Wochenkalender.
Sonntag, 30. Aug. 14. Sonntag nach Pfingsten. Rosa von Lima, Jgfr., f 1617. Felix u. Gen., Mart., t 303.
Montag, 31. Aug. Raymundus, Bek., t 1240.
Lienstag, 1. Sept., Aegidius, Bek., f 700. 12 Brüder von Benevent, Mart.
Mittwoch, 2. Sept., Stephan, König v. Ungarn, Bek.
Donnerstag, 3. Sept., Vom Tage.
Freitag, 4. Sept., Vom Tage. Herz-Jefu-Freilag.
Samstag, 5. Sept., Laurentius Justiniani, Bek., f 1453.
14. Sonntag nach Pfingsten.
Epistel. Galater 5, 16—24.
Evangelium. Matthäus 6, 24—33. Gottes vatergüte.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern mißachten. Ihr könnt nicht Gott diene» und dem Mammon. Darum sage ich euch: Seid nicht ängstlich besorgt für euer Leben, was ihr essen sollt, noch für euren Leib, was ihr an« ziehen sollt. Ist denn das Leben nicht mehr als die Nahrung, und der Leib'nicht mehr als die Kleidung? Betrachtet die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen: euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr als sie? Wer von euch kann mit seinen Sorgen seiner Gestalt auch nur eine Elle zusetzen? Und was seid ihr ängstlich besorgt für die Kleidung? Betrachtet die Lnien des Feldes!! Wie sie wachsen! Sie arbeiten uicht, sie spinnen nicht, und doch, sage ich euch, nicht ein« mal Salomon in all seiner Pracht war so gekleidet wie eine einzige von ihnen. Wenn Gott nun das Gras oss Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch. Kleinmütige. Seid also nicht ängstlich besorgt und fragt nicht: -was sollen wir essen? was wollen wir trinken? womit Men wir uns bekleiden? Um all das sorgen sich die ?^en. Euer Vater weiß ja, daß ihr das alles nötig r Suchet also zuerst das Reich Gott und die Ge- recyugkeit, und dies alles wird euch hinzugegeben wer
de? als
Eine verkannte Ehre.
inen aufgeblasenen Jungmann, in einem Kaufmannsgeschäft
Lehrling tätig war und in seinem Urlaub mich besuchte, wollte ich mit
den etwaigen Beschwerden seiner versöhnen, indem ich bemerkte, er solle
v'-H"V«ni, innern uy verneine, er ium j den Wünschen des Prinzipals fügen und sich nier Umständen auch etwas gefallen lassen; Ggte ich, Lehrjahre sind keine Herrenjahre. ” bin ich bös abgeblitzt. Herr Pfarrer, er- „JAr er hochtrabend, unsereiner läßt sich nichts und ich mache, was mir gefällt. Als ei- dem tT® vergangen waren, hörte ich, daß aus war ^^""sigen Stift ein Taugenichts geworden
An einem solchen störrischen, ungelenkigen Menschen erfüllt sich immer wieder das Wort des Psalmisten: „Der Mensch, als er in Ehren war, hat es nicht bedacht." „Ja, wenige Menschen bedenken und erkennen die Ehre, die in willfährigem Dienen und im religiösen Gehorchen beschlossen ist, wenn man seinen Dienst als einen Dienst Gottes betrachtet. Nur dem Mammon dienen, der Sünde dienen, dem Teufel dienen, ist eine Schande. Aber Gott dienen und den Menschen um Gottes willen, das ist eine Ehre und ein Glück.
Unsere hl. Elisabeth hat diese Ehre erkannt und zu schätzen gewußt. Wie es vom Heiland heißt, der Menschensohn sei nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen, so wollte auch Elisabeth lieber selbst dienen als sich bedienen lassen.
