Einzelbild herunterladen
 

Wochenkalender.

Sonntag, 25. Oktober. 22. Sonntag nach Pfingsten. C h r ist - K ö n i g s - F e st.

Montag, 26. Oktober. Evaristus, Papst, Mart., t M2.

Dienstag, 27. Okt. Vigil der hl. Apostel Simon und ; Juda.

Mittwoch, 28. Okt. Simon u. Judas Thaddäus, Apostel.

Donnerstag, 29. Okt. Vom Tage.

Freitag, 30. Okt. Vom Tage.

Samstag, 31. Okt. Vigil von Allerheiligen. (Vigil- fafttag.)

Wt des Königstums Christi.

Letzter Sonntag im Oktober.

Epistel.

Kolosser 1, 1220.

Die hohe Würde Christi.

Brüder! Wir danken Gott dem Vater dafür daß er uns fähig gemacht hat, teilzunehmen am Erbe der Heiligen im Lichte. Er hat uns aus der Gewalt der Finsternis errettet und in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden

Er ist das Ebenbild Gottes des Unsichtbaren, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen, was im Himmel und

aus Erden ist: Sichtbares und Unsichtbares, Throne, Herrschaften, Fürstentümer, Mächte: al­les ist durch ihn und für ihn erschaffen worden. Er ist vor allen, und alles hat nur in 'hm keinen Bsstawd. Er ist auch das Haupt seines Leibes, nämlich der Kirch«, Er ist der Anfang, der Erst­geborene unter den Sterlichen. So sollte er in allem den Vorrang haben. Denn es gefiel Gott in ihm ®e ganze Fülle wohnen zu lassen und durch ihn alles wieder mit sich zu versöhnen, alles aus den und alles im Himmel, indem er durch ât am Kreuze Frieden stiftete, in Christus lus, unserm Herrn.

Er- sein Je-

Evangelium.

Iohannes 18, 3337.

Das Königtum Jesu Christi.

. In jener Zeit richtete Pilatus an Jesus vwge:Bist 5U ^er König der Juden?" . Seins antwortete:Sagst Du das aus

die

Jesus antwortete:Sagst Du das aus Dir oder haben es Dir andere von mir beuch­

°, ,^'^us erwiderte:Bin ich denn ein Jude?

c k und die Hohenpriester haben Dich mir

«^liefert. Was hast Du getan?"

antwortete:Mein Reich ist nicht von in ^^ ^re mem Reich von dieser Welt, I ®uroen meine Anhänger schon kämpfen, daß

ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hier."

Da sprach Pilatus zu ihm:Du bist also ein Sfönig?"

Jesus erwiderte:Ja, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und bin dazu in die Welt ge­kommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Ze­der, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme."

Gebet der Kirche.

Allmächtiger, ewiger Gott, du wolltest in dei­nem geliebten Sohne. dem König« des Weltalls, alles erneuern. Verleihe gnädig, daß alle Völker­fumilien, die durch die Sünde verwundet und auseinandergerissen sind, sich seiner milden Herr­schaft unterwerfen. Der mit dir lebt. ...

Ne gerechte Schuld an den großen König

en König, dem alle leben, kommt laßt uns anbeten r

Mit diesem Posaunenruf begrüßt die Kirche am heutigen Christkönigs-

fest ihren Herrn und Gebieter. Ja, wir bekennen in Demut und Wahrheit, daß wir unser Leben mit all seinen Gütern von Gott und unserm Hei­land Christus Jesus als Lehen tragen. Es kommt der Tag, wo er dieses sein Eigentum wieder mit souveräner Macht zurückfordert, der Tag. an dem wir jene gerechte Schuld bezahlen, diè wir uns durch Adams Sündenfall zugezogen haben, die der Apostel andeutet mit den Worten:Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben."

Für unsere liebe hl. Elisabeth hat diese Stunde am 18. oder 19. November 1231 geschlagen. Be­reits in der letzten Lesung haben wir vernom­men, wie ihre gute Seele durch die hl. Sakramente sich auf den Heimgang zugerichtet und vorbereitet hat. Es ist gar nicht zu sagen oder zu beschrei­ben. wie trostvoll und glückselig dieses Sterben ge­wesen ist, gleichsam wie das Verlöschen der Sonne an einem heiteren HerbstabenO. wenn sie noch im lntergehen mit ihrem milden Schein uns erfreut.

