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Kirche für die dort ansästigen Bergleute oder der Annenaltar 1492 in der Pfarrkirche zum hl. Georg in Mansfeld.

In Trier gründete ein Offizial, der berühmte Johann von der Ecken, für die Juristen eine St. Inna-Bruderschast; sie hatte ihren Sitz in St Gan­golf und hieß Juratenbruderschaft, d. h. ihre Mit­glieder waren Priester Doktoren, Advokaten, No­tare, Prokuratoren und Angestellte des geistlichen Gerichtes in Trier. Der Bruderschaftsaltar war den Heiligen Frakrius, Anna, Katharina und Bar­bara geweiht. Am 13. Mai 1483 verließen meh­rere Kardinäle den Besuchern des Anna-Altares einen Ablaß von 100 Tagen (nach Empfang der Sakramente). Auch die Sekretäre und Beamten der kurfürstlichen Kanzlei in Koblenz schlossen sich um diese Zeit auf Betreiben des Kanzlers Ludolf von Enschringen einer solchen Bruderschaft an. Daß die reichen Kaufherren in Frankfurt am Main besonders die hl. Anna verehrten, wunde früher bereits berichtet. Ebenso entstand bttrcb Kaufleute 1508 in Ravensberg eine Annakapelle. Wenn diese Kreise wie auch die Bergleute sich der Annen­verehrung widmeten, so geschah es deshalb, wie L. Keil glaubt, weil sie in dem Evangelium am Fest­tage Annas angedeutst sind, nämlich „Schatz im Acker" (Gewerke), „Perle, die ein Kaufmann er­wirbt", „ein wohlunterrichteter Schriftsteller, der Altes und Neues aus seinem Schatze hervorholt" (Juristen und Professoren).

Ebenso nahmen die Schreiner Anna zur Pa­tronin. — Mit den Schreinern vereinigten sich zu ihrer Verehrung die Drechsler, Böttcher und andere Holzhandwerker.

In Tolkemit, Diözese Ermland, erscheint seit dem (6. Jahrhundert die dort bestehende Annabruder­schaft als kirchliche Vereinigung der Fischer und besaß als solche einen Altar der hl. Anna, den sie mit Lichtern versah; sie unterhielt damals einen eigenen Vikar, der am Bruderschaftsaltar die heilige Messe lesen mußte. Bis in die Mtite des vergange­nen Jahrhunderts bestand auch die Sitte, daß die Mitglieder, wenn sie mit dem Herbstgarn fischten und einen guten Fang machten, vor dem Verkauf einen schweren Fisch zurücklegten und dessen Erlös in die Lade der Bruderschaft warfen.

Mancherorts verehrte die Zunft der Handschuh­macher, Seilex und Lohgerber St. Anna als ihrs Schutzpatronin. In Peronne. bewahrt man eine Fahne dieser Zunft vom Jahre 1636; eine Seite ist mit der heiligen Anna geschmückt, die andere mit Ludwig XIII., der die Abzeichen der Zunft trägt.

Die heilige Anna gilt als geschickte Hausfrau, auf die man in der Epistel ihres Festtages jenes Lob aus den Sprüchen Salomons anwandte: Sie sorgt für Wolle und Flachs und arbeitet mit hmft= fertigen Händen . . . Sie legt ihre Hände an große Dinge und ihre Finger erfassen die Spindel ... Sie fertigt sich Decken; feine Leinwand und Purpur ist ihr Gewand . . . Sie macht feines Linnen und ver­kauft es und liefert dem Chananiter Gürtel . . (Sprichwörter 31, 13, 19. 22. 24). Daher wurde sie bie Patronin der Arbeiter und Arbeiterinnen, welche Leinen und Tuche für Kleider anfertigen und verkaufen. Ebenso wurde sie besonders verehrt von den Näherinnen, Strumpfwirkerinnen, Spinnerin­nen, Webern und Flachshändlern.

Als gute Hausfrau war Anna auf Ordnung be­wacht und sorgte für Reinlichkeit. Man konnte da­her mit Vertrauen Zuflucht zu ihr nehmen, um verlorene Sachen wiederzuerlangen. Die Vesenbin- »er, die das für die Reinlichkeit unentbehrliche Jn- trument anfertigten, durften sie deshalb als ihre Patronin verehren.

Noch heute feiern die Spitzenklöpplerinnen in Aamisch-Belgien den 26. Juli als Festtag. Das ganze Jahr hindurch wird von den geringen Er- parniffen etwas zurückgelegt für den St. Ann-Tag, »der es werden auch für Versäumnisse und Fehler M den Werkstätten kleine Geldbußen auferlegt, die man sammelt, am daraus die Kosten für den ge­meinsamen Ausflug am Feste der Patronin zu be- ireiten.

