Wochenkalender»
Sonntag, 24. Mai. Hochheiliges Pfingstfest.
Montag, 25. Mai. Pfingstmontag.
Dienstag, 26. Mai. Pfingstdienstag.
Mittwoch, 27. Mai. Pfingstmittwoch. Boda, der Ehrwürdige, Kirchenlehrer, f 735. Johannes I., Papst, Mart., f 626. Quatemberfasttag.
Donnerstag, 28. Mai. Pfingstdonnerstag. Augustinus, v. Canterbury, Bek., f 607.
Freitag, 29. Mai. Pfingstfreitag. Maria Magdalena von Pazzi, Jgfr., t 1607. Quatemberfasttag.
Eamstag, 30. Mai Von der Oktav des Pfingstfestes.
Felix I., Papst, Mart., f 274. Quatemberfasttag.
Pfingstsonntag.
Epistel. Apostelgeschichte 2, 1—11.
^ ngelium. Iohannes 14, —23—31. Die Pfingstgabe
des Herrn.
In jenen Tagen sprach Jesus zu seinen Jüngern: i,^er mich liebt, wird mein Wort bewahren, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich nicht liebt, bewahrt meine Worte nicht. Das Wort aber, das ihr gehört habt, ist nicht mein, sondern des Vaters Wort, der mich gesandt hat. Dies habe ich euch gesagt, solange ich noch bei er«h weile. Der Tröster aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz ängstige sich sticht und zage nicht! Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: „Ich gehe hin und komme wieder zu euch." Vienn ihr mich liebet, würdet ihr euch freuen, daß ich Mn Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Schon jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es eintritt, damit chr glaubt, wenn es geschieht. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt. hat an mir nichts: aber die Welt soll erkennen, daß den Vater liebe und so handle, wie mir der Vater aufgetragen hat."
Balsamtropfen.
ie Aerzte haben Kräuter tausenderlei Art, die sie bei ihrer Heilkunst an- _„—' wenden, um die körperliche Gesund- heit zu pflegen. Jener himmlische Arzt aber bringt durch einen einzigen "opfen der Liebe und Freude wunderbare Wir- "ugen in der Seele hervor.
^^Ese Worte des ehrwürdigen Ludwig v. Gra- t‘r<n lichte ich dem heutigen hochheiligen Pfingst- Motto mitgeben. — Ja, Valsamlropfen, Mitteilungen von Liebe und Freude, die „er Herr selber, dieser Ozean alles Glückes aller Güte, in die Seele träufelt. Und bèson-
ders ist es der hl. Geist, der große Pfingstgast, die dritte Person der Gottheit, der die Seele mit übernatürlichem Mut ausrüstet und sie durchdringt mit süßem Trost.
Ein Tröster du der Armen wirst genannt, Der du vom Himmel hoch
Zur Erde bist gekommen;
Des Geistes Salbung du, ein Lebensquell der Frommen,
Ein Feuer mild, das reinste Liebesband. —
Das Trösten gehört sozusagen zum Beruf des hl. Geistes. Nennt ihn ja der göttliche Heiland der doch alle Geheimnisse der Gottheit kennt, mehr als einmal ausdrücklich den „Tröster". So spricht er in seinen Abschiedsreden zu den Jüngern: „Der Tröster, der hl. Geist, den der Vater schicken wird in meinem Namen, wird euch alles lehren." Und abermals: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster senden, daß er in Ewigkeit bei euch bleibe." Und wiederum: „Es ist gut, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so wird der Tröster nicht zu euch kommen: gehe, ich aber hin, so werde ich ihn euch senden."
Und wie herrlich haben diese Weissagungen an den Aposteln sich erfüllt. Nach der Himmelfahrt des Herrn hatten sie sich in einen Saal zu Jerusalem zurückgezogen und warteten mit einer gewissen Verzagtheit der Dinge, die da kommen sollten. Nun aber kam an Pfingsten der hl. Geist über sie herab, der sie aus Lämmern zu Adlern, aus Tauben zu Adlern umwandelte. Zu eng wurden ihnen die Wände des Saales, zu eng die Mauern von Jerusalem: hinaus zogen sie nach Asien, nach Aegypten, nach Europa, nach Italien, nach Griechenland, nach Spanien und in alle Länder des damals bekannten Erdkreises und predigten allüberall mit lauter Stimme Christus, den Gekreuzigten. Keine Drohung konnte sie einschüchtern, keine Verfolgung lähmen, kein Kerker entmutigen. Voll ungebrochener Zuversicht hofften sie auf den Sieg des Evangeliums und hielten es für eine auserlesene Ehre, für Christus, ihren Meister, etwas leiden zu dürfen. Denn „freudig gingen sie weg vom hohen Rat, weil sie gewürdigt wurden, um des Namens Jesu willen Schmach zu leiden."
