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Kloster Eberbach im Rheingau 800 Jahre als. Die ehemalige reiche und berühmte Zisterzienserabtei Eberbach feiert in diesem Jahre das Jubiläum ihres SOOjäijr. Bestehens. Im Jahre 1131 ließ der Erzbischof Adalbert von Main durch den berühmten Abt Bernhard von Clairvaux bei Hattenheim im Rheingau das erste Zisterzienserkloster auf deutschem Boden, das später lange Zeit geistiger und kultureller Mittelpunkt des Rheingaues war, gründen. Viele Denkmäler aus dem 12. bis 18. Jahrhundert sind noch vorhanden, darunten der prächtige gotische mit den Grabsteinen der Mainzer Erzbischöfe Gerlach (gestorben 1371) und Adolf II. von Nassau. Heute ist das Kloster preußische Domäne, ein berühmter Ausflugsort. Das Kloster wird heute noch als Simultankirche benutzt, in welcher Sonntag vormittag katholischer und am Nachmittag evangelischer Gottesdienst abgehalten wird. Der Fremde weidet sich gern an der schönen, alten Architektur, den Gewölben und Kreuzgängen, an der Ornamentik, den alten und modernen Requisiten der Weinerzeugung, die von der 80l>jährigen Geschichte des Klosters erzählen.
Die Mönche aus St Bernhard. Zeitungsberichten zufolge sollen die Mönche aus dem St.-Bernhardsberge ihren Sitz verlassen und im Tibetgebiel in Asien sich niederlassen. Seit die Bahn unten im Berge einen Tunnel durchfährt, über den Berg zur Sommerszeit der Verkehr mit Autobus immer mehr zunimmt, wandern nur wenige mehr zu Fuß den beschwerlichen und gefährlichen Weg über den etwa 2600 Meter hohen Berg. Zudem sind die Mönche arm, die Einnahmen derart gering, daß es ihnen nicht mehr möglich fein soll, die Wanderer, mie es ihr Ordensstatut verlangt, drei Tage lang unentgeltlich zu verpflegen. Die Almosen fließen nur noch sehr spärlich. In früheren Zeiten zogen Tausende über den St. Bernhard. Das Kloster bietet Unterkunft für mehrere hundert Gäste. Gegründet wurde es vom gottseligen Bernhard von Menthon, Erzdiakon von Aosta im Piemont (t 1008). Bei starken Schneeverwehungen zogen die Mönche mit ihren eigens dressierten großen Hunden, Bernhardiner genannt, aus, um Verunglückte dem Erfrierungstod ausgesetzte Wanderer zu suchen und zu retten, ausgerüstet mit langen Stangen und Schaufeln, Wolldecken und Schlitten, Lebensmittel und Wein. Oft streiften die Hunde auch allein umher, denen die Mönche eine Wolldecke aus den Rücken banden und ein Körbchen mit Lebensmitteln und einer Flasche Wein an den Hals hingen. Einer dieser treuen Begleiter der Mönche, Barri geheißen, rettete allein 40 Wanderer vor dem Tode durch Erfrieren. Ost auch kehrten die Hunde bellend zurück zum Kloster und meldeten das Auffinden eines vom Schnee verwehten Wanderers, zu dessen Hilse sie die Mönche riefen. Jahrhunderte hindurch haben sich die Mönche aus St. Bernhard, wo der Winter neun Monate dauert und in den drei Som- merrbonaten bei Nachtzeiten das Wasser gefriert, um Gotteslohn gewirkt, ihr eigenes Leben nicht geschont, um das anderer Menschen zu retten.
Die Wahrung des öffentlichen Anstandes in Böhmen. Der Landespräsident in Prag hat eine Kundgebung erlassen, in der er jede^ unpassende Benehmen an Orten, die öffentlich zugänglich sind, verbietet, durch das Ruhe, Ordnung, Sicherheit, Moral oder Anständigkeit verletzt werden. Vor allem wird das gemeinsame Lagern von Personen verschiedenerlei Geschlechts im Freien, in Zet ten und in Hütten außerhalb der Stadt verboten, wenn es sich nicht um Familen handelt. Eebenso wird das Herumlausen in mangelhafter Bekleidung außerhalb des
arg klappern, daß der Seelsorger an die „Seßhaftigkeit" der Leute zu appellieren sich gezwungen sieht.
