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Wochenkalender.

Sonntag, 26. April. 3. Sonntag nach Ostern. Kletus, Papst, Mart., f 91. .

Montag, 27. April. Petrus Kanisius, Kirchenlehrer, zweiter Apostel Deutschlands.

Dienstag, 28. April. Paul vom Kreuze, Bek. Vitalis, Mart.

Mittwoch, 29. April. Oktavtag des Festes des hl. Joseph als des Schutzpatrons der Kirche. Petrus Mart., t 1252.

Donnerstag, 30. April. Katharina von Siena, Jgsr., f 1380.

Freitag, 1. Mai. Philippus und Jakobus, Apostel. Walburgis, Jgfr. Herz-Jesu-Aceitag.

Samstag, 2. Mai. Athanasius, Kirchenlehrer.

Dritter Sonntag nach Ostern.

Evangelium: Johannes 16, 514, Das machtvolle

Wirken des heiligen Geistes.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:Ich gehe zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch nagt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz voll Traurigkeit, weil ich euch das gesagt habe. Allein ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hinzeye. Denn wenn ich nicht hingehe, kommt der Tröster nicht zu euch; wenn ich aber hingehe, will ich ihn euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt deutlich zeigen, daß es eine Sünde gibt, eine Ge­rechtigkeit und ein Gericht: Eine Sünde, weil sie an wich nicht glaubt: eine Gerechtigkeit, weil ich zum Barer gehe und ihr mich nicht mehr sehen werdet; ein Gericht, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist. Noch vie­les hätte ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch wcht tragen. Wenn aber jener Geist der Wahrheit kommt, wird er euch alle Wahrheit lehren. Er wird nicht aus sich reden, sondern was er hört, wird er re­den, und was zukünftig ist, euch verkünden. Er wird nach verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen und es euch verkünden."

Wanderregeln.

MWls Joseph seinen alten Vater dem M Pharao vorstellte, fragte ihn dieser nach seinem Alter. Die Tage meiner Wanderschaft sind 130 Jahre, wenige und böse. Dürfen nicht auch wir diele Antwort des Vaters Jakob, uns aneignen? E nicht auch unser Leben eine Wanderschaft? es nicht dahin wie ein Bach, der keinen ^tumanb kennt? Enteilt es nicht wie ein Schiff, a? durch die Wellen gleitet? Entschwindet es nicht unfern Augen wie ein Vogel, der die Lust durch- ichneidet?

^"dürften einige Wanderregeln willkommen ,, roir aus den Grundsätzen unseres Glau- vens ableiten und im Leben der hl. Elisabeth am W^dt und bewährt finden.

,«^ Lebensregel lautet: nimm dir einen seinenBädeker" aus Papier,, keinen svubo^". "Führer" aus irgendeinem Verlag, rn einen lebendigen, verständigen, teilneh­

menden, sachkundigen Führer, der die Verantwor­tung übernimmt, dem es um deinen Fortschritt und dein Seelenheil zu tun ist, der keine irdischen Rücksichten im Auge hat und keine Menschenfurcht kennt. Handelt es sich ja bei unserer Reise nicht darum, dieses oder jenes Dorf zu erreichen, diese oder jene denkwürdige Stätte zu besuchen, diesen oder jenen Gipfel zu besteigen, dieses oder jenes Museum zu besichtigen, sondern es geht auf das ganze, auf das entscheidende, das ausschlaggebende, mit einem Wort es geht auf die ewige Heimat. Wenn ihr mit Christus aufeistanden seid, so su­chet, was droben ist, wo Christus wohnt zur Rech­ten des Vaters; was droben ist, habt im Sinn, nicht was auf Erden, ruft uns der Völkerapostel zu. Wiederum steht geschrieben:Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern suchen die ewige Heimat im Himmel. Muß uns nicht alles daran liegen, dieses große, herrliche, glückverheißende Ziel sicher zu erreichen? Drohen aber nicht unterwegs allerhand Gefahren, Verirrungen, Räuber, wilde Tiere, grimmige Feinde? Ich meine die verkehr­ten Neigungen, die Leidenschaften, die Verführer, die bösen Geister. Mußte nicht mancher am Ende seiner Wanderschaft in den Klageruf ausbrechen: nun ist alles umsonst; ich bin in die Irre gegan­gen, ich habe vergebens gelebt, ich bin verloren und ewig verdammt?---

Darum hat unsere hl. Elisabeth sich nach einem tüchtigen Führer auf ihrem Lebenswege umge­schaut. Und ist aus den Meister Konrad gefallen, einen Priester nach dem Herzen Gottes, von dem die Chronik schreibt:

