Wochenkalen-er.
Sonntag, 26. Juli. 9. Sonntag nach Pfingsten. F e st der hl. Anna.
Montag, 27. Juli. Pantaleon, Arzt, Mart., t 303.
Bienstag, 28. Juli. Nazarius u. Gèn., Mart., f um 68.
Mittwoch, 29. Juli. Simplicius u. Gen., Mart., f 304, Felix II., Papst, Mart., t 376.
Donnerstag, 30. Juli. Abdon u. Sennen. Mart., f 250. Freitag, 31. Juli. Ignatius v. Loyola, Bek., f 1556.
Samstag, 1. August. St. Petri Kettenfeier. 7 Makkab. Brüder, Mart.
ReuMerSoRNèsg Nach VMgsteèr.
Epistel. 1 Korinther 10, 6—13.
Evangelium. Lukas 19, 41—47. Jesus weint über
Jerusalem.
In jener Zeit näherte sich Jesus Jerusalem. Als er die Stadt erblickte, weinte er über sie und sprach: „Wenn du es doch erkenntest, und zwar an diesem deinen Tage, was dir zum Frieden dient! Aber es ist vor deinen âgen verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, da deine Feinde dich mit einem Walle umgeben, dich ringsum einschliehen und dich von allen Seiten bedrängen werden. Sie werden dich und deine Kinder, die in dir sind, zu Boden schmettern, und keinen Stein uuf Dem anderen lassen, weil du die Zeit deiner Heim- luchung nicht erkannt hast." Dann ging er in den Tem- unb trieb die Käufer und Verkäufer hinaus. Er ihnen entgegen: „Es steht geschrieben: Mein Haus m ein Bethaus; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht". Und er lehrte täglich im Tempel.
Em gliWserheHetzdes Zeichen. ene schreckliche, unerhörte Heimsuchung, die bei der Belagerung Jerusalems über diese unglückliche Stadt hereinbrach, wie der Heiland unter Tränen es im heutigen @nan= gelium voraussagt, ist sicherlich jenen Een zum Heile geworden, welche diese schwere Nmg im Geiste der Buße ertragen haben.
m,^ iedwedes Kreuz, das wir im Geiste des ' t s, *m Geiste der Buße und der Liebe auf h'® ^'^en, ist ein heilbringendes, glückverheißendes deichen.
ick hä ^Ewürdigès, diesbezügliches Gesicht las leck- Es ^0^ beim Propheten Ezechiel. Er sah Vearuk "r^ ^’1 Mordwaffen in den Händen, im olle« H s stber die Stadt zu verteilen uwd Mitt- 'm* nieder,zumachen. Indes war in ihrer H c nn mit einem Schreibzeug im Sür= Mitte« >, "'Estm sprach eine göttliche Stimme: geh die «ttiE^ Jerusalem und zeichne ein Tau auf gen Über nH b m Könner, welche seufzen und klaren w»-^ E Berbrechen, die in der Stadt begannen. Und es geschah. Und siehe, jene
grimmigen Mörder zogen aus wie der Sturmwind und hieben alles nieder, Greise, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Weiber. Nur jene Bewohner, die mit dem Tau bezeichnet waren, kamen mit dem Leben davon.
Was soll das bedeuten mit diesem Tau? Das ist der letzte Buchstabe im hebräischen Alphabet und hatte seit ältesten Zeiten die Gestalt eines Kreuzes. Jene Bewohner also, die ein Kreuz ausgezeichnet hatten, wurden verschont. Ist also nicht das Kreuz ein glückverheißendes Zeichen?
Seitdem Christus, der Herr, am Kreuze gestorben, ist dieses Zeichen umstrahlt von Würde, Adel, Glanz und Segen. Nicht nur der Glaube an Christi Kreuzestod, sondern auch die Nachahmung des gekreuzigten Erlösers ist eine reiche Segensquelle. Und finden wir nicht in der ganzen Menich- Heitsgeschichte und zumal in der Legende der Heiligen, daß alle guten, edlen Menschen durch viele Leiden sich vorbereitet haben auf des Himmels Herrlichkeit?
Hat da vielleicht unsere liebe hl. Elisabeth eine Ausnahme gemacht? Diese reine Taube, dieser Engel der Barmherzigkeit wurde doch sicherlich von allen Leiden und Prüfungen dispensiert? O mein Christ, da wärest du auf dem Holzweg, wenn du im Ernste glauben wolltest, Gott würde seine Lieblinge vor Kreuz und Leiden bewahren. Genau das Gegenteil. Steht nicht geschrieben: „Wen Gott lieb hat, den züchtigt er?" Hat uns nicht der hl. Paulus einen Einblick gegeben in die Wege der Vorsehung, wenn er sagt: „Die Menschen, die der Herr auserwählt hat, in die ewige Herrlichkeit einzugehen, die hat er zuvor auserwählt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu werden?" Welchem Bilde? Dem Kreuzesbilde.
