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reglerung kann nW glausien, Latz Ne nèüe MM- tatton so klein und die ältere so schwach geworden ist, daß sie nicht vereint imstande wäre, in fried­lichem Kampf um unseren Wiederaufstieg, die Größe und Len Idealismus deutschen Volkstums wie in früheren Schicksalsstunden zu beweisen. Im Vertrauen auf Lebenskraft und Lebenswillen des deutschen Volkes wird die Regierung handeln.

Berlin, den 5. Juni 1931.

Die Reichsregierung.

Zur Politik der Woche

Rot!!!

Die neue 3t o t Verordnung ist da. Sie legt dem deutschen Volke neue, schwere Notopfer auf. Die Lasten, die das deutsche Volk nun wieder tra­gen muß, sind wohl die härtesten, schwersten und drückendsten, die wir nach dem verlorenen Kriege auf uns nehmen mußten. Der Eingriff der zum Ausgleich der Staatsfinanzen vorgenommen wird, ist derart, daß eine Wiederholung solcher Maßnah­men nicht mehr tragbar ist. Die Grenzen dessen, was unserm Volke an Entbehrungen auferlegt werden kann, ist erreicht.

Aber die Regierung glaubte, so weit gehen zu müssen. In neue Schuldenwirtschaft darf das Reich nicht verfallen. Neues Papiergeld drucken, würde den Verfall unserer Währung bedeuten. Und jeder ist wohl bereit, fieber mit knappesten Mitteln auszukommen, als von neuem das Geld durch eine Inflation in den Händen zerfließen zu feben.

Andererseits mußte die Regierung bis zu den äußersten Grenzen gehen, um mit Erfolg die Neu­regelung der Reparationsfrage in Angriff nehmen zu können. Tatsächlich sieht man heute bereits in weiten Kreisen des Auslandes ein, daß die Zahlungen des Boungplanes infolge der seiner Zeit von niemandem vorausgesehenen Weltwirt- schaftskrisis nicht auf die Dauer aufrechterhalten werden können. Nun ist die Zeit gekommen, wo mit Aussicht auf Erfolg von deutscher Seite die Reparationsfrage neu aufgerollt werden kann und muß. Als Vorbereitung hierfür dürfte von beson­derer Bedeutung

der Besuch in London

fein, den soeben Reichskanzler Brüning und Au­ßenminister Curtius gemacht haben. Die Augen der ganzen Welt waren während dieser Tage nach der britischen Hauptstadt und dem Landsitz des englischen Premierministers, Chequers, gerich­tet. Man muß konstatieren, daß die Aufnahme der deutschen Minister eine durchaus herzliche war, «von feiten der englischen Minister und inigs wie auch von feiten der Bevölkerung und der Pressei Die wichtigen politischen und I wirtschaftlichen Besprechungen fanden in Chequers statt. Ihr Ergebnis find natürlich keine festen Abmachungen, das war von vornherein nicht der Zweck der Zusammenkunft. Man wollte nur eine klärende Aussprache zwischen den leitenden Staats­männern Berlins und Londons, die die Grund­lage für weitere Erörterungen und Verhandlun- ; gen werden sollen. Es unterliegt keinem Zwei- . fel, daß Deutschland mit dem Ergebnis der Zu- fammenkunft von Chequers sehr zufrieden sein darf. In dem offiziellen Bericht wird darüber I gesagt:

j Während des Wochenendes haben der Reichskanzler und der Reichsaußenminister ihren Besuch in Chequers abgeftattet. Von englischen Ministern waren anwesend der Premierminister, der Außenminister und der Han- f delsminister.

Der Besuch war vor einigen Monaten zum Zwecke persönlicher Fühlungnahme vereinbart worden. Bei Gelegenheit dieser zwanglosen Zusammenkunft wurde in freundschaftlicher Weise die Lage erörtert, in welcher sich

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gemvürtigen Augenblick befinden. Die deutschen Minister betonten mit besonderem Nachdruck die Schwierigkeiten der augenblicklichen Lage in Deutschland und die Not­wendigkeit der Schaffung von Erleichterungen. Die eng­lischen Minister ihrerseits wiesen auf den inetrnationalen Charakter der derzeitigen Krise und ihre besonder« Rück­

Wirkungen auf Cngtand hin.