Auch während der hl. Wandlung geben die Gläubigen ihre Sitze nicht preis und behalten Ruhe und Andacht, selbst wenn der Priester mit dem Meßgewand an der sog. Kommunionbank, — die eine gewöhnliche Schulbank mit einem Abstand von % Meter vom Altartisch ist — hängen bleibt. Die Gemeinde hat Glück; der Seelsorger ist länger als dick und kommt darum mit dem sehr engen Platz nicht in Streit. Nur beim Niederknien muß er mit seinen langen Beinen balanzieren, um die Tischbeine nicht zu treffen, die sich trotzig gerade in die Mitte vor den Altar gestellt haben.
Wir besitzen auch eine Art Beichtstuhl, sehr wackelig und „Notbeichtstuhl" genannt, da er „der Not gehorchend, nicht dem eigenen Trieb" in den Saal getragen wird und gar gern die jeweiligen Besitzer zu Boden schmettern würde Bei solchen Gelegenheiten eine schwere Buße aufzugeben, ist grausam. Arme Diaspora'
Zuweilen dienen sogar zwei einfache Stühle als Beichtstuhl, z. B. wenn an Orten, die sehr entfernt von der Kirche liegen, Kinder zur ersten hl. Beichte gehen.
Bereiches der Badesiellen und das Absingen von Liedern unsittlichen Inhaltes verboten. Die Ueberlre kung dieser Verbote wird mit Gefängnis von 12 Stunden bis 14 Tagen oder mit Geldstrafen von 10 Kronen bis 5000 Kronen von der politischen Landesbehörde bestraft werden. Außerdem kann noch eine gerichtliche Verfolgung stattfinden. Dieser Erlaß ist schon am 20. Aprü rückwirkend in Kraft getreten.
Die Gelder des Vatikans. Verschiedene Blätter verbreiten eine Nachricht der bekannten „Grünen Blätter' des Berliner Journalisten Joseph Sonntag. Der Vatikan habe, um den Kanzler ..auf das französische Gleis zu schieben" (!), seine in Deutschland angelegten Gelder bereits vor Ausbruch der Wirtschaftskatastrophe, wohl gewarnt durch „seine bevorzugten Freu» ■ im "-um ,mit gebotener Schnelligkeit zurückgezogen". Von dieser Transaktion sei Dr. Brüning nicht unterrichtet worden. Es handle sich um hohe Summen. Die französische Regierung, deren Einfluß auf den Vatikan außerordentlich groß geworden sei, stecke mit Teilen des Zentrums unter einer Decke und dürfte von sich aus nicht verfehlt haben dem Vatikan verschiedentlich Anregungen zu geben, die zu politischen und anderen Vorstößen gegen Deutschland führen. Die „Augsb. Postztg." schreibt dazu: Auf Grund bester Information stellen wir fest, daß der Vatikan nie Gelder in Deutschland liegen hatte, sie also auch nicht zu-
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Des „verrückten Schulmeisters" Heimgang.
„Ich werde redlich jeden Gewinn mit Euch teilen, Schullehrer", gelobt der Gießer dem Forscher, und dieser schlug vertrauensvoll in die dargebotene Rechte des Meisters.
„Am Gulden liegt mir nicht viel," sagte der Lehrer lächelnd. Mit forschendem Gesicht setzte er hinzu: „Aber daran, daß Ihr den Mut nicht verliert, liegt mir die Hauptsache. Wenn eine Kleinigkeit das erstemal nicht klappt, daß Ihr Geduld habt und mich zweimal, dreimal versuchen laßt. Ich hoffe zwar nicht, daß dies nötig fein wird, aber es hängt alles an so vielen Zufällen, und eine Lebensarbeit läßt man nicht beim ersten Fehlschlag fallen."
