Einzelbild herunterladen
 

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 ».-Pfennig 3 45 ».-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzelle tm Anzeigenteil 0,15 Goldmark ColonelzeU» tm Reklameteil 0,60 Goldmark Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.

.......- Druck und Verlag der Fuldaer Aelieudruckerei. verlagsori Fulda. ...........

MM

Wochenkalender.

Sonntag, 31. Mai. Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Montag, 1. Juni. Vom Tage.

Kienstag, 2, Juni. Marzellinus u. Gen., Mart., t 304

Mittwoch, 3. Juni. Vom Tage.

Donnerstag, 4. Juni. Fronleichnamsf e st.

Freitag, 5. Juni, Bonifatius, erster Apostel der Deutschen, erster Patron der Diözese Fulda, t 754.

Samstag, 6. Juni. Von ' der Fronleichnamsoktav. Norbert, Bek., f 1154.

NB. Dreifältig keitssonn tag Quartals­kollekte für das Priestersem inar.

Fest der Hettigsren Dreifaltigkeit.

Epistel. Römer 11. 3336.

Evangelium. Matthäus 28, 1820. Das Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit.

An jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker. Taufet sie im Rainen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt"

3n der Stunde der Entscheidung

der Priester einem Sterben5 den beisteht, ruft er das Er­barmen des dreieinigen Gottes über die scheidende Seele mit den ergreifenden Worten:

.Ziehe hin, christliche Seele, von dieser Welt, lin Namen des Vaters, der dich erschaffen, im Ka­men des Sohnes, der für dich gelitten hat, im Namen des hl. Geistes, der in dich ist ausgegos'en worden."

Warum legt die Kirche so großen Wert auf den Beistand des Priesters in der Sterbestunde? Weil es die Stunde der Entscheidung ist. Der Kampf, der das ganze Leben hindurch getobt hat zwischen dem Erdenpilger und Satan und der Welt, kommt ° endgültigen Austrag. Jetzt wird sich ntiechlden, wer Meister ist in der Seele des Ster­benden, Christus oder der Teufel. Wie der Sturm nochmals mit aller Macht einsetzt, wenn der Früh- mg in die Lande zieht, so versucht auch der Hol- "^^si nochmal all seine Künste, all seine Ränke, Seele mit Zweifeln, mit Aengsten, mit SU plagen. Ist der Kampf glück- "beendet, dann geht die Seele in das Land des re ,^en Friedens Die Seelen der Gerechten sind in

T5 s n~ nnd es berührt sie nicht die Qual ftrhiL0 ^ .schienen zu sterben, doch sie sind im unloi-^i» â jede Träne wird Gott abwischen aus

- n Augen. Der Tod wird nicht mehr sein.

noch Jammer, noch Plage, noch Kummer, noch Schmerz.

Ende gut alles gut. Und wie der Baum fällt, so bleibt er liegen in Ewigkeit. Nach dem Zustand, in dem die Seele im Augenblick des Ver- scheidens sich befindet, wird sie gerichtet für die Ewigkeit. Ist sie in der heiligmachenden Gnade und in der Freundschaft Gottes, so ist ihr die Se­ligkeit sicher. Ist sie aber im Pfuhl schwerer Sünge, so ist ewige Verwerfung ihr unentrinnbarer An­teil. Ist es da nicht eine Wohltat, wenn uns die Kirche zu Hilfe kommt in einer entscheidenden Stunde? Ist es nicht eine Wohltat, wenn gute Menschen uns dann beistehen, aufrichten, trösten und uns stärken durch ihren Zuspruch und ihr Gebet?

Und eine solche gute, teilnehmende Seele war nun unsere liebe heilige Elisabeth. Sie hat aber nicht erst gewartet, bis die Hilferufe an ihr Ohr gedrungen sind, nein, von selber und ungerufen

^""........ ......... ^

Heute in allen Kirchen der Diözese Fulda

SerMMlUNg

Mr haSKrieskersemmKr.

