Wochenkalender.
Sonntag, 18. Dtt. 21. Sonntag nach Pfingsten. Lukas, Evangelist.
Montag, 19. DEL Petrus von Alcantara, Bek., f 1562.
Dienstag, 20. Okt. Johannes von Kenti, Bek., f 1475.
Wsndèlinus, Bek., t 617.
Mittwoch, 21. Okt. Hilarion, Bek., f 571. Ursula und
Gen., Jgfr., Mart., f 451.
Donnerstag, 22. Okt. Vom Tage.
Freitag, 23. Okt. Vom Tage.
Samstag, 24. Okt. Raphael, Erzengel.
21. Sonntag nach Vßngstsn.
Epistel. Epheser 6, 10—17.
Evangelium. Matthäus 18, 23—35. Das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht.
In jener Zeit trug Jesus seinen Jüngern folgendes Gleichnis vor: Das Himmelreich ist einem Könige gleich, der mit feinen Knechten abrechnen wollte. Als er damit begann, brachte man ihm einen, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Da er nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und sein Weib und seine Kinder und sein ganzes Besitztum zu verkaufen, um damit die Schuld zu bezahlen. Da warf sich der Knecht ihm zu Füßen und flehten „Hab Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen." Der Herr erbarmte sich des Knechtes, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld Als aber der Knecht hin- ausging, traf er einen feiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte und würgte ihn, indem er sprach: „Bezahle was du schuldig bist." Da fiel der Mitknecht ihm zu Füßen und bat: „Hab Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen." Er aber wollte nicht, jon= öern ging hin und liest ihn in den Kerker ■ werfen. bis seine Schuld bezahlt wäre. Als die Mitknechte sahen, u>as geschah, wurden sie sehr betrübt. Sie gingen hin und meldeten ihrem Herrn alles, was sich zugetragen hatte Da ließ der Herr ihn zu sich kommen und zu ihm: „Du böser Knecht! Ich habe dir die ?""le Schuld erlassen, weil du mich gebeten hast. Hät- W auch du dich deines Mitknechtès erbarmen müssen, ich mich deiner erbarmt habe?" Voll Zorn übergab v" Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld te‘ ®° wird auch mein himmlischer Vater verfahren, wenn ihr nicht, ein jeder seinem «ruber, von Herzen verzeiht.
Meftlicher Besuch.
^ der Prophet Zacharias der schwer- geprüften Stadt Jerusalem den Besuch des Messias ankündigte, rief er den Bewohnern zu:
^ „Sionstochter, juble laut, Jauchze. Tochter von Jerusalem:
Denn dein König kommt zu bir!“ —
Besuch ward auch der hl. Elisabeth R Solcher Jubel ertönte auch im Gemach ennt s ®er5 Geben wir über dieses große Er- > flirrn- legende das Wort, die über diesen >chen Besuch" folgendes zu erzählen weiß:
Es war am 18. November, an einem Sonntag, daß Elisabeth ihre letzte Beicht abgelegt. Nachdem sie noch längere Zeit mit ihrem Beichtvater gesprochen, wurde die hl. Messe in ihrer Stube gelesen, so daß vor ihren Augen die geheimnisvolle Wiederholung des Kreuzopfers geschah, durch welches auch ihr ein seliger Tod gekauft und jetzt bald zuteil werden sollte. Sodann empfing sie die hl. Oelung und Kommunion.
In tiefster Andacht nach innen zu dem eingekehrten Heiland versunken, blieb sie still und unbeweglich bis gegen Abend; da auf einmal brach es auf wie eine verschüttete Quelle. Elisabeth war sonst so vorsichtig im Reden und so schweigsam; nun aber strömten mit besonderer Leichtigkeit fromme, erbauliche Reden von ihren Lippen. So erzählte sie umständlich die Geschichte der Erwek- kung des Lazarus durch den Herrn; dann redet sie tiefsinnig und wunderbar von den dreimaligen Tränen Christi, welche er geweint am Grabe des Lazarus, beim Anschauen von Jerusalem und am Kreuz. Bei dem Anhören solcher Reden und im Gedanken, daß die kostbare liebe Seele in wenigen Stunden abfcheiden werde, fingen alle Umstehenden zu weinen an. Da sprach die Sterbende zu ihnen die Worte Christi auf seinem Todesgang: „Ihr Töchter Jerusalems, weinet nicht über mich, sondern über euch selbst und eure Kinder." —
Zwei Gedanken möchte ich aus dieser Erzählung herausgreifen.
