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cher Ungehorsam kund ward, so verabreichte er seiner Schülerin persönlich und eigenhändig einige tüchtige, schmerzliche Hiebe mit einer ansehnlichen (Berte. Da ward die Selige verzückt im Geiste und hob ein vergnügtes Lachen an und sprach: Herr, ich danke dir für deine Gnad, zu der du mid} erwählet hast." Das sah Jsentrud, ihre treu» Magd, und verwundert sich höchstlich und sprach also zu ihr:Spürt ihr nicht das Blut, wie es durch die Gewände rieselt? Wie konntet ihr so tugendlich das leiden?" Elisabeth aber erwiderte und sprach:Gott hat mit seiner Süßigkeit mich getröstet und ließ mich Engel sehen und den Herrn Jesus Christ selber, und ich sah, wie mich der Meister schlug bis zum dritten himmlischen Chor."

Diese Antwort der frommen Fürstin wurde dem Meister Konrad zugetragen, der über den Erfolg seiner Züchtigung voll Freuden war und schelmisch ausrief: .So reut es mich, daß ich sie nicht schlug bis zum neunten Chor!"---

Ohne den Meister Konrad verteidigen zu wol­len Gott hat seine Grausamkeit zugelassen, da­mit die Tugend feiner Dienerin um so heller er­glänze will ich hier bemerken, daß unser Herr und Heiland selber Striemen und Schläge über sich ergehen ließ.Auf meinem Rücken schmiedeten die Sünder, trieben es arg mit ihrer Bosheit", spricht und klagt er selber durch den Mund des Psalmisten. Wer beschreibt die Schrecken der Gei­ßelung, die der schwachköpfige Pilatus über den Sohn der Jungfrau verhängte? Wer die Wut der Schergen, die blindlings und schadenfroh auf ihr Opfer einhieben? Wer den grimmigen Schmerz, den die Stockschläge und Geißelhiebe und die Skorpionenpeitschen dem Reinsten verursach­ten? Wer den erbarmungswürdigen Zustand des Herrn, als das Blut in Strömen an seinem heili­gen Leib niederrielelte, und als er in ohnmäch­tiger Schwäche an der Geißelsäule zusammen­brach? Um dieser entsetzlichen Geißelung willen war es den Heiligen immer begehrenswert, von Menschenhand geschlagen, gefoltert und gegeißelt zu werden. So haben es ja auch die Apostel als das größte Glück und die größte Ehre betrachtet, um des Namens Jesu willen öffentlich gegeißelt zu werden. Und erwähnt es Paulus nicht aus­drücklich, daß er von den Juden fünsmaldie vierzig Rutenstreiche weniger einen empfangen habe? So werden wir das Verständnis dafür auf­bringen, daß unsere hl. Elisabeth, weit entfernt, sich über ihre Schläge zu beklagen, sich daraus so­gar eine Ehre machte. Wollte Gott, wir könnten uns auch zu einer solchen Gesinnung erheben, daß wir die Schläge der göttlichen Heimsuchung, un­ter denen wir ja alle mehr oder weniger in der Jetztzeit leiden, mit Mut und Ergebung anneh­men. Gebe Gott, daß wir sogar den Mut auf­bringen, mit Wahrhaftigkeit und in allem Ernst jene Bitte des hl. Kirchenlehrers Augustinus nach­zusprechen:

WochenkaSender.

Sonntag, 27. Sept. 18. Sonntag nach Pfingsten. Kosmas und Damianus, Mart.

Montag, 28. Sept. Lioba, Jgfr. Wenzeslaus, Mart.

Dienstag, 29. Sept. Fest des hl. Erzengel Michael.

Mittwoch, 30. Sept. Hieronymus, Kirchenlehrer, Bek.

Donnerstag, 1. Okt. Remigius, Bisch., Bek.

Freitag, 2. Okt. Fest der hl. Schutzengel. Herz-. Jesu-Freitag.

Samstag, 3. Okt. Theresia vom Kinde Jesu, Jgfr.

18. Sonntag Ruch Pfingsten.

Epistel. 1. Korinther 1, 48.

Evangelium. Matthäus 9, 18. Die Heilung des Gelähmten.

In jener Zeit stieg Jesus in ein Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachte man einen Gelähmten zu ihm, der auf einem Bette lag. Als Jefus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten:Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!" Da dachten einige der Schrift­gelehrten bei sich:Der. lästert Gott!"' Jesus durch­schaute ihre Gedanken und sprach:Warum denkt ihr arges in eurem Herzen? Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? oder zu sagen: dich auf und wandle? Doch ihr sollt wissen, daß der Menschensohn die Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben." Und nun sprach er zu dem Gelähmten: »Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause!" Und lener stand auf und ging nach Hause. Als die Volks- Naren das sahen, gerieten sie in Furcht und priesen "vtt, der solche Macht den Menschen gegeben hat.

