Wochenkalender.
Sonntag, 19. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. Vinzenz D. Paul, Stifter der Binzentinerinnen, Bek., f 1660. Montag, 20. Juli. Hieronymus Aemilianus, Bek., f 1537. Margareta, Jgfr., Mart., f 275.
Dienstag, 21. Juli. Pracedes, Jgfr., f 2. Jahrh. Mittwoch, 22. Juli. Maria Magdalena.
Donnerstag, 23. Juli. Apollinaris, Mart., f 81. Liborius, Bisch., Bek., f- 397.
Freitag, 24. Juli. Vigil des. Festes des hl. Apostels Jakobus. Christiana, Jgfr., Mart, f 303.
Samstag, 25. Juli, Jakobus, Apostel. Christophorus, Mart., t 250.
Achter Sonntag nach Pfingsten.
Epistel. Römer 8, 12—17.
Evangelium. Lukas 16, 1—9. Der untreue Verwalter.
In jener Zeit trug Jesus feinen Jüngern folgendes Gleichnis vor: „Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Dieser wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere seine Güter. Er ließ ihn rufen und hielt ihm vor: „Was muß ich von dir hören? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein." Da dachte der Verwalter bei sich: „Was soll ich anfan- -en, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? ®ra= èen kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich. — Ich Deiß, was ich tue, damit sie mich in ihre Häuser «ufnehmen, wenn ich der Verwaltung enthoben bin. — ließ nun die Schuldner seines Herrn kommen, einen nach dem anderen. Den ersten fragte er: „Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?" Er antwortete: „Hundert Krüge Del". „Nimm deinen Schein," sagte er zu wch, „setz dich geschwind hin und schreibe: Fünfzig", i-lnen anderen fragte er: „Wieviel bist du schuldig?" antwortete: „Hundert Malter Weizen". „Nimm deinen Schein," sagte er zu ihm, „und schreibe: Achtzig". -Ler Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt habe. — Denn die Kinder dieser Welt sind N ^rkehr mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Echtes. Auch ich sage euch: Machet euch Freunde mit em ungerechten Mammon; dann werden fie, wenn es Wohnun 3U„®n$e geht, euch aufnehmen in die ewigen
Eine einträgliche Kunst.
ü urch Müßiggang wurde der „Ver- walker" im heutigen Evangelium zum Verschwender und Betrüger. Anstatt zu der Medizin zu greifen, die al= lein ihn hätte retten und zu einem o 'stien Manne machen können, zur Arbeit, weist ^?w,e schroff zurück mit den Worten: „Arbeiten rann uh NM."
Sie ^"öiggang ist aller Laster Anfang. P»s^^- hingegen, die ehrliche, nutzbringende mi^ ^-ßung, ist eine einträgliche Kunst. Da- ^ngst bekannte Tatsache in einem sern "^^te erkennen, gibt unser Herrgott in un- Arbo!»-?^" einen Hochschulkurs in Gestalt der einp r^ ?ngkeit von riesigem Ausmaß, die wie r«ottesgeißel durch die Welt zieht. Wer ar
beiten will, aber beim besten Willen keine Arbeit bekommt, der steht vor dem leiblichen und seelischen Bankrott. Mißmut, Verbitterung, Verzweiflung an Gott und den Menschen umkrallen sein Herz. Wo aber eine anständige wohlgeordnete Arbeit ist, sei es Hand- oder Kopfarbeit, da haben wir auch eine reiche Ernte an Verdienst, an Wohlstand, an Gesundheit, Wohlbefinden und Freude.
Arbeit ist aber nicht bloß eine Quelle eigenen, persönlichen Wohlstandes, sondern auch eine Quelle der Wohltätigkeit und der Karitas.
Das wußte unsere liebe hl. Elisabeth. Darum hat sie jederzeit dem Müßiggang den Abschied gegeben und allzeit mit nützlicher Arbeit W> beschäftigt. Schon als Fürstin und Landesmutter ging sie in Erfüllung ihrer Hausfrauenpflichten allen mit gutem Beispiel voran. Darum stand sie auch bei ihrem Gatten in hoher Gunst, die durch keine Anschwärzung, durch keine Verleumdung getrübt werden konnte. Ihren drei Kindern war sie eine liebende Ndutter, die sie nur verließ, um die Mutter der Armen zu werden. Darum unterzog sie sich auch den mühevollen und so süßen Werken der Karitas.
