WochenkaSendsr.
Sonntag, 5. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Anton Maria Zaccaria, Bet., f 1539.
Montag, 6. Juli. Oktavtag des Festes Peter und Paul.
Dienstag, 7. Juli. Cyrillus u. Methodius, Apostel der Slaven i. 9. Jhrhdt. Willibald, Bischof, Bek., t 781.
Mittwoch, 8. Juli. Kilian u. Gen., Mart., f 689. Elisabeth, Königin v. Portugal, f 1336.
Donnerstag, 9. Juli. Uebertragung der Gebeine des hl. Bonifatius.
Freitag, 10. Juli. Sieben Brüder, Mart., t 150.
Samstag, 11. Juli. Mariensamstag. Pius I., Papst, Mart., f 157.
Sechster Sonntag nach Pfingsten,
Epistel. Römer 6, 3—11.
Evangelium. Markus 8, 1—9. Die zweite wunderbare
Brotvermehrung.
In jener Zeit war eine große Volksschar bei Jesus. Da sie nichts zu essen hatten, rief er seine Jünger herbei und sprach zu ihnen: „Mich erbarmt des Volkes: schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts Su essen. . Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, brechen sie unterwegs zusammen: denn manche von ihnen sind weit hergekommen." Seine Jünger erwiderten >hm: „Woher soll man hier in der Wüste Brot bekommen, sie zu sättigen?" Er fragte sie: „Wieviele Brote habt ihr?" „Sieben," antworteten sie. Da hieß er das Bolk sich Es den Boden lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jiin- gern sie sollten sie dem Volke vorsetzen. Und sie setzten sie vor. Sie hatten auch noch einige Fischlein. Er tegnetè sie und ließ sie vorsetzen. Sie aßen und wurden r®on ben Stücklein, die übrig blieben, hoben sie noaj sieben Körbe voll auf. Es waren gegen viertausend, K gegessen hatten. Und er entließ sie.
3n steiler Höhe.
^as sind die zwölf Kilometer Höhe, die ein kühner Luftschiffer unserer Tage erklomm, um in die „Stratosphäre" vorzustoßen und ^ die Schleier der Natur etwas zu lüften — was sind solche körperlichen Höhen Mächte geistige Höhe, die Höhe der Tugend, die -ehe der Heiligkeit, die Höhe der Vollkommenheit! .teyt ja die Höhe der Tugend so hoch über der eer Luft, q(5 Hix Seele über dem Körper, k^ solche ungewöhnliche, über dem. Duich- «l,â .Allende Höhe, erreichte unsere liebe heilige it,pL N , ®5 gibt manche Christen, die 20 und »Jr ^ENmser an einem Tage abwickeln, sobald b;?i , ^'^ eine Beleidigung oder Kränkung lvi- qehon / ^"'ssen sie es nickt übers Herz, zu ver- Wen - ?u ?ergessen. Es gibt manche Katho- aus ^ Vergnügen und eine Pflicht bar« "^^ Wohltaten zu spenden. Sobald sie
aber Unrecht und Undank ernten, ziehen sie ihre Hand zurück wie die Schnecke ihre Fühler, sobald sie auf einen harten Gegenstand stößt.
Nicht so die hl. Elisabeth. Ganze Garben von Undank, Beleidigungen und Vergewaltigungen heimste sie ein, ohne im Wohltun zu ermüden. Besonders arg trieb es ihr Schwager Heinrich Raspe, der leibliche Bruder des verstorbenen Ludwig. Von ihm wurde sie entweder direkt von Haus und Hof vertrieben oder indirekt durch entsprechende Behandlung genötigt, die Burg mitsamt den Kindern zu verlassen. Und war nicht ihr ältester Sohn der berufene Erbe des Thüringer Thrones? Auch diesen hatte sich Raspe angemaßt und herrschte in den Landen, als sei er rechtmäßiger Regent. Wie ihm nun die Augen geöffnet wurden, wie er um Verzeihung nachgesucht und wie hochherzig Elisabeth an ihm gehandelt hat, das ist Gegenstand unserer Erzählung.