Beiderseits herrschte Uebereinstimmung darüber, daß neben den Maßnahmen, die jedes einzelne Land für sich zu ergreifen hätte, die Wiederherstellung des Vertrauens und die wirtschaftliche Wiederbelebung von internatio­naler Zusammenarbeit abhängig seien. In diesem Sinne werden beide Regierungen sich bemühen, die gegen­wärtige Krise in enger Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Regierungen zu bekämpfen.

Ob der Reichstag

nach diesen Ereignissen (Erlaß Iber Notverord­nung, Zusammenkunft in England) in nächster Zeit zusammentreten wird, ist noch ungewiß. Die Oppositionsparteien sind natürlich dafür, nicht nur Kommunisten, sondern auch die Nationalsozia­listen und Deutschnationalen. Merkwürdig be­rührt es allerdings, wenn die beiden letztgenann­ten Parteien, die monatelang den Verhandlungen des Reichstages fernblieben, jetzt immer wieder den Zusammentritt des Reichstags fordern. Dis Entscheidung liegt beim Aeltestenausschuß, der die­ser Tage sich versammelt. In erster Linie hängt es von der sozialdemokrafischen Partei ab, wie die Entscheidung fällt. Eine wesentliche Aenderung an der Notverordnung dürfte kaum möglich sein. Zufrieden ist natürlich niemand mit chr, auch das Zentrum nicht. Aber es fragt sich nun, ob man in solcher Notzeit, da es buchstäblich um die Zu­kunft von Volk und Staat geht, den selbstlosen opferbereiten Männern wie Brüning und Diet­rich, die nach bestem Wissen und Gewissen han­deln müssen, in den Rücken fallen darf. Gegen- Über den

Krisenmachern

schreibt dieKölnische Volkszeitung":

Noch ein kurzes Wort zu den Forderungen, die die Weltlage, auch eine freundlichere, wenn Che­quers zu ihr hinführen sollte, an uns Deutsche stellt. Es sind in England schöne Worte gespro­chen und geschrieben worden für eine Solidarität der Völker, für eine Zusammenarbeit zum gemein­samen Besten. Man sprach solche Worte auch in dem Gedanken, einen Rettungsweg aus der Not des deutschen Volkes zu finden. Und das deutsche Volk? Welchen Eindruck würde es machen, wenn gerade unser Volk in der kommenden Zeit das Gegenteil einer Solidarität zur beschämenden Schau stellen würde! Die bittere Kritik an der Notver­ordnung mag ihr Recht haben, mag sogar ihr Gu­tes haben, soweit sie die ganze Schwere unserer Opferlast noch deutlicher zu zeigen vermag.. An- verantwortlich aber wäre es, innere Kämpfe und Krisen anzuzetteln, aus denen tatsächlich kein Mensch mit gesunden Sinnen einen Ausweg an­geben kann. Unverantwortlich, mitten im Sturm bas Steuer nach der einen oder nach der anderen Richtung herumwerfen zu wollen. Unverantwort- nch, durch soziale Kampfmatznahmen oder durch Einseitigkeiten, die für die Millionen, die schon heute in schwerster Sorge sind, weitere Entbehrun- gen brächten, die Gegensätze aufs äußerste zu ver­schärfen. Unverantwortlich, durch die blutigen Ge- waltkätigkeiten, deren jeder Tag und namentlich jeder Sonntag neue bringt. Deutschland weiterhin vor der Welt entehren zu taffen. Chequers ist eine Mahnung für die Welt aber auch für die Deutschen. Und für sie vor allen Dingen, denn wenn nicht im eigenen Hause alle michelfen, Brände zu löschen, manche vielmehr sie noch schü­ren, was können sie dann von den anderen er- warten?

Der preußische Landtag

ist am Montag wieder zusammengetreten, vor allem, um den Staatsvertrag mit den evangeli­schen Kirchen zu verabschieden. Die erste Lesung ergab, daß von feiten einzelner Parteien noch Be­denken erhoben werden, die voraussichtlich in den Kommissionsberatungen so weit behoben werden, daß der Vertrag Annahme finden wird. Das Zentrum wird, wie in allen Fragen, die die evan­gelischen Kirchen betreffen, in voller Loyalität den Protestanten dasselbe bewilligen, was wir auch (für die katholische Sache fordern. Dank wird es

fung von denen, die für Gerechtigkeit und Parität keinen Sinn haben. So Hetzen jetzt der Evange. lische Bund, evangelische Beamtenvereine u. a wieder an zahlreichen Orten gegen das Zentrums weil dies durch einen Antrag im preußischen Land­tag verlangt hat, daß endlich auch bei der An­stellung der mittleren und unteren Beamten die Parität hergestellt werde. Bisher sind gerade in den genannten Beamtengruppen die Katholiken in der gröbsten Weise zurückgesetzt.

