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das Gebiet der Politik In den Reihen der Bayri­schen Volkspartei vollständig ausgefpiett hat."

Eine noch deutlichere Absage ist wohl nicht gut Lenkbar.

Anmerkung der Sch r i s t l e i tu n g: Aus obiger Auslassung der Volkspartei-Korrespon­denz mögen unsere Leser ersehen, wie berechtigt es ist, daß das Zentrum für den Volksentscheid des Stahlhelms am 9. August Wahlenthaltung proklamiert hat. Unsere Parole für den 9. August heißt: Wir machen den Volksent­scheid nicht mit.

Wird Brünitig den WM besucht ?

Die bevorstehende Reise des deutschen Reichs­kanzlers Dr. Brüning nach Rom zu den politi­schen Unterredungen mit Mussolini wird in faschi­stischen Kreisen bereits eifrig besprochen. Man er­innert daran, daß vor einigen Monaten Mussolini öffentlich mit Anerkennung Brünings Arbeit her- vorgehoben habe und Brüning seinerseits die prompte Annahme des Hooverplanes durch Musso­lini mit Genugtuung vermerkt habe. Es sei also für die bevorstehende Zusammenkunft der beiden Staatsmänner ein denkbar günstiger Augenblick gewählt. Nur liegt dennoch ein Schatten über Ler Reise Brünings. Der Konflikt zwischen Fa­schismus und Vatikan wird einen Katholiken, der es mit seiner kirchlichen Gesinnung-so ernst nimmt wie Dr. Brüning, nicht unberührt lassen. Wenn Brüning nach Rom kommt, wird es für ihn eine Selbstverständlichkeit sein, den Papst aufzusuchen. Es wäre eine Taktlosigkeit des Duce, wenn er darüber sein Mißfallen zum Ausdruck bringen würde. Anderseits würde Lie freundliche Gesin­nung der Faschisten gegenü ber Brüning zur Ei­seskälte erstarren, wenn der deutsche Kanzler den in Italien so schwer gekränkten Papst aufsuchen würde. Wie soll hier ein Ausweg gefunden wer­den? Mussolini wird kaum bereit sein, um Brü­nings willen eine rasche Beilegung des Konfliktes mit Lem Vatikan herbeizuführen. Wenn die Span­nung zur Zeit des Besuches Brünings in Rom noch nicht beseitigt sein sollte, plant man in fa­schistischen Kreisen eine Verlegung der Zusammen­kunft mit Mussolini außerhalb Roms und zwar ; in einem Ort der norditalienischen Alpen. Mus­solini wird diese außergewöhnliche Maßnahme mit der heißen Sommertemperatur in Rom begründen können. Die schwüle Luft in Rom kommt aller­dings nicht nur von der Sonne her. Immerhin bleiben auch bei dieser Verlegung bzw. Flucht Mus­solinis aus Rom genug Ler Peinlichkeiten, die den Ducs gerade nicht im allerbesten Licht zeigen.

Kleine PGM. MsârZâSLn

Der Aelteftenrat des Reichstages hat den Antrag der j Nationalsozialisten, der Deutschnationalen und der Kom­munisten auf Einberufung des Reichstages abgelehnt. Die Sitzung nahm folgenden Verlauf: Die Nationalsozia­listen, Deutschnationalen und Kommunisten stellten den i Antrag auf Reichstags-Einberufung für den 21. Juli. Prä- i fident Loebe las ein Schreiben des Reichskanzlers Brü­ning vor, in dem er bittet, diese Anträge im Hinblick auf die ernste Lage abzulehnen und in dem es heißt: Eine Einberufung des Reichstages im i jetzigen Zeitpunkt kann nach Auffassung der Reichsregierung nur Schaden anrich- ten." Nach kurzer Debatte wurde der Antrag der Na­tionalsozialisten, Deutschnationalen und Kommunisten ab- gelehnt. Für diesen Antrag stimmten außer den Antrag­stellern nur noch drei Mitglieder der Labdvolkfraktion. Präsident Loebe stellte daraufhin fest, daß damit für die Einberufung des Reichstages nur 228 von 573, also eine Minderheit von Abgeordneten sich erklärt haben.