Ueberhaupt waren es vornehmlich die niederen stände, die die hl. Anna mit Vorliebe zur Patronin -rwahlten; so in manchen Gegenden die Dienstboten mid Arbeiterinnen, die Krämer und Müller, die Stallknechte und Stockmacher. Weil Patronin der inneren Stände, wurden hier und da schon früh luch die Armenhäuser unter ihren Schutz gestellt, -o schenkte Ritter Ludolf von Veltheim in Braun- ajmeig 1326 einen Teil seiner Burg zu dem Zwecke,

saß er „armen Leuten zu einer ewigen Woynung" diene; er wurde St- Anna-Konvent genannt. Ein zweites Haus (auf dem Werder), das zur Aufnahme von zehn hilfsbedürftigen Personen diente, hieß gleichfalls Annakloster. Bedient wurden die Armen von Beghinen. Daraus spielt auch eine Aeußerung in der Apolgoie der Augsburger Konfession hin. Besonders galt sie als Patronin der Aermsten unter den Armen, der Kranken.» Es standen deshalb z.B im Deutschordenslande unter ihrem Schutze die Ho­spitäler Frauenburg, Zinken und Löbau, in Schle­sien zu Bielitz (1477) und Liegnitz (1395). In einem alten Segen zu Ochsfurt wird eine personifizierte Schar von Eichten (gegen 25 Arten), die im Felde umherirren, von der hl. Anna in das wilde Heer, aus dem sie gekommen, zurückverbannt.

Daß die Stallknechte zu Rom die hl. Anna zur Schutzpatronin hatten und ihr Fest bis zum Ein­zuge der Pimontesen in die Ewige Stadt glänzend feierten, wurde bereits „früher angedeutet. Sie wählten sie zu ihrer Patronin, weil der Heiland in einem armen Stall zu Bethlehem zur Welt kam

Vor allem aber war St. Anna die Patronin der Frauenvereine, deren es auch bereits im Mittel­alter viele gab. Sie war ihr Vorbild besonders in der Erziehung der Kinder. Hatte sie ja das voll­kommenste Kind, die allsrseligste Jungfrau Maria, auferzogen und sie in der heiligen Schrift unter­richtet. Solche Vereine gab es noch im 17. Jahr­hundert, und die Darstellungen auf ihren Vereins- bibdern waren stets St. Anna, wie sie die Jungfrau unterrichtet.

Für Verheiratete.

Auf einem altdeutschen Porzellanteller steht folgender

Spruch:

„Ihr sollt stets 1 sein,

Ihr sollt euch nie ent2en,

Ihr sollt euch stets 3 bleiben

Und auch stets gut 4en,

Ihr sollt auch 5 mal grade sein lassen

Und eure 6er zusammenhalten,

Ihr sollt eure 7 Sachen

In 8 nehmen,

Ihr sollt nicht immer 9 sagen,

Ihr sollt euch nie die 10e zeigen!"

Deutsche Vornamen. Eine biedere Lausitzerin sagte: „Ich zeichne die ganze Kinderwäsche nur mit S, denn die Namen aller meiner Kinder fangen mit Sch an, sie heißen nämlich: Jean, Jany, Charlotte und George." — Eine Wienerin dagegen stellte ihre Kinder dem Norddeutschen vor mit den Worten: „Schauns, dos is der Esel (Theresel), dos is der ander' Esel (Andreas) und das is ach'n Esel (Agnes)." '

Red' und Antwort. Einem sehr durstigen Schweizer Soldaten in Frauenfeld war das Geld ausgegangen. Er schrieb deshalb an seinen Vater und bemerkte zum Schluß „Verkauf' das Kalb — Verkauf' die Kuh — und schick' das Geld — Nach Frauenfeld zu!" Darauf ging ihm vom Vater eine Antwort zu, deren Schluß lautete: „Die Kuh bleibt hier — Ich schick' kein Geld: — Das Kalb ist schon — In Frauenfeld."

Blutsauger. „Sehen Sie dort drüben das große Eck­haus? Das hat der Besitzer gebaut von den Tränen der Gatten und Väter, vom Wehegeschrei und Seufzen ar­mer schwacher Frauen und vom Blut unschuldiger Kin- o^!' — „Aber das ist ja entsetzlich! Warum duldet man das schändliche Treiben eines solchen Blutsaugers und Halsabschneiders?" — „Sie irren. Das Haus gehört einem Zahnarzt!"

