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Somit nur die Forderungen des hl. Stuhles erfüllt wür­den. Im vorderen Teile des Saales hatten sich die Kin­der versammelt, die sich am Christkönigsfest an der Früh­kommunion beteiligen werden. Im Beisein der Eltern wurden sie geprüft, und sie bewiesen überraschend tiefe Kenntnisse über unsern hl. Glauben und die hl. Eucha­ristie. In Lichtbildern wurde die hl. Messe vorgeführt, Und die versammelten Kleinen erklärten alle Teile des hl. Opfers und begleiteten sie mit ihren kindlich-frommen Gebeten. Den Schluß der Veranstaltung bildete eine Ka­techese über die hl. Kommunion. Diese wertvolle Veran­staltung hat auch dem letzten Zweifler bewiesen, wie recht die hl. Kirche tut, wenn sie die Kleinen schon im 8. und 9. Lebensjahre zum Heiland im allerheiligsten Sakrament füijrt! Am vergangenen Sonntage feierte der kath. Arbeiterverein Erfurt sein Stiftungs­fest. Einleitend wies der Präses des Vereins, Pfarrer Nagels, auf die schwere wirtschaftliche und politische Not der Gegenwart hin. Er forderte Vertrauen für den Mann, der versucht, an der Spitze des deutschen Reiches aus christkatholischer Gesinnung heraus die frassen Gegen­sätze im Volk zu überwinden. Andererseits erkannte er auch die Notwendigkeit an, daß sich alle Arbeiter in festen Organisationen zusammenschließen, um ihre Rechte im Wirtschaftskampfe wirksam zu verteidigen. Die christliche Gewerkschaft ist der Zusammenschluß, der vom Boden des Christentums aus für die Arbeiterschaft kämpft. Ihr muß jeder kacholische Arbeiter angehören, einmal, um feine Berufsinteressen zu vertreten, aber weiter auch darum, um in einer starken Kampffront gegen die zer­setzenden Gedanken des Kommunismus und Bolschewis­mus zu stehen. Im Mittelpunkt des Abends stand die Festrede des Vikars Rohleder, der in richttger Erkenntnis der Zeitverhältnisse sich als Thema gewählt hatte: Re- rum novarum und quabragefimo anno.Redner zeigte, wie die Päpste immer in der rechten Stunde nicht nur als Lehrer der Kirche, sondern auch als Lehrer der Mensch­heit aufgetreten sind, um in den Irrungen und Wirrun­gen der Zeit wegweisende Gedanken zu geben. Er ging dann auf die wertvollen Anregungen ein, die beide En­zykliken für die Ordnung des bestehenden wirtschaftlichen Chaos geben. Rerum novarum erkennt die Berechti­gung des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses zur Er- kämpfung eines auskömmlichen Lohnes an. Auch der Eigentumsbegriff hat dort feine Klärung erfahren. Seine Anerkennung und seine Grenzen sind dort festgelegt, seine Grenzen nach der Seite des Liberalismus und Marxis­mus hin. Nur christliche Well- und Wirtfchaftsauffaf- sung kann aus dem Chaos herausführen in eine bessere Zukunft! Wiederum hat sich der Männerverein Erfurt- Nord unter der erprobten Leitung des Herrn Lutterodt zur Verschönerung des Festes zur Verfügung gestellt. Auch einige Hochschüler der Musik von Weimar wirkten zur Verschönerung des Abends mit. Sehr fein waren auch die lebenden Bilder von der hl. Famille und Chri­stus dem Könige. Herr Pranger konnte fein silbernes Mitgli edfchaftsjub iläum begehen und wurde darum mit der Ketteler-Nadel ausgezeichnet. Am Dienstag hielt die Unitas der katholischen Vereine für Angestellte, Kaufleute und Beamte seine Generalversamm­lung ab. Gleichzeitig konnte der Vorsitzende des Ver­eins, Herr Otto Kugel, auf seine zehnjährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied zurückblicken. Darum gedachte Msgr. Dr. Adrian, der Ehrenpräses, dessen rühriger Tä­

tigkeit in herzlichen Worten und sprach seine und des Vereins Glückwünsche aus. Der Jahresbericht wurde vom Schriftführer, Herrn Winneburg, gegeben. Ein Jahr reichster Arbeit ist verflossen. 2 Hauptversammlun­gen, 7 Vorstandssitzungen, 18 Mitgliederversammlungen, 16 zwanglose Zusammenkünfte, Wanderversammlungen Und Lichtbildervorträge konnten <' verschiedensten Vorträgen konnte