Alban Stolz schreibt darüber in seiner bekannten Legende folgendes:
„Elisabeth wollte lieber selbst dienen als sich bedienen lassen. Daß ihre Mägde mit ihr am Tisch essen mußten, verstand sich bei Elisabeth von selbst; ja, sie begehrte sogar, die Dienerinnen sollten mit ihr zugleich aus der Schüssel essen. Eine derselben sagte deshalb einst zu ihrer Herrin, sie erwerbe sich durch solche Herablassung wohl ein Verdienst, sie beachte aber dabei nicht, wie solches ihnen, den Mägden, gefährlich werden könne. Sie wollte damit sagen, daß bei ihnen leicht der Hochmut geweckt werde, wenn sie von einer Fürstin wie ihresgleichen behandelt werden. Darauf gab Elisabeth zur Antwort: „Siehe, jetzt mußt du nach auf meinen Schoß sitzen" und zog sie an sich, und die Dienerin mußte sich wirklich fügen. Elisabeth sagte selbst einmal: „Unser Leben ist das allerver- achtetste, aber wenn ich ein noch verachteteres wüßte, so würde ich es gewählt haben." —
Wenn wir doch alle die Würde des christlichen Dienens erkennen würden. Die ganze Leichenrede auf Moses, diesen großen Führer der Israeliten, besteht in den Worten: „Es starb Moses, der Diener Gottes." Auch Paulus schickt seinen Briefen gern die Worte voran: „Paulus, Diener Jesu Christi." „Das fromme Dienen, welches dem Willen Gottes sich unterwirft, ist viel besser als die Freiheit der Welt", sagt der hl. Ambrosius. Und der gelehrte Philo schreibt: Gott dienen ist die allergrößte Ehre, nicht nur größer als die Freiheit, sondern auch viel kostbarer als die Reichtümer, die Herrschaft und alle Dinge, welche die Welt bewundert." Die hl. Agatha, vom heidnischen Richter gefragt, ob sie sich, da sie doch aus einem so vornehmen Geschlechte stamme, nicht schäme, der verachteten Religion Jesu Christi anzugehören, gab die erleuchtete Antwort: „Biel kostbarer ist die christliche Demut und Dienstbarkei: als alle Schätze und Herrlichkeiten der Könige."
Ja, das christliche Dienen ist eine große, wenn auch verkannte Ehre. Schärfen wir wieder unsere Augen mit der Brille des Glaubens, um diese
Ehre in ihrem wahren Wert zu kennen und 31t schätzen. Gewiß, in den Augen der Welt und der irdischen Klugheit ist das Dienen verächtlich. Jeder möchte sich gern in den Sattel schwingen, kommandieren und herrschen. Mancher Jungmann tyrannisiert daheim die Geschwister, in der Schule, die Klasse, auf dem Spielplatz die Kameraden. Mancher schwingt ein unerbittliches Szepter in einem Verein, in einer Organisation, in einer Körperschaft. Es gibt Naturen, die der Gemeinschaft sofort den Rücken kehren, sobald jemand nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Das ist das Gesicht des Hochmutes und der Herrschsucht.
Gewiß, wenn einer das Talent hat zu herrschen, soll er es nur gebrauchen. Aber es ist ein himmelgroßer Unterschied zwischen Herrschen und Herrschen. Der eine herrscht nämlich, um zu herrschen, um andere zu unterdrücken, um andern feinen Willen anfzuzwingen oder um aus dec Herrschaft materielle Vorteile zu ziehen. Ein anderer aber herrscht, um den Mitmenschen zu helfen, sie vor Schaden und Unglück zu behüten, mit einem Wort um ihnen zu dienen. Das ist das richtige Herrschen. So betrachtet sich mancher Staatsmann als Diener der Gesamtheit, als Diener des Volkes. Solche Männer, die sich auf* opfern für das Wohlergehen des Vaterlandes, muß man achten und unterstützen, nicht herunterreißen und kritisieren. So betrachten sich auch die Priester nach dem Vorbild der Apostel als „Diener Christi", als Ausspender und Vermittler der himmlischen Wohltaten. Der Papst aber, der Statthalter Christi auf Erden, nennt sich mit Vorliebe: servus servorum Dei = Knecht der Knechte Gottes.
Du darfst es auch nicht unter deiner Würde halten, in einer Familie, in einem Geschäft, in einer Gesellschaft eine untergeordnete, dienende Rolle einzunehmen. Nur müssen wir alles Dienen adeln durch den Gedanken an Gott. So wirst du deine Würde vor deinem Gewissen und deinem Herrgott wahren. Oder kann es vielleicht eine Schande sein, in der Person der Eltern oder Vorgesetzten Gott selbst zu dienen? So meint es der Völkerapostel, mit dessen Worten wir schließen wollen: „Seid nicht Augendiener, die nur Menschen gefallen wollen: seid vielmehr willig, als gelte es dem Herrn und nicht den Menschen. Und vom Herrn werdet ihr den Lohn empfangen, sei er Freier oder Knecht." (Eph. 6.)
Der Talpfarrer.
Ein Laienaposkel.
In einer Altstadtstraße der benachbarten Großstadt F. hängt an einem verwitterten Hause mit hohem Giebel ein Schild: 2. Stock. Franz'Müller, Herrenschneider. Es wird nicht mehr lang zu sehen sein, denn der Meister ist unlängst gestorben, und das Geschäft geht ein. Bei der Beerdigung dieses Altstadtschneiders sah man ein großes Trauerge-