Boshaft. Tante: „Ueber eine Stunde singe ich dem Bubi schon vor und er schreit immer noch! Was soll ick nur tun?" — Vater: „Aufhörenl" ;

Wellen

N. N. 50: Auch ein Bürger, der gar kein Eigentum hat, kann in die Gemeindevertretung gewählt werden Die Frage. ob Reich oder Arm, spielt für die Ausübung der gemeindlichen und staatlichen Rechte keine Rolle

Gotkesdierrskordnung.

Sonntag, den 26. Juli 1931.

5*®®* Dom. Beichtgelegenheit: Samstag morgens von 7,6 Uhr an, nachm. von 2-3 Uhr für die Kinder, AS— 7 und von '/28 Uhr an für die Erwachsenen, Sonn- tag morgens von ‘Aß Uhr ab. Gottesdienste: V-6 6 V-7 und 7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang' der HU Kommunion. In der 6 Uhr Messe Kommunion des Muttervereins und der Frauen der Pfarrei. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und Kommunion des 4. Schuljahres. ‘MO Uhr

Kathedralamt mit Predigt. 511 Uhr Christenlehre für hu Jünglinge. 7. 12 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 7,2 w,. Michaels-Bruderschafts-Andacht. 2 Uhr Christenlehre der Jungfrauen. 3^4 Uhr Predigt und Andacht für den Mütter- verein. 4 Uhr nachmittags Predigt und Andacht. 7 Uhr abends Mutter-Gottes-Andacht in der Marienkapelle Montag abend 7S8 Uhr Andacht für die armen Seelen Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von ‘/«6—7 Uhr halbstündlich hl Messen mit Komm.-Austeilung. 7.8 Uhr Pfarrgottesdienst mit Komm. 9 U. letzte Messe mit Komm — Stadlpfarekirche. Beichtgelegenheit: Samstag nachmitt von 3—7 Uhr, 77«—8% Uhr, Sonntag früh 6—7 Sonntagsgottesdienste: 6 Uhr hl. Messe. 65 Uhr Messe und Kommunion des Muttervereins. 8 Uhr erster Kindergottesdienst, Predigt und Kommunion des 4. Schul­jahres. 9'A Uhr Pfarramt und Predigt. 11 Uhr zweiter Kindergottesdienst und Predigt. 9 Uhr Christenlehre für die Jünglinge in der Severikirche. l'A Christenlehre für die Jungfrauen. 2'A Uhr Bruderschaft vom hl. Crzenael Michael. 3‘ 4 Uhr Andacht für den Mütterverein/ Di- hl- Kommunion wird von 6—7 7« Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8V» Uhr und 97. Uhr. Werktags- Gottesdienste: 6 Uhr, 7‘A Uhr und 8 Uhr heilige Metzen Mittwoch, Freitag und Samstag früh um 6 Uhr Beicht geiegenhelt. Freitag abend 8 Uhr Segens - Andacht. — Zum Hl. Geist. (Kollekte für den Vincenz-und E l i s a b e t h e n v e r e i n.) 7 Uhr Frühmesse mit Ansprache Kommunion des Müttervereins. 8 Uhr Hochamt und Predigt' 511 Uhr Kindergottesdienst und Ansprache. ‘M2 Uhr Christenlehre für die Jungstauen. 53 Uhr Predigt und Andacht des Müttervereins. 8 Uhr Andacht. — Sodalikät. Vormittags um ‘MO Uhr Gottesdienst. — St Sturmius. Beichtgelegenhett Samstag nachmittag von 3 Uhr an und Sonntag von 57 Uhr früh. Gemein- schaftliche hl. Kommunion für die Frauen und Kinder des 4. Schuljahres. 58 Uhr Austeilung der HI. Kommunion. 58 Uhr Frühmesse mit Ansprache und Austeilung der hl. Kommunion. 510 Uhr Hochamt mit Predigt. Anschlie- ßend Christenlehre. Nachmittags um 52 Uhr Segens- andacht. Werktagsgottesdienst ist morgens um 75 Uhr. — St. Joseph. Beichtgelegenhett: Samstag von 2 bis 3 Uhr für Kinder und von 5 bis 7 Uhr. Sonntag von 57 bis 75 Uhr. 58 Uhr Kommunion-Austeilung. 1/18 Uhr Messe mit Ansprache und Kommunion-Austeilung. 510 Uhr Amt mit Predigt. Nach dem Amt Christen- lehre. Abends um 8 Uhr ist Andacht mit Segen. - Kapelle am Franzosenmäldchen. Um 67. Uhr hl. Messe mit Ansprache und Komm.-Austeilg. Die übrigen Wochentage um 7.05 Uhr hl. Messe mit Komm.-Austellg. — Frauenberg. Ablaßtag wegen des Festes der hl. Mutter Anna. Heilige Messen von 5 bis 7 Uhr. 8 Uhr Sing- messe mit Predigt und liturg. Gebeten. 9 Uhr Levitenamt m. Predigt. Nachm. 2 Uhr Kreuzwegandacht m. Pretigt (auf dem Kalvarienberg). 3 Uhr Novizenunterricht in St. Lioba. Neuenberg. 59 Uhr Amt mit Predigt. Dietershau. Fest der Kirchenpatronin, der hl. Anna. 510 Uhr Hoch­amt mit Predigt. Lehnerz. 58 Uhr Amt.

