer. Langsam trocknete der Kern. So war es gut, so gab es keine Risse. Dem Meister blieb wenig Ruhe. Immer rund um die Glocke trieb ihn der Schritt; ab und zu feuchtete er eine zu schnell trocknende Stelle achtsam an.

Als Josef in die Gießerei zurückkam, trug er einen Blechkübel voll schmutziger Brühe aus Wasser, Vier und Asche. Damit stieg er in die Grube und das Aeschern des Glockenkerns begann; dieser dünne Ueberzeug war nötig, damit sich die nun folgende Lehmschicht, das Hemd", nicht mit der des Kerns vermische. Von oben bis unten überpinselten ihn die Meister mit der klebrigen Brühe. Das erloschene Feuer wurde von neuem ge= schürt. Der alte Meister, welcher die von Josef vor­gewogenen Metalle nachprüfte, trat heran und fragte: Sfts an der Zeit, ihr das Hemd anzuziehen?"

Rechte Zett," antworteten die Söhne einstimmig.

Josef stieg aus der Grube und rief dem Lehrling zu:Reiche den Lehm hinab!"

Und Gottfried begann jetzt, auf den klebrig ange- strichenen Glockenkern aufs neue Lehm aufzutragen: dasHemd", oder mit anderen Worten die eigentliche Glocke, so wie sie gegossen werden sollte, aber vorerst noch bloß in Lehm ausgeführt. Die Oberfläche der­selben wurde wiederum durch die Schablone gleichmäßig abgedreht, dann die Inschrift, welche die Glocke erhalten sollte, in Wachsbuchstaben aufgesetzt und schließlich alles mit Talg überstrichen. DasHemd", die eigentliche Glockengestalt, war fertig.

Es war Abend geworden; tief aufatmend sagte Josef jetzt:So, nun soll die Luft das Hemd trocknen; wir gehen zum Nachtesien."

Mit dem Morgengrauen des folgenden Tages be­gann die Arbeit des dritten Teiles, des Glockenmantels Wiederum aus Lehm, der mit Flachs, Hanf und Kälber­haaren vermischt wurde, damit er mehr zusammenhält wurde auf dasHemd", welches mit Talg überzogen war, eine neue dicke Schicht aufgetragen. Das wird der äußere, feste und massige Ueberzeug der Glockenform zwischen ihm und dem Glockenkern, da wo jetzt noch das

rungen d!e Gottlofenbewegung, die auch bereits Deutschland zu verheerendem Einfluß kommen tonn'e Nach gemeinschaftlichen Bevern sprach Dechant Rotb das Schlußwort. Mit einem Hinweis auf die Frei- denkerveranstaitung eri er an die Gefährdung unserer Jugend durch die Feinde unseres Glaubens Er warb für die Winterhilfe, und dann fang man den Eichsfelder Sang, der die harmonisch verlaufene Ver. sammlung beendete.

Mackenrode. Ein Kunstwerk von hohem Wert ein Hochaltarbild, das die Prinzessin Mathilde von Sachsen, Schwester des letzten Königs Friedrich August, gemalt und der Dorfgemeinde Mackenrode <Kr. Hsiligenstadt) gestiftet hat. erhielt am 24. Oktober in Gegenwatt der Stifterin seine kirchliche Weihe durch Assessor Knoch vom Bischöfl. Kommissariat in Heiligenstadt. Das Gemälde stellt Christus mit den Jüngern von Emmaus im Augenblick des Brotbrechens dar und fügt sich mit sei- nen lichten Farbtönen äußerst harmonisch in die in Weiß, Gold und Graublau gehaltene Polychromierung des wertvollen VarockaUars der neuen Kirche in Macken­rode ein.

Neustadt. Die Schwester-Oberin unseres Bonifatius» stiftes konnte ihr silbernes Ordensjubiläum begehen. Mit einem Gottesdienst in der Hauskapelle wurde die Jubelfeier eingeleitet, bei der die Kleinen der Verwohr- schule gar artig ihre Sprüchlein und Gedichte aufsagten.

Nordhausen. Franziskanerpatres hielten hier eine Mission ab, die die regste Beteiligung fand. Besonders die Abendpredigten waren äußerst stark besucht. Am vergangenen Sonntag schritten alle Angehörigen der katholischen Pfarrgemeinde geschlossen zur Kommunion­bank, nachdem das Missionskreuz vor dem Levitenamt seine Weihe erhalten hatte. Erhebens war die Schluß- feier am Sonntagnachmittag, in der das gemeinsame Glaubensbekenntnis abgelegt wurde. Der Montag war unseren Verstorbenen gewidmet.

Röhrig. Nach einem Vortrag des Bezirksprâses, Vikar Gogo'in-Heiligenstadt, wurde auch in unserer Gemeinde ein Jungmännerverein gegründet, dem sofort 34 Mitglieder beitraten.

Wendehausen. Zu Ehren der heiligen Elisabeth wurde durch einen Pater aus dem Redemptoristenkloster zu Heiligenstadt ein Triduum abgehalten, an dem sich die Gläubigen sehr zahlreich beteiligten.

Hemd" von Lehm eingebettet ist, hat beim Guß das flüssige Metall seinen Platz. Nach Stunden angestreng­ter Arbeit ist auch der feste Mantel geschaffen.

Die Meister sahen nach, ob die Löcher oben im schwe­ren Mantel frei sind für den Abzug der Luft beim Gusse, damit die Glocke nicht während des Gusses zer­rissen wird, wenn dieWindpfeifen" sich verstopfen soll­ten. Auch die Henkeform wird oben vorbereitet.

Nun ist die schmutzigste Arbeit vorüber; die schwie­rigste aber beim ganzen Bau der Glockenform beginnt erst, wenn der Mantel völlig trocken ist. Jetzt gilt es, dasHemd", die eigentliche Glockenform, die nun über­flüssig ist, und dem kommenden Metallguß Platz machen muß, zwischen dem Kern und dem Mantel herauszu­holen, damit der Hohlraum für den Guß gegeben ist.

Dies geschicht dadurch, daß zuerst der Mantel, wel­cher nun als eine steinhatte Masse fest zusammenhängt, in die Höhe gezogen wird, was ja möglich ist, da der Tagüberzeug desHemdes" verhinderte, daß er sich mit demselben verbunden hat.

Um den Mantel emporzuheben, werden eiserne Schie­nen, genau schließend, an ihn gelegt, deren gebogene Ha­ken ihn von unten festhatten, um ihn werden hölzerne Reifen gelegt und angetrieben, damit er Zusammenhalt, und dann werden dicke Stricke, welche über die Ouer- balken der Decke laufen, an den Cisenschienen befestigt. Der Mantel ist umbunden und kann gehoben werden. Das Feuer trocfnete ihn und löste zugleich den Talg, der zwischen Glocke und Mantel aufgetragen war. steht der Mantel frei. Wenn Gott den Segen gibt, läßt er sich mit angestrengter Kraft ohne Schaden empor­heben. Die Männer stehen an den Stricken.

Laut kommandierte der alte Meister:Auf!"

Langsam beginnen sechs sehnige Männerarme zu zie­hen der Mantel hebt sich hoch und höher stwe gewaltige Form schwebt über dem Glockenkern und dem i.;n noch umgebendenHemd". Die Stricke werden r festgebunden. Die Männer wischen sich den Schweig von der Stirn, sie schauen in die Tiefe und schauen > die Höhe.

Eilig klettern die Meister in die Grube; jetzt g'ü das Hemd, die eigentliche Glockenform, vom Sern rulösen. Mit scharfen Messern beginnen sie, in Stinten abzunehmen, so lange, bis die letzte P