Ein Riessn-Arbeitsbeschaffungsprojekt.

Der Verband deutscher Landeskulturgenossen­schasten tritt, ermutigt durch das Gutachten der Braunskommission, das Meliorationen als beson, ders geeignet zur Arbeitsbeschaffung bezeichnet, mit einem Projekt an die Oeffentlichkeit. Mit einem Kapitalaufwand von 10 Milliarden sollen 10 Jahre lang etwa 400 000 Arbeiter Beschäfti. gung finden. Durch Stärkung der landwirtschaft. lichen Rentabilität und Ersatz von zwei Dritteln der bisherigen Lebensmitteleinsuhr im Jahres werte von 3 Milliarden hofft man, darüber hin­aus nach Durchfiihrung des Werkes für zwei Mil­lionen Menschen neue und dauernde Arbeitsgele­genheit zu schaffen.

Das Programm geht von der Tatsache aus, daß ein Drittel unserer landwirtschaftlich genutz­ten Fläche durch Meliorationen ohne Mehrauf­wand für die jährliche Bodenbestellung im Er­trage um rund 30 v. H. gehoben werden kann

Bei den Berechnungen wird jedoch unterstell^ daß jede wirtschaftliche Mehrleistung für die Ge­samtwirtschaft 20 v. H. der Arbeitslosenunterstüt­zung erspart und einen Mehreingang an Steuern in gleicher Höhe bringt. Die Finanzierung deß Projektes verblüfft durch ihre großzügige Einfach», heit. Der Staat soll nur ein Anlaufkapital von weniger als 10 Millionen zur Verfügung stellen aber einen Teil der Ersparnisse an der Arbeits­losenunterstützung und der Steuermehreingänge, die aus der Durchführung des Programms er­wachsen, als Hilfe und Zinsverbilligung bei­steuern. Ob dasgroßzügige" Projekt wirklich durchführbar ist, mögen die berufenen Stellen zu­nächst prüfen.

Das Wort des Papstes.

Wird die Welt es hören?

Die Katholiken der ganzen Welt haben in die­sen Tagen der denkwürdigen Enzyklika Leos XH^ Rerum novarum" gedacht, die vor 40 Jahren als ein Ereignis ersten Ranges erkannt wurde.

Damals horchte die Welt auf. Aber die Mah­nungen und Warnungen der Kirche wurden in den Wind geschlagen. Die katholische soziale Bewegung schöpfte aus dem Rundschreiben Kraft und Muh aber das große industrielle Geschehen ging andere! Wege, es waren Wege dem Abgrund zu; Welst krieg, Klassenkampf, Bolschewismus sind die Mei­lensteine dieses Weges.

Soll die menschliche Gesellschaft vollends in den Abgrund stürzen? Die soziale Frage ist zu einem Problem von riesenhaften Ausmaßen geworden, und das Gebäude der menschlichen Gesellschaft bebt und ächzt.

Da ergreift der Papst wiederum das Wort; unS zwar in einem Augenblicke, da die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse einem entscheidenden Punkte zueilen und die menschliche Weisheit zu! versagen scheint- Pius XI. hat eine Enzyklika über die soziale Frage herausgegeben. Die Zeitlage W ernst; es gärt; von Rußland aus drängt sich eine gottfeindliche Kultur mit aller propagandistische» Macht gegen Westen vor.

In dieser Stunde hat die Kirche das Wort er­griffen, um zu warnen, M mahnen und den Weg zu zeigen. Ob sie gehört wird? Aber es ist fW® was Bischof Kordac von Prag schrieb:daß todkranke menschliche Gesellschaft nicht abermals Jahre mit der Durchführung der Anweisungen zur Sozialreform warten kann, um von einer Welt.a- tastrophe nicht überrascht zu werden." ,

Dem gläubigen Christenmenschen wird e. mehr und mehr zum Greifen klar, daß all oier sozialen und wirtschaftlichen Spannungen nur van eine erträgliche Lösung finden werden, wenn heute im Zeitalter des Bolschewismus Md kapitalismus die ewigen und unabänderucy