Wochenkalender.
Sonntag, 9. August. 11. Sonntag nach Pfingsten. Johannes Maria ViaNney, Pfarrer von Ars, Bek.; Fir- mus u. Gef., Mart.; Romanus, Mart.
Montag, 10. August. Laurentius, Mart.
Dienstag, 11 August. Von der Oktav des Festes der Verklärung Christi.
Mittwoch, 12. August. Klara, Jgfr.
Donnerstag, 13. August. Oktav der Verklärung Christi.
Freitag, 14. August. Domkirchweihfest.
Samstag, 15. August. Mariä Hi mm elfahrt.
11. Sonntag nach Pfingsten.
Epistel. 1. Korinther 15, 1—10. Die wichtigsten
Heilswahrheiten.
Evangelium. Markus 7, 31—37. Die Heilung eines
Taubstummen.
In jener Zeit zog Jesus weg aus dem Gebiete von Tyrus und kam über Sidon an den See von Galiläa mitten in das Gebiet der Zehn-Städte.
Da brachte man einen Taubstummen zu ihm und und bat ihn, er möge ihm die Hand auflegen. Er nahm ihn vom Volke abseits, legte ihm feine Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. Dann blickte er auf zum Himmel, seufzte und sprach: „Esfetha", das heißt: „Tu dich auf!" Sogleich öffneten sich seine Ohren, das Band seiner Zunge ward gelöst, und er sprach richtig. Er verbot ihnen aber, irgend jemand etwas davon zu sagen. Doch je strenger er es ihnen verbot, desto weiter erzählten sie es, und desto mehr gerieten sie in Staunen und sprachen: „Er macht alles gut: die Tauben macht er hören und die Stummen reden."
Eine glänzende Ehrenkrone.
urch die Straßen der „Zehnstädte" bis hinaus in die blühende Landschaft und auf das brausende Meer drang der begeisterte Ruf der Volksscharen: - - „Gut macht er alles; die Tauben Macht er hörend und die Stummen redend." So jauchzten die dankbaren Galiläer dem göttlichen Meister zu und setzten ihm damit eine Eycenkrone aufs Haupt, deren Glanz dis Strahlen der Sonne übertrifft, deren Wert alle Kost- varkeiten von Gold und Silber überwiegt.
... ~nö wurde nicht auch am letzten Sonntag eine ähnliche Ehrenkrone auf das Haupt einer hochver- oienten Frau gesetzt? Ja, eine Ehrenkrone auf vas Haupt jener tapferen Frau, der die Worts des hl. Geistes gelten:
'_. ^truglich ist die Anmut und eitel die Schönheit; we Frau aber, die den Herrn fürchtet, wird Lob ernten."
j ,. ^ dieses Lob füllte die Straßen der Boni- Un's L Fulda. Dieses Lob ertönte aus dem $ „e des wortgewaltigen Kardinals auf der aus dem Mund der Redner auf der Tri- b-n a?s dam Munde des Volkes in Gottesdien- hl s?^d Versammlungen. Freue dich, Stadt des ' Bonifatius, daß du gewürdigt warst, das Lob
dieser auserwählten Frau zu verkünden und zu hören. Wie viele Ehre erwächst dir aus dieser Elisabelhfeier, wie viel Freude fließt in die Scharen, die sich in deinen Mauern versammelten, wie viel Same zu Werken der Liebe wurde aus- gestreut in deinen Gassen. —
Lob und Ehre sei dir, heilige Elisabeth! Und wenn gleich schon sieben Hundert Jahre verflossen sind, seitdem du als Engel der Liebe auf der Wartburg gewohnt, seitdem du im Marburg die irdische.Pilgerfahrt beendet, seitdem dein Geist sich aufgeschwungen hat zu den Lichtgefilden des Himmels, ist es doch, als ob deine Gestalt lebend durch unsre Reihen schritte, um Worte und Taten der Liebe mit vollen Händen auszustreuen. Nicht etwa eine Meisterin des Gesangs oder Spiels gilt es zu feiern, auch nicht eine Rekordjägerin im Schwimmen oder einem andern Sport — sondern eine Frau, die eine Kunst geübt hat, die alle andern an Wert übertrifft, die jene Tugend geübt hat, die den Himmel erschließt: die Barmherzigkeit, die Liebe.
„Laßt uns loben die ruhmwürdigen Menschen, deren Güte nicht ausgegangen ist; ihre Weisheit erzählen die Völker und ihren Ruhm verkündigt die Kirche." Eccli. 44. 12.
