ien Tagen der Dürre ausgefchaut nach erquickendem Regen für ihre Saaten und Felder. O, ehe die Felder reif zur Ernte dastehen, ist viel bange Sorge und harte Mühe gewesen!
Die Menschen in der Stobt sollen von diesen Sorgen und Mühen des Sandmannes etwas wist sen; sie müssen wissen, daß unendlich viel Arbeit geschehen mußte, ehe sie den Segen der Ernte empfangen: sie müssen wissen, daß auch die Arbeit draußen auf den Feldern für ihr Wohl und Leben notwendig ist. Wäre das Verhältnis zwischen Stadt und Land nicht um vieles besser, wenn einer dem anderen mehr Verständnis entgegenbrächte?
„Unser täglich Brot gib uns heute!" In den Tagen des Ueberslusses mag uns der Sinn dieser Bitte nicht zum Bewußtsein kommen. Als die Tage der Not waren, haben die Menschen allesamt hoffend und verlangend ausgeschaut nach den Tagen der Ernte; da haben sie wirklich darum gebetet, daß „der Herr seine milde Hand auftue und alles mit Segen erfülle." Wir sollten gelernt haben, dem Äehrenfeld und dem Brot mit mehr Ehrfurcht und Dankbarkeit zu begegnen, denn es ist etwas Heiliges um das Brot. Es ist zu heilig, als daß man es auf den Straßen und Wegen zertreten läßt. Eltern, lernt eure Kinder doch an, daß sie auch die Brotkrume achten und ehrfürchtig behandeln. Der religiöse Landmann wird mit dankbarer Gesinnung und Dankgebet seine Ernte in die Scheune bringen. Aber wir alle essen ja von Gottes Brot, wir alle, ohne Ausnahme, Gerechte und Sünder. Denn, „Gott läßt feine Sonne aufgehen über Gute und Böse und läßt regnen über Gerechte und Sünder." Lasset uns darum jDank sagen für alles unserem Gott und Vaters Erntetage waren stets Tage der Freude und religiöser Festesfreude. Die ältesten Volksfeste sind Erntedankfeste frommer Art.
Dem modernen Menschen mag diese dankbare Gesinnung wenig liegen-, er schaut die Wunder der Technik und die Arbeit der Industrie, er sieht den wachsenden Weltverkehr und die Macht der Maschinen und vergißt zu leicht in seinem Stolz, daß er troß allem Fortschritt an den Segen Gottes gebunden ist, der jedes Jahr aus dem Schoße der Erde uns das tägliche Brot wachsen läßt. 2, es stände dem Menschen von heute gut an, wenn er seine Hände zum Gebete faltete für all den Gottessegen der Natur. Zeugt es nicht von Gedankenlosigkeit, wenn wir jahraus jahrein an Gottes Tischen sißen, aus seiner Hand die Gaben annehmen, ohne zu danken?
. Draußen auf den Feldern schauen wir den Reichtum und die Güte Gottes. Er kargt nicht mit seinen Gaben. Jedes Jahr bringt neue Erntezeit, neues Brot. Und doch, die Sorge ums tägliche Brot lastet schwer auf vielen Menschenkindern. Muß es so sein? Wenn in uns allen etwas wäre von der Freigebigkeit Gottes, müßte nicht manche Not schwinden, manche Sorge leichter zu tragen sein?
Als einst der Erlöser mit seinen Jüngern über die Aehrenfelder von Samaria schritt, rief er ihnen zu: „Erhebet eure Herzen, schauet auf und betrachtet die Felder, wie sie reif zur Ernte dastehen." Wohlan, freuen auch wir uns des Segens der Ernte. Dem Herrn aber fei Dank!
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„Wenn du sagst, daß du alles dies mit deiner Yand« Arbeit unè großer Mühe dir erworben hast, m läge ich dir. daß, wenn Gott deine Gärten, Aecker und Weinberge nicht gesegnet hätte, deine Arbeit vergebens wäre." P. Martin v. Cochem.
Vsr einem Zähen und unser- sehenen Tode ♦ . .
Von,G. Haßl.
Schrill tönt die Glocke am Pfarrhaus der Gar- Nonsstadt X. Dem öffnenden Kaplan übergibt ns^ "Eärische Ordonnanz ein Schreiben. Ich nah« K e5' da ich mich eben zum Mittagtisch be- 3 c, dort sofort meinem Prinzipal.
fr ",®*- Schreiben vom Garnisonslazarett?" eb™ VS' 'âg's im Briefkasten? Ich habe hoch nachgeschaut und nichts darin gefunden" eb™'" n' âe Ordonnanz übergab es mir fo- ' erwiderte ich darauf.