Als aber die Tage des Glanzes vorüber waren und Elisabeth ihr Häuschen zu Marburg bezogen hatte und losgeschält von der Welt wie eine Privatperson lebte, eingehüllt in den aschfarbenen Rock und den knotigen Gürtel des hl. Franziskus, da konnte sie auch in dieser Lage der Arbeit nicht entsagen. Nein, Elisabeths Hände feierten nicht und ergaben sich niemals dem Müßiggang. Die Legende erzählt darüber folgende Einzelheiten:
„Was sie zur Erhaltung des Lebens bedurfte, verschaffte sie sich durch eine wenig einträchtliche Arbeit. Sie gab sich nämlich mit Wollspinnen ab. Aus dem Kloster Altenburg erhielt sie den Stoff dazu und bekam dann für das Gespinst eine geringe Bezahlung. Hierbei war sie auch noch so gewissenhaft, daß sie einmal von einer vorläufigen Bezahlung eine kleine Münze wieder in da? Kloster zurücksandte, weil sie durch eine Reise nach Eisenach abgehalten war, vollständig alle überschickte Wolle fertig zu spinnen. Selbst wenn sie wegen Krankheit das Veit hüten mußte, wollte sie noch arbeiten. Und wurde ihr die Spindel aus der Hand genommen, damit sie sich mehr schone, so rupfte sie wenigstens Wolle und bereitete sie vor zur Arbeit. Sie wollte nämlich vom armen Verdienst ihrer Hände nicht nur sich den nötigen Unterhalt verschaffen, sondern auch noch kleine Opfergaben in der Kirche darbringen." —
So erfüllte Elisabeth die Mahnung des bl Paulus:
Der Mensch arbeite und wirke Gutes mit feinen Händen, damit er etwas habe, um denjenigen, die Mangel leiden, mltzuteilen. Gal. 4, 28.
Hast du also Arbeitsgelegenheit, so freue dich und erfülle deine Pflicht. Denn wie der Vogel zum Flug, so ist der Mensch geboren zur Arbeit. Jenen Schandfleck, der in den Augen der Heiden auf der Arbeit ruhte, hat das Christentum ein für allemal getilgt, und es gibt unter Christen nur die eine Schande, arbeiten können — und nickst wollen. Derb und lehrreich ist die Mahnung, die der Apostel, der ein Zeltmacher war, den Thessa- lonikern gegeben hat:
Wir haben gehört, daß einige unter euch unruhig leben, nicht arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. Solchen aber gebiete ich und beschwöre sie im Namen Christi, daß sie in der Stille arbeiten und ihr eigenes Brot essen. 2. Thesf. 3, 10.
Bleibt dir vom Erwerb redlicher Arbeit etwas übrig, so fließe es in die Hände der Armen oder in die leeren Kassen der Diaspora oder der Heidenmission.
In Dublin starb vor vier Jahren ein Bauarbeiter mit Namen Talbot. Mit ihm hatte einer der sparsamsten Arbeiter und größten Büßer seine Opferseele ausgehaucht. Nach einem unordentlichen Leben bis zum 25. Lebensjahr wurde Talbot eines Tages von der Gnade Gottes so sehr getroffen, daß er seiner Mutter versprach, nicht mehr zu trinken und einem Priester das Versprechen ab- lcgte. dem Alkohol zeitlebens zu entsagen. Bon dieser Stunde an war sein Leben ein ununterbrochener Sühnedienst, der aus Gebet und übermenschlichen Abtötungen sich zusammensetzte. Und dieser Mann im Ärbeiterkittel verwandte jeden übrigen Pfennig zu guten Werken. Besonders reichlich bedachte er die chinesische Mission, welcher er in einem einzigen Jahr etwa 600 Mark schenkte.
Was meint ihr, liebe Leser, wenn alle so anspruchslos lebten, die Bauern mitsamt den Arbeitern, die Kapitalisten mitsamt- den Proletariern, wenn alle so anspruchslos lebten und zugleich eine so offene Hand hätten wie dieser Talbot, würde da nicht allgemeine Zufriedenheit einkehren und aller Not wäre ein Ende gemacht? O wie viel rührende Beispiele der Arbeitsamkeit und Freigebigkeit gibt es immer in Welt und Kirche. Da sitzen Jungfrauen beisammen und verfertigen Kleider für Heidenkinder und Kirchenwäsche für die Missionen. Dort siehst du Frauen an der Arbeit, um armen Wöchnerinnen die Erstlingsausstattung für ihre Kinder bereit zu stellen. Tausend Hände regen sich, elektrisiert von der Parole des hl. Paulus: „Die Liebe Christi drängt mich."
Der Talpfarrer.
Schristlefung.
Clkernpflichlen.
Ist wohl ein Mensch unter euch, der seinem Sohne, wenn er um Brot bäte, einen Stein gebe? (Matth. 7, 9.)