Stellung genommen werden. In einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde Herr Propst Dr. Freusberg

ab gehalten werden. In zu Zeitfragen aller Art

zum Ehrenmitglied ernannt. Der Verein stand auch im Dienste der Karitas. Ansehnliche Mittel flossen bedürfti­gen Mitgliedern und den Franziskanerinnen zu. Auch in den beiden Jugendgruppen herrscht reges Leben. Das bewiesen die Berichte des Herrn Robert Constein über die Tätigkeit der Jugendabteilung und der Schwarzen Schar, der Pfadfindergruppe im Erfurter K. K. V. Die Jugendgruppe umfaßt z. Zt. 103 Mitglieder. In ihrem neuen Heim hat sie an der Fotbildung ihrer Jugendlichen fleißig gearbeitet: Maschinenschreibkurse wechselten mit Sprachkursen und politischen Aussprache-Abenden. Sehr belebend wirkten auch Sportabende, Wanderungen und Besichtigungen. Möge auch im kommenden Jahre der Unitas ein weiterer Aufstieg beschieden sein!

Bischofferode. Pfarrer Mandel in Adorf (Vogt­land), der bei seinem Uebertritt in den Ruhestand vom hochw. Herrn Bischof von Meißen zum Erzpriester er« normt worden ist, wird hier seinen Wohnsitz nehmen. Er hat 30 Jahre verdienstvoll in Adorf gewirkt.

Breitenworbis. Unter der Leitung des Amtsvorste­hers Wand fuhr am vergangenen Sonntag hier eine gut besuchte Konferenz der Zentrumsvertrauensleute in den Gemeinden Bernterode, Breitenworbis und Gernrode statt. In einem ausführlichen Referat zeigte der Partei­geschäftsführer Dr. Hartung die internationalen Zu­sammenhänge im Wirtschaftsleben. Nach einem Be­richt und Tätigkeit der einzelnen Ortsgruppen wurde die Wahl des Bezirksleiters und der Beiräte getätigt. Leh- rer Bley-Bernterode wurde Bezirksleiter.

Geismar. Der Hochwürdigste Herr Bischof wurde an­läßlich feiner Firmungsreise im Dekanat Wiesenfeld auch hier festlich empfangen. Nach dem feierlichen Leviten-

amt, das Pater Träfes vom Hülfensbergs zelebrierte, wurden 167 Firmlinge zu Streitern Christi gesalbt. Der Befangnerem verschönte die kirchliche Feier durch ver- d)iei>ene Chöre.

Hüpstedi. Revierförster Alfred Montag, dem seit 40 Jahren der Schutz unseres ausgedehnten Forstes übertragen ist, konnte fein öOjähriges Dienstjubi- äum begehen. Der Jubilar erfreut sich noch heute gro= 3er Frische und allgemeiner Beliebtheit.

Heiligenstadl. Die Eheleute Ernst Riethmüller und Frau Katharina geborene Brückner konnten ihre gol­dene Hochzeit feiern.

Heyerode. Unser Gesellenoerein feierte sein 5. Stif­tungsfest. Nachdem am Abend zuvor ein Fackelzug und eine erhebende Abendfeier im Jugendheim stattgefunden hatte, schritten die Gesellen am Sonntagmorgen zur Kommunionbank. Das neue Banner fand seine Weche und Gesellen dienten in ihren schmucken Uniformen als Ministranten. Die Feierstunde gestaltete sich zu einer Huldigung für den Heiland. Der Abend des nachfol­genden Tages war dem Frohsinn tmb dem Scherz ge­widmet.