Waren das nicht Balfamkropfen aus der Hand des hl. Geistes?
Und lesen wir nicht einen ähnlichen Zug im Leben unserer lieben heiligen Elisabeth? Wir haben die schwer Geprüfte in der letzten Lesung in Eisenach zurückgelafsen, wie sie verstoßen und vertrieben in den Gassen umherirrte, um für sich und ihre drei Kindlein ein Obdach zu finden. In ei-1 nem Schuppen fanden sie ein notdürftiges Unterkommen. Was aber nun vor sich ging, das läßt sich schwer begreifen und noch schwerer beschreiben. Um Mitternacht ist es gewesen, als ob die Sonne selber aufgegangen wäre und hineinscheinen würde nicht nur in den dunklen, schmutzigen
Raum, sondern auch hinein in die Kammer ihrer Seele. Und da war plötzlich alle Traurigkeit, alle Verzagtheit, alle Bangigkeit verschwunden und verflogen, und eine Stille, ein Friede, eine Heiterkeit, eine Fröhlichkeit, eine Seligkeit hielt ihren Einzug und füllte ihr Herz aus, daß es all diese wohligen Gefühle fast nicht zu fassen vermochte. Und da erhob sie sich zur mitternächtigen Stunde und begab sich zu einem benachbarten Kloster der Minderbrüder und bat die Mönche, ein Te Deum anzustimmen. War das nicht ein Werk des hl. Geistes, dessen Amt es ist, die Betrübten zu trösten? —
O möchten auch wir des göttlichen Trostes würdig befunden werden. An Verlassenheit, an Armut, an leiblichem und seelischem Elend ist ja wahrhaftig kein Mangel. Immer mehr Dornen bringt diese Erde hervor. Und je mehr die Völker sich von Gott, dem höchsten Gut, abwenden, desto tiefer geraten sie in Verlegenheit und Not trotz Kino, Radio und Luftschiff. Selbst die Erfindungen scheinen nur dazu zu dienen, die Maschen der Not noch enger zu machen. Da bleibt kein anderer Trost mehr übrig als der himmlische. Die Sterne des Jenseits, die man im Irrsinn ausgelöscht, muß man wieder anzünden. Die Brücke mit Gott, die man im Wahnsinn abgebrochen, muß man wieder aufrichten. Soll Gott der Menschheit die Hand zur Hilfe entgegenstrecken, so muß der Mensch auch ein Entgegenkommen reigen. Die Ordnung im Reiche der Gnade ist und bleibt diese, daß der Mensch zu seinem Heile mitwirken muß. Was nützt ein Bleistift, wenn er vor mir liegt und ich ihn nicht ergreife, um damit zu schreiben? Sa nützt ein Acker, wenn ich ihn nicht bebaue! So nützen auch die Tröstungen des Himmels nichts, wenn wir uns um dieselben nicht bemühen. Und da ist es besonders das unbesiegliche Gottvertrauen und das beharrliche Gebet, welche die Quellen des Trostes erschließen. Und während ich dies schreibe, klopft es an die Türe und herein kommt ein Erwerbsloser mit der Bemerkung, daß es noch schlimmer gehe als das letztemal, wo er mich besucht. Denn jetzt bin ich ausgesteuert, setzte er hinzu. Doch wie mußte ich staunen, daß er zu dieser Nachricht noch eine fröhliche Miene aufbrachte. Es ist eben ein religiös gerichteter Mensch, der niemals an der Vorsehung irre wird, der immer noch einen Tropfen Trostes findet. Indem ich ihn lobte für seinen Mut und ihm eine Unterstützung verabreichte, gab ich ihm noch das Sprichwort auf den Weg: „Wo die Not cm größten, da ist Gott am nächsten." Wohlan, suchen wir immer Trost in jeglicher Bedrängnis bei Gott, dem es weder an der Macht noch an Güte jemals fehlt. Merken wir uns auch den Rat des hl. Apostels Jakobus, der da schreibt: ist jemand betrübt, sv soll er beten.
Der Talpfarrer.