Des Gießers Gesicht hellte sich froh auf und zustimmend sagte er: „Das ist selbstverständlich, Breidinger, ich habe in jungen Jahren oft experimentiert und probiert und weiß, daß dabei unermüdliche Ausdauer nötig ist. Die ganze Sache ist zudem zu meinem eigenen Vorteil, also werde ich sie schon deshalb nicht ruhen lassen, bis wir die Arbeit zu glücklichem Gelingen führen."
Noch einmal legten sich zwei Männerhände ineinander. Der Schullehrer hatte seine schlanke Rechte froh ausgestreckt und des Gießers derbe Finger schlossen sich fest um die feine Hand. Geist und Kraft vereinte sich hier in diesen zwei so verschiedenen Händen zu einem schönen Menschenwerke.
„Rösle, trag' Wein her!" rief der Vater laut und fröhlich. Von der Küche kam die helle Antwort: „Gleich, Vater, gleich!"
Wenige Augenblicke darauf trat in schwarzem Gewand Röschens hochgewachsene Gestalt unter die Türe. Die Tochter, nun Hausfrau zugleich, stellte zwei Zinnkrüge vor die Männer und trug einen dünnen, süßen Kuchen auf reichgeschnitztem Holzteller herbei.
Es tut oft wehe, wenn das Allereinfachste fehlt und gerade Kinder auf das Notwendigste verzichten müssen. — Ungeachtet aller Schwierigkeiten blüht das religiöse Leben in der Gemeinde erfreulich auf. Der Gottesdienst ist gut besucht; der Empfang der Sakramente recht zu- sriedenstellend. Wenn nur erst das Kirchlein da wäre!
Die Sehnsucht der Frankenhauser Katholiken wurde am letzten Adventssonntag vorigen Jahres erfüllt durch die Einweihung einer schlichten Kapelle. Wie wir kurz berichteten, benedizierte Propst Dr. Freusberg, Erfurt, die neue kleine Marienkirche, die wieder die alten kathot. Ueberlieferungen Frankenhausens aufnehmen soll. Nun hat die Gemeindefamilie ein Eigenheim, wo sie fv zur Feier der hl. Geheimnisse zusammenfindet. Fey. -loh roch der Gemeindevater, der Ausspender der Geheimnisse, der ständig unter den Pfarrkindern wohnt. Damit hat der oben mit einigem Humor geschilderte Elendzu- tand Gott sei Dank ein glückliches Ende erreicht.
2. Bad Sachsa, Südharz.
An einem kalten Sonntagmorgen im Winter war es. Eben dämmerte der Tag. Der Missionspfarrer von Cll- ich hatte sich ein Auto teilten müssen, um für die Katho
rückgezogen hat und nicht zurückziehen konnte. Zu WM, tätigkeitszwecken stehen auf deutschen Geldinstituten wohl kleinere Beträge, aber diese wurden nicht zurückgezogen Die erwähnten Blätter oder Herr Sonntag mögen doch nur einen einzigen Fall nennen, der zur Erhärtung ihrer Aufstellungen geeignet ist! Sie werden aber dazu nicht imstande sein aus dem einfachen Grunde, weil es sich bei ihren Phantastereien um reine Erfindungen handelt.
Republik Columbia. Der „Osservatore Romano" bringt einen ausführlichen Bericht aus Bogota, der Hauptstadt der Republik Colunibia, aus dem sich ergibt, daß der Einweihung einer Statue von Christus-König nicht nur der Präsident der Republik, sondern auch die Minister und offizielle Vertreter von Kammer und Senat anwohnten. Am Tag der Einweihung hatte der Senats- präftdent einen freien Nationalfeiertag verordnet, der ausdrücklich Christus-König gewidmet war. Während der Feier treusten Militärflugzeuge über der Stadt und warfen Blumen ab. Finanzminster Perez hielt ?me geistvollen Ansprache, in der er den Einzug von Christus- König in die Welt der Geschäfte und der Volkswirtschaft herbeiwünschte. Staatspräsident und Minister spendeten dieser Ansprache mit dem ganzen Volke lauten Beifall. Eine Prozession zog unter Absingung „Christus ist unser König" durch die Stadt.