Ja, groß ist die Ernte der Barmherzigkeit, groß ist der Liebe Lohn. Nimm das Meßbuch zur Hand und schlage das Offertorium der heutigen Messe auf, da wirst du auf folgende Worte stoßen:
„Ehre den Herrn mit deiner Gabe und mit den Erstlingen deiner Früchte: und es werden deine Speicher gefüllt sein mit Frucht, und deine stellet werden überfließen von Wein."
Das war strenge Vorschrift des Herrn an die Israeliten. Sie sollten sich erinnern, daß jegliche Aehre und jegliche Weintraube und alles, was auf Erden wächst zur Nahrung und Labung der Menschenkinder, ein freies Geschenk der erbarmenden Liebe Gottes ist. Darum sollten sie den Zehnten aller Erzeugnisse dem Herrn weihen. Denke dir die Fuhren von Frucht, Obst und Wein, die aus allen Stämmen Israels hinaufgeführt wurden in die Stadt Jerusalem zum Heiligtum. Den Priestern und den Armen sollten diese Gaben zum Lebensunterhalte dienen. Gott selber hat ja als reiner Geist von unendlicher Seligkeit kein Bedürfnis nach Speise oder Trank, nach Wohnung oder Kleidung. Darum sollte die Gabe, die Gott zugedacht ist, dessen Stellvertretern, den Priestern urch. den Armen gehören. Wurden aber durch diele Abgabe die Besitzenden nicht arm? Im Gegenteils Same neuer, größerer Wohltaten waren diese Opfer. Denn „deine Speicher werden gefüllt sein mit Frucht, und deine Kelter werden über- 'ließen von Wein." Und dieser indische Lohn wird nur em Schatten jener himmlischen Herrlichkeit sein die der treue Gott denen zu geben versprochen hat, die ihn lieben.
O w'e herrlich funkelt die Krone der hl. Elisabeth, wie köstlich sind die Ehren, die sie empfängt im Himmel und auf Erden. Mögen auch wir uns bemühen um eine solche Krone. Der hl. Elisabeth nachzueifern in Werken der Barmherzigkeit sei deshalb unsere Losung. Es genügt ja nicht, einen Heiligen nur zu loben. Ihn nur loben, nicht aber auch nachahmen — heißt ihn beschimpfen, sagt ein Kirchenlehrer, wandelt in der Liebe, ruft uns. St. Elisabeth zu. Es wäre auch zu gefährlich, die Liebe außer Acht zu lassen. Kennst du nicht die Parabel von den zehn Jungfrauen? Alle zehn waren wahrhaft Jungfrauen, alle zehn rüsteten sich zum Hochzeitszug des Bräutigams. Doch fünf von ihnen waren klug, fünft aber töricht. Die klugen nahmen mit den Lampen auch Oel mit; die törichten nur die Lampen, aber nicht genügend Oel Als nun der Bräutigam lange ausblieb, schliefen die Jungfrauen alle ein. Doch um Mitternacht erscholl der Ruf: „Geht dem Bräutigam entgegen!" Die Klugen gossen nun neues Oel in ihre Lampen und machten sich auf den Weg. Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: „Gebt uns von eurem Oel, denn unsere Lampen erlöschen." Diese aber erwiderten: „Das geht nicht, es möchte sonst nicht hinreichen für uns und euch; geht vielmehr zu den Händlern und kaufet euch." Während sie nun hingingen und kauften, zogen die Klugen in den Hochzeitssaal, und die Türe ward geschlossen.. Als nach einiger Zeit die Törichten kamen, klopften sie stürmisch an die Türe und riefen: „Herr, tu uns auf." Doch die Stimme sprach: „Wahrlich, ich kenne euch nicht." — Sorgen wir also für das nötige Oel, welches die Barmherzigkeit bedeutet. Das Beten und Fasten in allen Ehren Aber nur die Liebe macht die Auserwählung sicher. Die Lieblosen werden verstoßen in das Reich Satans, die Eiferer der Liebe aber werden die Worte des Herrn beim Gerichte vernehmen: „Kommt. ihr Gesegneten meines Vaters, und nehmt in Besitz das Reich. Ich war hungrig, und ihr habt mich gespeist. Und was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan, das habt ihr mir getan."
Der Talpfarrer.
Tu dich auf!
Die Veräußerlichung unseres Lebens, die sich selbst überstürzende Raschheit und Hast unseres Daseins hat es mit sich gebracht, daß viele Menschen nicht mehr zur inneren Besinnung kommen. Die Vergiftung durch den modernen Zeitgeist und seine Bazillen sind schädigend auch in die Reihen der Gläubigen eingedrungen. Es liegt an der „Umwertung aller Werte", die heute im Geistesleben der Menschheit vor sich geht.
Wer sagt es sich noch ganz klipp und klar, was eigentlich „glaube n" ist, was „glaube n"heißi? Viele sagen, sie können nicht glauben, weil sie das