Helfet durch eure Spenden, dem Herrn würdige

Diener heranzubilden l

-.....-.................

hat sie sich auf den Weg gemacht, sobald sie nur Kenntnis bekam von der letzten Not eines Mit­pilgers. Da ließ sie alles auf der Wartburg liegen und stehen und eilte hinab ins Städtchen oder ins Krankenhaus, um dem Sterbenden die letzten Dienste zu leisten. Stundenlang harrte sie aus am Krankenbett und wurde nicht müde, den kalten Schweiß' von der bleichen Stirne zu trocknen, den lechzenden Mund mit einem Schluck Wasser zu erquicken, dem Sterbenden fromme Ermunterun­gen zuzurufen, ihm die heiligen Namen Jesus und Maria vorzutragen, geweihtes Wasser über ihn zu spritzen. Und hatte endlich die arme Seele sich los­gerissen, so drückte sie dem Leichnam die Augen zu und hüllte ihn, der ja nach kurzer Verwesung zur Unsterblichkeit erstehen soll, in einfache Toten­gewänder, die sie oft mit eigener Hand bereitet hatte. Und auch damit war ihre Liebe noch nicht abgeschlossen. Sie ging hinter dem Sarg mit der Beerdigung, tröstete die Hinterbliebenen, betete für die armen Seelen.

Welchen Schatz von guten Werken hat doch Elisabeth aufgehäuft, welche Verdienste hat sie sich erworben um die entscheidende Stunde ihrer Mit­menschen. Unter den Bildern, die ich auf der Wartburg sah, die von Moriz Schwind in die Gänge gemalt sind, ist eines, das auf mich einen besonderen Eindruck machte: in einem offenen Sarg liegt eine frische Leiche. Elisabeth beugt sich

herab und breitet mit liebenden Händen eine Decke darüber.

Elisabeths Beispiel soll uns eine Lehre sein. Gewiß wollen wir uns nicht aufdrängen und mit unserer Gegenwart lästig sein. Wo es sich aber um den Tod von nahen Angehörigen oder Nach­barn oder armer Leute handelt, da wird es fast immer als Wohltat empfunden, wenn wir in der schwersten Stunde nach ihnen schauen, teilneh­mend nach dem Befinden uns erkundigen, uns darum bekümmern, ob der Kranke auch schon ver­sehen ist, nötigenfalls den Priester benachrichtigen, den schwergeprüften Angehörigen einen Dienst ab­nehmen, für den Sterbenden beten, für seine Be­erdigung Sorge tragen. Keineswegs aber soll un­sere Gegenwart ein Fest für die Neugierde sein und keine bloße Erregung des Schauders oder der Rührung, sondern ein Atisfluß opferwilliger, echt christlicher Liebe. Auch ist die Beteiligung um Leichenbegängnis ein Trost für die Hinterbliebe­nen, eine Erquickung der armen Seelen. Nickt aus geschäftlichen oder aus bloß verwandtschaft­lichen Rücksichten oder gar aus selbstsüchtiger Be­rechnung wollen wir zu einer Leiche gehen, son­dern ganz allein aus christlichem Mitgefühl und aus praktischer Nächstenliebe. Doppeltes Verdienst wirst du haben, wenn du um das Sterben und die Beerdigung eines armen Teufels dich bekümmerst. Denn solche Werke der Barmherzigkeit hat uns der Heiland besonders ans Herz gelegt, bei denen eine Wiedervergeltung ausgeschlossen ist, die al­lein aus purer Gottesliebe geschehen. Gottes Erbarmen in unseren eigenen schweren Stunden ist uns dann gewiß gemäß der Verheißung des Psalmisten:Heil dem, der an den Kranken denkt: am bösen Tag errettet ihn der Herr."

Der Talpfarrer.

MZ GM! der Mchs am Sreisalèigkelksfesl.

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast deinen Dienern die Gnade gegeben, im Bekenntnis des wahren Glaubens die Glorie der ewigen Drei­faltigkeit zu erkennen und in der Macht der Majestät die Einheit anzubeten: wir bitten dich, daß die Festigkeit in diesem Glauben uns im­merdar Schutz gegen alles Unheil werde. Durch unsern Herrn . . ."

Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht er­kannt: ich aber habe dich erkannt und biete haben erkannt, daß du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn ferner kundtun, damit die Liebe, mit der du mich lieb­test, in ihnen sei und ich in ihnen." (Joh. 18, 25 f.). So beschließt der Heiland sein hohepriester- liches Gebet am Gründonnerstagabend.

Der Welt das große, dem bloßen Verstände ganz unfaßbare Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit zu offenbaren und die Menschen durch die Gnade in dieses göttliche Leben selbst