Geben wir der Legende das Wort, die über die letzten Augenblicke der Heiligen folgendes be­richtet:

Alls es gegen Mitternacht ging, wurde das Antlitz der Sterbenden so leuchtend, daß man sie kaum ansehen konnte: es war, wie wenn sich jetzt schon das Wort der hl. Schrift an ihr erfüllen sollte:Die Heiligen werden im Reiche meines Vaters leuchten wie die Sonne." Da sprach Eli­sabeth:Die Stunde ist jetzt nahe, wo die Jung­frau Maria den Heiland geboren: lasset uns von Gott und vom Jesuskind reden: es ist Mitternacht, da der Heiland geboren wurde und in der Krippe ruht« und in feiner Allmacht einen neuen Stern erschuf, welcher vorher nie gesehen worden. Er

' will mich jetzt auch erlösen von der schnöden Welt. Nun wird uns auch die Zeit kund, da Christus i auferstanden, die Toten erweckte und die gefange­nen Seelen aus dem Kerker erlöste. Also möge I er auch meine in seine Hände empfangen von diesem Elend." Es schien ihr mitten in der To- : desstunde immer wohler zu werden: sie sagte:Ich I bin zwar hinfällig, aber ich fühle keine Leiden." Dann betete sie laut für alle Anwesenden eindrin- lich zu Gott und sprach noch vieles in feuriger Gottesliebe. Endlich rief sie:O Maria, komm mir zu Hilfe! Die Zett ist da, wo der allmächtige Herr seine Freunde zu sich ruft. Es kommt der ' Bräutigam, die Braut zu holen." Dann hieß sie mit leiser Stimme alle still sein, neigte ihr Haupt und starb so sanft wie ein unschuldiges Kind, das in Schlummer sinkt.

So weit die Legende. Wer wünschte sich nicht einen so erbaulichen, einen so friedvollen Tod? Gewiß ist ein so fröhlicher Abschied das freie Ge­schenk der erbarmenden Gnade. Immerhin aber können wir der Gnade vorarbeiten, immerhin kön­nen mir um einen seligen Tod uns bemühen. Wenn ich nun vom Stand der Gnade absehe, welcher die Grundbedingung glücklichen Sterbens ist, so finde ich beim hl. David eine Anweisung zu eisern seli­gen Ende, die ich dir nicht vorenthalten kann:

Glückselig der Mensch, der Verständnis hat für den Dürftigen und Armen: am bösen Tag wird ihn der Herr erretten. Der Herr wird ihm Hilfe bringen auf feinem Schmerzens­betle und sein ganzes Schmerzenslager in Freude verwandeln." (Ps. 40.)

Du siehst, daß Elisabeth diese Voraussetzungen geleistet hat, dieses Erbarmen all ihr Lebtag geübt hat und so der Verheißung eines glücklichen Ster­bens teilhaftig geworden ist..

Dringen wir aber etwas tiefer in die Worte des Psalmisten ein. Welchen Menschen preist er selig? Wem verbürgt er Hilfe und Rettung am bösen Tag? Denjenigen, welcheVerständnis ha­ben für den Dürftigen und Armen." Wer hat aber diesesVerständnis"? Derjenige, der in je­dem Armen Christus erkennt, der sich würdigt, unter den zerrissenen Lappen eines Unglücklichen sich zu verbergen und deshalb sich bewegen läßt, ich verpflichtet fühlt, ja sogar eine Freude daran findet, ihm nack Möglichkeit beizuspringen. Ist ihm aber wirksame Hilfe infolge seines eigenen Unvermögens verwehrt, so wird er dem 'Armen um Christi willen wenigstens Mitleid und Achtung entgegenbringen, ihn trösten und ihm eine freund­liche Antwort geben, als wäre Christus selber in Person ihm erschienen. Da genügt bloße Huma­nität nicht, zu der ja auch die Heiden, die Athei­sten, die Freidenker sich bekennen. Da müssen mir an der Leiter des Glaubens zu einem übernatür­lichen Standpunkt uns aufschwingen, der über den bloß irdischen und natürlichen sich erhebt wie der Mont Everest über das Tote Meer.