In jenen Tagen glänzte Konrad von Mar­burg wie ein lichter Stern in ganz Deutschland; denn er war ein wohlgelehrter Mann; sein Leben und Wandel war rein; die Hl. Schrift floß aus seinem Munde; ein Liebhaber des hl. Evangeli­ums, ein ernster Vertilger des Irrglaubens und des Unglaubens; Reichtum und zeitlich Gut und geist­liche Lehen wollte er nicht haben auf keine Weise. Es war ihm genug an einem schlichten, einfältigen geistlichen Gewände. Seine Sitten waren reif und ernst, sein Antlitz und Angesicht scharf. Den gu­ten Ehristen war er gütig und geneigt, den Un­gläubigen hart und streng an Strafe und Gerech­tigkeit. Ihm war vom Apostolischen Stuhl erlaubt, zu predigen Gottes Wort über ganz Deutschland. Darum folgte ihm eine große Menge Volkes bei­derlei Geschlechtes, gelehrt und ungelehrt und hiel­ten ihn etliche für einen Heiligen, gerechten Men­schen und fürchteten ihn, etliche, von Liebe wegen, die andern von rechter Furcht."

Diesem geistlichen Führer vertraute Elisabeth alles an, was das religiöse Leben anging. Diesem Führer blieb sie treu, wenn er auch seine Schü­lerin auf manche schwere Probe stellte. So hatte einst Konrad die Landgräfin Elisabeth geheißen, zu einer Predigt zu kommen, die er in Eilenach hielt: vielleicht hatte er im Sinn, gerade über er­

neu Gegenstand zu predigen, der auch für Elisa­beth besonders lehrreich gewesen wäre. Allein sie kam nicht. Da ließ ihr Konrad sagen, er wolle nichts mehr mit ihrer Seelenleitung zu tun haben. Den anderen Tag ging die Landgräfin zu ihm und entschuldigte sich, sie sei verhindert geweien, da sie gerade Besuch bekommen habe von der Landgräfin von Meißen. Elisabeth fiel dem ge­strengen Meister zu Füßen und bat um Verzeihung. Endlich gab Konrad nach, wobei indes Eilisabeth und ihre Kammerfrauen eine schwere Buße auf sich nehmen mußten.

Welch schönes Beispiel von Treue hat Elisabeth damit gegeben. Wie sticht davon so mancher Leicht­sinn von heute schroff ab. Wie viele Personen bei­derlei Geschlechts gibt es da, die ihren Beichtvater und Seelenführer wegen der kleinsten Kleinigkeit verlassen. Wenn er den Schlendrian nicht duldet, wenn er ernstlich auf Lebensbesserung bringt, wenn er vor Gefahren warnt, wenn er die Wege der Vollkommenheit führen will. Man verläßt ihn und geht zu einem andern, der dich nicht kennt, dem vielleicht an deiner Seele nicht viel gelegen ist, der bald einem andern Platz macht. Wie kann da von einer Seelenführung im Ernste die Rede sein? Ist es da ein Wunder, wenn io manche Seele verloren geht?

Die zweite Wanderreget lautet: das Ziel im Auge behalten. Ist das nicht ein törichter Wan­derer, der immer wieder vom Wege abbiegt, um Blumen zu pflücken, um einem Schmetterling nach­zujagen, um ein Vogelnest aufzuspüren? Der bei tausend Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten sich aufhält und darüber sein Ziel versäumt? So wäre es auch für uns Ehristen auf der Wander­schaft zum Himmel eine große Torheit, wenn wir uns zu sehr an irdische Vergnügungen und Be­schäftigungen halten, wenn wir einen Ballast von Reichtum oder Sorgen mit uns schleppen wenn mir die Hauptsache, das Glück der Ewigkeit aus den Augen verlieren, wenn wir Christi Gebot: su­chet zuerst das Reich Gottes, ins Gegenteil ver­kehren und zuerst die Welt suchen und nur neben­her und oberflächlich das Seelenheil und die Se­ligkeit. Deshalb wollen wir uns die Wanderreael zu Herzen nehmen, die Konrad seiner geistlichen Tochter gegeben hat mit den Worten:denke im­mer daran, wie kurz das menschliche Leben sei und daß sowohl junge als auch alte sterben. Darum trachte stets nach dem himmlischen Leben."

Der Talpfarrer.

St Joseph.

Ueberall in der Heilsgeschichte sehen wir, daß die Pläne der göttlichen Vorsehung andere Wege gehen als Menfchengedanken und Menschenpläne. Ändere Maßstäbe als wir legt Gott in der Be­urteilung der Menschen und Dinge an. Große Ziele mit großen Mitteln zu erreichen, ist Men-