Schon vieles und Erschütterndes haben wir von unserer Heldin gehört, wie sie von der Hand der Vorsehung wiederholt gedemütigt und gezüchtigt wurde. Denke an die frühe Trennung von ihren Eltern: denke an die grausige Ermordung ihrer Mutter: denke an allen Spott, den ihr die hochmütigen Wartburgleute angetan; denke an den tragischen Tod ihres Gatten; denke an die Verstoßung aus dem Schloß. Dazu so mancher Undank von Personen, denen die Fürstin nur Gutes getan. In der Legende finde ich darüber folgenden Einzelfall:
Einmal traf Elisabeth am Wege eine Frauensperson in allerschwersten Nöten an. Die Landgräfin ließ dieselbe ins Spital verbringen, sorgte für die Wöchnerin und hob ihr Kind aus der Taufe, das zuM Andenken den Namen der frommen Patin bekam. Jeden Tag besuchte Elisabeth die Kranke, brachte ihr auserlesene Speisen und richtete sie auf mit erbaulichen Reden. Als die Frau nach einem Monat wiederhergestellt und kräftig war, schenkte ihr Elisabeth einen Mantel, dazu Schuhe, Speisen und etwas Geld. Sodann nahm
die reichbeschenkte Frau Abschied von ihrer Gönnerin, um andern Tages mit ihrem Manne abzureisen, der unterdessen gekommen war. Die gute Landgräfin ließ ihnen noch Speck und Mehl auf den Weg geben, und als sie morgens zur Kirche ging, hatte ihre Sorgfältigkeit noch kein Ende: sie sagte zu ihrer Dienerin: ich habe noch einige Taler in der Tasche; das kann der armen Frau und dem Kinde zur Stärkung dienen: geh hin und bringe ihr noch das Geld. Die Dienerin ging in die Wohnung. Was war aber geschehen? O, das undankbare, gottvergessene Weib! Durchgebrannt war sie mit allen Geschenken — und das arme Würmchen hatte sie verlassen!---
Da unsere hl. Elisabeth nicht einen Stein, sondern ein fühlendes Herz im Leibe hatte, taten ihr solche Erlebnisse von Undank und alle andern Leiden, die auf sie eindrangen, bitterlich weh. Doch diese Leiden und Heimsuchungen betrachtete Elisabeth mit den Augen des Glaubens, erkannte in ihnen Medizinen gegen den Hochmut und Goldmünzen für den Eintritt in die Himmelsherrlichkeit.
Und das sind die Leiden auch für mich und für dich und für uns alle. Entweder haben wir sie verdient durch unsere Ausschweifungen, Ungerechtigkeiten und Sünden — und dann seien mir froh, daß wir durch Leiden unsere Schuld büßen können, damit sie nicht im Feuer der Hölle gebüßt werden muß. Oder wir sind unschuldig, und das Gewissen hat uns nichts vorzuwerfen. Dann erkennen wir in den Leiden Züge der Aehnlichkeit mit Christus, unserm Herrn. In beiden Fällen aber ist das Kreuz ein glückverheißendes Zeichen der Auserwählung. „Die gegenwärtige Trübsal ist nur augenblicklich und leicht, bewirkt aber eine unbeschreibliche, ewige Herrlichkeit und Glorie im Himmel."
Der Talpfarrer.
Wie urteilt die kuthol. Kirche über das Aamilieubad?
Wer in unserer Zeit seine Stimme zum Schutze der Schamhaftigkeit erhebt oder wenigstens Ehrfurcht vor den zarten Seelen der Kinder und Jugendlichen fordert, muß sich darauf gefaßt machen, daß er sofort wie auf Verabredung persönlich angegriffen, verhöhnt und verdächtigt wird. Es sind immer dieselben Beschimpfungen, ia sogar derselbe Wortschaß, der hier gewissen Leuten zur Verfügung steht. Man gilt als „prüde und rückständig", als „überempfindlich", das ist noch harmlos. Meistens aber greift die unverständliche und grob unduldsame Wut der Gegner zu herabsetzenden Beleidigungen, als ständen sie in ihrem Menschentum turmhoch über einem. Da ist man „Mucker", „Obermucker", Sittenschnüffler, verblödet: da wird von einer „Unsittlichkeit" ge-