Kirchs und äspiLMsmus.
Wie man die katholische Kirche des Bundes mit dem Kapitalismus verdächtigen kann, ist für jeden, Ler sich in den Lehren und Grundsätzen der katholischen Kirche äuskcnnt, ein Geheimnis. Oder weiß man nichts von der Arbeiter-Enzyklika Leos Xin., von dem warmen Eintreten des Papstes auch für die Rechte der Arbeitnehmer und von der Verurteilung der Auswüchse des Kapitalismus in demselben Rundschreiben? Ist die katholiche Kirche nicht jederzeit eingetreten für die ausgiei- chsnde Gerechtigkeit, für den besonderen Schutz der wirtschaftlich und sozial Schwächeren, für das soziale Verständnis und die soziale Tat? Sie konnte ja gar nicht anders, gemäß ihrem strengen Festhalten an den Lehren und Weisungen ihres Stifters Jesus Christus. Niemals hat die katholische Kirche sich gescheut, die Vergehen eines selbstsüchtigen. rücksichtslosen Kapitalismus zu verurteilen. Freilich hat sie auch die Pflicht, das gerecht erworbene Privateigentum zu schützen, und sie kann jenen Kapitalismus, der die Forderungen der Gerechtigkeit und Menschenliebe verantwortungsbewußt zu erfüllen sucht, als eine der möglichen Wirtschaftsformen nicht ohne weiteres verdammen. Wie es nicht Aufgabe der Kirche ist, für eine bestimmte Staatsform einzutreten, so wird die Kirche auch nicht für diese oder jene Wirtschaftsform sich entscheiden. Ueber allem weltlichen Getriebe und Interesienkampf der Menschen stehen für die Kirche die christlichen Gesetze der Wahrhaftigkeit, der Gerechtigkeit, der Liebe, die sie zum Wohl aller Stände, aller Klassen, aller menschlichen Interessen zur Anwendung bringt und in jedem Wirtschafts- chstem zur Anwendung bringen wird Hierbei ist ihr die Sorge für die Armen und Hilfsbedürftigen, für die wirtschaftlich und sozial Schwächeren eine besonders heilige Pflicht. Wer als Katholik anders denkt und handelt, ist in dieser Hinsicht nicht vom Geiste der katholischen Kirche erfüllt, sein Tun und Lassen ist nicht der Kirche aufzubürden. Bischof Schreiber von Berlin.
Wenn flieht der Erde Schein ♦..
Ein Seelsorgserlebnis von A. B., B.
Als junger Kaplan hörte ich auf meiner Filiale die Beicht einer älteren Frau und spendete ihr die hl. Kommunion. In der Sakristei fragte mich der Heiligenmeister, er möchte wissen, ob die Frau kommunizieren dürfe, sie sei ja eine Here. Meine Antwort fiel deutlich aus, deutlicher und in einer Form, wie ich sie heute nicht mehr geben würde. Die Frau war die Botin zwischen dem Dorfe und dem nächsten Städtchen. Damals hegcgneten sich auf den verschneiten Wegen regelmäßig Kaplan, Gendarm und Postbote. Oft traten sie auch die erste Bahn. So begegneter ich öfter der Bötin. Stets hatte sie den Rosenkranz in der Hand und immer bat sie: „Herr Kaplan, beten Cie, daß ich nicht sterbe ohne die hl. Sakramente." Ich sagte zu mit dem Beisätze, unser Gebet solle ein gegenseitiges sein.
Die Filiale hatte das Recht auf Fronleichnamsprozession. Ich stand angekleidet in der Sakristei. Schon läutete es zusammen. Da kam ein junger Mann, der Sohn dieser Frau, ich solle nach dem Gottesdienste seine Mutter versehen; sie habe die Blatern, es sei noch keine Gefahr da, aber weil ich gerade hier sei, wolle er sie anmelden, um wich nicht vielleicht eigens rufen zu müssen. Ich wate zu, jch käme sofort nach dem Gottesdienste. Ich weiß nun heute noch nicht, wie es mich ankam, daß im nächsten Augenblicke mein Meßgewand auf dem Ankleidetische lag; ich griff nach der Bursa und dem hl. Oele, rief dem Manne durch die Kirche nach, ich komme sofort zur Mutter und verkündigte, daß der Gottesdienst eine halbe Stunde später beginne. Ich nahm mir nicht Zeit, den Chorrock anzuziehen, ich ging in der Albe, "ö es nicht well von der Kirche war. Als ich die Kranke sah (ich hatte vorher — es war die Zeit , 5 siebziger Krieges — schon mehrere Blattern- rranke versehen), dachte ich, so sehr hätte das nicht geeilt Nach der hl. Handlung hielt ich Amt und Prozession. Nach Schluß kam der junge Mann Wleder in die Sakristei mit der Nachricht, die -Kutter sei gestorben, sie habe vorher bei der ^^lung noch ihre Anbetung gemacht.
rt,Te dankte ich Gott — wie mag die Frau - „ der Ewigkeit gedankt haben! Möge das in»« «9€ Gebet auch einmal an mir in Erfül- "wg gehen.