Als Landqraf Ludnsig zu Otranto vom Fieber weggerafft ward, wurde er vorläufig in fremde Erde beigeletzt. Als aber die Ritter nach Beendigung des Kreuzzuges zurückgekehrt waren, nahmen sie Ludwigs Gebeine mit und brachten sie in feierlichem Geleite nach Deutschland. So war man bis zur berühmten Bischafsstadt Bamberg an der Grenze von Thüringen gelangt. Dorthin war Elisabeth der Leiche entgegengekommen. Als sie der Gebeine ansichtig wurde, übermannte sie nochmals der alte Schmerz. Weinend warf sie sich über den Schrein und ließ ihrem Schmerz in reichlichen Tränen freien Lauf. Endlich aber bekam ihr Gottvertrauen und ihr Starkmut wieder die Oberhand und sie sprach:
„Gegen Gottes Willen möchte ich meinen Ludwig nicht mehr zurück, wenn ich ihn auch mit einem einzigen Haar erwecken könnte!" —
Nachdem nun die Leichenfeierlichkeiten, denen auch die hockbetagte Mutter Sophie sowie Graf Heinrich beiwohnten, vorüber waren, gedachte Kitter Bargila des schreienden Unrechtes, das Elisabeth durch Raspe erlitten, begab sich in Begleitung einiger beherzter Ritter zu ihm und hielt ihm sein Unrecht freimütig vor Augen.
„Wir haben Reden vernommen, deren wir uns lehr betrüben und von ganzem Herzen schämen, daß man solche grobe Ungerechtigkeit an dir gefunden hat und von dir sagt. Ach, lieber Herr, was hast du getan, wer hat dir das geraten? Die betrübte Witwe deines allerliebsten Bruders und die edle Königstochter von Ungarn, die du billig solltest getröstet. gewürdigt und geehrt haben, die hast du unehrlicher und lästerlicher Weise ausgetrieben aus ihrer Wohnung, aus ihrem Gut und Hab, wie ein nichtsnutziges, schnödes Weib und hast sie verwaist und arm und dürftig gemacht und bettlerisch gelassen in großem Elende. Die Waisen und Kinder deines Bruders, denen du nach Vermögen ein treuer Vormund gewesen
sein solltest, die hast du lästerlich von dir gewiesen-, pfui der Schande, welche unsere Ohren über dich hören mußten. Die Rache Gottes wird über dich kommen, es sei denn, daß du Gott versöhntest und dich mit der tugendlichen Frau, deiner Schwägerin Elisabeth, gütlich vereinbarst und ihr das wiedergibft, das ihr und eures Bruders Kindern Zukurz von euch geschehen ist."
Des Ritters mutige Tat war mit Erfolg gekrönt. Es wurden Verhandlungen mit Elisabeth angeknüpft, die zu einem guten Gedeihen führten. „Seiner Burgen und Länder", sprach sie, „begehre ich nicht. Nur was mir als Mitgift und Leibgsdinge meines seligen Mannes zukommt, darum bitte ich, daß ich es Gott zu Ehren und zu meines Mannes Heil und Seligkeit verwenden möge." Und als Raspe diese bescheidene Bitte gewährte, fiel sie ihm um den Hals und weinte Tränen der Freude über das Glück der Versöhnung. —
So hat Elisabeth tatsächlich einen Gipfel erstiegen, hat ein geistliches Werk der Barmherzigkeit geübt, hat sich die Verheißung des Herrn verdient- selig sind die Sanftmütigen. —
Dieser Geist der Versöhnung hat unter den Helligen ab^it geblüht. So lese ich vom heiligen Joseph von Kalasanz (27. August), daß er infolge einer schwarzen Verleumdung noch im höchsten Greisenalter seines Amtes entsetzt und ins Gefängnis gesperrt wurde. Doch bald ereilte den Verleumder Gottes Strafe. Vom Ausiatz befallen ging er in sich, nahm seine verleumderischen Aussagen zurück und bat den Heiligen um Verzeihung und um einen Besuch. Und freudig eilte Joseph zu dem Kranken und sprach: „Mein Sohn, ich habe noch keinen köstlicheren und vergnügteren Tag gehabt als den heutigen. . Immer habe ich Gott gebeten um dein Seelenheil und bitte ihn auch jetzt noch, daß er dir bis zu deinem letzten Lebenshauche den guten Willen erhalte." — Seien auch wir versöhnlich gestimmt. Verzeihung gewähren steht bei Gott höher im Kurs als cm neuer Rekord im Flugwesen. Versöhnlich nicht bloß gegen Einzelpersonen, sondern auch gegen Völker Stände und Klassen. Wende dich mit Entrüstung ab von jenen Fanatikern, die sich nicht scheuen, an einem nationalen oder einem Bürgerkrieg zu schüren. Der Talpfarrer.
Die Sonne des Sonnfogs.
Was ist ein Tag ohne Licht, ohne seine Sonne? Was ist der Tag des Herrn ohne ihn. der unser Jungsein, unser Wiederfrischwerden und Zukräfte- kommen froh macht? Und was ist der Sonntag eines Katholiken ohne das heilige Mcßop er? Auch diese Frage muß ganz eindringlich gestellt werden.
Das „Hinaus aus den Kirchen" ist von weittragenderer Bedeutung, als es sich zunächst an-