Um das Schicksal der Danatbank. Zu der für die gesamte Volkswirtschaft und insonderheit auch für die mehr als 7000 Angestellten so ernsten Frage, ob die Dnnatbnnk (Darmstädter und Nationalbank") liquidiert oder wiederaufgerichtet und fortgeführt werden soll, teilt der Deutsche Bankbeamten-Verein mit, daß eine Kon- serenz der Staatskommissare Dr. Bergmann und Dr. Zippel mit einer Abordnung des Betriebsrats stattfand,

für Körper und Füsse nur DIAISN-PUDEi

der auch Dr. Beheim-Schwarzbach beiwohnte. Hierbei erklärte Dr. Bergmann, daß die Bank nach seiner An­sicht nicht untergehen würde, da ihr Verschwinden, ganz abgesehen von den höchst beklagenswerten Folgen für die Angestellten, einen ungeheuren Schaden für die ge­samte Volkswirtschaft bedeuten würde. Die Aufgabe der Staatskommissare sei es nicht, das Institut zu zerschla­gen, man Hosse vielmehr, daß die Bemühungen um eine Erhaltung von Erfolg begleitet sein mögen, fast alles aber hänge gegenwärtig von dem Ergebnis der Ver­handlungen in London ab. Auch liege der Status noch nicht in vollem Umfange vor.

In Bremen ist die Schröder-Bank infolge der schweren Wirtschaftskrisis gezwungen gewesen, ihre Schalter für diese Woche zu schließen. Eine Stützungs­aktion ist vorbereitet.

Die Brüder Zahusen verhaftet. Die Ermittlungen des Untersuchungsrichters in Sachen des Zusammen­bruchs der Norddeutschen Wollkämmerei und Kamm­garnspinnerei in Bremen, G. E. Lahusen, haben nun­mehr zu dem Ergebnis geführt, daß dringender Tat­verdacht besteht, daß nicht nur, wie bisher angenommen, Vergehen gegen die Bestimmungen des Handelsgesetz­buches, sondern darüber hinaus Konkursverbrechen und Betrug durch Führung von Gcheimkonten, falsche Bu­chungen und insbesondere Einstellung fingierter Forde­rungen in Frage kommen. Daraufhin ist am Freitag­nachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft der Haft­befehl gegen die Angeschuldigten Karl und Heinz Lahusen erlassen und vollstreckt worden, weil nunmehr Flucht­verdacht gesetzlich begründet ist.

Die Paßsteuer von 100 Mark für Auslandsreisen wird in allen Ländern, in die sich der deutsche Touristen­strom im Sommer zu ergießen pflegt, von Oesterreich, Tschechslowakei, Schweiz, Belgien usw. als störend emp­funden. Selbstverständlich gibt es kein Anrecht des Auslandes, die deutsche Regierung zur Aufhebung oder Verhinderung dieser innerpolitisch gerechtfertigten Maß­nahme zu nötigen. In freundschaftlichster Weise haben, wie wir hören, bereits am Samstag die schweizerische, tschechslowakische und belgische Regierung in Berlin dar­auf aufmerksam gemacht, daß bk deutsche Verordnung ungünstige Folgen für die betreffenden Länder habe. In der Tschechoslowakei hat der Zentralverband der tsche­choslowakischen Bäder an das Außenministerium mit der Bitte um Intervention gewandt. Es wurde ihm mit­geteilt, daß ein formeller Protest oder eine Beschwerde bei der deutschen Regierung nicht möglich sei, daß man aber zusammen mit anderen Staaten in freundschaft­lichster Weise auf die Schwierigkeiten aufmerksam ge­macht habe.

Der Anhaltische Staat ist der katholischen Kirche in Anhalt gegenüber denselben Verpflichtungen nachgekom­men, die ihm gegenüber der evangelischen Landeskirche auf Grund einer Entscheidung beim Oberlandgericht in Naumburg auferlegt worden waren. Bei dieser Gele­genheit fei auch eines seltenen Jubiläums in dem starken Wandel der Gegenwart gedacht: 75 Jahre ist das der katholischen Kirche St. Maria in Köthen gehörige Ritter­gut Groß-Wülknitz ununterbrochen im Pachtbesitz der Familie Säuberlich, einer der hervorragendsten und be­kanntesten Landwirtsfamilien Anhalts.

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Luxemburg.

Bei der teilweisen Neuwahl der Kammermit­glieder am 7. Juni erzielte die Partei der kathol. Rechten 14 Sitze (2 gewonnen). Im ganzen selbst sich die Kammer zusammen aus 31 Vertretern der Regierungsparteien (Rechtspartei 26, Liberale und Unabhängige 5) und 23 Vertreter der Opposition (Sozialdemokraten 14, Splitterparteien 9). Das Kabinett Bech dürfte auch weiter im Amte bleiben.

Rumänien.

Der König von Rumänien stattete vor kurzem dem katholischen deutschen Lehrerseminar, dem Priesterseminar und anderen deutschen Anstalten in Temesvar einen Besuch ab und wurde von Bischof Dr.^ Pacha, den Deutschtumsführern und der deutschen Bevölkerung aufs herzlichste begrüßt.

Litauen.