Striemen und Schlüge.

alte ich lieber geschrieben: Pfeffer und Salz. Das wäre erträglicher gewe­sen. Wer aber mag in diesen hoch­gebildeten, humanitätstriefenden, kul­turgesättigten Zeiten etwas hören, was auch nur entfernt an Züchti­gung. an Schläge, an Kinderstube oder Folter­kammern erinnert?

Und doch, liebe Leser, finde ich im Leben un= sieben hl. Elisabeth gar manches Stücklem e^en' welches umständlich vermeldet, wie ^âme. tugendhafte Fürstin mit aller Lohest ist gezüchtigt worden, ja daß diese mil- - barmherzigste aller deutschen Frauen sogar rC: Ui Schlägen die Zuflucht genomenen hat. 'c. u mir nicht aus und verlagt mir die Gefolg- ct' 7 "'M, wenn ich auch diele düster scheinenden wen ms Bildnis der hl. Elisabeth einfüge.

s w?mats, erzählt eine Legende, wollte Meister Unh , k ""kn bittern Leiden des Herrn predigen 'ick ^« ,""ch Elisabeth dazu ein. Doch diese glaubte treu» r^igt weilen sie zwei Sieche zu be " hatte. Da nun dem Meister Konrad Wi­

Hier brenne, o Gott, und hier auf Erden schneide, aber schone meiner in der Ewigkeit."

Und Elisabeth soll auch selbst zu Züchtigungen gegriffen haben? Ist das nicht unerhört? Ist das nicht ein Widerspruch zu ihrem grundgütigen Charakter? O nein, nicht im geringsten. Die größte Güte kommt doch dem lieben Gott selber zu. Und bedient er sich nicht manchmal der Zucht­rute nicht bloß den Sündern, sondern sogar den Gerechten gegenüber? Viele Plagen treffen den Sünder, lese ich beim Sänger David. Wiederum höre ich in der Apokalypse die Stimme des Herrn: Die ich liebe, züchtige ich." Was hat nun die hl. Elisabeth getan? Einst hatte sie eine alte, arme Frau zur Pflege angenommen. Nun war die Zeit gekommen, wo dieses Weib die hl. Sakra­mente empfangen sollte. Elisabeth bat sie, aufzsi- stchen, um in die Kirche zu gehen und zu beich­ten. Doch faul und schläfrig blieb das Weib lie­gen. Da nahm Elisabeth einige Gerten und gab ihr Schläge. Und das Mittel hat gezogen. Die alte Sünderin hat sich alsbald erhoben und ihren Frieden mit Gott gemacht.

Siehe also, daß Striemen und Schläge oft das beste und das einzige Arzneimittel sind, um eine kranke, verblendete, verstockte, verkehrte, unver­besserliche Seele zu kurieren. Das ist eine uralte Weisheit, die der hl. Geist im Buch der Sprüch- wörter in den Satz kleidet:Striemen und Schläge, die ins Innerste eindringen, reinigen vom Bösen." Damit will ich keine Lobrede auf die Prügelstrafe halten. Wohl aber den Eltern einen Wink geben, von aller ungesunden Weichlichkeit in der Erziehung sich fernzuhalten. Wenn möglich lenke deine Kinder durch Worte, Ermahnungen, Lobsprüche und Tadel. Wenn aber alles nichts hilft, dann kommt als letzte Auskunft das Rezept des weifen Sirach:Wer die Rute spart, haßt seinen Sohn; wer ihn aber liebt, hält ihn unter der Zucht." Spr. 13, 24.

Der Talpfarrer.

Zum Feste der hl. Lisba.

28. September.

Lioba, das heißt die Liebe

So ward Leobgyth genannt, Weil sie statt am Kampfgetümmel Nur an Güte Freude fand.

Aus dem Hymnus zu Ehren der hl. Lioba.

In der Missionsgeschichte unseres Vaterlan­des findet sich der Name einer Frau, die wegen ihrer großen Verdienste um die Erziehung der Jugend und als treue Mitarbeiterin ihres be­rühmten Landsmannes Bonifatius am Bekeh­rungswerk der Deutschen den EhrentitelAposto- lin Deutschlands" sich erworben hat. Wie sie im Leben als Jüngerin und Geistesverwandte des