Der erste Gedanke ist dieser, daß im Zimmer der sterbenden Fürstin das hl. Meßopfer gelesen wurde. Welch große Wertschätzung muß also St. Elisabeth der hl. Messe entge'aengebracht haben. So lange sie noch gesund war und auf ihren Füßen gehen konnte, hielt sie es für ihre Pflicht und chr Glück, dem hl. Meßopfer in der Kirche zu Eisenach oder Marburg beizuwohnen. Lieber hätte sie auf Essen und Trinken verzichtet als auf dieses große Opfer, in welchem der Sohn Gottes fein' Leiden und Sterben, feinen Tod und seine Verdienste dem himmlischen Vater darbringt. Wußte sie ja, daß beim hl. Meßopfer das gleiche geschieht, was am Kreuze auf dem Kalvarienberg geschehen ist. daß Christus selbst, Gottes und Mâriä Sohn, niedersteigt auf unsere Altäre und die Geheimnisse von Golgatha erneuert. Darum wollte Elisabeth auch in der Zeit der Krankheit und im Angesicht des Todes auf dieses unermeßliche Gnadenmeer nicht verzichten, sondern ihre Seele darin gleichsam baden, reinigen, erfrischen und stärken.
Schätze auch du, mein Christ, das hl. Meßopfer nach Gebühr. Oder bist du vielleicht durch die langjährige Gewohnheit gegen die Größe und Erhabenheit, gegen die Schönheiten und Reize des Meßopfers stumpf und unempfindlich geworden? Dann lasten mir uns wieder ein Licht aufstecken von Männern, die der katholischen Kirche fremd gegenüberstehen aber doch offene Augen haben für die Herrlichkeit des katholischen Gottesdienstes,
dessen Kern und Stern eben die hl. Messe ist. Was ist nach dem Ausspruch des Philosophen Schopen' Hauer „das schönste auf Gottes Erdboden?" Und die Antwort lautet: ein feierliches Hochamt in der katholischen Kirche. Wird nicht das hl. Meßopfer von Andersgläubigen gerade wegen eines Um» ftandes gelobt, um desientwillen unverständige Ka. tholiken daran kritisieren zu müssen glauben?" Es ist etwa ungeheuer Großes und Herrliches, schreibt ein protestantischer Pfarrer, um die hl. Messe. Denn die lateinische Messe zieht ein ge- gemeinsames Band um Grönland und Aequator- land, um Farbige und Weiße, Romanen und Germanen, kurz gesagt, um alle Länder der Erde, soweit sie katholisch sind."
Gute Katholiken finden in der hl. Messe nicht so sehr ein Opfer als vielmehr ein Glück. So war es dem Kanzler Thomas Morus ein Bedürfnis, der hl. Messe trotz der dringendsten Staats- geschäfte täglich beizuwohnen und dabei auch zu ministrieren und beim Kirchenchor mitzustngen. Solche Beispiele sollen dir wieder Mut und Antrieb fein, der hl Messe deine Gegenwart zu schenken, je mehr, desto besser. —
Der zweite Gedanke ist, daß Elisabeth die hl. Kommunion als Wegzehrung empfing. Möge auch uns dieses Glück einst zuteil wenden. Da müssen wir aber zu Lebzeiten schon mit dem süßen Glück der öfteren hl. Kommunion Bekanntschaft machen. Siehe, dein König kommt zu bir! Darin ist der Inhalt, die Größe und Würde des Kommunionempfanges beschlossen. Welches Aufheben macht man in Presse und Oeffentlichkeit, wenn fremde Staatsmänner, Diplomaten. Redner, Künstler und Sportmeister eine Stadt mit ihrem Besuche beehren. Bleibt aber nicht jeder menschliche Besuch hinter dem Besuch Gottes zurück? Und siehe, in der hl. Kommunion kommt Gott selber zu uns, der Sohn Gottes unter Brotsgestalt und bringt uns seinen hl. Leib und sein kostbares Blut seine Verdienste und Gnaden gleichsam wie himmlische Geschenke mit. Wahrhaftig, dieser Besuch kann nach seinem Wert nicht in Worte ausgedrückt werden. Auch gibt es keinen Zeitraum, der für diesen heiligen Augenblick lang genug wäre. Was vom hl. Meßopfer ein heiliger Priester gesagt hat. das gilt auch von der hl. Kommunion: drei Ewigkeiten sollte man dazu haben: eine Ewigkeit zur Vorbereitung, eine Ewigkeit zum Empfang und eins Ewigkeit zur Danksagung. Dem Heiland ;ft aber, indem er unsere Schwachheit berücksichtigt, zufrieden, wenn du alle drei Ewigkeiten zusammenziehst in eine halbe Stunde, bei der du übrigens auch gleichzeitig die hl. Messe hören kannst.
Noch eins. Wer kann wissen. wann er die hl. Wegzehrung empfängt? Glaube nicht, damit warten zu müssen, bis du in hohem Älter auf dem Krankenbett liegst. Ich will dir einen Fall mitteilen, der sich nor wenigen Wochen in meiner Gemeinde zugetragen hat. Eine junge Frau fu^