„AuffâMg! Sie legen doch sonst die schriftlichen Meldungen im Briefkasten ab", meinte der Pfarrer. „Oder hat es der Mann vielleicht als dringend bestellt?"
„Nein! Er wußte nicht recht, wo er das Schreiben abgeben solle. Es schien mir noch ein Neuling im Ordonnanzüienst zu sein."
Mittlerweile hatte der Garnisonspfarrer das Schreiben geöffnet. „Auch hier steht nichts von dringend. Nur eine einfache Krankenmeldung zu gelegentlichem Besuch." Er las: „Musketier Breit ist an subkutaner Hautentzündung erkrankt. Also von schwerer Erkrankung wird nichts gemeldet. Sehen Sie, Herr Kaplan, gelegentlich nach dem Mann!"
Der Fall schien erledigt.
Das Essen soll nun seinen Anfang nehmen. Doch keinen Löffel Suppe bringe ich hinunter. Eine unerklärliche Unruhe hat mich befallen.
„HerrStadtpfarrer, wenn Sie gestatten, schaue ich sofort nach dem kranken Soldaten", drängt mich's zu sagen.
„Aber, was haben Sie nur?" 'entgegnete er mir. „So eilt doch die Sache nicht. Es ist offenbar ein ganz leichter Krankheitsfall, wohl eine ungefährliche Verwundung, sonst nichts. Nicht einmal schwer krank, geschweige denn dringend gemeldet, was doch.sonst immer geschieht."
Ich suche mich mit diesen Worten zu beruhigen. Doch es will mir nicht gelingen. „Ich meine, ich sollte doch gehen. Mich treibt's förmlich dazu!"
„So essen Sie doch erst etwas!" redet mein Prinzipal mir zu. „Ich kann nicht, ich muß fort!" Und schon habe ich mich erhoben.
„Nun, so gehen Sie, Sie Angstmeier!" wird mir noch nachgerufen. Man lacht über meine „unnötige Angst und Presfiererei."
Soll ich erst einen orientierenden Besuch ma- chen, wie gewöhnlich bei leichteren Fällen? Soll ich gleich alles zum Versehgang mitnehmen? Nur kurz überlege ich. „Versehen", faßt’s in mir.
Wenige Minuten danach eile ich, das hochwürdigste Gut bei mir geborgen und das heilige Oel, durch die Straßen der Stadt. Hinaus und hinauf auf die Anhöhe, auf der das Garnisonslazarett sich erhebt. Im Eilschritt erreiche ich es.
Vom diensttuenden Sergeanten wird mir der Musketier Breit als ungefährlich an einer Handwunde erkrankt gemeldet. Auf Zimmer Nr. 35 liege er mit etlichen anderen Patienten.
„Also hat der Prinzipal doch recht gehabt", sage ich vor mich hin. „Unnötige Angst war es!"
„Nein!" sagt eine andere Stimme in mir darauf. Ich eile in das genannte Zimmer.
„Lauter Leichtkranke", sagt mir der dort stationierte Lazarettgehilfe.
„Musketier Breit?" frage ich.
„Liegt hier, Herr Kaplan."
Dieser war etwas erstaunt, daß ich ihn unter allen heraussuchte. Es gehe ihm ganz ordentlich. Er habe sich etwas an der Hand verleßt — diese lag in einem Kamillenbad —; eine kleine Wunde ward sichtbar an ihr, welche etwas eiterte. Die Sache würde schon wieder recht werden.
Ein Lazarettsoldat will dem Patienten eben das Essen bringen. Ich gebe ihm die Weisung, er solle noch etwas mit dem Servieren zuwarten. Ich will noch weitere Anhaltspunkte gewinnen, um entscheiden zu können, was ich tun soll, ob vielleicht troß aller gegenteiligen Anzeichen doch Gefahr im Verzüge sei. Da tritt der Stabsarzt zur Visite ein. Nach der Untersuchung bitte ich ihn auf den Flur und dort um Auskunft. Auch er verneint jede momentane Gefahr.
„Ob es noch gefährlich werden, der Mann eventuell die Besinnung verlieren könne?" frage ich. Darauf wird mir eine ausweichende Antwort erteilt. Man könne das nicht wissen. Anzeichen seien noch keine vorhanden.
Nun kehre ich wieder zum Patienten zurück. Was tun? Ich bin fo klug wie vorher. Doch die innere Stimme, welche mich immer und immer gedrängt, läßt nicht nach. Sie preßt mir endlich die Frage heraus: „Musketier Breit, wollen Sre nicht die hl. Sakramente empfangen?"
„Jawohl, Herr Kaplan!" antwortet der Gefragte bereitwillig.