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AronleichNKMSfeiSr.
1. Gottesdienst auf dein Friedrichsplatz.
8 .30 Uhr Aufstellung zum Gottesdienste. Die Plätze, wo die einzelnen Gruppen sich aufstellen, find durch Plakate angezeigt. Der Friedrichsplatz ist nur von der oberen und unteren Karlstraße zu erreichen.
9 Uhr Beginn des Gottesdienstes an dem Denkmal auf dem Friedrichsplatz. Uninittelbar vor Beginn des Gottesdienstes wird das Allerheiligste von der Geistlichkeit und den Erstkommunikantinnen dieses Jahres aus der Kirche 6t. Elisabeth abgeholt.
2. Prozessio n.
Die Prozession bewegt sich in Reihen zu je 8 Personen (4—4) von dem Hochaltar vor dem Denkmal zu dem 1. Prozessionsaltar, der an der Ecke des Friedrichsplatzes gegenüber der Kirche St. Elisabeth steht und von da zu den 3 anderen Prozessionsaltären an den übrigen Ecken des Friedrichsplatzes und schließlich zurück zum Hochaltar.
Die Reihenfolge bei der Prozession ist folgende:
1. Kreuz;
2. Knaben der kathol. Bürgerschulen;
3. Mädchen der kathol. Bürgerschulen. Musikkapelle.
4. Kathol. Lyzeum und Schülerinnen der übrigen höheren Mädchenschulen;
5. Schüler der höheren Schulen;
6. Jünglingsvereine (St. Elisabeth, St. Maria, St. Joseph, St. Kunigundis und St. Familia) und die übrigen Jünglinge;
7. Kathol. Bürgergesellschaft;
8. Kathol. Gesellenverein;
9. Kathol. Kausm. Verein;
10. Kathol. Arbeiterverein.
Musikkapelle.
11. Kathol. Männervereine (Wehlheiden, Rothenditmold, Bettenhausen;
12. Kathol. Akademikervereinigung;
13. Kathol. Beamtenverein;
14. Schupo und Militär;
15. die übrigen Männer;
16. Chor;
17. Erstkommunikantinnen;
18. Geistlichkeit;
19. Das Allerheiligste;
20. Schwestern (Vinzentinerinnen Mutterhaus Hildesheim, Schulschwestern, Vinzentinerinnen Mutterhaus Fulda); _
21. Jungsrauenkongregationen (St. Elisabeth ,St. Familia, St. Maria, St. Joseph, St. Kunigundis) und die übrigen Jungfrauen;
Mu si k k a p e ll e.
22. Müttervereine (St. Elisabeth, St. Joseph, St. Kunigundis, St. Familia, St. Maria) und die übrigen Frauen.
In dieser Reihenfolge verlassen auch die einzelnen Gruppen die Plätze, die sie bei dem Gottesdienst inne hatten.
3. Gesänge bei dem Gottesdienst und der Prozession.
Bei der Abholung des Allerheiligsten aus der Kirche spielt die Musikkapelle den Hymnus: Preiset Lippen das Geheimnis. Bei dem Gottesdienst wird der deutsche Meßgesang: Hier liegt vor deiner Majestät (altes Gesangbuch Nr. 180, neues Gesangbuch Nr. 2) gesungen. Nach der Wandlung wird anstatt des Liedes: „Sieh Vater" das Lied Das Heil der Welt (Gesangbuch Nr. 93 bezw. Nr. 124) gesungen.
Bei der Prozession werden folgende Lieder gesungen: Vom Hochaltar zum 1. Prozessionsaltar: Auf, Sion (Gesangbuch Nr. 91 bezw. 122) vom 1. zum 2. Altar: Deinem Heiland (Gesangbuch Nr. 92 bezw. 123) vom 2. zum 3. Altar: Kommt und lobet ohne End, (Gesangbuch Nr. 99 bezw. 130 und evtl, noch Nr. 90 bezw. 121), vom 3. zum 4. Altar: Kommt herab (Gesangbuch Nr. 96 bezw. 126) und vom 4. Altar zum Hochaltar: Kommt her, ihr Kreaturen all (Gesangbuch Nr. 96 bezw. 127).