Allendorf (Werra). 510 Amt u. Pred. — Alsfeld. 75 hl. Messe m. Pred. 10 Amt m. Pred. 2 And. — Bab Berka. Jeden 1. u. 3. Sonntag im Monat um 9 Amt m. Pred. — Bad Orb. 57 Frühm., 8 Schulgottes­dienst, 5IO Amt m. Pred., 511 Schulgottesdienst, “»2 Christenl., 2 And. — Bad Soden b. Salm. 7 Frühm. m. Anspr. u. hl. Komm., 510 Amt m. Pred., 2 Christenl.

u. And. — Debra. 7 Frühm., 9 Amt. — Bischofsheim. 7 Frühm., 9 Hauptgottesd. — Dorndorf a. S. Jed. 1. u. 3. Sonntag i. M. 10 Amt. — Eisenach. 75 Frühm., 97« Amt m. Pred., 6 And. — Frankenberg. 7 Frühm-, 95 Amt m. Pred., 2 And. — Fritzlar. 6'/« hl. Messe, 8V< Schulgottesdienst, 510 Amt. — Gersfeld. 6‘ 2 Frühm-, m. Pred., 9 Amt m. Pred., 2 And. — Gerstungen.

Jeden 2. Sonntag im Monat 97», jeden 4. Sonntag 115 Messe mit Pred. — Gudensberg. 97« Amt mit Pred-, vorher Beichtgel. — Hanau. 6 hl. Messe, 7 hi- Messe m. Pred., 9 Kindergottesdienst, 10 Amt u. Pred. 2 Christen!., 212 And. — Hanau-Kessslstadt. 7 Frühm. 510 Amt m. Pred., 52 Christenl., 2 And. — tzersfelo. 77. hl. Messe, 510 Amt, Pred. u. Christenl., 53 And.- tzofgeismar. 8 hl. M-, 10 Amt. — Homberg. (Bez. Kassel). 510 Amt, 5 And. Am 1. Sonntag i. M. in Hom­berg 7,8 Frühm., am 2. Sonntag in Borken um 8 hl.

m. Pred., am 3. Sonntag in Frielendorf um 512 91. m. Pred. — Ihringshausen. 97. Amt m. Pred-, vor her Beichte. — Jena. 7 Frühm., ‘MO Amt, 8 ab. Ano- Karlshafen (Weser). 511 Uhr. - Kirchhain. Frühm., 510 Amt. - Marburg. ' M h,. M-, 58^- mit Pred., 510 Amt mit Pred., 11 hl. M. mit W„ 0 And., danach katechet. .Unterm. — Melsungen. Tim j u. 3. Sonntag i. M. 87., am 2. u. 4. Sonntag um w- Rastenberg. Jed. 2. u. 4. Sonntag i. M. 8 7 Am • Pred. - Rotenburg. 7.10 Amt. - Ruhla. Je«- r- u. 3. Sonntag i. M. 97« Amt m. Pred. i. d. Gewerbes

Eingang Köhlergasse, gegenüber von Hotel „Kageryl- Schlüchkern. 510 Amt m. Pred-, 2 And. u. Christs Schmalkalden. 7 Frühm-, 9‘A Amt, abds. 8 _ Spangenberg. Am 1. u. 3. Sonntag i. M- • _ Stadtroda. Jed. 4. Sonntag i. M. 11 A — »acha. 85 Amt, m. Pred. und Christenl., Wächtersbach. ‘MO Amt m. Pred 2 And-WE- 510 Amt, am 1. u. 2. Sonntag i. M. '^ FruM Pred. - Weimar. 7 Frühm m. Web, 85 gotlesdienst, 10 Amt m. Pred. — Witzenhaussa. Austlg., 10 Amt m. Pred., 2 Christen!, u. And.

Grotzalmerode. 87« Amt m. Pred. -

8 Amt m. Pred.