Leineselde. Am vergangenen Montag fand hier die Vertreteroersammlung des katholischen Lehrerverbandes der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete statt. Die Versammlung nahm unter anderem zu den entscheidenden Maßnahmen auf schulpolitifchem Gebiet Stellung. Der Verbandsvorsitzende, Rektor Weber-Bo­chum, nahm an den Verhandlungen teil. Rektor Wil­helm Claus konnte sein Wjähriges Ortsjubiläum feiern. Als Schulmann und auch als Kirchenbeamter fand er allgemeine Anerkennung und Wertschätzung. Nach feier­lichem Dankgottesdienst wurde in einer kleinen Versamm­lung im Lehrzimmer unserer Schule eine schlichte Feier abgehalten, in der Lehrer Fütterer die Glückwünsche des Kollegiums und Dechant Roth die des Kirchenvorstandes überbrachte. Namens der Gemeinde sprach Amtsvor- stcher Rose.

Rüstungen. Die Anwesenheit des Hochwürdigsten Herrn Bischofs gestaltete sich für die Pfarrangehörigen der Pfarrei Rüstungen, zu der auch die Gemeinde Krom­bach gehört, zu einem feierlichen Erlebnis. Die heilige Firmung wuchs an 90 junge Christen erteilt.

Schachtebich. An Herzschwäche ist unser verehrter Pfarrer Paul Berger im Heiligenstädter Krankenhause

gestorben. Nachdem er bis 1915 in Martinfeld gewirkt hatte, kam er als Seelsorger zu uns. Die Nachricht von seinem Hinscheiden versetzt die ganze Gemeinde in ernste: Trauer.

Thalwenden. Frau Margarete Fromm, die in ihrem Leben viel Leid erfuhr und sich als Botenfrau nach Heiligenftadt ihren Lebensunterhalt verdient, konnte ihren 80. Geburtstag begehen.

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Bad Renndorf. Kürzlich weilte der Hochw. Herr Bi­schof Dr. Nikolaus Bares von Hildesheim hier in Bad Nenndorf, um die hl. Firmuna zu spenden. Kurz nach 3 Uhr traf der Hochw. Herr mit Auto, von Obernkirchen kommend, ein. Er wurde von zwei Firmlingen mit Ge­dichten begrüßt. Nach kurzem Aufenthalt im Pfarrhause wurde der Hochw. Herr in Prozession zur Kirche geleitet. Am portale der Kirche begrüßte ihn im Namen der katholischen Kirchengemeinde Herr Pastor R a m b, wor­auf der Hochw. Herr Bischof herzlichst dankte für den schönen und herzlichen Empfang Nach Spendung bet hl. Firmung hielt der Hochw. Herr Bischof eine Firmpre­digt, in der er vom Geiste der Liebe bei den ersten Chri­sten sprach und die Zuhörer ermahnte, den Geist der Liebe nachzuahmen nicht nur in Worten, sondern haupt­sächlich durch Die Tat, besonders in diesen schweren Zei­ten. Mit sakramentalem Segen, den der Hochw. Herr Bischof selbst erteilte, und Te deum schloß die schöns Feier. Um %6 Uhr stattete der Hochw. Herr den Barm­herzigen Schwestern im St. Heinrichstift einen Besuch ab . Zu erwähnen ist noch, daß die Kirche und der Platz vor der Kirche und dem Pfarrhause von fleißi­gen Händen schön geschmückt waren. Die Freude der kathol. Gemeinde wurde etwas getrübt. In der Nacht vorher hatten einige, denen der Schmuck scheinbar nicht genügte, auf die Straße vor dem Eingang zur Kirche in Oelfarbe folgenden Spruch geschrieben :Heil Hitler". Zu beiden Seiten war ein H a k en k r e u z. Dieselbe Inschrift stand auch auf der Straße vor dem Schwestern­haus. Wessen Geistes Kind die Täter sind, beweist wohl die Schrift. Nicht nur die katholische Gemeinde, sondern auch viele Andersgläubige, sind über diese Tat sehr er­bittert.

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Während die drei Meister mit ganzer Seele sich ihrer schönen, schweren Arbeit hingaben, fand beim protestan­tischen Stadtpfarrer Kirchengemeinderatssitzung statt. In dem oberen Stocke des Pfarrhauses eines früheren Klosters lag der geräumige Sitzungssaal. Ein langer, schmaler Eichentisch zog sich mitten durch seine Länge und an beiden Längseiten liefen dunkelgebeizte lehnenlose Bänke hin. Am oberen Ende im Armstuhl saß der Pastor. Seine Arme, umwallt von den schwarzen, weiten Aermeln der Amtstracht, lagen auf der Tischplatte. Sein Gesicht sah sehr gütig, als er zu den vier Männern am Tische sprach: ,Jn Timotheus' erstes Kapitel, fünfter bis achter Vers, stehet zu lesen, von unserm großen Apostel Paulus geschrieben:So jemand die Seinen, sonderlich seine Hausgenossen, nicht versorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist ärger denn ein Heide."