Vor dem letzten Segen am Hochaltar wird gesungen Großer Gott, wir loben Dich. Das Tantum ergo wird an den Prozessionsaltären von dem Chor, am Hochaltar vom Volke gesungen.
. Vor der Zurückbringung des Allerheiligsten in die Kirche ,die in derselben Weise erfolgt wie die Abholung, wird die erste und letzte Strophe des Bonifatiusliedes (Gesangbuch Nr. 150 bezw. 188) gesungen.
4. Weltliche Feier.
Die weltliche Feier findet nachmittags 4 Uhr im Park Schönfeld statt. Die Feier wird in der herkömmlichen Weise stattfinden: Konzert, Kinderbelustigungen usw. Eintritt kostet 0,20 Mk., Kinder frei.
Die Gläubigen werden gebeten, sich recht zahlreich an allen Veranstaltungen zu beteiligen, insbesondere aber an der Prozession .damit sie ebenso wie in den letzten Jah
ren wieder eine mächtige Kundgebung werde zu Ehren des Heilandes im allerheiligsten Sakramente.
Taubstummengokiesdienst. Sonntag, den 14. Juni, vormittags 9,30 Uhr findet in Kassel, Frank- ; furterstraße 25, im St. Agneshaus Taubstummen- ] gottesdienst statt, wozu alle Schwerhörigen herzlich eingeladen werden.
Seiet des Elisabeth-Jubiläums in Kassel. Die Katholiken Kassels wollen am 13. September ds. Is. in einer großen Feier in der Stadthalle auch ihrerseits der hl. Elisabeth ihre Huldigung darbringen. U. a. wird der Kirchenchor von St. Elisabeth einige Hymnen aus dem Oratorium „Sur- sum corda" v. Arthur Piechler für Orgel, gemischten Chor und Kinderchor zum Vortrag bringen. Die Texte dafür entstammen Gertrud von le Forts „Hymnen an die Kirche" über deren wuchtige, außergewöhnliche Formung kein Zweifel besteht. Die Chorleistungen werden ihre künstlerische Höhe finden in der Begleitung und Umrahmung auf der Stadthallen-Orgel durch den Passauer Domorganisten Dunkelberg, der in Kassel bereits kein Unbekannter mehr ist. Um diese außergewöhnlichen Leistungen vollbringen zu können, bedarf der Kirchenchor St. Elisabeth für diesen Zweck der Unterstützung sangeskundiger Damen und Herren aus den Kasseler katholischen Gemeinden. Er bittet alle diejenigen, die ihn freundlichst unterstützen wollen, an der Probe am Montag, den 8. Juni, abends 8.15 Uhr im Kathol. Gesellenhause Mittelgasse 42 teilzunehmen.
Kathol. Jünglingsverein Sf. Elisabeth. Da in lobenswerter Weise unsere Bibliothek wieder in Ordnung gebracht worden ist, werden alle diejenigen/ die einmal diese Einrichtung benutzt haben, ob sie noch Mitglied sind oder nicht, gebeten, die Bücher bald 'zurückzubringen, die sie noch in Leih haben. Sodann wären wir auch für jede Buchgabe dankbar, die geeignet ist, eine Bi- bliothek zu bereichern. Vielleicht führen in manchen Familien diese oder jene schöne Jugendbücher ein verstaubtes Dalein, und doch ist es Wesensziel des Buches und besonders des guten ; Buches, ständig Freund zu sein des lebendigen Menschen. Uns vielleicht zugedachte Bücher mögen freundlichst beim Präses abgegeben werden.
Kathol. Bürgergefellschaft. Der Wettergott schien unserem Familienausflug am vorigen Sonntag nicht besonders wohl gesonnen zu sein. Graue Wolken schoben sich langweilig über den Horizont, als sich das Fähnlein der Aufrechten, mit Rucksäcken, Tornistern und Wanderlust bewaffnet, Sonntag morgen am Bahnhofsplatz sammelte. Da die Eisenbahn nicht so gütig gewesen war, zu warten, wurde in der Großen Kasseler der Sturmangriff auf den Habichtswald unternommen. Zuerst wurde die Hessenschanze erstürmt, dann ging es weiter über den Habichtswald durch das schöne Ahnatal nach dem herrlich gelegenen Gasthaus
Der Katholik
festigt die Grundlagen seines religiösen Lebens
durch Vertiefung in das heilige Geheimnis des Festes Fronleichnam'
Gute Bücher, mit Andacht und Sammlung gelesen, weisen den Weg.
Fragt Euren Buchhändler nach Eucharistischen Schriften aus dem Verlag Herder.