Wie froh war ich über diese Antwort.
Rasch wird nun alles zur Spendung der hl. Sterbesakramente zubereitet. Mit wirklicher 2ln« dacht empfängt sie der Kranke.
Wie mein Prinzipal aufschaute, als ich diese Kunde nach Hause brachte!
Nun fühle ich mich erst beruhigt. Ich scheide von dem wirklich glücklich sich fühlenden braven Musketier mit den besten Wünschen für ihn.
Dann besuche ich noch einige Kranke. Nach einer halben Stunde verlasse ich das Lazarett. Ehe ich noch das Hoftor passiere, eilt mir ein Soldat nach,
„Herr Kaplan! Sie können gleich eine Meldung mitnehmen, wenn Sie wollen."
Wie ich das offene Schreiben lesen will, beginnen mir die Buchstaben vor den Augen zu tanzen. und ich brauche längere Zeit, bis ich endlich herausbringe: „Musketier Breit soeben an Herzlähmung gestorben."
Bei der Beerdigung des so jäh und doch nicht unversehen Gestorbenen suche ich dessen arme Mutter nach Kräften zu trösten.
„O, mein größter Trost ist", erklärt sie mir da unter Trauer, „daß mein Franz nicht unver- fehen gestorben ist. So habe ich doch nicht umsonst jeden Tag für ihn gebetet: Vor einem jähen und unversehenen Tod bewahre ihn, o Herr!"
Und ich sagte zu mir: „Also darum mußte die Ordonnanz die Krankheitsmeldung „aus Versehen" mir abgeben, anstatt sie in den Briefkasten zu legen, wo sie erst später geholt worden märe; darum trieb's mich mit unwiderstehlicher Gewalt fort, und darum drängte es mich, allen gegenteiligen Krankheitsanzeichen zum Troß und gegen alle beruhigenden Versicherungen, sofort die heiligen Sterbesakramente vollständig zu spenden. Dieser Drang und diese innere Stimme kam vom Gebet einer guten, treubesorgten Mutter für ihren Sohn. Das alles war die Frucht eines beharrlichen Gebetes, das mir keinen Tag unterlassen sollen: „Vor einem jähen und unversehenen Tode bewahre uns, o Herr!"
Sonntag,
Von Bischof Keppler.
Nur entartete Katholiken fühlen sich durch das Sonntagsgebot der Kirche belästigt und in ihrer Freiheit behindert und machen sich kein Gewissen daraus, es zu übertreten. Der gute Katholik sieht in ihm den von Mutterhand dargereichten Schlüs- sei zur Schaßkammer und Ouellkammer der Sonntagsgnade und Sonntagsfreude und es ist ihm eine heilige Sorge, daraus zu schöpfen in aller Morgenfrühe am Tische des Herrn, beim Gemeindegottesdienst, in Predigt und Christenlehre und in der Nachmittagsandacht. Dabei bleibt ihm noch Zeit genug für Familienfreude, für Naturgenuß und edle Geselligkeit. Das ist christliche Sonntagsfeier. Ihr widerliches Gegenbild und geradezu teuflisches Zerrbild aber ist eine Sonntagsfeier ohne alle religiöse Weihe, ohne Gottesdienst und Gebet, aber mit einem Freibrief für jede Ausgelassenheit und Ausschreitung, für jede Art von wildem, lärmendem Sport, für Trinkgelage und Nachtruhestörungen, nicht selten sogar mit blutigem Ausgang. So vermag menschliche Bosheit den Tag des Herrn zum Tag des Teufels, den Tag des Segens zum Tag des Fluches zu machen.
(Aus einem Hirtenschreiben.)
Born ZWAkomMN in der Mche.
In einer altchristlichen Kirchenordnung lesen wir: „Wenn jemand zum Gottesdienst zu spät kommt, so bleibe er draußen, wer er auch sei, der Diakon lasse ihn nicht hinein. Das ist nämlich ein Vorbild des künftigen Gerichtes, und außerdem würden durch die Bewegung, die beim Hineinführen entsteht, die Beter gestört werden. Wer also zu spät kommt und die Tür schon verschlossen findet, soll nicht anklopfen. Wenn dann der erste Teil des Gottesdienstes beendet ist, soll ihn der Diakon hereinlassen und rufen: „Lasset uns beten für unseren Bruder, der zu spät kommt, daß Gott ihm Fleiß und Eifer gebe, ihn von den Banden der Welt erlöse und ihm die Liebe und Hoffnung gewähre!"
Wenn das heute einmal plößlich bei uns eingeführt würde, welche „Ansammlungen" würden da wohl vor der Kirche entstehen!