Der Vatikan hat Monsignore Faiduti in Kowno zum interimistischen Geschäftsträger ernannt. Diese Ernennung bederitet zweifellos eine wesentliche Entspannung im Konflikt zwischen dem Heiligen Stuhl und Litauen, da Faiduti bei der litauischen Regierung schon von jeher als persona arata gilt, so daß die diplomatischen Beziehungen zwischen Li­tauen und dem Vatikan aufrecht erhalten werden

können. Der Vatikan will auf die Beibehaltung Bartolonis als Nuntius in Litauen anscheinend nicht mehr bestehen. Offen bleibt immerhin noch die Frage der Kündigung des Konkordats. Vor­aussichtlich wird die litauische Regierung jetzt mit Faiduti die Verhandlungen über die Anwendung der einzelnen Bestimmungen des Konkordats und die Tätigkeit der Katholischen Aktion aufnehmen.

Spanien.

Die verfassunggebenden Cortes sind am 14. April in Madrid zu ihrer Eröffnungssitzung zusam­mengetreten. Zum Präsidenten wählte das Parla­ment den Sozialistenführer Befteiro. Fast alle Abgeordneten gehören zum erstenmal dem svani- schen Parlament an. Aus der Versammlung heben sich heraus die bekannten Köpfe von fünf früheren monarchischen Ministern, ferner 6 Geistliche und 2 Frauen.

Wie lebt der Arbeiter in Sowjetrußland?

K. K. Kommunistische Agitatoren und die kom­munistische Presse Deutschlands bemühen sich eif­rig, Sowjetrußland als ein wahrhaftiges Paradies auf Erden hinzustellen. Anders dagegen die bol­schewistische Presse selbst. So z. B. berichtet die Prawda" vom 28. Juni d. Js.:Die Versorgung der Arbeiter des Moskauer Kohlenbezirks mit dem Allernotwendigsten ist unbefriedigend. Die Le- bensmittelläden entsprechen nicht den Anforderun­gen, Speisehäuser und Vorratsräume sind in unhy­gienischem Zustand. Geradezu unzulässig ist die kulturelle und soziale Betreuung der Arbeiter. Woh­nungen sind nicht vorhanden, die Baracken werden in unsauberem Zustand erhalten und sind völlig ungeeignet zum Wohnen. Badeanstalten, Brause­einrichtungen und Waschanstalten sind nicht vorhan­den."

Kein Wunder, wenn unter diesenparadiesi­schen" Zuständen die Arbeiter sich weigern, an die­sen und ähnlichen Orten zu bleiben. So klagt z. B. der stellvertretende Volkskommissar für Arbeit in derEkonomitscheskaja schisny" (Nr. vom 1. Juli d. Js.) über Massenflucht der Arbeiter aus den Betrieben.Bon der Massenflucht der Arbei­ter sind besonders die Steinkohlengruben befallen. Im Ural wurden in den letzten 5 Monaten 12 009 Arbeiter eingestellt. 11 000 Arbeiter haben bereits die Betriebe verlassen, wobei die Arbeiterflucht von Monat zu Monat steigt. Auch im Moskauer Koh­lenrevier verlassen die Arbeiter ihre Betriebe fluchtartig: 1930 wurden 31 000 Arbeiter eingestellt, 28 000 haben die Betriebe verlassen. Die Gründe hierfür sind unzulängliche Versorgung mit Lebens­mitteln und schlechte Wohngelegenheit."

Amerika.

Präsident Hoover hatte lange Besprechumzen mit führenden Politikern, zu denen auch Botschaf­ter Dawes und der frühere Partner Morgans, Senator Morrow, hinzugezogen wurden. Morrow wird mehrere Tags im Weißen Haufe wohnen, um den Präsidenten bei der Beurteilung der Londo­ner Verhandlungen zu beraten. Bekanntlich kann in den Vereinigten Staaten die Regierung ohne formelle Ermächtigung durch den Bundeskongretz nicht eine internationale Anleihe bewilligen, noch eine Privatanleihe garantieren.

Ferner wird inoffiziell betont, daß eine Ver­knüpfung von politischen Forderungen Frankreichs mit einer finanziellen Hilfe für Deutschland nicht den hiesigen Ansichten über die Behebung des deut- schen Notstandes entspricht, und Hoover lehnt es strikte ab, den Status guo des Versailler ^»tat> auch nur indirekt oder befristet zu garantieren.

Es verlautet vielmehr, daß Amerika einen ai - deren Hilfsplan unterbreiten werde, der sich vor allen politischen Komplikationen fern halte.

Evening Star" bezeichnet die Rolle Sümb in London als die einesehrlichen Maklers ! erklärt, daß sich dort ein neuer Völkerbund w , der unter Befolgung der klaren amerrkann /- Grundlinie ungleich wirkungsvoller fein werde alle Ratstagungen im Völkerbund

Mexaeeth" Kash. Eheaitbahiw"»

Unser Büro ist während des Julimonali

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