„Heut' ist ein Festtag, Kind," sagte der Schullehrer glücklich, „trinkt uns vor, Röslein, das bringt Glück zu unserem Vorhaben."
Röschen kannte den Schullehrer gut, er war allezeit ein gern gesehener Gast auch bei der strengen Mutter gewesen. Lächelnd sagte sie: „Hat die Rechnerei ein End', wie die Mutter selig Euch so oft wünschte, damit Ihr auch wie andere Leute dreinschauen könnt?"
„Heute hat sie ein Ende, Kind!" rief frohgelaunt der Alte. „Ich ziehe nun in Eure Gießerei und werde mich manchmal bei Euch zu Tische laden müssen."
„Das freut mich," sagte das Mädchen herzlich, „ich will Euch gut aufkochen, damit Ihr in alten Tagen noch lernt, den Wert einer guten Hausfrau zu schätzen."
„Ich zweifelte nie, daß die Jungfer Röse ein rechtes Hausweib wird, der Gottfried kann sich freuen darüber," rief mit luftigem Augenzwinkern der Schullehrer dem Mädchen nach.
Rösle stand schon unter der Tür, aber sie hörte seine Worte wohl und sie hörte sie gerne; ein Leuchten zog mit der roten Blutwelle über ihr bleiches Gesicht und verschönte es. Der alte Mann sah mit Wohlgefallen nach der Jungfrau und sagte begeistert zu dem plötzlich ernst vor sich hinstarrenden Vater: „Meister Willmann, ein schönes Kind habt Ihr und ein gutes Kind, und das ist auch etwas wert — wer weiß, ob das nicht mehr wert ist als rechnen und rechnen ein Leben lang und darüber die einzige Jugend versäumen."
„Seid mir still mit derlei Gedanken," wehrte der Meister mit widerwärtigem Gesicht hastig ab, „wenn man alt ist, leidet man sowieso an allerlei Grübeleien, alle Tage seine vorgeschriebenen Wege gehen und so gut als möglich alles gerecht machen, ist das Beste. Mit Grübeln scheucht man alle Freude aus der Stube und mit der Freude geht auch der Segen."
„Ja, der Segen," meinte Breidinger nachdrücklich.
liken von Sachsa dort die hl. Messe lesen zu können und zeitig wieder zum Hochamt in Ellrich zu sein. Das Auto bahnte sich mühsam den Weg durch den Neuschnee der Nacht, und der Schnee fällt hoch im Harz. Die Fahrt ging einigermaßen gut bis Walkenried, dem alten Klosterort, dort wo der Weg über die steilen User der Wieda sührt. Vor 500 Jahren mögen zu dieser Stunde die Zisterzienser die Prim gesungen haben und die Klosterleute von Walkenried zum Hochamt gepilgert sein. Da steigt Dampf aus dem Motor auf, immer mehr, »as Kühlwasser ist eingefroren. Also halten und mit viele Mühe den Kühler wiederauftauen. Tief drunten a Wasser der Wieda ist im Schnee eine alte Konservenbüchse sichtbar. Damit kann man ja Wasser nachtu e . Nun etliche Male die steilen verschneiten Ufer " herab, dann kann in durchnäßten Kleidern die ' , weitergehen. Mit einer halben Stunde Verspätung a z der Pfarrer in Sachsa an. In der ungeheizten 1 stube der evangelischen Volksschule harren schon die Glättbigen seiner Ankunft. Jetzt im Win e der Raum alle, im Sommer stehen s;e Besucher er • Messe Kops an Kopf bis auf den Flur. Es ist gut,