Der Pastor sah die Männer an. Ihre vier scharfen Gesichter senkten sich auf die dunklen Röcke und keiner sagte etwas dazu. Er fuhr fort:Der Glockengießer Gottfried Dodona ist unseres Glaubens, wir müssen ihn unterstützen, obgleich er eine Katholische genommen hat. So wir der Familie entgegenkommen, wird er sich besser als Meister zeigen können, wenn der Ehe ein Kind ent­sprießt. Er hat mir versprochen, daß seine Söhne nach unserem Glauben getauft und erzogen werden sollen."

Eben darum rat ich, Herr Pastor," sprach nun der erste Kirchenälteste,warten wir zu, his das erste Kind da ist. Erhält er einen Sohn und bringt er ihn in unsere Gemeinschaft, so soll er die Glocke auf dem Rathaus gießen dürfen. Kommt aber aus feinem echt evangeli­schen Geschlecht ein katholisches Kind, so werden wirs im Stadtrat durchdrücken, daß die lutherische Gießer­familie in Kempten ihren Verdienst erhält."

Der Redende strich durch den dunklen Backenbart und schaute von einem zum andern. Die drei Räte nickten beistimmenü vor sich hin und murmelten Worte der Zu­stimmung.

Doch der Pastor sprach bedächtig:Wenn er aber eine Tochter erhält und ihr gebt die Glocke nicht in seine Gießerei, so ist es möglich, daß Gottftied, der doch in der Minderheit ist, von den katholischen Hausgenossen dazu gebracht wird, einen etwa nachfolgenden Sohn au chin ihre Kirche zu tragen. Ich finde ein Ent­gegenkommen klüger als ein Abwarten."

Und in einen gewissen Predigtton verfallend, fügte er bei:Wo bleibet bei Euch die Liebe Gottes? Laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, son­dern mit der Tat und mit der Wahrheit. Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem."

Der Wortstreit der Männer setzte sich fort. Der Geistliche wollte die Herzen mit wohlberechneter Liebe an sich ziehen und es dem Gottfried durch Entgegen», kommen und Vertrauen moralisch unmöglich machen, sein Kind katholisch taufen zu lassen.

Die Männer des Rates aber, geriebene Geschäfts­leute, rechneten nicht mit den seelischen Gefühlen der Liebe und des Vertrauens, sie sagten: ,^at er die Glocke gegossen, so kommt nicht so bald wieder eine neue Glocke aus in der Stadt, und er wird seinem drän­genden Weibe nachgeben; das Geschäft hat er schon gemacht und den Verdienst im Beutel."

Auch die Anschauung enthält ihre Wahrheit," be­kannte der Pastor.

Der Beschluß wurde gefaßt:Wir werden in der Stadtratssitzung darauf hinarbeiten, daß die Anschaf­fung der Glocke aus irgend einem Grund, den wir schon finden, hinausgezögert wird, bis das erste Kind da ist Nach der Taufe dieses Kindes wird gehandelt."

Acht Tage darauf hing in einem kleinen eichenen Glockenstuhl über dem Hoftor der Gießerei eine neue, eigenartig geformte Glocke, und der alte Willmann läutete sie an, so oft von dem Kirchturm die Mittags­zeit verkündigt wurde. Das kleine Probeglöckchen war gelungen, der Guß tadellos, ein Klang ging von ihm aus, daß die Städter sich sagten:Vor der Gießerei hängt eine silberne Glocke, so fein klingt nur das Sil­ber."

Die Gerüchte von dem reichen Erbe des Schulmei­sters tauchten wieder auf und vergrößerten sich. Als auch noch ruchbar wurde, welch einen seltsamen Spruch der Alte in Glocke gegossen hatte, da redeten die Leute: Der darf schon so stech sein und dem armen Toten diese Schmach antun aber Gottes Mühlen mahlen langsam, der wird auch noch in ihre Räder kommen, so eine Frechheit, als ob er das Recht hätte, den arme Mann, der ihm wie ein treuer Hund nachlief, au )